Wassersportler springen der Saison entgegen

„Cable Island“ öffnet am Sonnabend / Wenige nutzen Strandbaderöffnung an Neustädter und Barleber See

Magdeburgs Wasserski- und Wakeboard-Anlage „Cable Island“ startet am kommenden Sonnabend in die Saison. Die Strandbäder am Neustädter und Barleber See öffneten bereits am vergangenen Wochenende–wetterbedingt mit wenigen Badenden

Magdeburgs Wakeboarder haben gehörig gezittert. Nicht etwa, weil die Wassertemperaturen sich an der Schmerzgrenze bewegen – Wassersportler sind da hart im Nehmen. Vielmehr hatten sie die Befürchtung, dass ihre Saison ins Wasser fallen könnte. Die Auswirkungen der Corona Pandemie erreichen auch Magdeburgs Wassersportler. Hygienevorschriften und Abstandsregeln gelten ebenso wie an den Strandbädern auch an der Wasserski-Anlage „Cable Island“. Doch immerhin ermöglicht die jüngste Landesverordnung das Öffnen der Anlage. Maximal 25 Wassersportler je zwei Stunden erlaubt Am Sonnabend geht’s los, verkündet Jacqueline Böhlecke. Mittags, 12 Uhr, wird die Schleppliftanlage wieder in Betrieb genommen, um die Wakeboarder und Wasserskifahrer auf den Parcours zu schicken. „Maximal 25 Sportler, die jeweils Zwei-StundenSlots bekommen, dürfen zugleich übers Wasser gleiten. So, wie es die Landesverordnung für Sportler vorschreibt“, erklärt Jacqueline Böhlecke. Für Zuschauer oder Sonnenanbeter werden Liegewiese und Strand geöffnet. Gastronomisch können die Gäste jedoch nur am Imbiss bewirtet werden. Festzelt und Pavillon bleiben geschlossen. Bitter für Jacqueline Böhlecke, die mit ihrem Mann Carsten die Anlage betreibt. Die Gastronomie sei die eigentliche Einnahmequelle. Finanzielle Einbußen durch fehlende Feiern Bereits im vergangenen Jahr zehrten finanzielle Einbußen an der Substanz. Firmenfeiern, Jugendweihen, Geburtstage und andere Festveranstaltungen, mit denen normalerweise Geld reinkommt, wurden abgesagt. Es sei deprimierend, sagt Jacqueline Böhlecke. Denn momentan schaut es so aus, als würde es dieses Jahr nicht anders werden. Und das, nachdem bereits 2019 den Betreibern Sorgen- statt Sonnenfalten ins Gesicht trieb. Blaualgen-Alarm, der keiner war, hielt die Besucher fern. Zwar war die gesundheitsschädliche Alge tatsächlich am Neustädter gefunden worden, doch auf der anderen Seite des Sees. Die Wasserqualität an der Anlage sei top gewesen, die Leute blieben trotzdem weg. Erst die Alge, dann Corona – noch ein Coronajahr ist kaum zu kompensieren. Dennoch hofft die Betreiberin, dass nun wenigstens das Wetter ein bisschen mitspielt, der To-go Verkauf ein bisschen Geld einspielt, die Wassersportler ihre Runden drehen können, Stand-up-Paddler den See erkunden und der Corona-Spuk endlich mal ein Ende hat. Während die Wassersportler erst am kommenden Wochenende in die Saison starten, öffneten Magdeburgs Strandbäder bereits am vergangenen Sonnabend. Und obgleich das Wetter wahrlich zu wünschen übrig ließ, gab es ein paar Hartgesottene, die sich das Anbaden nicht nehmen ließen. 82 Badegäste trotzen dem wechselhaften Wetter Konkret waren es im Strandbad Barleber See seit Saisoneröffnung 73 Gäste und am Neustädter See neun Gäste. Auch wenn die Zahlen niedrig ausfallen, so zieht die Verwaltung dennoch ein positives Fazit, wie Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra mitteilt. „Wir konnten so alle Mechanismen, die aufgrund der 12. Landeseindämmungsverordnung beachtet werden müssen, erfolgreich testen.“ Diese können somit auch für die nun öffnenden Freibäder ab 21. bzw. 27. Mai sicher angewendet werden, erklärt sie. Strand- und Freibäder können im Zuge der Verordnung nämlich nur mit Auflagen und einer reduzierten Gästezahl betrieben werden. Zugang erhalten nur jene Personen, die ein negatives Testergebnis vorweisen können (PCR oder PoCAntigen-Schnelltest), das nicht älter als 24 Stunden ist. Zudem erhalten auf Nachweis auch jene Personen Zugang, die seit mindestens zwei Wochen vollständig geimpft sind oder eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes vorweisen können, dass sie in den vergangenen sechs Monaten von einer Corona-Erkrankung genesen sind. Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres sind von diesen Beschränkungen ausgenommen. Zu den Auflagen gehört es auch, die Besucheranzahl zu begrenzen. Während der Barleber See immerhin 3000 Personen und im Strandbad Neustädter See höchstens 900 Menschen am Haupt- und Kinderstrand sowie 750 am FKK Strand Einlass gewährt wird, sind es in den Freibädern, die nun öffnen, doch deutlich weniger. Freibad Süd öffnet am Freitag für 600 Gäste So können ab Freitag ab 10 Uhr im Freibad Süd maximal 600 und im Erich-Rademacher Bad höchstens 950 Personen das Gelände betreten. Im Carl-Miller-Bad, das eine Woche später, am 27. Mai, öffnet, darf nicht mehr als 300 Badegästen Einlass gewährt werden. Aufgrund ihrer Besuchergrenzen werden die Freibäder täglich in zwei Blöcken öffnen (10 bis 14 Uhr und 15 bis 19 Uhr). Da in den Freibädern keine Tagesnutzung erfolgt, zahlen alle Gäste an der Kasse lediglich das Feierabendticket. In den Freibädern wird ebenso wie am Neustädter See und Barleber See eine Anwesenheitsliste geführt. Der Personalausweis beziehungsweise ein Reisepass sind vorzulegen.

(Quelle: Volksstimme, 18.05.2021)

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