Malteser-Stübchen
(WOBAU und Malteser-Hilfsdienst) Nicht nur für
die sportlichen Senioren vom Neustädter See ist das Malteser-Stübchen Am
Seeufer 9 beliebter Treff und Begegnungsstätte. Vorträge, Spielnachmittag
(mittwochs ab 14 Uhr) und Ernährungsberatung locken nicht nur Senioren in das
Malteser-Stübchen. Am gemeinsamen Mittagstisch finden Einsame Anschluss.
Geöffnet hat das Stübchen Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr und Freitag
von 10.30 bis 14.30 Uhr. Weitere Infos unter Telefon (0391) 5 90 55 32.
Silvia Wulff gestaltet mit Anwohnern aus Nord das Programm im
„Malteser-Stübchen“.
30.01.2010
Im Malteser-Stübchen wird es auch mal ungemütlich
Begegnungsstätte am Neustädter See will das Stadtteilleben bereichern
Sie recken sich und strecken sich – und alles hört auf Anjas Kommando. Unter
Anleitung der 25-Jährigen kann es im Stadtteiltreff mit dem so behaglich
klingenden Namen Malteser-Stübchen beim Frühsport auch schon mal recht
unangenehm werden. Aber für Fitness und Gesundheit nehmen die Senioren das beim
Sport in Nord gern in Kauf. Nach gut 30 Minuten ist das Programm für heute auch
geschafft. Im Stübchen wird noch geklatscht und getratscht. Wer hat heute warum
gefehlt? Und nicht vergessen, demnächst steht ein Geburtstag in der Sportgruppe
an...
Nicht nur für die sportlichen Senioren vom Neustädter See ist das
Malteser-Stübchen am Seeufer beliebter Treff und Begegnungsstätte. Vorträge,
Spielnachmittag oder Ernährungsberatung locken nicht nur Senioren in den Treff
in einer früheren Wohngebietsgaststätte. Am gemeinsamen Mittagstisch finden
Einsame Anschluss.
Gute Seele des Hauses ist Silvia Wulff (55) mit viel Humor und großem Herzen.
Und immer einem offenen Ohr für die Anliegen und Sorgen ihrer „Schäfchen“.
„Manche kommen einfach nur zu uns, weil sie ein Problem beschäftigt und sie
jemanden zum Reden suchen, weil sie ganz allein sind. Da ist es an uns, Mut zu
machen. Da schauen wir auch nicht auf die Uhr“, sagt Silvia Wulff.
Seit September 2009 gibt es das Malteser-Stübchen. Täglich steht die
Begegnungsstätte für alle Interessierten offen. Die Eröffnung geht auf eine
Initiative der Wobau zurück. Sie stellt die Räume in ihrem 16-Geschosser Am
Seeufer 9 zur Verfügung. Der Malteser-Hilfsdienst als Partner sichert die
personelle Betreuung ab. „Wir sind dabei, ein Netz mit den anderen sozialen
Einrichtungen und Begegnungsstätten im Stadtteil zu knüpfen. Schließlich wollen
wir keine Konkurrenz, sondern eine bestmögliche Angebotspalette, um das Leben im
Stadtteil attraktiver und interessanter zu machen“, sagt Oliver Braun von den
Maltesern. Für Ideen und Wünsche der Anwohner sei das Stübchen immer offen. „Die
Einrichtung soll ja davon leben, dass sich die Menschen aus Nord hier mit
einbringen und ihre Ideen umsetzen können.“
Um die Räume am Neustädter See noch attraktiver zu machen, haben die Malteser
den Magdeburger Fotoclub 88 mit „ins Boot“ geholt. „Wir haben über 200
Bilderserien mit jeweils zwölf Fotos zu verschiedensten Themen auf Lager, da
finden sich auf jeden Fall interessante Motive für Ausstellungen im
Malteser-Stübchen“, sagt Fotoclub-Mitglied Heini Kauffold (82). Und das werden
garantiert nicht die einzigen Interessanten An- und Einsichten sein, die das
Stübchen in Nord bieten wird. Geöffnet ist im Haus Am Seeufer 9 Montag bis
Donnerstag von 10 bis 16 Uhr und Freitag von 10.30 bis 14.30 Uhr. Weitere Infos
unter Telefon 5 90 55 32.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 30.01.2010)
Pilotprojekt MEHRLin
05.07.2011
Pilotprojekt MEHRLin von Bund und EU gefördert
Zwei Millionen Euro: Hilfe für Jugendliche und Langzeitarbeitslose
Integrierte Sozialarbeit startet zunächst für Region Nord und Buckau
MEHRLin steht für „Mehr Lebensqualität in Nord“; das Projekt bezieht sich auf
die Sozialregion Nord
(= Neustädter See, Neustädter Feld, Kannenstieg) und Buckau.
Aufgabengebiete sind u.a. die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen
und arbeitslosen Jugendlichen, Betreuung von Familien, Hilfe für Behinderte und
Menschen mit Migrationshintergrund
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung fördert das soziale
Projekt "MEHRLin" über drei Jahre mit insgesamt 2 Mio. €. Mit dem Projekt sollen
sozial Benachteiligte in den nördlichen Stadtteilen und Buckau durch Angebote
verschiedener Träger individuell gefördert werden.
"MEHRLin steht für 'mehr Lebensqualität in Nord'", erläutert Magdeburgs
Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit Hans-Werner Brüning. "Wir
verfolgen hier einen neuen Ansatz der Sozialarbeit: Sozial Benachteiligte sollen
maßgeschneidert gefördert werden, die Angebote werden dabei trägerübergreifend
'geschneidert'." Vier Schwerpunkte werden umgesetzt: Beratung zur Berufsbildung
unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenslagen; besondere
geschlechterbezogene Bildungsangebote; Integration behinderter Menschen und
sozialintegrative interkulturelle Angebote.
"Die soziale Situation in Magdeburg hat sich in den vergangenen Jahren spürbar
verändert und zeigt sich in den einzelnen Stadtteilen sehr differenziert", weiß
Sozialplaner Dr. Ingo Gottschalk. "Einerseits steigen die Kosten, andererseits
sind die Ressourcen begrenzt. Deshalb müssen wir stärker als bisher die
Effizienz sozialer Angebote in den Blick nehmen, um mit den verfügbaren Mitteln
möglichst viel zu erreichen."
Das neue Modell heißt "Integrierte Sozialarbeit" und wird seit rund einem Jahr
im Stadtteil Nord vorangetrieben. Im Mittelpunkt Integrierter Sozialarbeit
stehen die ressort-, produkt-, träger- und generationsübergreifende
Netzwerkplanung und das Etablieren wirksamer, bedarfsgerechter und wohnortnaher
Hilfeangebote und Kooperationsmodelle.
Zielstellung
ist die Verbesserung der Lebenslagen benachteiligter Betroffenengruppen.
Dies sind insbesondere:
Alleinerziehende und deren Kinder,
junge Menschen unter 25 Jahren,
Erwachsene über 55 Jahre,
Menschen mit Migrationshintergrund und
behinderte Menschen.
Vordringliche Handlungserfordernisse sind dabei:
die systematische Erweiterung der Teilhabe sozial benachteiligter Menschen am
gesellschaftlichen Leben
die Bewertung der Qualität bisher erbrachter Leistungen und die Steigerung von
Effizienz zukünftiger Angebote
die Erarbeitung von Vorschlägen für ein an den vorgefundenen Lebenslagen zu
orientierendes Leistungsprofil sozialer Arbeit
Maßnahmen gegen die Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit bei Familien, Kindern
und im Alter
die Verstärkung bürgerschaftlichen und nachbarschaftlichen Engagements und
der Ausbau einer generationsübergreifenden Infrastruktur mit entsprechenden
Angeboten und Leistungen.
Das Projekt MEHRLin - Mehr Lebensqualität in Nord - fußt auf dem integrierten
Entwicklungskonzept der Landeshauptstadt Magdeburg für die Stadtteile Neustädter
Feld, Kannenstieg und Neustädter See. Als regionales Referenzgebiet soll auch
das Exwost-Modellgebiet Buckau einbezogen werden.
Projektbeteiligte sind:
Landeshauptstadt Magdeburg, Stabsstelle für Jugend-, Sozial- und
Gesundheitsplanung
SPI Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH
Jobcenter Magdeburg
WOHNUNGSBAUGESELLSCHAFT MAGDEBURG
AWO - fair.leben Integrations- und Heimbetriebe GmbH
OUTLAW GmbH
Integrationsdienst Magdeburg/Stendal
Quartiersmanagement Neustädter Feld
Quartiersmanagement Kannenstieg/Neustädter See
BBI Bildungs- und Beratungsinstitut GmbH
IMA-Institut für Marktwirtschaft GmbH
Evangelische Hoffnungsgemeinde Magdeburg Nord.
Maßnahmen:
Sechs Teilprojekte will das Netzwerk von sozialen und kirchlichen
Bildungsträgern im Rahmen von MEHRLin in den nächsten drei Jahren umsetzen:
Entwicklung eines präventiven, stadtteilorientierten Gesundheitskonzeptes
für/mit Unternehmen und Wohnbevölkerung
arbeitsweltrelevante Kompetenzen stärken durch technische, gärtnerische und/oder
handwerkliche Tätigkeiten in der Kirchgemeinde; generationenübergreifende
Begegnungsprojekte organisieren; soziale Kompetenzen stärken
Einrichtung einer Beratungsstelle nach Lebenslagenkonzept;
Berufswahlpass/Profilpass für Langzeitarbeitslose entwickeln; Personalbedarf mit
Unternehmen klären
Profiling, Arbeitsmarktinfo./Beratung, Sozialberatung; modulare Vermittlung
berufsbezogener Kenntnisse; Ausbildungs- und Arbeitsmarktvermittlung;
individuelle Betreuung in Ausbildung und Beruf
jugendhilferechtliche und arbeitsmarktpolitische Instrumente verknüpfen durch
mobile, niedrigschwellige Beratung; alltagsnahe u. ganzheitliche
Einzelfallhilfe; erlebnispädagogische Ansätze; Unterstützung beim Erwerb des
Hauptschulabschlusses bzw. Nichtschülerprüfung; Case-Management;
Berufswegeplanung; Übergangsbegleitung Schule/Beruf (Verknüpfung mit Exwost
Buckau);
Schaffung wohnortnaher Arbeitsplätze u. Beschäftigungsmöglichkeiten; Aufbau
eines Gebrauchtwarenhandels
Je nach Stärken u. Schwächen können die Teilnehmer bei jedem Netzwerk-Partner
einsteigen, benötigte Kompetenzen erwerben und innerhalb des Netzwerkes
ganzheitlich und umfassend fit für den Arbeitsmarkt gemacht, vermittelt und
nachhaltig betreut werden.
Koordiniert
wird MEHRLin durch SPI - Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft
mbH - die auf vielfältige Erfahrungen aus der Steuerung eines vergleichbaren
Projekts in Halle verfügt. SPI-Geschäftsführer Michael Scherschel: "Integration
findet immer im sozialen Lebensraum der Menschen statt. Mit dem Projekt
"MEHRLin" gibt es nun die Möglichkeit, die für eine umfassende
Stadtteilentwicklung noch bestehenden Lücken, insbesondere durch den Aufbau
einer effektiven Netzwerkstruktur der vor Ort tätigen Träger, zu schließen."
(Quelle: News vom 04.07.2011 auf
www.magdeburg.de) F.d.R.d.A. - Webmaster Holger Schleef
Ansprechpartner:
Für Rückfragen: Dr. Gottschalk, Stabsstelle Jugendhilfe-, Sozial –und
Gesundheitsplanung, Tel.: 0391/5403104
E-Mail: Ingo.Gottschalk@jsgp.magdeburg.de
05.07.2011
Der Stadt Magdeburg stehen in den nächsten drei Jahren zwei Millionen Euro für
das Pilotprojekt „Integrierte Sozialarbeit in der Sozialregion Nord“
zur Verfügung. Ein Großteil des Geldes entstammt dem von der EU geförderten
Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (BIWAQ).
Magdeburg. „Katastrophal“ nennt Sozialbeigeordneter Hans-Werner Brüning die
Situation insbesondere von Langzeitarbeitslosen der Stadt. „Wir haben immer mehr
mit den Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit zu kämpfen, weil diese Menschen mit
ihren Problemen zu oft alleingelassen sind.“ Besonders betroffen sind
Alleinerziehende und deren Kinder, junge Menschen unter 25 Jahren, Erwachsene
über 55 Jahre, Behinderte und Menschen mit Migrationshintergrund. 21.000
Bedarfsgemeinschaften (nach SGB 2) gibt es allein in Magdeburg, 14.000 sozial
betroffene Kinder, beziffert Brüning. Gezielt müsse endlich gegengesteuert
werden, dazu soll das Projekt der „integrierten Sozialarbeit“ beitragen, Hilfe
zur Selbsthilfe bieten.
Ziel:
Menschen langfristig wieder ins Berufsleben zu führen und damit ihre
Lebensqualität zu verbessern. Maßgeschneidert, wie die Initiatoren betonen. „Wir
müssen schauen, welche Voraussetzungen jeder Einzelne hat, und entsprechend
Hilfsangebote schaffen“, so Michael Scherschel vom Sozialpädagogischen Institut
(SPI). Dabei arbeiten staatliche, private und kirchliche Träger zusammen, betont
Brüning. Bereits vorhandene Projekte kommen auf den Prüfstand, werden genutzt,
ggf. aktualisiert und auch neue geschaffen.
Da immer mehr Menschen sich im Sozialdschungel nicht mehr zurechtfinden und
resignieren, sollen sie „zuhause abgeholt werden“. Es werden Angebote wohnortnah
geschaffen, versprechen die Mitstreiter vom Netzwerk.
Auf welchen Wegen das passiert, ist unterschiedlich. So ist die Erfahrung der
Hoffnungsgemeinde „Mundpropaganda“, erzählt Pfarrerin Cordula Haase, aber auch
die Jobagentur vermittle Kontakte.
Die Outlaw GmbH hat bereits gute Erfahrungen gemacht in der Zusammenarbeit mit
Jobcenter und Jugendamt, berichtet Steffen Kröner von der Arbeit in Halle. Man
setze aber auch auf Jugendklubs, wo sich mobile Sprechstunden einrichten ließen.
„Wir müssen an die Jugendlichen heran, die bereits resigniert und sich von den
Jobcentern verabschiedet haben, weil sie mit Sanktionen belegt worden sind.“ 22
Prozent der Jugendlichen in Magdeburg haben einen Hauptschul- oder gar keinen
Abschluss, betont Hans- Werner Brüning. Es gibt 13 000 arbeitslose Jugendliche
und zudem 4000 hilfsbedürftige, die aufgrund schlechter Bedingungen keine Chance
auf dem Arbeitsmarkt haben.
Schulungen, Beratungen, aber auch Gesundheitsprojekte werden angestrebt. Dabei
werden Erfahrungen aus Halle-Neustadt genutzt, wo 2008 ein BIWAQ-Projekt
startete. „Dieses Projekt bietet eine Chance“, so Brüning, „es hat eine neue
Qualität.“ Im August 2010 begann die Vorbereitungsphase für das Projekt, im
September/Oktober soll die Umsetzung beginnen. Zur Verfügung stehen dafür zwei
Millionen Euro (130 000 Euro Bundesmittel, 1,5 Mio. Euro von der EU, restl.
Eigenanteil der Stadt).
Mitwirkende sind:
Stadt Magdeburg
SPI (Sozialpädagogisches Institut), Soziale Stadt und Land
Entwicklungsgesellschaft mbH
Jobcenter Magdeburg
Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg
AWO
fair.leben Integrations- und Heimbetriebe GmbH
OUTLAW GmbH
Integrationsdienst Magdeburg/Stendal
Quartiersmanagements Neustädter Feld; Kannenstieg/Neustädter See
BBI Bildungs- und Beratungsinstitut GmbH
IMA-Institut für Marktwirtschaft GmbH
Evangelische Hoffnungsgemeinde Nord
Engagieren sich für MEHRLin (von vorn, v.l.): Kathrin Köster (SPI), Katja
Richter (AWO fair.leben), Cordula Haase (Pfarrerin Hoffnungsgemeinde), (2. R.,
v.l.) Sozialplaner Ingo Gottschalk, Steffen Kröner (Outlaw GmbH), Michael
Scherschel (SPI), Rolf Kunsch (LMA), (oben v.l.): Thomas Zenker (AWO
fair.leben), Sozialbeigeordneter Hans-Werner Brüning und Michael Horstmann (BBI
GmbH). Foto und Text von Birgit Ahlert
(Quelle: Volksstimme vom 05.07.2011)
24.06.2010
Pilotprojekt für den Norden Magdeburgs aufgelegt - Stadt will Sozialarbeit
effektiv machen
Die Stadt will in den kommenden Jahren die Sozialarbeit in den Stadtteilen
effektiver gestalten. Mit dem Pilotprojekt „Integrierte Sozialarbeit in der
Sozialregion Nord“ sollen bis 2012 die Basisdaten dafür gewonnen werden.
Magdeburg ist, wie fast alle großen Kommunen, knapp bei Kasse, folglich muss
jeder Euro „zweimal umgedreht“ und vor allem effektiv eingesetzt werden. Das
haben die Stadträte im vergangenen Jahr im Rahmen eines Beschlusses auch für den
Sozialbereich gefordert.
Darauf hat die Verwaltung, speziell das Sozialdezernat, reagiert und ein
Pilotprojekt erarbeitet. „Integrierte Sozialarbeit“ ist der Titel, und
Magdeburgs Sozialregion Nord soll das Versuchsfeld werden.
Mit dem Projekt will die Stadt, so der Plan, zwei Fliegen mit einer Klappe
schlagen: Zum einen soll analysiert werden, ob die zur Verfügung stehenden
Gelder auch effektiv eingesetzt werden, zum anderen will man auf die veränderte
soziale Situation in den Stadtteilen reagieren.
Als Erstes soll der Ist-Zustand in Sachen Sozialarbeit aufgelistet werden. Dazu
wird der Bestand aller zur Verfügung stehenden Beratungs- und Hilfsangebote
ermittelt und deren Qualität bewertet. Gleichzeitig wird der Bedarf nach
Sozialarbeit analysiert. Schon jetzt weiß man im Sozialdezernat, dass dieser
Bedarf in den Stadtteilen unterschiedlich ist. In einem dritten Schritt dann
wird eine sogenannte Infrastruktur der Sozialarbeit für die Sozialregion Nord
festgelegt. Das heißt, für alle Bedarfsbereiche gibt es dann ein Netzwerk aus
Angeboten, was nicht benötigt wird, ist herausgefiltert, die Gelder sind
effektiv eingesetzt und soziale Benachteiligungen sind ausgeglichen.
Auf diesem Weg dahin will die Stadt mit allen für Sozialarbeit relevanten
Gruppen und Einrichtungen zusammenarbeiten und sie in das Projekt mit
einbeziehen. Das heißt, es wird Arbeitsgruppen geben, in denen Sozialverbände
ebenso mitarbeiten, wie etwa das ARGE-Jobcenter und das städtische Sozialamt.
Gleichzeitig will man auch versuchen, die Betroffenen selbst in das Projekt mit
einzubeziehen. Denn speziell die Lebenslagen von Alleinerziehenden und deren
Kindern, jungen Menschen unter 25 Jahren, Erwachsenen über 55 Jahren, Menschen
mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderungen sollen verbessert
werden.
Neben den Praktikern zieht die Stadt bei diesem Projekt auch die Wissenschaft
mit zu Rate. Die entsprechenden Sozial-Fakultäten von Uni und Hochschule sollen
ebenfalls in den Arbeits- und Planungsgruppen und bei der Ausarbeitung von
Analysen und Konzepten mitarbeiten.
Sozialbeigeordneter Hans-Werner Brüning verspricht sich von dem Projekt
grundsätzliche Erkenntnisse, die dann auf alle Stadtteile umgesetzt werden
können. Dabei solle es aber nicht nur um den rein finanziellen Aspekt gehen,
sondern vor allem auch darum, über eine zielgerichtete und effektive
Sozialarbeit die Teilnahme sozialbenachteiligter Menschen am gesellschaftlichen
Leben der Stadt zu verbessern und den verschiedenen Armutsgefahren
entgegenzuwirken.
Grundsätzlich ist der Stadtrat mit dem Projekt einverstanden, Kritik kam
allerdings von den Grünen. Die Sozialregion Nord, immerhin zehn Stadtteile, sei
zu groß für ein derartiges Pilotprojekt und man befürchtet, so Stadtrat Thorsten
Giefers, dass die Zeit bis 2012 für eine umfassende Analyse nicht ausreichen
werde.
Kosten darf das Projekt der Stadt übrigens nichts. Um eine „Kostenneutralität“
zu erreichen, wurde das Sozialdezernat dazu verdonnert, Bundes- und
Europa-Fördermitteltöpfe anzuzapfen.
Angemerkt
Effektive Sozialarbeit, natürlich, die gibt es, immer dann nämlich, wenn hilft.
Effizient, also wirtschaftlich, ist Sozialarbeit wohl nie, denn wie soll sich
der wirtschaftliche Nutzen von Sozialarbeit schlüssig messen lassen. Die
Sozialwissenschaften gehen da von aus, dass sich Sozialarbeit und
Wirtschaftlichkeit gegenseitig ausschließen Die Prozesse in der Sozialarbeit
sind viel zu langfristig, als dass ihre Wirtschaftlichkeit gemessen werden
könnte. Und Wirtschaftlichkeit verlangt immer nach Gewinnen, Sozialarbeit aber
erzeugt „nur“ ideelle Gewinne, etwa bessere Lebensbedingungen. Den Akteuren des
Projektes „Integrierte Sozialarbeit“ zu wünschen, dass sie die Balance halten
können zwischen dem Spardruck, den die Stadtkasse von Magdeburg verlangt, und
den Erfordernissen einer effektiven Sozialarbeit. Regiert nur der Rotstift, wird
das Projekt seinem Ziel nicht gerecht – eine effektive und also hilfreiche
Sozialarbeit zu schaffen.
Von Peter Ließmann (Quelle: Volksstimme vom 24.06.2010)
20.05.2010
Neue Konzepte für Brennpunkte gesucht
Magdeburger Norden soll soziale Modellregion werden Hintergrund
Neue Konzepte gegen soziale Probleme in Magdeburg verspricht sich der
Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning (Die Linke) von einem Modellprogramm in
Magdeburg-Nord. Das „Pilotprojekt Integrierte Sozialarbeit“ will die
Stadtverwaltung gemeinsam mit sozialen Trägern und Wohlfahrtsverbänden ab diesem
Jahr bis 2012 umsetzen. „Heute sind andere Rezepte gefragt als noch vor fünf
Jahren“, sagte Brüning dazu. Hauptgrund sei die Langzeitarbeitslosigkeit.
Der von der Stadt schon 2008 vorgelegte Magdeburger Sozialreport zeigte im
Norden soziale Brennpunkte wie Neue Neustadt, Kannenstieg und Neustädter See
auf. Nun soll hier modellhaft für die ganze Stadt mit neuen Konzepten möglichst
wirkungsvoll gegengesteuert werden. Es sei ein „großes Experiment“, räumt der
Beigeordnete ein.
Hauptproblem sei auch in der Sozialregion Nord die Langzeitarbeitslosigkeit mit
Folgen wie Bedürftigkeit, Familienproblemen oder sozialer Isolation, sagte
Brüning: „Wir wollen den Menschen helfen, sich nicht selbst aufzugeben.“
Ein weiteres großes Thema in Nord sei in diesem Zusammenhang die Überschuldung
vieler Haushalte, was auch die Wohnungsunternehmen in Form von Mietrückständen
zunehmend zu spüren bekämen. Zugleich steht für Brüning der Kampf gegen
Jugendarbeitslosigkeit oben auf der Prioritätenliste.
Probleme, die nicht nur im Norden drängen, aber hier nach Brünings Vorstellung
beispielhaft mit neuen Rezepten bekämpft werden sollen. Hintergrund: „Wir haben
in Magdeburg 4500 arbeitslose Jugendliche“, zählt Brüning etwa auf, „es gibt 22
000 Bedarfsgemeinschaften nach SGB II, mehr als die Hälfte der Neugeborenen in
Magdeburg wird in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II geboren.“
Zunächst, so sieht es der vom Sozialdezernat bereits veröffentlichte
Programmplan vor, soll nun im Magdeburger Norden mit den Wohlfahrtsverbänden und
freien Trägern die soziale Infrastruktur auf den Prüfstand gestellt werden.
Jobcenter, Stadtplaner und Wohnungswirtschaft sollen eng einbezogen werden.
Viele gute Ansätze gebe es schon heute. Andere Projekte könnten zielgerichteter
ausgelegt werden. Neue Ideen sollen Einzug halten. „Wir wollen die besten
Erfahrungen aus der ganzen Stadt bündeln“, sagte Brüning.
Ressort- und Ämtergrenzen dürften keine Schranken mehr bilden. „So kann es sein,
dass künftig etwa eine Einrichtung des Jugendamtes Angebote auch für andere
Altersklassen macht, wie es ja schon in Magdeburg praktiziert wird“, deutete der
Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning im Volksstimme-Gespräch an.
Auch Einrichtungen der Altenhilfe müssten sich für manche Veränderung öffnen. So
seien diese bisher meist an Wochenenden geschlossen, obwohl es auch oder gerade
da Bedarf an (generationsübergreifenden) Angeboten, Stadtteilkultur und
Begegnungsmöglichkeiten gebe, so ein weiteres Beispiel des Beigeordneten.
Themen wie „Gesundheitsförderung und Ernährungsberatung für benachteiligte
Menschen“ sind ebenfalls im Handlungsplan des Sozialdezernats erfasst.
Bei allem, so der feste Wille der Stadtverwaltung, dürfe aber für den
gebeutelten Haushalt keine zusätzliche finanzielle Belastung entstehen. Nicht
zuletzt deshalb wolle man bürgerschaftliches Engagement fördern und viel auf
Hilfe zur Selbsthilfe setzen.
Die Sozialregion Nord umfasst die Stadtteile Neue Neustadt, Neustädter See ,
Kannenstieg, Neustädter Feld, Sülzegrund, Großer Silberberg, Rothensee,
Industriehafen, Gewerbegebiet Nord, Barleber See.
Ziel ist es, die Lebenslage zu verbessern für Alleinerziehende und deren Kinder,
junge Menschen unter 25 Jahren, Erwachsene über 55 Jahre, Menschen mit
Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderungen.
Im Stadtrat steht das Pilotprojekt am 27. Mai zur Abstimmung. Der Magdeburger
Norden soll per Stadtratsbeschluss zur sozialen Modellregion ausgerufen werden.
Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 20.05.2010)
Mietertreff / Soziale Beratungsstelle
Angebote der MWG-Wohnungsgenossenschaft eG Magdeburg
Letzlinger Straße 5
39106 Magdeburg
Telefon: (0391) 56 98-0
20.11.2009 Ein warmes Stübchen gegen soziale Kälte in Nord
Großvermieter setzt in der Großwohnsiedlung auf Sozialarbeit mit vielen kleinen
Schritten Überalterung und die Anonymität der Großwohnsiedlung sind Probleme in
Magdeburg-Nord. Mit einem Mietertreff im Zehngeschosser Schrotebogen 28 soll ein
Stück mehr Herzlichkeit ins Wohngebiet einziehen und Nachbarschaft belebt
werden. Stadtteilmanagerin Jessica Zedler und Thomas Fischbeck,
Vorstandssprecher der MWG-Wohnungsgenossenschaft, schnitten mit Kindern der Kita
„Bördebogen – Am Neustädter See“ gestern das symbolische Band zur Eröffnung
durch.
„Soziales Engagement“ soll in Nord keine Luftblase sein. MWG-Vorstand Fischbeck:
„Mit dem Mietertreff möchten wir einen weiteren Beitrag zur Förderung des
sozialen Miteinanders und des bürgerschaftlichen Engagements leisten.
Kommunikation und Begegnung spielen beim Kampf gegen soziale Isolation eine
entscheidende Rolle.“ Räume im Erdgeschoss des zehnstöckigen Hochhauses am
Schrotebogen wurden deshalb zum Treffpunkt umgestaltet.
Ein regelmäßiges Frauenfrühstück, Handarbeitstreffs, ein Info-Café mit Vorträgen
oder Fragerunden mit Experten zu den verschiedensten Themen möchten die
Sozialarbeiterinnen Annett Schmidt und Nadine Pfeifer zum Beispiel künftig
anbieten. Doch das Programm können die Anwohner mit eigenen Ideen und
Initiativen auch gern selbst in die Hand nehmen. „Feste Öffnungszeiten sind
zunächst dienstags von 15 bis 18 Uhr vorgesehen“, sagte Schmidt. Für Magdeburgs
größte Wohnungsgenossenschaft ein „Mosaikstein“, um die Siedlung angesichts
sozialer Probleme und der Überalterung fit für die Zukunft zu machen, erklärte
Fischbeck: „Mit der Kindereinrichtung ,Bördebogen‘, eine Integrative Einrichtung
des Paritätischen Integrativen Netzwerks, unterhalten wir eine Patenschaft. Im
Schrotebogen 12 haben wir gemeinsam mit der AWO als Partner eine soziale
Beratungsstelle eingerichtet. Ebenfalls im Schrotebogen 12 befindet sich die
Begegnungsstätte der Volkssolidarität. An mehreren Standorten in Nord hat die
MWG Objekte für das betreute Wohnen des AWO-Verbunds Erziehungshilfen
bereitgestellt.“ Die Genossenschaft wolle nicht nur in Nord ihren Einsatz für
Sozialprojekte ausbauen. „Da können Sie von uns noch einiges erwarten“, deutete
Fischbeck zunächst nur an.
Ähnliche Ansätze verfolgt die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Wobau, die erst
kürzlich ebenfalls in Nord eine Begegnungsstätte einrichtete. Am Seeufer wurde
gemeinsam mit dem Malteser-Hilfsdienst das „Malteserstübchen“ als Treffpunkt für
die Anwohner eröffnet. Wir-Gefühl und Nachbarschaftshilfe werden auch hier
großgeschrieben.
In Nord plant die MWG derweil auch baulich weitere Investitionen. „Wir bereiten
den Anbau von Aufzügen und die ebenerdige Gestaltung der Zugänge in einer Reihe
von Objekten vor“, sagte Vorstand Fischbeck. Konkret geht es laut Fischbeck um
die Objekte Schrotebogen 4, 25, 26 und 27, Lumumbastraße 1, 3, 4, 5, 9, 10 und
20, Bördebogen 6, 7, 8 und 9 sowie Hanns-Eisler-Platz 6 und 7. „Wir wollen Geld
aufbringen, um die Zehngeschosser in Nord weiter zu verbessern und so zu
gestalten, dass auch betagte Menschen so lange wie möglich hier wohnen bleiben
können.“ Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 18.11.2009)
Stadtteilmanagerin Jessica Zedler und MWG-Vorstandssprecher Thomas Fischbeck
eröffnen hier mit Kindern der Kita „Bördebogen – Am Neustädter See“ einen
Mietertreff im Schrotebogen 28. Foto: R. Richter
Nachbarschafts- und Servicezentrum
"Kranichhaus" (Volkssolidarität e. V.)
Das
Nachbarschaftszentrum - ein Ort für soziale Kontakte, Kultur und
Alltagshilfe.All das finden die Besucher im Nachbarschaftszentrum im
Schrotebogen 12, dem Kranichhaus. Sportkurse, Bildungsangebote,
Vorträge, Infos zu Gesundheitsthemen, aber auch Kreativnachmittage oder Feste
stehen auf dem Programm. Der absolute Renner ist der wöchentliche
Bingo-Nachmittag am Donnerstag ab 13 Uhr. Jeden Mittag treffen sich hier
Stadtteilbewohner zum gemeinsamen Mittagstisch. Die 26 Ortsgruppen haben hier
auch ihr Domizil. Das Besondere am Nachbarschaftszentrum ist die Kofinanzierung
durch Stadt, Wohnungsgenossenschaft und Volkssolidarität. Das Kranichhaus hat
von Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr sowie am Freitag bis 14 Uhr
geöffnet.
Volkssolidarität e. V.
/ Stadtverband Magdeburg
Schrotebogen 12
39126 Magdeburg
30.09.2009 Seit zehn Jahren „zweites Zuhause“ für Senioren
Jubiläumsfest gestern im Nachbarschaftszentrum der Volkssolidarität in Nord Neue Freunde oder große Liebe – im Nachbarschaftszentrum der
Volkssolidarität im Schrotebogen 12 hat es das alles schon gegeben. Vor zehn
Jahren eröffnete die Begegnungsstätte für Senioren in Nord. Und das mit einem
damals einzigartigen Modell der Finanzierung und Zusammenarbeit von Stadt,
Wohlfahrtsverband und Wohnungswirtschaft, das heute gefragter denn je ist. Zum
zehnten Geburtstag schunkelten und feierten Besucher und Mitarbeiter bei
Stimmungsmusik, Kuchen und Sekt im Stadtteiltreffpunkt.
Für Kathrin Gandre, Sozialarbeiterin der Volkssolidarität, war es ein ganz
besonderer Tag: „Ich habe hier vor zehn Jahren die Möbel mit reingeräumt“,
erzählte die heutige Leiterin des Alten- und Service-Zentrums Olvenstedt. Die
ersten Besucher ließen nicht lange auf sich warten „Der Laden hat von Anfang an
,gebrummt‘“, erinnert sich Gandre. „Schließlich gab es hier in Nord zuvor auch
keine Begegnungsstätte und keine Angebote für Senioren.“
Ein Umstand, den auch die MWG-Wohnungsgenossenschaft erkannte. Sie hatte damals
den Ball ins Rollen gebracht, die Volkssolidarität nahm ihn auf. Und die Stadt
ward bald Dritter im Bunde. „Das Besondere am Nachbarschaftszentrum hier im
Schrotebogen 12 ist die Kofinanzierung durch Stadt, Wohnungsgenossenschaft und
Volkssolidarität“, erklärt Kathrin Gandre. Ein Modell mit Zukunft sei das
angesichts der alternden Bevölkerung allemal. Und die Wohnungsunternehmen
greifen es inzwischen auch in weiteren Vierteln auf. So sollen Mieter ans
Wohngebiet gebunden, andererseits ein Ort für soziale Kontakte, Kultur und
Alltagshilfe geschaffen werden.
All das finden die Besucher auch montags bis freitags im Nachbarschaftszentrum
im Schrotebogen 12, dem so genannten „Kranichhaus“. Sportkurse,
Bildungsangebote, Vorträge, Infos zu Gesundheitsthemen, aber auch
Kreativnachmittage oder Feste stehen auf dem Programm. Laut Volkssolidarität
zählte der Treff in diesem Jahr bereits 10 000 Besucher. „Der absolute ,Renner‘
ist unser wöchentlicher Bingo-Nachmittag am Donnerstag ab 13 Uhr“, erzählt
Wrobel. Dem fieberten viele Besucher schon immer regelrecht entgegen.
Doch viele ältere Menschen aus Nord freuen sich allein über die Geselligkeit und
einen Schwatz unter Nachbarn: „Jeden Mittag treffen sich hier zum Beispiel
Stadtteilbewohner zum gemeinsamen Mittagstisch“, erzählt Leiterin Monika Wrobel.
Viele neue Freundschaften seien so schon entstanden. „Und ein Paar hat sich
sogar hier kennen gelernt und ist inzwischen seit einigen Jahren verheiratet.“
Ursula Goldstein, Vorsitzende der Ortsgruppe 257 der Volkssolidarität,
„verguckte“ sich hier in ihren Helmut, der inzwischen auch als Kassenwart in der
Ortsgruppe das Sagen über die Finanzen hat. Apropos Ortsgruppen: Die haben im
Nachbarschaftszentrum auch ihr Domizil. „Wir haben in unserem Einzugsbereich
immerhin rekordverdächtige 26 Ortsgruppen“, sagt Monika Wrobel. Zum Vergleich:
In Olvenstedt sind es laut Kathrin Gandre, die dort in der Altenarbeit der
Volkssolidarität aktiv ist, nur fünf ...
Dafür brachte der Seniorenchor aus dem ASZ Olvenstedt gestern stimmgewaltig ein
Geburtstagsständchen für das Nachbarschaftszentrum in Nord. Jochen Rechtenbach,
Geschäftsführer des Regionalverbandes der Volkssolidarität, und Thomas
Fischbeck, Vorstand der MWG, gehörten auch zu den Gratulanten. Aber die Senioren
aus Nord dachten auch an andere, die Hilfe benötigen: Auf dem Kuchenbasar, für
den viele ehrenamtliche Helfer fleißig gebacken hatten, wurde Geld für die
Kindertagesstätte an der Abendstraße in Neue Neustadt gesammelt. Mit dem Erlös
soll eine Weihnachtsaktion für Kinder aus sozial schwachen Familien auf die
Beine gestellt werden.
Helfen und helfen lassen, Gemeinsamkeit statt Einsamkeit, das sollen derweil
auch in den nächsten zehn Jahren die Schlagworte im Nachbarschaftszentrum im
Schrotebogen 12 sein. Nicht zu vergessen die neuen Kontakte und Freundschaften,
die hier auch weiterhin rege geknüpft werden sollen. Und wer weiß, wer hier noch
alles die große Liebe findet ... Tel. 2 52 92 80. Von Robert Richter (Quelle:
Volksstimme vom 30.09.2009)
Sozialraumprojekt Neue Neustadt / Neustädter See (IMA
Magdeburg gGmbH)
2012 - 2. Auflage der
Stadtteilchronik in Arbeit
Die Mitarbeiter des Sozialraumprojektes Nord arbeiten auch nach dem Erscheinen
der Stadtteilchronik weiter an der Geschichte des Stadtteiles. In den letzten
Monaten stellten Bewohnerinnen und Bewohner neues, interessantes Material zur
Verfügung.
Unser Ziel ist es, im Jahr 2013 zum 40. Geburtstag des Wohngebietes eine 2.
Aufage der Chronik zu präsentieren. Dabei soll es sich um eine Chronik für beide
Stadtteile handeln.
Vorallem möchten wir hauptsächlich mit Materialien der Bewohner arbeiten. Die
Identität eines Stadtteiles liegt in den Menschen, welche hier leben. Wir wollen
versuchen, diese Identität in die Stadtteilgeschichte zu transportieren.
Unterstützen Sie uns! Wir suchen Bilder, Unterlagen oder interessante
Geschichten aus dem Kannenstieg und vom Neustädter See. Kontakt zu uns erhalten
Sie über den Infotreff “Am Seeufer 8” und über das Stadtteilbüro “Im Brunnenhof
9”. Marcel Härtel, Mitarbeiter Sozialraumprojekt Neustädter See
13.08.2011
Mensch der Woche:
Andreas Lenz - Der Modellbauer des Sees
Neustädter See (sar). Andreas Lenz baut seit Januar im Alleingang an einem
detaillierten Modell des Stadtteils Neustädter See. Am Montag präsentierte er
die erste von sieben geplanten Holzplatten, auf denen Hochhäuser,
Einkaufsmärkte, Plattenbauten und Kindergärten zu erkennen sind. „Die
aufwendigste Arbeit ist die vielen Fenster auszusägen“, sagt der 60-Jährige, der
vor acht Jahren aus Russland nach Deutschland kam. „Ich habe aus Spaß immer
schon Modelle gebaut, da habe ich bei dem Angebot, das Stadtteilmodell zu bauen,
nicht gezögert“, so Lenz. (Quelle: Volksstimme vom 13.08.2011)
Andreas Lenz baut ein Modell des Stadtteils Neustädter See.
11.08.2011 Ein ganzes Viertel entsteht Platte für Platte als ein Stadtteilmodell
Andreas Lenz baut im Rahmen des Sozialraumprojekts „Neue Neustadt/Neustädter
See“ Im Rahmen eines Sozialprojekts entsteht derzeit ein Modell des
Stadtteils Neustädter See. Andreas Lenz hat in sechs Monaten die erste von
sieben geplanten Platten fertig- und am Montag vorgestellt.
Trotz seines deutschen Namens kam Andreas Lenz erst vor acht Jahren aus Russland
nach Deutschland. Als Elektriker fand er hier jedoch keine Stelle und landete in
der Arbeitslosigkeit. Als das Angebot des Jobcenters kam, aus seinem Hobby, dem
Modellbau, zumindest vorübergehend eine Beschäftigung zu machen, zögerte er
nicht lange.
Am Montag wurde die neue Runde des Sozialraumprojekts „Neue Neustadt/Neustädter
See“ offiziell eingeläutet. In dessen Rahmen arbeitet Andreas Lenz seit einem
halben Jahr an einem detailgetreuen Modell des Stadtteils Neustädter See. Den
ersten von sieben geplanten Teilen stellte er nun bei der Projekteröffnung vor.
Auf der großen Platte erkennt man die Zehngeschosser an der Straße Am
Brunnenhof, ebenso wie die Kita Bördebogen und den Jugendtreff „Oase“.
„Dort bastele ich auch an meinem Modell“, erklärt er und zeigt auf eine kleine
Tür, „hier kann man mir beim Sägen und Kleben über die Schulter schauen.“ Die
Aufgabe erscheint gewaltig, muss er doch alleine für die Platten bauten hunderte
winzige Fenster aussägen. „Im Moment grüble ich darüber, wie ich die Hochhäuser
am Seeufer angehe“, erzählt er. Hat man erst einmal einen Prototyp fertig, ginge
es leichter.Am Anfang hatte er noch einen Mitstreiter, inzwischen baut er
alleine das Viertel auf. „Doch es macht mir Spaß und ich fände es sehr schade,
wenn im Dezember Schluss damit wäre“, sagt er. Denn das Projekt läuft zunächst
nur für sechs Monate. Von Stefan Harter (Quelle: Volksstimme vom 11.08.2011)
Andreas Lenz steht vor dem ersten Teil seines Stadtteilmodells vom Neustädter
See, das er derzeit im Rahmen des Sozialraumprojekts „Neue Neustadt/Neustädter
See“ anfertigt. Sechs weitere Teile sind geplant.
Foto: S. Harter
09.08.2011
Offizieller Start für Sozialraumprojekt „Neue Neustadt/Neustädter See“
Ring frei für neue Runde im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit
Das Sozialraumprojekt „Neue Neustadt/Neustädter See“ geht in die nächste Runde.
Gestern gab Magdeburgs Sozialbeigeordneter Hans Werner Brüning den offiziellen
Startschuss. 40 Langzeitarbeitslose erhalten dabei für sechs Monate durch
Projektarbeit eine berufliche Perspektive.
Neue Neustadt/Neustädter See. Mit „Ring frei zur nächsten Runde“ eröffnet Rolf
Kunsch, Leiter des Instituts für Marktwirtschaft, in Anlehnung an seine Funktion
als Ansager im Boxring, die nächste Projektetappe. Denn bereits seit 2009
betreut er mit seinen Mitarbeitern soziale Projekte in Neue Neustadt und am
Neustädter See.Vor Kurzem gingen die Einzelprojekte „Leben mit SINN“ und
„SAMAMIGA“ zu Ende, jetzt wurden die beiden Stadtteile zu einem Projekt
zusammengefasst.
Bereits seit 1. Juni finden 40 Langzeitarbeitslose hier wieder eine
Beschäftigung. Tatjana Knochenhauer ist ein alter Hase, sie betreut seit 2009
die Besucher des Info- und Kulturzentrums in der Bremer Straße. Diese kommen
eigentlich dort hin, um sich bei Bewerbungen helfen zu lassen. Doch dabei bleibt
es nicht. „Nach dem Schreiben sitzt man oft noch eine Stunde beisammen und hört
sich die Probleme der Menschen an.Vielen fehlt einfach jemand, mit dem sie reden
können“, erzählt sie. „Ich bin gerne für die Leute der Kummerkasten“, sagt
die lebensfrohe Frau.
Marcel Härtel hat für sich eine ganz andere Aufgabe im Rahmen des Projekts
gefunden, die ihm so sehr liegt, dass er sie sogar nach dessen eventuellem Ende
weiterführen möchte. Denn die aktuelle Runde des Sozialraumprojekts läuft nur
sechs Monate, dann muss das Sozialamt erneut entscheiden, ob und wie es
weitergeht. Eine Chronik zur bald 40-jährigen Geschichte des Stadtteils
Neustädter See will Marcel Härtel aber auf jeden Fall fertigstellen. Diese soll
aber keine bloße Zusammenstellung von alten Zeitungsartikeln sein, sondern zu 85
Prozent aus den Erinnerungen und Andenken der Stadtteilbewohner selbst bestehen.
„Ich habe gerade erst über 60 Seiten Material von einer Anwohnerin bekommen“,
erzählt er. „Darin steht zum Beispiel sogar, wie die erste Familie, die 1973 in
den neuen Stadtteil zog, hieß. Bis 2013 möchte ich die Chronik schreiben“, hat
er sich ehrgeizig vorgenommen.
Außer diesen beiden Projekten gibt es u. a. in beiden Wohngebieten
Stadtteilreporter, die das aktuelle Geschehen im Quartier dokumentieren, ein
Tauschhaus, in dem von der Winterjacke bis zum Eierbecher alles getauscht werden
kann, eine Theatergruppe sowie andere soziale und kulturelle Angebote für die
Anwohner der Viertel. „11500 Besucher konnte das Info- und Kulturzentrum im
vergangenen Jahr verzeichnen“, erklärt Rolf Kunsch stolz.
Das Sozialraumprojekt „Neue Neustadt/Neustädter See“ wird durch das Sozialamt
der Stadt und das Jobcenter Magdeburg gefördert. Ziel ist es, die Teilnehmer
wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen.Von den 60 Männern und Frauen der
vorangegangenen Projektrunde fanden nach deren Abschluss 17 eine neue
Beschäftigung. „Mit dieser Quote liegt der Integrationserfolg der Maßnahme über
dem Durchschnitt“, zeigte Hans-Werner Brüning seine Anerkennung für das Projekt.
Von Stefan Harter
(Quelle: Volksstimme vom 09.08.2011)
Tatjana Knochenhauer ist seit 2009 „Kummerkasten“ für die Neue Neustädter. Sie
hilft ihnen z. B. bei Bewerbungen und hört sich ihre Alltagssorgen ab. Auch sie
ist Teilnehmerin im Sozialraumprojekt.
Marcel Härtel will bis 2013 eine umfassende Chronik für den Stadtteil Neustädter
See verfassen. Er startete im Februar im Sozialprojekt.
30.07.2011
Volksstimme-Mensch der Woche:
Marcel Härtel - Er will Nord auf Trab bringen
Marcel Härtel will im Norden einiges in Bewegung bringen. Der Magdeburger
engagiert sich ehrenamtlich im Viertel und war Ideengeber für einen
Stadtteillauf für Kinder und Jugendliche am Neustädter See. Obwohl viele Horte
und Kindergärten teils kurzfristig absagten und nur 20 Starter über die
Seepromenade flitzten, ließ Marcel Härtel den Kopf nicht hängen. Demnächst will
er mit seinen Mitstreitern aus dem Bürgerverein und der AG Gemeinwesen ein
Fußballturnier aufziehen und eine Bowlingmeisterschaft in Nord organisieren.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 30.07.2011)
Marcel Härtel
IMA Magdeburg gGmbH
Klosterwuhne 40
39124 Magdeburg
Öffentliche und freie Träger der Landeshauptstadt Magdeburg halten eine
Vielzahl von Beratungs-, Hilfs- und Unterstützungsangeboten für Menschen aller
Alters- und Bevölkerungsgruppen bereit. Doch angesichts der Fülle von
Organisationen und Einrichtungen ist es für den einzelnen Ratsuchenden, aber
auch für die Fachkräfte in diesen Bereichen nicht immer leicht, den Überblick zu
behalten und das jeweils passende Angebot zu finden.
Das Info-Netz Magdeburg ist eine Online-Datenbank, die Informationen über
aktuelle Beratungs-, Hilfs- und Informationsangebote in der Landeshauptstadt
Magdeburg systematisch aufbereitet und allen Interessierten über eine einfach
Suchfunktion zugänglich macht – damit der Weg zur geeigneten Unterstützung nicht
unnötig weit wird.
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