Wut über Vandalismus-Begründung

Haltestelle Neustädter See: Anwohner wollen Wegnahme ihres Wartehäuschens nicht hinnehmen

Den Verlust ihres Wartehäuschens an der Haltestelle Neustädter See wollen die Anwohner nicht hinnehmen. Sie wollen dort wieder ein Dach über dem Kopf und eine Sitzmöglichkeit.

Als Angelika Grund den Volksstimme-Reporter zum Vor-Ort-Termin einlädt, ist noch nicht abzusehen, wie groß der Unmut am Neustädter See tatsächlich ist. Sie meldete sich in der Redaktion, nachdem die Volksstimme berichtet hatte, dass das Wartehäuschen an der Haltestelle Neustädter See dauerhaft abmontiert wurde. Als Grund wurde der nicht länger hinnehmbare wirtschaftliche Schaden durch wiederholten Vandalismus an dem Unterstand genannt.

Das wollte Angelika Grund aber als Begründung nicht hinnehmen und machte per Aushängen in den Hauseingängen im Umfeld mobil. Mit Erfolg: Gut 30 Anwohner kommen zum Reporterbesuch zur Endhaltestelle und machen ihrem Ärger über den Verlust ihres Wartehäuschens lautstark Luft.

Waltraut Klose beispielsweise sagt: „Ich bin entsetzt, dass die MVB hier solche Schlussfolgerungen ziehen. Das Häuschen soll ja nicht aus Glas sein. Wir wollen hier keinen Palast, aber einfach etwas zum Unterstellen und eine Sitzgelegenheit.“ Schließlich sei es am See auch immer windig, ergänzen andere.

„Es kann doch nicht sein, dass man in einer Stadt wie Magdeburg sich dem Vandalismus unterordnet. Dann haben doch die Vandalen gesiegt. Ich zahle schließlich meine Monatskarte“, schimpft Doris Krohn. Es könne doch nicht sein, dass ein paar Jugendliche damit durchkommen, meint ein Mann. Anneliese Himmelreich findet, dass man doch praktisch an die Sache gehen könnte. „An der Victor-Jara-Straße wird gerade ein Haus abgerissen. Da kann man doch die Platten hier verwenden“, erklärt sie.

Auch Vorschläge nach einer offiziellen Gestaltung des Häuschens durch Sprayer werden gemacht, um illegale Sprühaktionen zu vermeiden. Die „Nordlichter“ würden auch mit dem äußerst maroden Wartehäuschen vorlieb nehmen, dass bislang an der Haltestelle stand. „Es war nicht schön, aber es hat seinen Dienst getan“, sagt einer. Es hätte gar nicht weggemusst, weil ja nichts mehr zum Kaputtmachen da war, sagt ein anderer. Hauptsache, sie haben wieder etwas zum Unterstellen, so die einhellige Meinung.

Frank Scheinhardt und Torsten Mitschker erinnern daran, dass nicht nur ältere Fahrgäste auf Unterstand oder Sitzgelegenheit angewiesen sind, sondern auch Schwerbehinderte wie sie. „Andere Haltestellen werden auch ständig kaputt gemacht und die werden auch nicht abgebaut. Das ist eine Zumutung“, erklärt Frank Scheinhardt.

MVB-Sprecher Tim Stein gibt sich zwar zerknirscht. Den Schwarzen Peter sieht er jedoch nicht bei den MVB, sondern bei der Ströer GmbH. Sie ist in Magdeburg für die Unterhaltung der Haltestellen zuständig. „Wir haben dafür gekämpft, dass die Wartehalle nicht wegkommt“, versichert Stein. Es sei absolut nachvollziehbar, dass die Bürger aufgebracht sind. Bei mehreren Gesprächen habe man versucht, das Problem zu lösen – ohne Erfolg. Die Ströer-Pressestelle antwortete gestern nicht auf eine Anfrage.

(Quelle: Volksstimme, 16.04.2016)

 

Anmerkung: Die Arbeitsgruppe Gemeinwesenarbeit Neustädter See hat den Sachverhalt der Endhaltestelle am Neustädter See in seiner Sitzung am 08.04.2016 besprochen. Der Sprecherrat der GWA wird zur nächsten Sitzung Verantwortliche einladen, um eine dauerhafte Lösung im Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner zu erzielen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Bee Bu (Samstag, 07 Mai 2016 16:21)

    Wir wollen nur wieder einen Unterstand.

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