„Wer die Lösung nicht sucht, kann sie auch nicht finden“

Sie schlichten ab sofort Streitigkeiten an der IGS „Regine Hildebrandt“ (v.l.): Johanna Titigue, Pauline Blin, Vanessa Espinola, Rico Kühne und Niclas Schönegge. Foto: Rebecca Möhlmann
Sie schlichten ab sofort Streitigkeiten an der IGS „Regine Hildebrandt“ (v.l.): Johanna Titigue, Pauline Blin, Vanessa Espinola, Rico Kühne und Niclas Schönegge. Foto: Rebecca Möhlmann

Fünf neue Streitschlichter an IGS „Regine Hildebrandt“ ausgebildet

 

Jeder, der sich schon einmal mit Freund, Nachbar oder Familienmitgliedern gestritten hat, weiß, wie schwierig es ist, im Streit eine Lösung zu fi nden, mit der beide Parteien gut leben können. Um Uneinigkeiten unter den Schülern zu schlichten, gibt es an der IGS „Regine Hildebrandt“ speziell geschulte Streitschlichter. Im Rahmen einer AG bildet ein Team von Schulsozialarbeitern Schülerinnen und Schüler der IGS zu „Streitschlichtern“ aus. Betroffene können sich somit an ihre Mitschüler wenden, um bei einem Konfl ikt Hilfe zu erhalten. In einem Programm von vierzig Schulstunden lernen die Schüler das Schritt-für- Schritt-Prinzip des „Streitschlichtens“: die Streitenden legen ihre Standpunkte dar, versetzen sich in ihr Gegenüber und entwickeln dann mit diesen Erfahrungen gemeinsam eine Lösung. „Man braucht viel Geduld und Zeit für eine Schlichtung“, erklärt Shilan Badal Kheder, Streitschlichterin seit vier Jahren.

Die Schlichtung folgt genauen Regeln: Niemand wird beleidigt. Alles was innerhalb der Streitschlichtung geschieht, ist vertraulich und dringt nicht nach außen. Die Schlichter sind neutral. Die Teilnahme an der Schlichtung erfolgt freiwillig. „Wir geben nie eine konkrete Lösung vor, die Lösung des Problems müssen die Streitenden selbst entwickeln“, sagt Shilan Badal Kheder. Am Ende unterschreiben beide Parteien eine Vereinbarung. „Von den Lehrern kommt oft die Beschwerde, dass sich die Schüler zu wenig sozial einbringen. Da wollte ich zeigen, dass das nicht stimmt“, erklärt Badal Kheder. Das scheinen ihre Mitschüler ähnlich zu sehen, denn am Dienstag wurde bereits zum zweiten Mal eine Gruppe von Streitschlichtern an der IGS ausgezeichnet. Ausgestattet mit T-Shirts und Ausweisen sind künftig fünf zusätzliche Schüler zweimal in der Woche in den Hofpausen im Einsatz. „Ich wollte einfach mal etwas anderes machen, als immer nur Sport-AGs“, erklärt Niclas Schönegge, warum er sich für die Schlichter-AG entschied. Er ist überzeugt von dem Programm und für sich selbst habe er auch etwas gelernt. „Ich weiß jetzt auch, wie man Konfl ikten aus dem Weg geht“, sagt Niclas Schönegge. Die meisten Schüler, die Rat bei dem Team der Streitschlichter suchen, weiß Shilan Badal Kheder aus Erfahrung, seien an einer Problemlösung interessiert. Jeder habe selbst in der Hand, wie sich ein Konfl ikt entwickelt: „Wer keine Lösung finden möchte, der findet sie auch nicht.“

(Quelle: Volksstimme)

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