Kosmetik für Musikanten der „Liederstele“

Sanierungsarbeiten am Reliefkubus „Victor Jara“ sollen das Wohnumfeld in Magdeburg-Nord aufwerten

Seit 34 Jahren ist die Skulptur am Schulkomplex Pablo-Neruda-Straße / Salvador- Allende-Straße Wind und Regen ausgesetzt. Und Vandalismus. Stark nachgedunkelt und besonders im oberen Bereich extrem verschmutzt zeigte sich die Plastik der Bildhauerin Ursula Schneider-Schulz vor der Sanierung. Die Arbeiten wurden im März dieses Jahres eingeleitet. Wegen der schwierigen Wettersituation für solche Maßnahmen in den Monaten April und Mai dieses Jahres konnte die Ausbesserung der „Liederstele“, auch bekannt unter dem Namen „Victor Jara“, erst zum Ende des Monats Mai erfolgreich ausgeführt werden, heißt es auf Volksstimme-Nachfrage von Seiten der Stadt. Sogenannter biogener Bewuchs, beispielsweise durch Algen, Flechten und Moose, Krustenbildung und Verschmutzungen hatten die etwa drei Meter hohe Plastik so stark unkenntlich gemacht, dass Passanten sie kaum noch wahrgenommen haben.

Zuerst ging es dem Schmutz, Bewuchs und Graffiti, den Flechten und dem Schwarzschimmel zu Leibe. „Etwa 20 Stellen auf der Oberfläche der Plastik zeigten Erscheinungsbilder von Rostfraß“, heißt es im Schreiben der Stadt. Korrodierte Armierungen mussten ausgebessert und eine Rostschutzbehandlung vorgenommen werden. Risse im Beton mussten außerdem geschlossen, Verluste mittels Steinersatzmasse ergänzt werden. Zum Abschluss wurde ein Graffitischutz aufgebracht. Die Arbeiten führte der Magdeburger Restaurator Dietmar Sauer im Auftrag des Kulturbüros durch, abgestimmt mit Ursula Schneider-Schulz. Die Sanierung kostete insgesamt etwa 3000 Euro. Diese wurden aus Fördermitteln im Rahmen des Städtebauförderprogrammes „Soziale Stadt“ beglichen, wobei Restmittel aus dem Programmjahr 2009 eingesetzt wurden. Neben dem Erhalt der Skulptur diente die Restaurierung vor allem der Aufwertung des Stadtteilumfeldes. Von der Stadt heißt es dazu: „Viele im Stadtteil lebende Bürger identifizieren sich mit den dort aufgestellten Kunstwerken und sehen solche Pflege- und Instandsetzungsmaßnahmen als Verbesserung ihrer Lebensqualität.“ Nach dem Einsatz wurde die Liederstele zudem mit den wichtigsten Informationen beschildert. Das Kunstwerk entstand zwischen 1975 und 1979 im Auftrag des damaligen Rates der Stadt Magdeburg. Zum Thema „Geschichte Chiles“ hat Ursula Schneider-Schulz die „Liederstele“, auch „Viktor Jara“, geschaffen. Der chilenische Sänger Victor Lidio Jara Martinez wurde 1973 während eines Militärputsches gegen die Regierung ermordet. Zu den Opfern der Zeit der Diktatur der faschistischen Junta in Chile zählt auch der Präsident Salvador Allende. Nicht nur wichtige Straßen im Wohngebiet Neustädter See wurden nach ihnen benannt, auch die Skulptur trägt den Namen eines Opfers. Nach der Sanierung, so die Stadt, falle die vorher kaum noch wahrgenommene Plastik wieder in das Blickfeld der Einwohner und Gäste und wecke großes Interesse.

(Quelle: Volksstimme)

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