Algensorgen am Neustädter See

Teppiche aus Hornkraut treiben an der Oberfläche / Keine Gefahr wegen Blaualgen

Der Algenwuchs im Neustädter See besorgt Anwohner. Aus fachlicher Sicht besteht aber kein Anlass dazu. Die Wasserpflanzen stellen keine Gefahr für die Wasserqualität dar, sagt das Land.

Eine besorgte Leseranfrage erreichte die Volksstimme-Redaktion zum Neustädter See. „Beim Spaziergang fiel mir auf, das große Flächen mit grünen Algen zugewuchert sind“, heißt es darin. Es sei „erschreckend, wie viel bewuchert ist“. Die Befürchtung der Leserin: Die Algen sind ein Zeichen dafür, dass es am Neustädter bald eine ähnliche Situation wie am Barleber See vor zwei Jahren geben wird, als gefährliche Blaualgen zu mehrtägigen Badeverboten führten. Aus Sicht von Mathias Weiland vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) besteht für solche Sorgen aktuell aber kein Anlass. Bei den derzeit auftretenden Erscheinungen handele es sich um Schwimmteppiche aus vom Seeboden gelösten Wasserpflanzen der Gattung Hornkraut, erklärt er auf Volksstimme-Anfrage. Es seien also keine Blaualgen, bestätigt er. Deren Entwicklung sei „grundsätzlich an andere meteorologische Randbedingungen geknüpft und tritt zu dieser Jahreszeit nicht mehr auf“, erläutert der Fachmann weiter. Zwar habe es in der Vergangenheit schon Fälle von Blaualgen im Neustädter See gegeben, „jedoch nur kurzzeitig und bei weitem nicht so intensiv wie im Barleber See“, betont Mathias Weiland. Laut Stadtsprecher Michael Reif sei von Juni bis August „eine beginnende Flockenbildung mit Grünfärbung des Wassers“ beobachtet worden. „Ein Badeverbot gab es am 3. und 4. August wegen starker Schwimmschichten und Blaualgen“, erklärt er auf Anfrage. Grund für das seltenere Auftreten von Blaualgen sei die geringe Tiefe des Neustädter Sees, die grüne Wasserpflanzen begünstigen würde. Das Wachstum des dort verbreiteten Hornkrauts schwanke von Jahr zu Jahr in Abhängigkeit von Lichtangebot und Wassertemperatur auf Basis der im See vorhandenen Nährstoffe Phosphor und Stickstoff, erläutert Mathias Weiland. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit begünstigte die vorausgehende sommerliche Warmwetterperiode sowie eine relativ hohe Sonneneinstrahlung die vom Seegrund her aufwachsenden Wasserpflanzen“, sagt er.

Durch den in den vergangenen Trockenjahren abgesunkenen Seewasserspiegel dringe das Sonnenlicht außerdem in tiefere Bereiche vor. Auch das führt zu vermehrtem Algenwachstum. Toxische Beeinträchtigungen wie bei den Blaualgen, eigentlich Cyanobakterien, würden durch die Wasserpflanzen aber nicht hervorgerufen. Starker Algenwuchs im Neustädter See ist nicht ungewöhnlich, auch 2019 und 2018 war das zu beobachten. Der Algenwuchs sei letztlich auch gewünscht, da er das Auftreten von Blaualgen einschränken soll. Der Neustädter See wurde letztmalig im vergangenen Jahr untersucht. Dabei wurde der See als „mäßig“ sowie „mesotroph“ eingestuft, Handlungsbedarf hat sich dadurch nicht ergeben.

(Quelle: Volksstimme, 30.09.2021)

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