Stadtkinder begegnen Zootieren

Motofumi Tai (r.) zeigt Zoobesucherin Aurora Dürnsteiner (5) seine Bilder. (Foto: A. Jürgens)
Motofumi Tai (r.) zeigt Zoobesucherin Aurora Dürnsteiner (5) seine Bilder. (Foto: A. Jürgens)

Es sind Momente des Staunens, der Freude, der Zuneigung oder aber der Furcht, die der japanische Fotograf Motofumi Tai in seinen Bildern festhält: Begegnungen zwischen Großstadtkindern und Zootieren. Seine Ausstellung ist bis Oktober im Eingangsgebäude des Zoos zu sehen.

 

Der kleine Finger tippt vorsichtig an die große Glasscheibe- ein Versuch, den orange- schillernden Schweinsfisch zu berühren. Nur einer von etlichen Momenten der Begegnung, wie sie täglich und weltweit in Aquarien und Zoos zu beobachten sind. Der japanische Natur- und Tierfotograf Motofumi Tai fängt sie mit der Kamera ein. Er konserviert die Begeisterung, die Neugier, die stille Bewunderung und manchmal auch die Scheu der Großstadtkinder bei ihren ersten Kontakt zu Tieren. Wegen dieser Momente liebe er Zoos noch mehr als Tiere an sich, sagt Motofumi Tai. "seit etwa acht Jahren besuche ich Aquarien und Zoos unter anderem in Japan, Südafrika, Indonesien und Deutschland, um die Tiere zusammen mit den Besuchern zu fotografieren", sagt der 35-Jährige.

Ausgeklammert hat Tai jedoch die großen Zoo- Besucher. "Erwachsene sind eher kompliziert, was Fotos angeht. Kinder sind da in ihren Reaktionen einfach natürlicher, spontaner", erklärt er. Da gebe es eine Menge lustiger Situationen. Wie beispielsweise im Zoo in Kuwait auf der arabischen Halbinsel. Der Fotograf erzählt: "Eine Frau stand mitihrem Sohn am Gehege der ostafrikanischen Spießböcke, die zu der Zeit Junge hatte. Das Kind hat irgendwann angefangen, mit Steinen auf die Tiere zu werfen. Um die Jungen zu schützen, hat das Muttertier plötzlich einen Satz zum Zaun gemacht und dem Kind mit ihren Hörnern gedroht." Ganz schnell habe sich der Junge daraufhin hinter den Beinen seiner Mutter versteckt und nur noch vorsichtig vorgelugt.

Noch beliebter als die Zootiere sind in Japan allerdings die in den Aquarien. "Kein Wunder, das Land ist umgeben von Wasser", sagt Jürgen Lange. Der ehemalige Direktor des Berliner Zoos und Aquariums ist während einer Ausstellung in Tokio auf Tai aufmerksam geworden. "Zum 100.Geburtstag des Berliner Zoos im vergangenen Jahr habe ich ihn eingeladen, auch bei uns seine Fotografien zu zeigen", sagt Lange. Die Bilder machten deutlich, dass Zoos heute noch wichtiger sind als vor einigen Jahrzehnten, meint der frühere Berliner Zoochef. "Da Großstadtkinder kaum Tiere sehen, findet der erste Kontakt und damit ein Stück weit auch der erste Kontakt zur Natur meist im Zoo statt", sagt er. "Weil der Magdeburger Zoo nicht nur Tiere zeigt,sondern ebenso NAtur, ist die Ausstellung hier genau richtig."

Sie ist noch bis Oktober während der Öffnungszeiten des Zoos in dessen Eingangsgebäude zu sehen. "Motofumi Tai hat eine ganz besondere Art, Zoos und Aquarien in Fotos zu dokumentieren- mit Kindern", sagt Zoodirektor Kai Perret. (Volksstimme 25.07.2014)

 

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