Innen hui, außen pfui

Die Pausenhöfe der Grundschulen "An der Klosterwuhne" und "Am Vogelgesang" sind in einem tristen Zustand. Die Schulleiter fordern seit Jahren Abhilfe. Für eine ansprechende und kindgerechte Sanierung fehlt das Geld.

Knapp unter 300 Kinder lernen derzeit in der Grundschule „An der Klosterwuhne“. Als Schulleiter Torsten Olle vor acht Jahren seinen Job antrat, waren es noch fast 100 weniger. Für nächstes Schuljahr rechnet er mit bis zu 315 Jungen und Mädchen. Und für die sei der Schulhof schlicht nicht länger zumutbar.

Vor gut fünf Jahren war das Schulgebäude in der Pablo-Neruda-Straße mit Hilfe des Konjunkturpakets II saniert worden. Der Schulhof blieb auf Grund fehlender Mittel im alten Zustand. Ein großes Spielgerät wurde noch über den Hort errichtet. Ansonsten reihen sich nur Betonplatte an Betonplatte, kein wirklicher Platz für die Kinder zum Spielen.

Auf Drängen Olles gab es dann immerhin mal Sitzbänke und ein neuer Zaun wurde im Vorjahr errichtet. Aber zum Spielen lädt der triste Hof neben der sanierten Schule wirklich nicht ein. Der Schulleiter wünscht sich einen „Riesenrasen“ zwischen seiner Schule und dem benachbarten Gebäude, das derzeit leer steht. Wie es in etwa aussehen könnte, sieht man direkt dahinter auf der Fläche zum angrenzenden Stadteiltreff „Oase“, wo eine grüne Wiese zum Spielen einlädt. Außerdem wäre angesichts der wachsenden Schülerzahl ein zweites, großes Spielgerät sinnvoll. Schließlich müsste der Bolzplatz befestigt werden, da der nach jedem Regenguss längere Zeit unbespielbar ist, so Olle. Lehrer, Eltern, Hortmitarbeiter, der Förderverein der Schule sowie der Träger des Horts hätten allesamt ihre tatkräftige Unterstützung bei etwaigen Arbeitseinsätzen zugesagt. Selbst das Spielgerät könnte man aus eigener Kraft beschaffen. Einzig die Verwaltung regt sich nicht.

Ein Lied, das auch Olles Kollege von der Grundschule „Am Vogelgesang“, Riccardo Hermes, nur allzu gut singen kann. Mehrfach wurde er im Bildungsausschuss des Stadtrates vorstellig und beschrieb die „echt miesen“ Zustände auf seinem Schulhof. „Aber leider Gottes hat sich seitdem nichts getan“, seufzt er. Jahrzehntealte Betonplatten stünden gefährlich hoch, im Winter müsste der Platz aus Sicherheitsgründen eigentlich gesperrt werden, berichtet er. In die Schlagzeilen geriet das Areal zudem vor zwei Jahren, als in einem Sandkasten Arsen gefunden wurde. Der Sand wurde zwar ausgetauscht, ansonsten passierte aber nichts.

Torsten Olle holte sich jetzt politische Unterstützung. Die Linken-Stadträte Hans-Joachim Mewes und Frank Theile schauten sich den Schulhof vor Ort an und versprachen Unterstützung. Dass gerade sie angesprochen wurden, hat einen guten Grund. Bei den Verhandlungen für den Haushalt für dieses Jahr hatten die Linken in einem Änderungsantrag gefordert, 200 000 Euro für Schulhofsanierungen einzuplanen. Ihr Ansinnen wurde im Finanzausschuss aber von den anderen Fraktionen abgeschmettert.

OB Lutz Trümper merkte an, dass der Antrag nicht sinnvoll sei, weil Schulhöfe ja im Zuge der Gebäudesanierungen mitgemacht würden. An der Klosterwuhne und am Vogelgesang ist man damit aber bereits durch, ohne dass die Pausenhöfe angefasst wurden. Dabei hatte die Verwaltung bereits 2010 den Bedarf zur Sanierung erkannt. Eine halbe Million Euro schätzte man damals grob als Kosten ein. Weitere 250 000 Euro veranschlagte man für den Vogelgesang-Schulhof. Die Linken wollen nun eine Überarbeitung dieser Prioritätenliste einfordern, sicherten sie Torsten Olle zu. Dass eine Sanierung nicht sofort und gleich passieren kann, ist auch ihm klar. „Es geht doch nur darum, dass man wenigstens mal mit den Leuten redet und gemeinsam nach Perspektiven sucht, was wann mit wie viel Geld möglich ist“, sagt er.

(Quelle: Volksstimme, 29.01.2015)

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