Vogelgesang: Viele Gründe zu klagen

Stadt prüft erneut Straßenumbenennung / Ersatzweg wird von Gerichtsverfahren verhindert

Am Vogelgesang bleibt es weiter spannend. Während die Verwaltung die Umbenennungspläne für die mittlerweile geteilte Straße neu prüft, ist der als Ersatz gedachte Geh- und Radweg noch immer nicht in Sicht.

 Die Straße Am Vogelgesang ist und bleibt auch nach ihrer endgültigen Schließung ein Streitpunkt. Jahrelang war über genau diese Maßnahme gestritten worden, jetzt wurde sie zugunsten des weiteren Zooausbaus dichtgemacht und sorgt weiterhin für einigen Diskussionsstoff.

Derzeit gibt es zwei Baustellen, die für Ärger sorgen. Ein Streitpunkt speziell bei den direkten Anliegern ist die geplante Umbenennung der nunmehr zweigeteilten Straße. Die Stadt will den südlichen Bereich mit der Zufahrt zu Zooparkplatz und Grundschule in „Vogelgesangstraße“ umbenennen.

Nach Protesten der ansässigen Firmen, die auf die hohen Kosten aufmerksam machten, wenn sie zur Adressänderung gezwungen werden würden (Volksstimme berichtete), hat die Stadt vorerst die Reißleine gezogen. Denn eigentlich sollte der neue Name bereits auf der jüngsten Stadtratssitzung beschlossen werden. Nun wird aber noch einmal geprüft, welcher Teil der Straße umbenannt wird, wie Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra auf Volksstimme-Nachfrage bestätigt.

Kosten werden geprüft

Demnach wurde im Ausschuss für kommunale Rechts- und Bürgerangelegenheiten beschlossen, „die Kostenbelastung für die Anlieger des Nord- und Südabschnittes zu ermitteln und zu berücksichtigen“, wie sie erklärt. Heißt im Klartext: Wen die Umbenennung teurer zu stehen käme, dürfte fein raus sein. Zusätzlich hatte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, Burghard Grupe, sich in einem Gespräch mit Magdeburgs Baubeigeordnetem Dieter Scheidemann für die ansässigen Unternehmen starkgemacht. Im Ergebnis hat die Verwaltung die Drucksache fürs Erste zurückgestellt.

Für kritische Nachfragen sorgt zudem der noch nicht fertiggestellte Geh- und Radweg als Ersatz für die geschlossene Straßenverbindung. Dieser sollte eigentlich bis zur Sperrung fertiggestellt sein und Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung stehen. Doch stattdessen werden sie derzeit durch die Wohngebietsstraßen Wachtelsteig und Aue umgeleitet.

Und aktuell gibt es kein Anzeichen dafür, dass sich das schnell ändern wird: Ein Anlieger klagt gegen den Weg, weil sein Grundstück vom Bau betroffen wäre. Nachdem das Oberverwaltungsgericht im Mai zugunsten von Zoo und Stadt entschieden hatte, geht der Kläger zur nächsten Instanz, wie Kerstin Kinszorra weiter berichtet.

Weitere Klage stoppt Weg

Außerdem gibt es eine weitere Klage gegen das vereinfachte Umlegungsverfahren sowie gegen die Rechtsgültigkeit des Bebauungsplans für die Zooerweiterung.

Bis diese Dinge geklärt sind, kann auch kein neuer Weg gebaut werden. Dies sei beim damaligen Stadtratsbeschluss nicht absehbar gewesen, sodass es jetzt zur Umleitung auf nicht absehbare Zeit kommt, wie Dieter Scheidemann in einer Stellungnahme erklärt. „Der Bauablauf von Africambo II ließ eine weitere Verschiebung der Sperrung der Straße nicht zu“, betont er.

(Quelle: Volksstimme, 05.10.2016)

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