Rummel um Mini-Löwen und ihre „Mutti“

Die Sonne brannte fast so heiß wie in Afrika, als die seltenen weißen Löwenbabys gestern Mittag im Zoo öffentlich getauft wurden. Die Volksstimme mischte sich ins hitzige Gedränge, um Stimmen und Stimmung rund ums Löwengitter einzufangen.

Keinen Beifall bitte, mahnt Zoodirektor Kai Perret. Der öffentliche Termin bedeutet Stress für die niedlichen weißen Löwenbabys. Dicht an dicht drängen sich zahlreiche Besucher vom Kleinkind bis zum Renter um das provisorische Löwengitter auf der Wiese. Jeder will einen Blick und ein Foto mit den knuddeligen Zoo-Stars erhaschen.

Auch die Magdeburgerin Heike Rudhard ist aus dem Häuschen, als die kuschligen Stars des Zoos gestern Mittag bei brennender Sonne fast wie in Afrika mit jeweils einem Tropfen „Rotkäppchen“-Sekt getauft werden. Sie ist Stammgast im Zoo, hat auch die Entwicklung der Löwenzwillinge seit ihrer Geburt Ende April gespannt verfolgt, wie sie am Rande des Trubels erzählt. Während alle Blicke auf die beiden Löwen-Mädchen gerichtet sind, ruft sie Tierpflegerin Julia Forst zu sich an den Rand des Geheges und überreicht ihr einen Strauß Rosen. „Danke Julia“, sagt sie begeistert. „Sie ist für uns die Kulttierpflegerin unseres Zoos. Die Tiere mögen sie sehr - und wir mögen sie auch“, erzählt Heike Rudhard. Auch für sie als Zoofreundin sei es ein besonderer Tag. „Da ist ein Dankeschön, auch für die anderen Pfleger, angebracht“, findet sie. Zum Kultstatus verhalf Julia Forst wohl auch die Tatsache, dass sie die Löwenbabys per Handaufzucht mit der Flasche und sogar bei sich zu Hause durch die schwierige erste Zeit nach der Geburt brachte, als die Sorgen um die Zwillinge und ihren Gesundheitszustand groß waren.

Bald heißt es für die Pflegerin und „ihre“ Löwenkinder aber Abschied nehmen. Julia Forst wird demnächst in die Schweiz zu einem Austausch in einen Zoo gehen, ein Schweizer Kollege kommt dafür nach Magdeburg.

Hier ist die Begeisterung für den Nachwuchs im Löwengehege immer noch groß. Der Zoo-Shop nahm bereits Schlüsselanhänger mit einem Bild der Löwenbabys als Souvenir ins Programm. Gestern Mittag war nur noch ein einziger Anhänger verfügbar.

Ihre Objektive auf die Taufe von „Shaira“ und „Jasiri“ gerichtet haben unterdessen auch Ines und Uwe Bublitz sowie Andreas Wegner vom Olvenstedter Fotoclub. „Die Taufe ist eine schöne Sache. Leider konnten nicht alle das Ereignis richtig sehen, weil um das kleine Gatter zu dichtes Gedränge herrsche“, sagt Wegner. „Aber viele Gäste sind dann recht schnell weitergezogen, so dass wir noch in aller Ruhe ein paar Aufnahmen mit den Löwenbabys machen konnten. So haben wir sicher trotzdem ein paar schöne Löwenmotive im Kasten“, so Hobbyfotografin Ines Bublitz.

Eine Rentnerin ist hingegen entrüstet. „Für uns war durch die vielen Menschen nichts von der Taufe zu sehen“, ärgert sie sich. Die Enkelin ist hingegen nicht wirklich enttäuscht: „Ich konnte nach der Taufe noch die Löwenbabys sehen, das fand ich gut.“ Wer sie bisher nicht gesehen hat: „Shaira“ und „Jasiri“, die derzeit die beliebtesten und meistfotografierten Zoobewohner, können täglich u. a. um 13 Uhr im Schaubereich des Löwenhauses bei der Fütterung beobachtet werden. Übrigens: Paten hat das Geschwister-Duo noch nicht. Wer gegen eine Spende an den Zoo die Patenschaft übernehmen möchte, kann sich noch melden.

(Quelle: Volksstimme: 27.07.2016)

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