Eine Woche lang „tierische“ Bildhauerei im Zoo

Klopfk lopfklopf – klopfklopfklopf. Ungewöhnliche Geräusche dringen an das Ohr des Zoobesuchers in diesen Tagen. Folgt man dem Weg vom Eingang, links an den badenden Tapiren vorbei, fi ndet man im Schatten hoher Bäume seit Montag eine kleine Gruppe von Nachwuchsbildhauern bei der Arbeit. Unter der Anleitung von Andreas Seidel, der auch einen Zeichenkurs im Zoo leitet, und Bildhauerin und Steinmetzin Cathrin Bothmann werkeln sieben Teilnehmer an ihren Skulpturen und Plastiken. „Am Montag sind wir auf der Suche nach Motiven durch den Zoo gewandert“, erklärt Kursleiter Andreas Seidel, „die Kursteilnehmer konnten sich das Tier, das sie porträtieren wollten, frei wählen.“ Man habe Fotos gemacht und Skizzen erstellt. Erst dann ging es an die Materialien. „Wir haben extra einen ganz weichen Kalkstein gewählt, der verzeiht schon mal einen kleinen Fehler“, sagt Bildhauerin Bothmann.

Ausgerüstet mit Fäustel, einer Art Hammer, und verschiedenen Meißeln arbeitet Sarah Bernau an einem liegenden Leoparden. Stück für Stück löst sie die Figur aus dem Stein heraus. „Es ist richtig schwer, eine 3-D-Form zu erstellen.“ „Das Schwierigste ist, am Anfang richtig zu ‚sehen‘. Der erste Schritt ist, die Figur des Tieres vor einem in geometrische Körper einzuteilen“, erklärt Cathrin Bothmann. „Dann geht es nur noch um die richtige Technik, nicht um Kraft.“ Dr. Stefan Naaber hat sich für seine Eulen-Skulptur schon ein Plätzchen im Garten ausgeguckt. „Bei der Eule hat der Gesichtsausdruck einen starken Eindruck auf mich gemacht.“ Stefan Naaber suchte nach einer Auszeit, wollte sich mal auf etwas komplett außerhalb der Arbeit konzentrieren. „Ich hatte immer den Wunsch, mich mal bildhauerisch zu versuchen. Und jetzt gefällt es mir richtig gut“, erzählt er weiter. Seine Vorstellungen darüber, was er schaffen kann, habe er schon längst übertroff en. „Das letzte Mal habe ich so etwas mit Knete gemacht, als ich noch ein Kind war“, sagt Petra Mai. Sie gestaltet ein Nashorn aus Ton. „Das ist nicht irgendein Nashorn, zu diesem Tier habe ich schon lange eine Beziehung. Ich habe es schon sehr oft gemalt.“ Die Figur sei ihr erster Versuch mit Ton. „Ich arbeite lieber so. Macht man bei Stein einen Fehler, ist der nicht so leicht zu reparieren.“ „Die Kunst gehört für mich zum Zoo“, sagt Zoodirektor Kai Perret. Man habe ja bereits seit Längerem den Zoozeichenkurs. „Wir haben im Zoo einige Skulpturen. Den Besuchern gefällt das. Das kann man zum Beispiel an der Pony-Figur sehen, die hat schon ganz blanke Stellen vom vielen Anfassen durch die Besucher.“ Für den nächsten Sommer planen Andreas Seidel und Cathrin Bothmann wieder einen Kurs.

(Quelle: Volksstimme)

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