Ein Kinderlächeln aus der Spraydose

Graffitikünstler gestalten Hauswand in Nord / Arbeit auf der Hebebühne in bis zu 35 Metern Höhe

Das wohl größte Graffito der Stadt „wächst“ derzeit an einer Hauswand in Nord. Ein schaukelndes Mädchen grüßt bzw. verabschiedet bald die Autofahrer auf dem Ring. Für die Künstler ist die Arbeit in bis zu 35 Metern Höhe eine Herausforderung.

12 Meter breit und 35 Meter hoch ist die Giebelwand des Zehngeschossers in der Lumumbastraße, gut 360 Quadratmeter Fläche darauf gilt es für Gordon Motsch und Tobias Hildebrandt zu gestalten. Keine leichte Aufgabe, wie die beiden Graffitikünstler eingestehen. „Ab der Höhe des Gesichts wird es unangenehm“, sagt Motsch. Gemeint ist die Hebebühne, mit der sie entlang der Wand hoch und runter fahren und die schon bei Windstille nichts für Leute mit schwachen Nerven ist. Wird es stürmisch, müssen die beiden deshalb auch ihre Arbeit einstellen. Aber auch Sonnenschein ist nicht unbedingt ideal. Dann wird es dort oben heiß. „Die Giebelwand strahlt richtig Wärme ab“, meint Motsch.

Die Magdeburger Wohnungsgenossenschaft MWG hat die beiden engagiert, um ein schaukelndes Mädchen auf die Hauswand zu sprühen. „Wir hatten die Wand schon immer im Blick gehabt. Als dann die Anfrage kam, haben wir uns riesig gefreut“, erzählt der Sprayer, der vor zehn Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht hatte. Schon damals habe die MWG sie unterstützt.

Acht Entwürfe haben sie vorgeschlagen. Ein Kind, das die Autofahrer auf dem Ring freundlich lächelnd grüßt, sollte es sein. Gordon und Tobias schlugen dann vor, dass das Kind per Aufruf gesucht werden sollte. Die kleine Antonia wurde schließlich ausgewählt und steht jetzt Modell für das Riesenbild.

Ihr Foto hängt gestern an der Hebebühne, das Gesicht ist an der Reihe. Ganz zufrieden ist Gordon Motsch am Nachmittag noch nicht. „Die Augen sind im Verhältnis noch zu groß, da müssen wir morgen noch mal ran“, sagt er. Das sehe man oft erst, wenn man wieder unten sei.

Bis Ende kommender Woche wollen sie fertig sein – vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Bis jetzt haben sie schon über 200 Spraydosen verbraucht. Denn auch bei dieser Größe bleiben sie ihrem Arbeitsmittel treu. Lediglich die weißen Wolkenflächen haben sie mit Streichfarbe gestrichen. Beim Übertragen des Entwurfs auf die Hauswand kamen ihnen die Platten daran zugute, die wie ein Raster funktionierten. „Die haben super geholfen. Sonst machen wir das frei Hand oder per Beamer“, sagt Motsch.

Ob es tatsächlich das größte Graffito Magdeburgs sein wird, will er nicht mit Bestimmtheit sagen. Für die beiden Künstler gibt es in puncto Größe und Höhe aber nichts Vergleichbares in der Stadt. Es könnte aber nicht das einzige bleiben. Es gibt Überlegungen, weitere Giebel mit den verbliebenen Entwürfen zu gestalten, verrät Gordon Motsch.

(Quelle: Volksstimme, 03.08.2017)

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