Soziale Projekte im Stadtteil


Menschen, die Unterstützung brauchen, treffen auf Menschen, die helfen wollen

Direktlinks auf dieser Seite:

Malteser-Stübchen / (WOBAU und Malteser-Hilfsdienst)
MEHRLin - Mehr Lebensqualität in Nord (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung)
Mietertreff / Soziale Beratungsstelle (MWG-Wohnungsgenossenschaft eG Magdeburg)
Nachbarschafts- und Servicezentrum "Kranichhaus" (Volkssolidarität e. V.)
Sozialraumprojekt Neue Neustadt / Neustädter See (IMA Magdeburg gGmbH)
Informationen über aktuelle Beratungs-, Hilfs- und Informationsangebote

Weitere Infos zu sozialen Projekten in der Stadt Magdeburg: www.sozialprojekte-magdeburg.de


Malteser-St
übchen (WOBAU und Malteser-Hilfsdienst)

Nicht nur für die sportlichen Senioren vom Neustädter See ist das Malteser-Stübchen Am Seeufer 9 beliebter Treff und Begegnungsstätte. Vorträge, Spielnachmittag (mittwochs ab 14 Uhr) und Ernährungsberatung locken nicht nur Senioren in das Malteser-Stübchen. Am gemeinsamen Mittagstisch finden Einsame Anschluss. Geöffnet hat das Stübchen Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr und Freitag von 10.30 bis 14.30 Uhr. Weitere Infos unter Telefon (0391) 5 90 55 32.



Silvia Wulff gestaltet mit Anwohnern aus Nord das Programm im „Malteser-Stübchen“.

30.01.2010
Im Malteser-Stübchen wird es auch mal ungemütlich
Begegnungsstätte am Neustädter See will das Stadtteilleben bereichern
Sie recken sich und strecken sich – und alles hört auf Anjas Kommando. Unter Anleitung der 25-Jährigen kann es im Stadtteiltreff mit dem so behaglich klingenden Namen Malteser-Stübchen beim Frühsport auch schon mal recht unangenehm werden. Aber für Fitness und Gesundheit nehmen die Senioren das beim Sport in Nord gern in Kauf. Nach gut 30 Minuten ist das Programm für heute auch geschafft. Im Stübchen wird noch geklatscht und getratscht. Wer hat heute warum gefehlt? Und nicht vergessen, demnächst steht ein Geburtstag in der Sportgruppe an...
Nicht nur für die sportlichen Senioren vom Neustädter See ist das Malteser-Stübchen am Seeufer beliebter Treff und Begegnungsstätte. Vorträge, Spielnachmittag oder Ernährungsberatung locken nicht nur Senioren in den Treff in einer früheren Wohngebietsgaststätte. Am gemeinsamen Mittagstisch finden Einsame Anschluss.
Gute Seele des Hauses ist Silvia Wulff (55) mit viel Humor und großem Herzen. Und immer einem offenen Ohr für die Anliegen und Sorgen ihrer „Schäfchen“. „Manche kommen einfach nur zu uns, weil sie ein Problem beschäftigt und sie jemanden zum Reden suchen, weil sie ganz allein sind. Da ist es an uns, Mut zu machen. Da schauen wir auch nicht auf die Uhr“, sagt Silvia Wulff.
Seit September 2009 gibt es das Malteser-Stübchen. Täglich steht die Begegnungsstätte für alle Interessierten offen. Die Eröffnung geht auf eine Initiative der Wobau zurück. Sie stellt die Räume in ihrem 16-Geschosser Am Seeufer 9 zur Verfügung. Der Malteser-Hilfsdienst als Partner sichert die personelle Betreuung ab. „Wir sind dabei, ein Netz mit den anderen sozialen Einrichtungen und Begegnungsstätten im Stadtteil zu knüpfen. Schließlich wollen wir keine Konkurrenz, sondern eine bestmögliche Angebotspalette, um das Leben im Stadtteil attraktiver und interessanter zu machen“, sagt Oliver Braun von den Maltesern. Für Ideen und Wünsche der Anwohner sei das Stübchen immer offen. „Die Einrichtung soll ja davon leben, dass sich die Menschen aus Nord hier mit einbringen und ihre Ideen umsetzen können.“
Um die Räume am Neustädter See noch attraktiver zu machen, haben die Malteser den Magdeburger Fotoclub 88 mit „ins Boot“ geholt. „Wir haben über 200 Bilderserien mit jeweils zwölf Fotos zu verschiedensten Themen auf Lager, da finden sich auf jeden Fall interessante Motive für Ausstellungen im Malteser-Stübchen“, sagt Fotoclub-Mitglied Heini Kauffold (82). Und das werden garantiert nicht die einzigen Interessanten An- und Einsichten sein, die das Stübchen in Nord bieten wird. Geöffnet ist im Haus Am Seeufer 9 Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr und Freitag von 10.30 bis 14.30 Uhr. Weitere Infos unter Telefon 5 90 55 32.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 30.01.2010)




Pilotprojekt MEHRLin

05.07.2011
Pilotprojekt MEHRLin von Bund und EU gefördert
Zwei Millionen Euro: Hilfe für Jugendliche und Langzeitarbeitslose
Integrierte Sozialarbeit startet zunächst für Region Nord und Buckau

MEHRLin steht für „Mehr Lebensqualität in Nord“; das Projekt bezieht sich auf die Sozialregion Nord
(= Neustädter See, Neustädter Feld, Kannenstieg) und Buckau.

Aufgabengebiete sind u.a. die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen und arbeitslosen Jugendlichen, Betreuung von Familien, Hilfe für Behinderte und Menschen mit Migrationshintergrund

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung fördert das soziale Projekt "MEHRLin" über drei Jahre mit insgesamt 2 Mio. €. Mit dem Projekt sollen sozial Benachteiligte in den nördlichen Stadtteilen und Buckau durch Angebote verschiedener Träger individuell gefördert werden.

"MEHRLin steht für 'mehr Lebensqualität in Nord'", erläutert Magdeburgs Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit Hans-Werner Brüning. "Wir verfolgen hier einen neuen Ansatz der Sozialarbeit: Sozial Benachteiligte sollen maßgeschneidert gefördert werden, die Angebote werden dabei trägerübergreifend 'geschneidert'." Vier Schwerpunkte werden umgesetzt: Beratung zur Berufsbildung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenslagen; besondere geschlechterbezogene Bildungsangebote; Integration behinderter Menschen und sozialintegrative interkulturelle Angebote.

"Die soziale Situation in Magdeburg hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert und zeigt sich in den einzelnen Stadtteilen sehr differenziert", weiß Sozialplaner Dr. Ingo Gottschalk. "Einerseits steigen die Kosten, andererseits sind die Ressourcen begrenzt. Deshalb müssen wir stärker als bisher die Effizienz sozialer Angebote in den Blick nehmen, um mit den verfügbaren Mitteln möglichst viel zu erreichen."

Das neue Modell heißt "Integrierte Sozialarbeit" und wird seit rund einem Jahr im Stadtteil Nord vorangetrieben. Im Mittelpunkt Integrierter Sozialarbeit stehen die ressort-, produkt-, träger- und generationsübergreifende Netzwerkplanung und das Etablieren wirksamer, bedarfsgerechter und wohnortnaher Hilfeangebote und Kooperationsmodelle.

Zielstellung
ist die Verbesserung der Lebenslagen benachteiligter Betroffenengruppen. Dies sind insbesondere:

Alleinerziehende und deren Kinder,
junge Menschen unter 25 Jahren,
Erwachsene über 55 Jahre,
Menschen mit Migrationshintergrund und
behinderte Menschen.

Vordringliche Handlungserfordernisse sind dabei:

  • die systematische Erweiterung der Teilhabe sozial benachteiligter Menschen am gesellschaftlichen Leben

  • die Bewertung der Qualität bisher erbrachter Leistungen und die Steigerung von Effizienz zukünftiger Angebote

  • die Erarbeitung von Vorschlägen für ein an den vorgefundenen Lebenslagen zu orientierendes Leistungsprofil sozialer Arbeit

  • Maßnahmen gegen die Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit bei Familien, Kindern und im Alter

  • die Verstärkung bürgerschaftlichen und nachbarschaftlichen Engagements und

  • der Ausbau einer generationsübergreifenden Infrastruktur mit entsprechenden Angeboten und Leistungen.

Das Projekt MEHRLin - Mehr Lebensqualität in Nord - fußt auf dem integrierten Entwicklungskonzept der Landeshauptstadt Magdeburg für die Stadtteile Neustädter Feld, Kannenstieg und Neustädter See. Als regionales Referenzgebiet soll auch das Exwost-Modellgebiet Buckau einbezogen werden.

Projektbeteiligte sind:
Landeshauptstadt Magdeburg, Stabsstelle für Jugend-, Sozial- und Gesundheitsplanung
SPI Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH
Jobcenter Magdeburg
WOHNUNGSBAUGESELLSCHAFT MAGDEBURG
AWO - fair.leben Integrations- und Heimbetriebe GmbH
OUTLAW GmbH
Integrationsdienst Magdeburg/Stendal
Quartiersmanagement Neustädter Feld
Quartiersmanagement Kannenstieg/Neustädter See
BBI Bildungs- und Beratungsinstitut GmbH
IMA-Institut für Marktwirtschaft GmbH
Evangelische Hoffnungsgemeinde Magdeburg Nord.

Maßnahmen:
Sechs Teilprojekte will das Netzwerk von sozialen und kirchlichen Bildungsträgern im Rahmen von MEHRLin in den nächsten drei Jahren umsetzen:

  1. Entwicklung eines präventiven, stadtteilorientierten Gesundheitskonzeptes für/mit Unternehmen und Wohnbevölkerung

  2. arbeitsweltrelevante Kompetenzen stärken durch technische, gärtnerische und/oder handwerkliche Tätigkeiten in der Kirchgemeinde; generationenübergreifende Begegnungsprojekte organisieren; soziale Kompetenzen stärken

  3. Einrichtung einer Beratungsstelle nach Lebenslagenkonzept; Berufswahlpass/Profilpass für Langzeitarbeitslose entwickeln; Personalbedarf mit Unternehmen klären

  4. Profiling, Arbeitsmarktinfo./Beratung, Sozialberatung; modulare Vermittlung berufsbezogener Kenntnisse; Ausbildungs- und Arbeitsmarktvermittlung; individuelle Betreuung in Ausbildung und Beruf

  5. jugendhilferechtliche und arbeitsmarktpolitische Instrumente verknüpfen durch mobile, niedrigschwellige Beratung; alltagsnahe u. ganzheitliche Einzelfallhilfe; erlebnispädagogische Ansätze; Unterstützung beim Erwerb des Hauptschulabschlusses bzw. Nichtschülerprüfung; Case-Management; Berufswegeplanung; Übergangsbegleitung Schule/Beruf (Verknüpfung mit Exwost Buckau);

  6. Schaffung wohnortnaher Arbeitsplätze u. Beschäftigungsmöglichkeiten; Aufbau eines Gebrauchtwarenhandels

Je nach Stärken u. Schwächen können die Teilnehmer bei jedem Netzwerk-Partner einsteigen, benötigte Kompetenzen erwerben und innerhalb des Netzwerkes ganzheitlich und umfassend fit für den Arbeitsmarkt gemacht, vermittelt und nachhaltig betreut werden.

Koordiniert
wird MEHRLin durch SPI - Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH - die auf vielfältige Erfahrungen aus der Steuerung eines vergleichbaren Projekts in Halle verfügt. SPI-Geschäftsführer Michael Scherschel: "Integration findet immer im sozialen Lebensraum der Menschen statt. Mit dem Projekt "MEHRLin" gibt es nun die Möglichkeit, die für eine umfassende Stadtteilentwicklung noch bestehenden Lücken, insbesondere durch den Aufbau einer effektiven Netzwerkstruktur der vor Ort tätigen Träger, zu schließen."
(Quelle: News vom 04.07.2011 auf www.magdeburg.de ) F.d.R.d.A. - Webmaster Holger Schleef

Ansprechpartner:
Für Rückfragen: Dr. Gottschalk, Stabsstelle Jugendhilfe-, Sozial –und Gesundheitsplanung, Tel.: 0391/5403104
E-Mail: Ingo.Gottschalk@jsgp.magdeburg.de

05.07.2011
Der Stadt Magdeburg stehen in den nächsten drei Jahren zwei Millionen Euro für das Pilotprojekt „Integrierte Sozialarbeit in der Sozialregion Nord“ zur Verfügung. Ein Großteil des Geldes entstammt dem von der EU geförderten Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (BIWAQ).
Magdeburg. „Katastrophal“ nennt Sozialbeigeordneter Hans-Werner Brüning die Situation insbesondere von Langzeitarbeitslosen der Stadt. „Wir haben immer mehr mit den Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit zu kämpfen, weil diese Menschen mit ihren Problemen zu oft alleingelassen sind.“ Besonders betroffen sind Alleinerziehende und deren Kinder, junge Menschen unter 25 Jahren, Erwachsene über 55 Jahre, Behinderte und Menschen mit Migrationshintergrund. 21.000 Bedarfsgemeinschaften (nach SGB 2) gibt es allein in Magdeburg, 14.000 sozial betroffene Kinder, beziffert Brüning. Gezielt müsse endlich gegengesteuert werden, dazu soll das Projekt der „integrierten Sozialarbeit“ beitragen, Hilfe zur Selbsthilfe bieten.

Ziel:
Menschen langfristig wieder ins Berufsleben zu führen und damit ihre Lebensqualität zu verbessern. Maßgeschneidert, wie die Initiatoren betonen. „Wir müssen schauen, welche Voraussetzungen jeder Einzelne hat, und entsprechend Hilfsangebote schaffen“, so Michael Scherschel vom Sozialpädagogischen Institut (SPI). Dabei arbeiten staatliche, private und kirchliche Träger zusammen, betont Brüning. Bereits vorhandene Projekte kommen auf den Prüfstand, werden genutzt, ggf. aktualisiert und auch neue geschaffen.
Da immer mehr Menschen sich im Sozialdschungel nicht mehr zurechtfinden und resignieren, sollen sie „zuhause abgeholt werden“. Es werden Angebote wohnortnah geschaffen, versprechen die Mitstreiter vom Netzwerk.
Auf welchen Wegen das passiert, ist unterschiedlich. So ist die Erfahrung der Hoffnungsgemeinde „Mundpropaganda“, erzählt Pfarrerin Cordula Haase, aber auch die Jobagentur vermittle Kontakte.
Die Outlaw GmbH hat bereits gute Erfahrungen gemacht in der Zusammenarbeit mit Jobcenter und Jugendamt, berichtet Steffen Kröner von der Arbeit in Halle. Man setze aber auch auf Jugendklubs, wo sich mobile Sprechstunden einrichten ließen. „Wir müssen an die Jugendlichen heran, die bereits resigniert und sich von den Jobcentern verabschiedet haben, weil sie mit Sanktionen belegt worden sind.“ 22 Prozent der Jugendlichen in Magdeburg haben einen Hauptschul- oder gar keinen Abschluss, betont Hans- Werner Brüning. Es gibt 13 000 arbeitslose Jugendliche und zudem 4000 hilfsbedürftige, die aufgrund schlechter Bedingungen keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.
Schulungen, Beratungen, aber auch Gesundheitsprojekte werden angestrebt. Dabei werden Erfahrungen aus Halle-Neustadt genutzt, wo 2008 ein BIWAQ-Projekt startete. „Dieses Projekt bietet eine Chance“, so Brüning, „es hat eine neue Qualität.“ Im August 2010 begann die Vorbereitungsphase für das Projekt, im September/Oktober soll die Umsetzung beginnen. Zur Verfügung stehen dafür zwei Millionen Euro (130 000 Euro Bundesmittel, 1,5 Mio. Euro von der EU, restl. Eigenanteil der Stadt).

Mitwirkende sind:
Stadt Magdeburg
SPI (Sozialpädagogisches Institut), Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH
Jobcenter Magdeburg
Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg
AWO
fair.leben Integrations- und Heimbetriebe GmbH
OUTLAW GmbH
Integrationsdienst Magdeburg/Stendal
Quartiersmanagements Neustädter Feld; Kannenstieg/Neustädter See
BBI Bildungs- und Beratungsinstitut GmbH
IMA-Institut für Marktwirtschaft GmbH
Evangelische Hoffnungsgemeinde Nord



Engagieren sich für MEHRLin (von vorn, v.l.): Kathrin Köster (SPI), Katja Richter (AWO fair.leben), Cordula Haase (Pfarrerin Hoffnungsgemeinde), (2. R., v.l.) Sozialplaner Ingo Gottschalk, Steffen Kröner (Outlaw GmbH), Michael Scherschel (SPI), Rolf Kunsch (LMA), (oben v.l.): Thomas Zenker (AWO fair.leben), Sozialbeigeordneter Hans-Werner Brüning und Michael Horstmann (BBI GmbH). Foto und Text von Birgit Ahlert
(Quelle: Volksstimme vom 05.07.2011)

24.06.2010
Pilotprojekt für den Norden Magdeburgs aufgelegt - Stadt will Sozialarbeit effektiv machen

Die Stadt will in den kommenden Jahren die Sozialarbeit in den Stadtteilen effektiver gestalten. Mit dem Pilotprojekt „Integrierte Sozialarbeit in der Sozialregion Nord“ sollen bis 2012 die Basisdaten dafür gewonnen werden.
Magdeburg ist, wie fast alle großen Kommunen, knapp bei Kasse, folglich muss jeder Euro „zweimal umgedreht“ und vor allem effektiv eingesetzt werden. Das haben die Stadträte im vergangenen Jahr im Rahmen eines Beschlusses auch für den Sozialbereich gefordert.
Darauf hat die Verwaltung, speziell das Sozialdezernat, reagiert und ein Pilotprojekt erarbeitet. „Integrierte Sozialarbeit“ ist der Titel, und Magdeburgs Sozialregion Nord soll das Versuchsfeld werden.
Mit dem Projekt will die Stadt, so der Plan, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen soll analysiert werden, ob die zur Verfügung stehenden Gelder auch effektiv eingesetzt werden, zum anderen will man auf die veränderte soziale Situation in den Stadtteilen reagieren.
Als Erstes soll der Ist-Zustand in Sachen Sozialarbeit aufgelistet werden. Dazu wird der Bestand aller zur Verfügung stehenden Beratungs- und Hilfsangebote ermittelt und deren Qualität bewertet. Gleichzeitig wird der Bedarf nach Sozialarbeit analysiert. Schon jetzt weiß man im Sozialdezernat, dass dieser Bedarf in den Stadtteilen unterschiedlich ist. In einem dritten Schritt dann wird eine sogenannte Infrastruktur der Sozialarbeit für die Sozialregion Nord festgelegt. Das heißt, für alle Bedarfsbereiche gibt es dann ein Netzwerk aus Angeboten, was nicht benötigt wird, ist herausgefiltert, die Gelder sind effektiv eingesetzt und soziale Benachteiligungen sind ausgeglichen.
Auf diesem Weg dahin will die Stadt mit allen für Sozialarbeit relevanten Gruppen und Einrichtungen zusammenarbeiten und sie in das Projekt mit einbeziehen. Das heißt, es wird Arbeitsgruppen geben, in denen Sozialverbände ebenso mitarbeiten, wie etwa das ARGE-Jobcenter und das städtische Sozialamt. Gleichzeitig will man auch versuchen, die Betroffenen selbst in das Projekt mit einzubeziehen. Denn speziell die Lebenslagen von Alleinerziehenden und deren Kindern, jungen Menschen unter 25 Jahren, Erwachsenen über 55 Jahren, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderungen sollen verbessert werden.
Neben den Praktikern zieht die Stadt bei diesem Projekt auch die Wissenschaft mit zu Rate. Die entsprechenden Sozial-Fakultäten von Uni und Hochschule sollen ebenfalls in den Arbeits- und Planungsgruppen und bei der Ausarbeitung von Analysen und Konzepten mitarbeiten.
Sozialbeigeordneter Hans-Werner Brüning verspricht sich von dem Projekt grundsätzliche Erkenntnisse, die dann auf alle Stadtteile umgesetzt werden können. Dabei solle es aber nicht nur um den rein finanziellen Aspekt gehen, sondern vor allem auch darum, über eine zielgerichtete und effektive Sozialarbeit die Teilnahme sozialbenachteiligter Menschen am gesellschaftlichen Leben der Stadt zu verbessern und den verschiedenen Armutsgefahren entgegenzuwirken.
Grundsätzlich ist der Stadtrat mit dem Projekt einverstanden, Kritik kam allerdings von den Grünen. Die Sozialregion Nord, immerhin zehn Stadtteile, sei zu groß für ein derartiges Pilotprojekt und man befürchtet, so Stadtrat Thorsten Giefers, dass die Zeit bis 2012 für eine umfassende Analyse nicht ausreichen werde.
Kosten darf das Projekt der Stadt übrigens nichts. Um eine „Kostenneutralität“ zu erreichen, wurde das Sozialdezernat dazu verdonnert, Bundes- und Europa-Fördermitteltöpfe anzuzapfen.
 
Angemerkt
Effektive Sozialarbeit, natürlich, die gibt es, immer dann nämlich, wenn hilft. Effizient, also wirtschaftlich, ist Sozialarbeit wohl nie, denn wie soll sich der wirtschaftliche Nutzen von Sozialarbeit schlüssig messen lassen. Die Sozialwissenschaften gehen da von aus, dass sich Sozialarbeit und Wirtschaftlichkeit gegenseitig ausschließen Die Prozesse in der Sozialarbeit sind viel zu langfristig, als dass ihre Wirtschaftlichkeit gemessen werden könnte. Und Wirtschaftlichkeit verlangt immer nach Gewinnen, Sozialarbeit aber erzeugt „nur“ ideelle Gewinne, etwa bessere Lebensbedingungen. Den Akteuren des Projektes „Integrierte Sozialarbeit“ zu wünschen, dass sie die Balance halten können zwischen dem Spardruck, den die Stadtkasse von Magdeburg verlangt, und den Erfordernissen einer effektiven Sozialarbeit. Regiert nur der Rotstift, wird das Projekt seinem Ziel nicht gerecht – eine effektive und also hilfreiche Sozialarbeit zu schaffen.
Von Peter Ließmann (Quelle: Volksstimme vom 24.06.2010)

20.05.2010
Neue Konzepte für Brennpunkte gesucht
Magdeburger Norden soll soziale Modellregion werden Hintergrund

Neue Konzepte gegen soziale Probleme in Magdeburg verspricht sich der Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning (Die Linke) von einem Modellprogramm in Magdeburg-Nord. Das „Pilotprojekt Integrierte Sozialarbeit“ will die Stadtverwaltung gemeinsam mit sozialen Trägern und Wohlfahrtsverbänden ab diesem Jahr bis 2012 umsetzen. „Heute sind andere Rezepte gefragt als noch vor fünf Jahren“, sagte Brüning dazu. Hauptgrund sei die Langzeitarbeitslosigkeit.
Der von der Stadt schon 2008 vorgelegte Magdeburger Sozialreport zeigte im Norden soziale Brennpunkte wie Neue Neustadt, Kannenstieg und Neustädter See auf. Nun soll hier modellhaft für die ganze Stadt mit neuen Konzepten möglichst wirkungsvoll gegengesteuert werden. Es sei ein „großes Experiment“, räumt der Beigeordnete ein.
Hauptproblem sei auch in der Sozialregion Nord die Langzeitarbeitslosigkeit mit Folgen wie Bedürftigkeit, Familienproblemen oder sozialer Isolation, sagte Brüning: „Wir wollen den Menschen helfen, sich nicht selbst aufzugeben.“
Ein weiteres großes Thema in Nord sei in diesem Zusammenhang die Überschuldung vieler Haushalte, was auch die Wohnungsunternehmen in Form von Mietrückständen zunehmend zu spüren bekämen. Zugleich steht für Brüning der Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit oben auf der Prioritätenliste.
Probleme, die nicht nur im Norden drängen, aber hier nach Brünings Vorstellung beispielhaft mit neuen Rezepten bekämpft werden sollen. Hintergrund: „Wir haben in Magdeburg 4500 arbeitslose Jugendliche“, zählt Brüning etwa auf, „es gibt 22 000 Bedarfsgemeinschaften nach SGB II, mehr als die Hälfte der Neugeborenen in Magdeburg wird in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II geboren.“
Zunächst, so sieht es der vom Sozialdezernat bereits veröffentlichte Programmplan vor, soll nun im Magdeburger Norden mit den Wohlfahrtsverbänden und freien Trägern die soziale Infrastruktur auf den Prüfstand gestellt werden. Jobcenter, Stadtplaner und Wohnungswirtschaft sollen eng einbezogen werden.
Viele gute Ansätze gebe es schon heute. Andere Projekte könnten zielgerichteter ausgelegt werden. Neue Ideen sollen Einzug halten. „Wir wollen die besten Erfahrungen aus der ganzen Stadt bündeln“, sagte Brüning.
Ressort- und Ämtergrenzen dürften keine Schranken mehr bilden. „So kann es sein, dass künftig etwa eine Einrichtung des Jugendamtes Angebote auch für andere Altersklassen macht, wie es ja schon in Magdeburg praktiziert wird“, deutete der Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning im Volksstimme-Gespräch an.
Auch Einrichtungen der Altenhilfe müssten sich für manche Veränderung öffnen. So seien diese bisher meist an Wochenenden geschlossen, obwohl es auch oder gerade da Bedarf an (generationsübergreifenden) Angeboten, Stadtteilkultur und Begegnungsmöglichkeiten gebe, so ein weiteres Beispiel des Beigeordneten.
Themen wie „Gesundheitsförderung und Ernährungsberatung für benachteiligte Menschen“ sind ebenfalls im Handlungsplan des Sozialdezernats erfasst.
Bei allem, so der feste Wille der Stadtverwaltung, dürfe aber für den gebeutelten Haushalt keine zusätzliche finanzielle Belastung entstehen. Nicht zuletzt deshalb wolle man bürgerschaftliches Engagement fördern und viel auf Hilfe zur Selbsthilfe setzen.
Die Sozialregion Nord umfasst die Stadtteile Neue Neustadt, Neustädter See , Kannenstieg, Neustädter Feld, Sülzegrund, Großer Silberberg, Rothensee, Industriehafen, Gewerbegebiet Nord, Barleber See.
Ziel ist es, die Lebenslage zu verbessern für Alleinerziehende und deren Kinder, junge Menschen unter 25 Jahren, Erwachsene über 55 Jahre, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderungen.
Im Stadtrat steht das Pilotprojekt am 27. Mai zur Abstimmung. Der Magdeburger Norden soll per Stadtratsbeschluss zur sozialen Modellregion ausgerufen werden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 20.05.2010)


 

Mietertreff / Soziale Beratungsstelle

Angebote der MWG-Wohnungsgenossenschaft eG Magdeburg
Letzlinger Straße 5
39106 Magdeburg
Telefon: (0391) 56 98-0

Mietertreff
Schrotebogen 28
39126 Magdeburg

Soziale Beratungsstelle
Schrotebogen 12
39126 Magdeburg

20.11.2009
Ein warmes Stübchen gegen soziale Kälte in Nord
Großvermieter setzt in der Großwohnsiedlung auf Sozialarbeit mit vielen kleinen Schritten
Überalterung und die Anonymität der Großwohnsiedlung sind Probleme in Magdeburg-Nord. Mit einem Mietertreff im Zehngeschosser Schrotebogen 28 soll ein Stück mehr Herzlichkeit ins Wohngebiet einziehen und Nachbarschaft belebt werden. Stadtteilmanagerin Jessica Zedler und Thomas Fischbeck, Vorstandssprecher der MWG-Wohnungsgenossenschaft, schnitten mit Kindern der Kita „Bördebogen – Am Neustädter See“ gestern das symbolische Band zur Eröffnung durch.
„Soziales Engagement“ soll in Nord keine Luftblase sein. MWG-Vorstand Fischbeck: „Mit dem Mietertreff möchten wir einen weiteren Beitrag zur Förderung des sozialen Miteinanders und des bürgerschaftlichen Engagements leisten. Kommunikation und Begegnung spielen beim Kampf gegen soziale Isolation eine entscheidende Rolle.“ Räume im Erdgeschoss des zehnstöckigen Hochhauses am Schrotebogen wurden deshalb zum Treffpunkt umgestaltet.
Ein regelmäßiges Frauenfrühstück, Handarbeitstreffs, ein Info-Café mit Vorträgen oder Fragerunden mit Experten zu den verschiedensten Themen möchten die Sozialarbeiterinnen Annett Schmidt und Nadine Pfeifer zum Beispiel künftig anbieten. Doch das Programm können die Anwohner mit eigenen Ideen und Initiativen auch gern selbst in die Hand nehmen. „Feste Öffnungszeiten sind zunächst dienstags von 15 bis 18 Uhr vorgesehen“, sagte Schmidt. Für Magdeburgs größte Wohnungsgenossenschaft ein „Mosaikstein“, um die Siedlung angesichts sozialer Probleme und der Überalterung fit für die Zukunft zu machen, erklärte Fischbeck: „Mit der Kindereinrichtung ,Bördebogen‘, eine Integrative Einrichtung des Paritätischen Integrativen Netzwerks, unterhalten wir eine Patenschaft. Im Schrotebogen 12 haben wir gemeinsam mit der AWO als Partner eine soziale Beratungsstelle eingerichtet. Ebenfalls im Schrotebogen 12 befindet sich die Begegnungsstätte der Volkssolidarität. An mehreren Standorten in Nord hat die MWG Objekte für das betreute Wohnen des AWO-Verbunds Erziehungshilfen bereitgestellt.“ Die Genossenschaft wolle nicht nur in Nord ihren Einsatz für Sozialprojekte ausbauen. „Da können Sie von uns noch einiges erwarten“, deutete Fischbeck zunächst nur an.
Ähnliche Ansätze verfolgt die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Wobau, die erst kürzlich ebenfalls in Nord eine Begegnungsstätte einrichtete. Am Seeufer wurde gemeinsam mit dem Malteser-Hilfsdienst das „Malteserstübchen“ als Treffpunkt für die Anwohner eröffnet. Wir-Gefühl und Nachbarschaftshilfe werden auch hier großgeschrieben.
In Nord plant die MWG derweil auch baulich weitere Investitionen. „Wir bereiten den Anbau von Aufzügen und die ebenerdige Gestaltung der Zugänge in einer Reihe von Objekten vor“, sagte Vorstand Fischbeck. Konkret geht es laut Fischbeck um die Objekte Schrotebogen 4, 25, 26 und 27, Lumumbastraße 1, 3, 4, 5, 9, 10 und 20, Bördebogen 6, 7, 8 und 9 sowie Hanns-Eisler-Platz 6 und 7. „Wir wollen Geld aufbringen, um die Zehngeschosser in Nord weiter zu verbessern und so zu gestalten, dass auch betagte Menschen so lange wie möglich hier wohnen bleiben können.“ Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 18.11.2009)



Stadtteilmanagerin Jessica Zedler und MWG-Vorstandssprecher Thomas Fischbeck eröffnen hier mit Kindern der Kita „Bördebogen – Am Neustädter See“ einen Mietertreff im Schrotebogen 28. Foto: R. Richter


 

Nachbarschafts- und Servicezentrum "Kranichhaus" (Volkssolidarität e. V.)

Das Nachbarschaftszentrum - ein Ort für soziale Kontakte, Kultur und Alltagshilfe.All das finden die Besucher im Nachbarschaftszentrum im Schrotebogen 12, dem  Kranichhaus. Sportkurse, Bildungsangebote, Vorträge, Infos zu Gesundheitsthemen, aber auch Kreativnachmittage oder Feste stehen auf dem Programm. Der absolute Renner ist der wöchentliche Bingo-Nachmittag am Donnerstag ab 13 Uhr. Jeden Mittag treffen sich hier Stadtteilbewohner zum gemeinsamen Mittagstisch. Die 26 Ortsgruppen haben hier auch ihr Domizil. Das Besondere am Nachbarschaftszentrum ist die Kofinanzierung durch Stadt, Wohnungsgenossenschaft und Volkssolidarität. Das Kranichhaus hat von Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr sowie am Freitag bis 14 Uhr geöffnet.

Volkssolidarität e. V. / Stadtverband Magdeburg
Schrotebogen 12
39126 Magdeburg

Telefon: (0391) 2 52 92 80
Fax: (0391) 6 08 86 12 09

30.09.2009
Seit zehn Jahren „zweites Zuhause“ für Senioren
Jubiläumsfest gestern im Nachbarschaftszentrum der Volkssolidarität in Nord
Neue Freunde oder große Liebe – im Nachbarschaftszentrum der Volkssolidarität im Schrotebogen 12 hat es das alles schon gegeben. Vor zehn Jahren eröffnete die Begegnungsstätte für Senioren in Nord. Und das mit einem damals einzigartigen Modell der Finanzierung und Zusammenarbeit von Stadt, Wohlfahrtsverband und Wohnungswirtschaft, das heute gefragter denn je ist. Zum zehnten Geburtstag schunkelten und feierten Besucher und Mitarbeiter bei Stimmungsmusik, Kuchen und Sekt im Stadtteiltreffpunkt.
Für Kathrin Gandre, Sozialarbeiterin der Volkssolidarität, war es ein ganz besonderer Tag: „Ich habe hier vor zehn Jahren die Möbel mit reingeräumt“, erzählte die heutige Leiterin des Alten- und Service-Zentrums Olvenstedt. Die ersten Besucher ließen nicht lange auf sich warten „Der Laden hat von Anfang an ,gebrummt‘“, erinnert sich Gandre. „Schließlich gab es hier in Nord zuvor auch keine Begegnungsstätte und keine Angebote für Senioren.“
Ein Umstand, den auch die MWG-Wohnungsgenossenschaft erkannte. Sie hatte damals den Ball ins Rollen gebracht, die Volkssolidarität nahm ihn auf. Und die Stadt ward bald Dritter im Bunde. „Das Besondere am Nachbarschaftszentrum hier im Schrotebogen 12 ist die Kofinanzierung durch Stadt, Wohnungsgenossenschaft und Volkssolidarität“, erklärt Kathrin Gandre. Ein Modell mit Zukunft sei das angesichts der alternden Bevölkerung allemal. Und die Wohnungsunternehmen greifen es inzwischen auch in weiteren Vierteln auf. So sollen Mieter ans Wohngebiet gebunden, andererseits ein Ort für soziale Kontakte, Kultur und Alltagshilfe geschaffen werden.
All das finden die Besucher auch montags bis freitags im Nachbarschaftszentrum im Schrotebogen 12, dem so genannten „Kranichhaus“. Sportkurse, Bildungsangebote, Vorträge, Infos zu Gesundheitsthemen, aber auch Kreativnachmittage oder Feste stehen auf dem Programm. Laut Volkssolidarität zählte der Treff in diesem Jahr bereits 10 000 Besucher. „Der absolute ,Renner‘ ist unser wöchentlicher Bingo-Nachmittag am Donnerstag ab 13 Uhr“, erzählt Wrobel. Dem fieberten viele Besucher schon immer regelrecht entgegen.
Doch viele ältere Menschen aus Nord freuen sich allein über die Geselligkeit und einen Schwatz unter Nachbarn: „Jeden Mittag treffen sich hier zum Beispiel Stadtteilbewohner zum gemeinsamen Mittagstisch“, erzählt Leiterin Monika Wrobel. Viele neue Freundschaften seien so schon entstanden. „Und ein Paar hat sich sogar hier kennen gelernt und ist inzwischen seit einigen Jahren verheiratet.“ Ursula Goldstein, Vorsitzende der Ortsgruppe 257 der Volkssolidarität, „verguckte“ sich hier in ihren Helmut, der inzwischen auch als Kassenwart in der Ortsgruppe das Sagen über die Finanzen hat. Apropos Ortsgruppen: Die haben im Nachbarschaftszentrum auch ihr Domizil. „Wir haben in unserem Einzugsbereich immerhin rekordverdächtige 26 Ortsgruppen“, sagt Monika Wrobel. Zum Vergleich: In Olvenstedt sind es laut Kathrin Gandre, die dort in der Altenarbeit der Volkssolidarität aktiv ist, nur fünf ...
Dafür brachte der Seniorenchor aus dem ASZ Olvenstedt gestern stimmgewaltig ein Geburtstagsständchen für das Nachbarschaftszentrum in Nord. Jochen Rechtenbach, Geschäftsführer des Regionalverbandes der Volkssolidarität, und Thomas Fischbeck, Vorstand der MWG, gehörten auch zu den Gratulanten. Aber die Senioren aus Nord dachten auch an andere, die Hilfe benötigen: Auf dem Kuchenbasar, für den viele ehrenamtliche Helfer fleißig gebacken hatten, wurde Geld für die Kindertagesstätte an der Abendstraße in Neue Neustadt gesammelt. Mit dem Erlös soll eine Weihnachtsaktion für Kinder aus sozial schwachen Familien auf die Beine gestellt werden.
Helfen und helfen lassen, Gemeinsamkeit statt Einsamkeit, das sollen derweil auch in den nächsten zehn Jahren die Schlagworte im Nachbarschaftszentrum im Schrotebogen 12 sein. Nicht zu vergessen die neuen Kontakte und Freundschaften, die hier auch weiterhin rege geknüpft werden sollen. Und wer weiß, wer hier noch alles die große Liebe findet ... Tel. 2 52 92 80. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 30.09.2009)


Sozialraumprojekt Neue Neustadt / Neustädter See
(IMA Magdeburg gGmbH)

2012 - 2. Auflage der Stadtteilchronik in Arbeit
Die Mitarbeiter des Sozialraumprojektes Nord arbeiten auch nach dem Erscheinen der Stadtteilchronik weiter an der Geschichte des Stadtteiles. In den letzten Monaten stellten Bewohnerinnen und Bewohner neues, interessantes Material zur Verfügung.
Unser Ziel ist es, im Jahr 2013 zum 40. Geburtstag des Wohngebietes eine 2. Aufage der Chronik zu präsentieren. Dabei soll es sich um eine Chronik für beide Stadtteile handeln.
Vorallem möchten wir hauptsächlich mit Materialien der Bewohner arbeiten. Die Identität eines Stadtteiles liegt in den Menschen, welche hier leben. Wir wollen versuchen, diese Identität in die Stadtteilgeschichte zu transportieren.
Unterstützen Sie uns! Wir suchen Bilder, Unterlagen oder interessante Geschichten aus dem Kannenstieg und vom Neustädter See. Kontakt zu uns erhalten Sie über den Infotreff “Am Seeufer 8” und über das Stadtteilbüro “Im Brunnenhof 9”. Marcel Härtel, Mitarbeiter Sozialraumprojekt Neustädter See

13.08.2011
Mensch der Woche:
Andreas Lenz - Der Modellbauer des Sees

Neustädter See (sar). Andreas Lenz baut seit Januar im Alleingang an einem detaillierten Modell des Stadtteils Neustädter See. Am Montag präsentierte er die erste von sieben geplanten Holzplatten, auf denen Hochhäuser, Einkaufsmärkte, Plattenbauten und Kindergärten zu erkennen sind. „Die aufwendigste Arbeit ist die vielen Fenster auszusägen“, sagt der 60-Jährige, der vor acht Jahren aus Russland nach Deutschland kam. „Ich habe aus Spaß immer schon Modelle gebaut, da habe ich bei dem Angebot, das Stadtteilmodell zu bauen, nicht gezögert“, so Lenz. (Quelle: Volksstimme vom 13.08.2011)



Andreas Lenz baut ein Modell des Stadtteils Neustädter See.

11.08.2011
Ein ganzes Viertel entsteht Platte für Platte als ein Stadtteilmodell
Andreas Lenz baut im Rahmen des Sozialraumprojekts „Neue Neustadt/Neustädter See“
Im Rahmen eines Sozialprojekts entsteht derzeit ein Modell des Stadtteils Neustädter See. Andreas Lenz hat in sechs Monaten die erste von sieben geplanten Platten fertig- und am Montag vorgestellt.
Trotz seines deutschen Namens kam Andreas Lenz erst vor acht Jahren aus Russland nach Deutschland. Als Elektriker fand er hier jedoch keine Stelle und landete in der Arbeitslosigkeit. Als das Angebot des Jobcenters kam, aus seinem Hobby, dem Modellbau, zumindest vorübergehend eine Beschäftigung zu machen, zögerte er nicht lange.
Am Montag wurde die neue Runde des Sozialraumprojekts „Neue Neustadt/Neustädter See“ offiziell eingeläutet. In dessen Rahmen arbeitet Andreas Lenz seit einem halben Jahr an einem detailgetreuen Modell des Stadtteils Neustädter See. Den ersten von sieben geplanten Teilen stellte er nun bei der Projekteröffnung vor. Auf der großen Platte erkennt man die Zehngeschosser an der Straße Am Brunnenhof, ebenso wie die Kita Bördebogen und den Jugendtreff „Oase“.
„Dort bastele ich auch an meinem Modell“, erklärt er und zeigt auf eine kleine Tür, „hier kann man mir beim Sägen und Kleben über die Schulter schauen.“ Die Aufgabe erscheint gewaltig, muss er doch alleine für die Platten bauten hunderte winzige Fenster aussägen. „Im Moment grüble ich darüber, wie ich die Hochhäuser am Seeufer angehe“, erzählt er. Hat man erst einmal einen Prototyp fertig, ginge es leichter.Am Anfang hatte er noch einen Mitstreiter, inzwischen baut er alleine das Viertel auf. „Doch es macht mir Spaß und ich fände es sehr schade, wenn im Dezember Schluss damit wäre“, sagt er. Denn das Projekt läuft zunächst nur für sechs Monate. Von Stefan Harter (Quelle: Volksstimme vom 11.08.2011)



Andreas Lenz steht vor dem ersten Teil seines Stadtteilmodells vom Neustädter See, das er derzeit im Rahmen des Sozialraumprojekts „Neue Neustadt/Neustädter See“ anfertigt. Sechs weitere Teile sind geplant.
Foto: S. Harter

09.08.2011
Offizieller Start für Sozialraumprojekt „Neue Neustadt/Neustädter See“
Ring frei für neue Runde im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit

Das Sozialraumprojekt „Neue Neustadt/Neustädter See“ geht in die nächste Runde. Gestern gab Magdeburgs Sozialbeigeordneter Hans Werner Brüning den offiziellen Startschuss. 40 Langzeitarbeitslose erhalten dabei für sechs Monate durch Projektarbeit eine berufliche Perspektive.
Neue Neustadt/Neustädter See. Mit „Ring frei zur nächsten Runde“ eröffnet Rolf Kunsch, Leiter des Instituts für Marktwirtschaft, in Anlehnung an seine Funktion als Ansager im Boxring, die nächste Projektetappe. Denn bereits seit 2009 betreut er mit seinen Mitarbeitern soziale Projekte in Neue Neustadt und am Neustädter See.Vor Kurzem gingen die Einzelprojekte „Leben mit SINN“ und „SAMAMIGA“ zu Ende, jetzt wurden die beiden Stadtteile zu einem Projekt zusammengefasst.
Bereits seit 1. Juni finden 40 Langzeitarbeitslose hier wieder eine Beschäftigung. Tatjana Knochenhauer ist ein alter Hase, sie betreut seit 2009 die Besucher des Info- und Kulturzentrums in der Bremer Straße. Diese kommen eigentlich dort hin, um sich bei Bewerbungen helfen zu lassen. Doch dabei bleibt es nicht. „Nach dem Schreiben sitzt man oft noch eine Stunde beisammen und hört sich die Probleme der Menschen an.Vielen fehlt einfach jemand, mit dem sie reden können“, erzählt sie. „Ich bin gerne für die Leute der Kummerkasten“, sagt
die lebensfrohe Frau.
Marcel Härtel hat für sich eine ganz andere Aufgabe im Rahmen des Projekts gefunden, die ihm so sehr liegt, dass er sie sogar nach dessen eventuellem Ende weiterführen möchte. Denn die aktuelle Runde des Sozialraumprojekts läuft nur sechs Monate, dann muss das Sozialamt erneut entscheiden, ob und wie es weitergeht. Eine Chronik zur bald 40-jährigen Geschichte des Stadtteils Neustädter See will Marcel Härtel aber auf jeden Fall fertigstellen. Diese soll aber keine bloße Zusammenstellung von alten Zeitungsartikeln sein, sondern zu 85 Prozent aus den Erinnerungen und Andenken der Stadtteilbewohner selbst bestehen. „Ich habe gerade erst über 60 Seiten Material von einer Anwohnerin bekommen“, erzählt er. „Darin steht zum Beispiel sogar, wie die erste Familie, die 1973 in den neuen Stadtteil zog, hieß. Bis 2013 möchte ich die Chronik schreiben“, hat er sich ehrgeizig vorgenommen.
Außer diesen beiden Projekten gibt es u. a. in beiden Wohngebieten Stadtteilreporter, die das aktuelle Geschehen im Quartier dokumentieren, ein Tauschhaus, in dem von der Winterjacke bis zum Eierbecher alles getauscht werden kann, eine Theatergruppe sowie andere soziale und kulturelle Angebote für die Anwohner der Viertel. „11500 Besucher konnte das Info- und Kulturzentrum im vergangenen Jahr verzeichnen“, erklärt Rolf Kunsch stolz.
Das Sozialraumprojekt „Neue Neustadt/Neustädter See“ wird durch das Sozialamt der Stadt und das Jobcenter Magdeburg gefördert. Ziel ist es, die Teilnehmer wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen.Von den 60 Männern und Frauen der vorangegangenen Projektrunde fanden nach deren Abschluss 17 eine neue Beschäftigung. „Mit dieser Quote liegt der Integrationserfolg der Maßnahme über dem Durchschnitt“, zeigte Hans-Werner Brüning seine Anerkennung für das Projekt. Von Stefan Harter
(Quelle: Volksstimme vom 09.08.2011)



Tatjana Knochenhauer ist seit 2009 „Kummerkasten“ für die Neue Neustädter. Sie hilft ihnen z. B. bei Bewerbungen und hört sich ihre Alltagssorgen ab. Auch sie ist Teilnehmerin im Sozialraumprojekt.




Marcel Härtel will bis 2013 eine umfassende Chronik für den Stadtteil Neustädter See verfassen. Er startete im Februar im Sozialprojekt.

30.07.2011
Volksstimme-Mensch der Woche:
Marcel Härtel - Er will Nord auf Trab bringen

Marcel Härtel will im Norden einiges in Bewegung bringen. Der Magdeburger engagiert sich ehrenamtlich im Viertel und war Ideengeber für einen Stadtteillauf für Kinder und Jugendliche am Neustädter See. Obwohl viele Horte und Kindergärten teils kurzfristig absagten und nur 20 Starter über die Seepromenade flitzten, ließ Marcel Härtel den Kopf nicht hängen. Demnächst will er mit seinen Mitstreitern aus dem Bürgerverein und der AG Gemeinwesen ein Fußballturnier aufziehen und eine Bowlingmeisterschaft in Nord organisieren.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 30.07.2011)



Marcel Härtel
 

 

 




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