„Hier lebt es sich gut, auch mit wenig Geld“

Stadtteilmanager Marcel Härtel im Sommergespräch über den neuen Stadtteilreport, gelöste Probleme und Vorhaben

Schweißtreibender Sommer, Urlaubsstimmung überall, doch im Stadtteilzentrum „Oase“ sind die Ferien seit dieser Woche vorbei. Marcel Härtel, Stadtteilmanager für Nord (Kannenstieg, Neustädter See) ist aus den Ferien zurück. Die Volksstimme traf ihn im Büro des IB zum Sommergespräch.

Seit über 40 Jahren lebt Marcel Härtel selbst im Stadtteil, kennt das Viertel wie seine Westentasche. Im fünften Jahr ist er im Stadtteilbüro des Internationalen Bundes (IB) als Stadtteilmanager tätig. Nach der Sommerpause will er gemeinsam mit vielen Stadtteilbewohnern weiter einiges bewegen und Nord weiter voranbringen.

Das sagte Härtel im Volksstimme-Gespräch über:

... den sozialen Stadtteilreport der Stadt, bei dem Kannenstieg und Neustädter See auf dem 1. und 3. Platz im Negativranking landeten:

„Das bedeutet zunächst, dass hier überdurchschnittlich viele Menschen leben, die Sozialleistungen beziehen. Aber es sagt nicht, dass die Lebensqualität hier schlechter geworden ist. Ich sage: Das Gegenteil ist der Fall: Die vielen Investitionen der zurückliegenden Jahre, die gute Infrastuktur und die Lage am Neustädter See, verbunden mit vergleichsweise günstigen Mieten, sorgen dafür, dass mehr Menschen herziehen. Denn: Hier kann ich gut leben, auch wenn ich nicht viel Geld habe.“

... das in letzter Minute gerettete Stadtteilfest im Juni:

„Ein Teil der Finanzierung brach weg, weil der Zuschuss aus dem Initiativfonds der Stadt nicht bewilligt wurde. Es hat trotzdem alles funktioniert. Der Bürgerverein und auch wir als Stadtteilbüro haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, Sponsoren sprangen ein. Das Motto war: Geht nicht, gibt’s nicht - jetzt erst recht! Das fand ich beeindruckend. Auch wenn wir mit dem Wetter an dem Tag leider nicht so viel Glück hatten. Aber auch Veranstaltungen wie der Stadtteillauf und andere sind wieder gut gelaufen. Pro Jahr sind es jetzt schon rund 70 Veranstaltungen, die wir mit begleiten oder selbst initiieren.“

... den „Kunterbunten Wochenbeginn“ jeden Montag im Stadtteilzentrum „Oase“:

„Der dient dazu, noch mehr Leben in das Haus zu bekommen und die Stadtteilbewohner zusammenzubekommen, Nachbarschaft zu fördern. Es wird jeden Montag von 15 bis 17 Uhr etwas angeboten, ob Basteln, Sport, Spiele, Fototour am See, Zoobesuch oder Schnitzeljagd durch den Stadtteil. Wenn die Kinder gerne kommen, kommen auch die Eltern. Die Reihe läuft seit etwa anderthalb Jahren. Inzwischen haben wir ein treues Stammpublikum, aber auch immer wieder neue Besucher. Jeder kann kommen und gehen wann er will, es ist ein offenes Angebot. Jetzt fragen die Leute schon, wann es wieder losgeht. Wir starten aber erst nach den Schulferien wieder damit!“

... Pläne für die zweite Jahreshälfte in Nord:

„Wir wollen die Bolzplatzeinweihung im Kannenstieg feiern. Außerdem steht am 8. September ab 14 Uhr eine für alle offene Veranstaltung an: Unsere Bürger-Stadtteilzeitung ,Der Lindwurm‘ feiert zehnten Geburtstag. Die Theatergruppe der Grundschule An der Klosterwuhne führt die Lindwurmsage auf, die Tanzgruppe der ,Oase‘ tritt auf, die Band 6ATÜ wird live spielen. Weitere Veranstaltungen kommen sicher hinzu. Natürlich begleiten wir mit den Bewohnern auch weiter städtebauliche Projekte.“

Bürgersprechstunde im IB-Stadtteilbüro: immer dienstags 13 bis 18.30 Uhr

(Quelle: Volksstimme, 26.07.2018)

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