Das Affentheater im Zoo hängt in behördlichen Mühlen fest

Landesverwaltungsamt macht frühestens ab Mitte Oktober Hoffnung auf einen Entscheid über Anwohner-Einsprüche

Seit Mitte August ist das Landesverwaltungsamt in Halle einmal mehr mit dem Thema Affenhaus in Magdeburg befasst. Nach jahrelangen Querelen und juristischen Auseinandersetzungen um mangelnden Lärmschutz an der alten und inzwischen leergezogenen Anlage und vor Gericht abgeschmetterten Einwänden auch gegen das neue Menschenaffenhaus machen nun drei Anwohner gegen die Wiederbelebung der Altanlage mobil. Sie soll – zu einer Seite geöffnet und umgebaut – künftig eine Horde Mandrille (eine Primatenart aus der Familie der Meerkatzenverwandten) beherbergen. Die fünf ausgewachsenen Tiere und ihr Nachwuchs warten im viel zu engen Gehege im Zoo Münster auf ihren Umzug (Volksstimme berichtete).

Das Landesverwaltungsamt ist als vorgerichtliche Instanz fünf Wochen mit der Behandlung der Anwohner-Widersprüche befasst. Auf Nachfrage zum Stand der Dinge sagt Behörden-Sprecherin Denise Vopel, dass eine Entscheidung über Zulassung oder Abweisung der Widersprüche frühestens ab Mitte Oktober zu erwarten sei. „In der Regel ist es erforderlich, mehrfach Korrespondenz mit den Widerspruchsführern und der den Ausgangsbescheid erlassenden Behörde (Stadtverwaltung Magdeburg – d. Red.) zu sich bei der Bearbeitung ergebenden Fragen zu führen. Zudem sind in zahlreichen Fällen Gutachten zu beauftragen oder Messungen durchzuführen, deshalb ist eine pauschalierte Aussage zu einer Bearbeitungszeit leider nicht möglich“, sagt Vopel.

Oberbürgermeister Lutz Trümper, Vorsitzender des Aufsichtsrates der gemeinnützigen Zoo GmbH, erwartet alles andere als eine schnelle Entscheidung: „Unserer Erfahrung nach kann das bis zu einem Jahr dauern.“ Und selbst im Falle einer Niederschlagung der Einwände gegen die neue Affenhausnutzung muss die Auseinandersetzung längst nicht beendet sein. Den Widerspruchsführern steht dann der Rechtsweg offen. Dem für rund 400 000 Euro sanierten und umgebauten Affenhaus stünde Dauerleerstand und der Münsteraner Affenhorde dauerhaft zu beengte Haltung bevor – für Zoodirektor Kai Perret schier unbegreiflich.

Dem Vernehmen nach suchen Verwaltung und Zoo nach juristischen Möglichkeiten zur Abwendung einer neuen Endlosschlacht vor Gericht. Der Ausgang bleibt weiter offen.

(Quelle: Volksstimme, 19.09.2015)

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