Eine Schule zieht um

Nach den Winterferien beginnt Unterricht der Leibniz-Gemeinschaftsschule im frisch sanierten Gebäude in Nord

Die Gemeinschaftsschule „Gottfried Wilhelm Leibniz“ öffnet ihre Türen nach den Winterferien am Montag in anderthalb Wochen am neuen Standort in der Pablo-Neruda-Straße. Der Umzug ist nicht allein von den Schulwegen eine große Umstellung.

Noch fehlen ein Teil der Möbel und der Ausstattung im neuen Sitz der Gemeinschaftsschule „Gottfried Wilhelm Leibniz“ in der Pablo-Neruda-Straße 12. Doch in kürzester Zeit müssen die fehlenden Dinge geliefert und installiert werden. Denn in den Winterferien, die am Montag beginnen, soll die Schule von ihrem angestammten Standort in der Hegelstraße in den Norden Magdeburgs ziehen.

Schulleiter Roman Schöpp ist gespannt: „Ich habe einen solchen Umzug noch nie mitgemacht.“ Wohl aber drei Mitglieder des Lehrerkollegiums. Und die sagen: Jeder Umzug ist anders.

Jetzt gibt es kein Zurück

Genügend Zeit, sich auf den Umzug vorzubereiten, hatte die Schule jedenfalls: Zwei Mal ist der Umzug schon verschoben worden. Die damit verbundenen immer wieder verhängten Urlaubssperren sollen bei einigen Mitarbeitern die Stimmung schon etwas getrübt haben. Dass es Verzögerungen gegeben hatte, lag nicht zuletzt an einem engen Zeitplan. Laut Kommunalem Gebäudemanagement jedenfalls wurde die Sanierung des Schulhauses, das über Jahre leer stand, in einer Rekordzeit über die Bühne gebracht.

„Jetzt gibt es aber kein Zurück“, sagt Roman Schöpp, und freut sich über jeden Fortschritt auf der Baustelle. Zuletzt war es beispielsweise die Telekom, die hier den Start für den Schulbetrieb vorbereitet hat. Denn ohne Zweifel bringt der Neustart einige Vorteile. So kommt hier die neueste Technik zum Einsatz: Es gibt zum Beispiel W-Lan und in den Klassenräumen sind elektronische Tafeln installiert. „Mit solch einer guten Ausstattung zu arbeiten, kenne ich noch nicht“, sagt Roman Schöpp. Neben dem lachenden, gibt es aber auch das weinende Auge. Manche Schüler und Kollegen müssen jetzt weitere Schulwege in Kauf nehmen. Und die Räume sind vom Platz her nicht mehr so üppig bemessen wie am alten Schulstandort. Dies, so die Magdeburger Kulturbeigeordnete Regina-Dolores Stieler-Hinz, sei aber nicht zu ändern gewesen: Die Aufteilung der Räume sei vom Baukörper der zu DDR-Zeiten gebauten Schule vorgegeben gewesen. Ein kleiner Trost für die Nutzer des frisch sanierten Hauses: Da die Schule erst in Zukunft weitere Klassenzüge bekommen wird, ist der Platz im Moment im Vergleich zum alten Standort und zu anderen Schulen üppig bemessen. Ein weiterer Hintergrund des Umzugs ist nicht allein der Wunsch nach einem frisch sanierten Schulhaus mit einer moderneren Ausstattung. Zum einen geht es zudem um ausreichende Kapazitäten. Denn in der Altstadt hatte sich die Gemeinschaftsschule den Standort mit der Grundschule Hegelstraße geteilt. Angesichts einer gestiegenen Anzahl an Kindern, die eingeschult werden, braucht die Grundschule mehr Platz. Folgerichtig steigt auch die Zahl der Jugendlichen, die an den weiterbildenden Schulen unterrichtet werden, in den kommenden Jahren. Für die Leibniz-Gemeinschaftsschule soll die Zahl der Schüler von derzeit rund 360 auf bis zu 550 steigen. Mit dem neuen Standort sollen sich zudem Synergien mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) „Regine Hildebrandt“ ergeben. Zwischen den beiden Schulen besteht nämlich bereits seit Jahren eine Partnerschaft.

Stärkere Zusammenarbeit

Sie war auf den Weg gebracht worden, als die Leibniz-Schule den Weg zur Gemeinschaftsschule einschlug: Formal ist hier der Weg für die Jugendlichen zum Abitur frei. Da aber keine Gemeinschaftsschule über ausreichend Schüler verfügt, um eine selbstständige Abiturstufe aufzubauen, sind vom Gesetzgeber Kooperationen mit geeigneten Partnern vorgesehen. Neben einer IGS wie im Falle der Leibnizschule können das Gymnasien oder Berufsbildende Schulen mit gymnasialem Zweig sein. Für die Vertiefung der Kooperation sind so die Zusammenarbeit von Fachbereichen beider Schulen sowie gemeinsame außerschulische Angebote für die Kinder und Jugendlichen denkbar, berichteten IGS-Schulleiter Torsten Schulz und Leibniz-Schulleiter Roman Schöpp. Dabei hatte es rund ums Miteinander der Schulen im Vorfeld durchaus Sorgen gegeben. Es ging darum, ob es Konflikte zwischen Schülern gibt, die womöglich sogar gewaltsam ausgetragen würden. Anlass für die Sorge ist die große Nähe der Schulen. Sie befinden sich nicht allein in Sichtweite, sondern die IGS nutzt auch alle Räume des neuen Anbaus an der Leibnizschule. Ob es solche Probleme über das an Schulen übliche Maß geben wird, muss die Zeit zeigen – waren die Leibnizschüler bislang schließlich gar nicht vor Ort. Doch beide Schulleiter sind optimistisch. So ist der Verbindungsgang zwischen den beiden Schulen für die Schüler gesperrt. Außerdem sind die Pausenzeiten versetzt. Und der Schulhof der Leibnizschule ist deren Schülern vorbehalten – die Hildebrandt-Schüler nutzen wie gehabt das Areal um ihre beiden angestammten Schulgebäude.

Auswertung geplant

In einigen Wochen soll noch einmal erörtert werden, wie sich das Zusammenleben eingespielt hat. Dann, so Roman Schöpp, sei es an der Zeit, über mögliche, grundlegende Änderungen zu diskutieren.

(Quelle: Volksstimme, 10.02.2022)

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