Tragödie im Zoo: Affenstreit endet tödlich

Einer der erst kürzlich eingezogenen Blutbrustpaviane verstarb am Sonntag

Einer der fünf neu in den Magdeburger Zoo eingezogenen Blutbrustpaviane starb am Sonntagmittag. Vor den Augen zahlreicher Besucher musste er aus dem Wassergraben gezogen werden. Er wurde offenbar Opfer eines Revierkampfs.

Es ist Sonntagmittag, bei bestem Frühlingswetter besuchen Tausende den Magdeburger Zoo, u.a. auch um die neue Anlage am alten Elefantenhaus anzuschauen. Doch dort passiert gerade ein tragischer Zwischenfall. Einer der dort erst vor wenigen Wochen eingezogenen Blutbrustpaviane treibt tot im Wassergraben. Drei Mitarbeiter des Zoos bergen vor den Augen der Besucher den leblosen Körper.

Zoodirektor Kai Perret erhält kurz danach die Nachricht von dem Vorfall und eilt in den Zoo. Nach Gesprächen vor Ort kristallisiert sich heraus, was geschehen ist. Demnach besteht die fünfköpfige Männchengruppe aus einem Dreier- und einem Zweiergespann. Der „Chef“ der Dreiergruppe hat offenbar den „Chef“ des Duos angegriffen und immer wieder in den Wassergraben getrieben, berichtete der Zoodirektor. Alles sei sehr, sehr schnell gegangen.

Dass das Tier ertrunken ist, sei aber eher unwahrscheinlich, erklärt Perret weiter, weil diese Affenart eigentlich gut schwimmen kann. „Es ist absolut unerklärlich“, sagt er. Ob das Tier doch ertrunken oder womöglich an einem Herzversagen aufgrund des Stresses gestorben ist, müsse nun erst festgestellt werden. Heute wird der Körper dazu an das Veterinäruntersuchungsamt in Stendal geschickt.

„Wir sind sehr bestürzt“

Dass es sich um eine rein männliche Junggesellengruppe handelt, sei völlig normal, so Kai Perret. Auch in der Natur würden die Blutbrustpaviane in dieser Konstellation zusammenleben, bis sich ein „Chef“ herauskristallisiert. Solche Streits seien auch völlig normal, dass sie so tragisch enden, ist aber sehr ungewöhnlich, sagt der Zoochef. Er geht davon aus, dass die verbliebenen Tiere jetzt miteinander auskommen, da der Widersacher nun nicht mehr da ist.

„Es ist alles sehr traurig und wir sind sehr bestürzt über den Vorfall“, erklärte der Zoodirektor gegenüber der Volksstimme.

Die neue Freianlage mit den fünf Affen war erst am 21. März gemeinsam mit dem neuen Zoo-Restaurant offiziell eröffnet worden.

(Quelle: Volksstimme, 04.04.2016)

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Kommentare: 1
  • #1

    Lippelt (Montag, 08 August 2016 13:06)

    Das ist eine Sauerei. Herr Dr. Perret weiß sehr wohl, dass die Art der Tierhaltung mit Strom und Wassergraben schon länger sehr umstritten ist, aus genau diesen Gründen. Tierquälerei.

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