Hochhäuser in Ziolkowskistraße und am Seeufer bleiben Ärgernis

Der Blick auf das letzte unsanierte Hochhaus am Ufer des Neustädter Sees ärgert die Anwohner seit Jahren. Die Wobau verhandelt aktuell mit „Kollegen“ über die Zukunft des Gebäudes.
Der Blick auf das letzte unsanierte Hochhaus am Ufer des Neustädter Sees ärgert die Anwohner seit Jahren. Die Wobau verhandelt aktuell mit „Kollegen“ über die Zukunft des Gebäudes.

Als „Keimschleuder“ bezeichnet Anwohnerin Sandra Täntzler den leer stehenden Sechzehngeschosser am Neustädter See. Tauben, Ratten, Kakerlaken und anderes Getier fühlen sich dort als Einzige noch wohl. Während alle anderen Hochhäuser im näheren Umfeld teilweise hochwertig saniert worden sind, wohnen in der Hausnummer 10 nur die genannten Tiere. Seit gut einem Jahrzehnt ist das Hochhaus ein Ärgernis für die Stadtteilbewohner und war daher auch Thema bei der Veranstaltung zur Entwicklung in Nord in der vergangenen Woche. Genauso lange übt sich die kommunale Wohnungsbaugesellschaft auch darin, die nach der Zukunft des Gebäudes Fragenden zu vertrösten. So auch auf der Versammlung zur Stadtteilentwicklung. Torsten Prusseit, Leiter der Wohnungswirtschaft bei der Wobau, erklärte, dass er „leider keine Lösung präsentieren kann“. Er sagte lediglich, dass man mit „Kollegen“ in Verhandlungen sei, aber Stillschweigen vereinbart hätte.

Was ungefähr den Stand von vor einem Jahr wiedergibt. Damals sprach Wobau-Chef Heinrich Sonsalla von einem Investor, der den Plattenbau mit seniorengerechten Wohnungen ausstatten wolle. „Das sieht gut aus“, sagte er im vorigen August. Davor war auch schon der Abriss des Hochhauses im Gespräch gewesen. Verständlich also, dass sich Anwohner wie Siegfried Kratz damit nicht abspeisen lassen wollten. „Sie verhandeln doch nicht zehn Jahre lang“, warf er ein. Man habe in der Vergangenheit mit mehreren Interessenten verhandelt, antwortete ihm Torsten Prusseit. Er versicherte außerdem, dass „uns das Gebäude auch stört“. Hätte er einen Zauberstab, würde er es damit in einen vernünftigen Zustand versetzen. „Eine Investition ist aber nicht ohne Risiko. Wir wollen alles richtig machen“, erklärte er. Sonst hätte man schnell eine zweite Ziolkowskistraße. Der dortige Sechzehngeschosser stand ebenfalls im Fokus der Runde. Nach diversen Eigentümerwechseln ist nun ein Bauunternehmer an der Reihe, der bei einer Auktion zu einem deutlich höheren als dem geforderten Preis zugeschlagen hatte, wie der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann erklärte. „Doch seitdem ruht“, nach seiner Aussage, „wieder still der See.“ „Wir haben noch keinen Bauantrag erhalten“, sagte er. Ihm persönlich wäre ein Abriss lieb, da der „Zwilling“, mit dem das Hochhaus einst das Tor zum Stadtteil bildete, bereits verschwunden ist und diese Funktion somit hinfällig ist. Er erklärte außerdem, dass die Stadt das Haus nicht kaufen und abreißen könne. Und für andere sei der Abriss selbst mit Fördermitteln ein teures Unterfangen. „Vielleicht findet sich noch ein Samariter“, hofft der Beigeordnete.

(Quelle: Volksstimme)

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