Zoo hat neuen tierischen Plan

8,8 Millionen Euro sollen investiert werden / Im Nordwest-Gelände geht es um die Haustiere

Investitionen in den Zoo haben in den vergangenen Jahren immer wieder zu Steigerungen der Besucherzahlen geführt. Nach dem Africambo 2 setzt die Einrichtung daher auf ein neues Großvorhaben, das vor allem auch der Umweltbildung dienen soll.

 Ab 2017 möchte der Magdeburger Zoo in weitere Anlagen investieren. Im Fokus stehen dabei unter anderem ein großes Gelände mit einer Fläche an der Schrote im Nordosten des Zoogeländes, Investitionen in das Amerikagelände und in die Wege.

Herzstück ist ein 1,5 Hektar großer Bereich „Gefährten des Menschen – vom Wildtier zum Haustier“, der laut Zoodirektor Kai Perret „mit einem Umweltbildungszentrum Besucher in einer zunehmend naturentfremdeten Gesellschaft an dieses spannende Thema heranführen soll“. Schwerpunkte hier sollen die wilden Stammformen und die domestizierten Haustiere, die einzelnen Stufen der Haustierwerdung, der vielfältige Nutzen von Tieren, die Tiere als Naturgut und der Wirtschaftsfaktor Tier sein. Aber es geht auch darum, wie der Mensch seine Umwelt durch Tiere verändert. Stichworte sind hier u. a. die Nutzbarmachung extremer Lebensräume durch Tiere, verwilderte Haustiere und invasive Arten.

Neue Erkenntnisse dürften sich dann auch für Tierliebhaber ergeben. „Wir wollen zum Beispiel Krallenotter zeigen, die zum Fischfang eingesetzt werden. Oder den afrikanischen Luchs, der zur Jagd gezüchtet wurde“, berichtet der Zoodirektor über einige der künftigen Bewohner auf dem neu zu gestaltenden Gelände des Magdeburger Zoos.

Baumwipfelpfad zu den Papageien und Krallenaffen

Neben der 1,5-Hektar-Fläche im Nordosten des Zoos geht es in den Plänen aber auch um den Amerikabereich südlich davon. Ein Bereich am Hang der Schrote soll für diesen völlig neu erschlossen werden. Die Kapuzineraffen sollen in „Kleinamerika“ mit einziehen und mit den Großen Ameisenbären vergesellschaftet werden.

Ein Baumwipfelpfad soll das Gelände der bisherigen Krallenaffen- und Papageienhaltung grundlegend verändern. „Zum einen werden die Tiere in einer begehbaren Voliere leben, zum anderen werden die Besucher hier sowohl am Boden als auch in den Kronen der Bäume besondere Einblicke auf diese Tiere erhalten können“, sagt Kai Perret. Ein weiterer Punkt für die Gestaltung des Zoos sind die Wege. Dabei geht es vorrangig um den Bereich der Zoowelle. Es müsse ein Kompromiss mit dem Denkmalschutz gefunden werden, der hier eine Nutzung durch die Besucher auch bei Trockenheit oder großer Nässe ermögliche, so die Forderung im Zookonzept.

Unklar ist derzeit die Finanzierung des Projekts. Rund 8,8 Millionen Euro sollen in die neuen Bereiche des Zoos investiert werden. Die Gesellschafterversammlung des Zoos schlägt vor, dass die Stadt diese Kosten komplett übernimmt. Die Verwaltung hält diesen Vorschlag – mit Verweis auf die laufenden millionenschweren Zuschüsse zu den Betriebskosten – nicht für umsetzbar. Anstelle dessen könnte ein Kredit stehen – für den die Stadt die Bürgschaft übernimmt und auch Zuschüsse für Tilgung und Zinsen gewährt. Kai Perret sagt: „Das ist ein Modell, mit dem wir sehr gut leben können.“ In nichtöffentlicher Sitzung soll aber zunächst der Finanz- und Grundstücksausschuss am 19. Oktober beraten und der Stadtrat am 17. November entscheiden.

(Quelle: Volksstimme, 07.10.2016)

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