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Integriertes
Handlungskonzept

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Stadtteilfonds für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See
Das Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" räumt die Möglichkeit ein,
einen Fonds einzurichten, durch den kleine Projekte im Rahmen der Ausrichtung
des Programms gefördert werden können. Für die Stadtteile Kannenstieg und
Neustädter See wurde im Integrierten Handlungskonzept Verfügungsfonds für beide
Stadtteile vorgeschlagen, die in Ergänzung zu den bestehenden Initiativfonds
Gemeinwesenarbeit (GWA) die Entwicklung und Umsetzung von bürgerschaftlich
getragenen Projekten und Maßnahmen unterstützen
sollen.
Förderrichtlinie über die Zuwendung aus dem Stadtteilfonds der Stadtteile
Kannenstieg und Neustädter See

Antrag auf Förderung aus dem Stadtteilfonds für die Stadtteile Kannenstieg und
Neustädter See

INTEGRIERTES HANDLUNGSKONZEPT Magdeburg
Kannenstieg-Neustädter See
DS0132/09 - Integriertes Handlungskonzept Kannenstieg /
Neustädter See

Ziel des Integrierten Handlungskonzeptes ist die bessere Verknüpfung
städtebaulicher und
sozialer Maßnahmen mit Maßnahmen der Gemeinwesenarbeit und der lokalen Ökonomie.
Damit
wird auch der Aufbau selbsttragender und nachhaltiger Strukturen im Stadtteil
verfolgt.
Maßnahmen des Stadtteilkonzepts (ausgewählte Vorschläge)
-
Stadtteiltreff Neustädter See in einem leeren Gebäude des Schulkomplexes

-
Öffnung und Neugestaltung des Schulgeländes im Kannenstieg
-
Quartiersvereinbarung zwischen Stadt und Wohnungsunternehmen sowie
Wohlfahrtsverbänden und sozialen Einrichtungen
-
Sozialkaufladen als Weiterentwicklung bestehender Einrichtungen wie Wechselstube
oder „Umsonstladen“
-
Patenschaften für Ausbildung zwischen Unternehmen und Schulen
-
Standortmanagement für Einkaufszentrum Neustädter Platz
-
Bürgerbus (Kleinbus mit Fahrplan oder als Rufbus) zur Herstellung einer
öffentlichen Verkehrsverbindung von Magdeburg-Nord zum Gewerbegebiet und Kino
Pfahlberg sowie zur Anbindung der Peripherie der beiden Stadtteile an den
öffentlichen Nahverkehr
-
Rundweg um den Neustädter See und Weiterentwicklung des Naherholungsgebiets

-
Grünachse zwischen Kannenstieg und Neustädter See
-
Qualifizierung des Fuß- und Radwegenetzes
Präsentation
der gemeinsamen Sitzung der Arbeitsgruppen Gemeinwesenarbeit
Kannenstieg und Neustädter See zur Evaluierung der abgeschlossenen und laufenden
Maßnahmen des Integrierten Handlungskonzeptes.
PDF-Dokument (126 kb)

Hintergrund:
Die bisherige Stadtteilentwicklung basierte in ihren konkreten Maßnahmen und
Einzelprojekten auf
den Stadtteilentwicklungskonzepten (STEK) für die Stadteile Kannenstieg und
Neustädter See von
1998. Diese Konzepte wurden zwar einige Zeit fortgeschrieben und die Datenbasis
der Konzepte
aktualisiert, dennoch stellen diese Konzepte keine ausreichende Basis mehr für
eine integrierte
Entwicklung und Steuerung des Erneuerungsprozesses im Fördergebiet
Kannenstieg/Neustädter See
der Sozialen Stadt dar.
Nach 10 Jahren war eine grundsätzlichere Prüfung der Entwicklung und eine
Neuausrichtung der
Ziele und Maßnahmen im Sinne einer integrierten Entwicklung notwendig. Eine
Angleichung der
Entwicklungsperspektiven an andere Planungen der Stadtentwicklung wird durch das
neu
erarbeitete Integrierte Handlungskonzept bis 2020 erreicht werden.
Die Stadtteilentwicklungskonzepte von 1998 waren auf die städtebauliche
Entwicklung
konzentriert. Entsprechend umfasste der bisherige Vorhaben-, Kosten-,
Finanzierungs- und Zeitplan
vor allem Maßnahmen zu baulichen und Wohnumfeldverbesserungen in den
Stadtteilen. Die
Verknüpfung von baulich-räumlicher Stadtteilentwicklung mit sozialen Maßnahmen
und mit
Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Ökonomie oder integrative Handlungsansätze
wurden dabei nicht oder nur unzureichend berücksichtigt.
Parallel wurden durch das Dezernat V in den Stadtteilen Arbeitsgruppen
Gemeinwesenarbeit (AG
GWA) eingerichtet, die auf eine inzwischen mehrjährige erfolgreiche Arbeit
zurückblicken können.
Die Verknüpfung der Gemeinwesenarbeit mit der städtebaulichen und ökonomischen
Entwicklung
der Gebiete gelang bisher jedoch nur teilweise und zeitweise.
Ziel des Integrierten Handlungskonzeptes ist deshalb die bessere Verknüpfung
städtebaulicher und
sozialer Maßnahmen mit Maßnahmen der Gemeinwesenarbeit und der lokalen Ökonomie.
Damit
wird auch der Aufbau selbsttragender und nachhaltiger Strukturen im Stadtteil
verfolgt.
Durch das Integrierte Handlungskonzept wird zudem eine stärkere Verknüpfung der
Konzepte und
Maßnahmen der Sozialen Stadt mit den Programmen des Stadtumbaus und der
Stadtteilentwicklung
angestrebt. Dabei ist die stärkere Beteiligung der Bürger und lokalen Akteure
der beiden Stadtteile
sowie die Verknüpfung der Entwicklung in beiden Stadtteilen eine wichtige
Voraussetzung.
Zusammenfassend wurden mit der Erarbeitung eines Integrierten Handlungskonzeptes
für das
Soziale Stadt-Fördergebiet Magdeburg Kannenstieg/Neustädter See folgende Ziele
verfolgt, die mit
der Umsetzung des Vorhaben-, Kosten-, Finanzierungs- und Zeitplan (DS0133/09)
erreicht werden
sollen:
-
Aktualisierung und Fortschreibung der Grundlagen für eine integrierte und
einheitliche
Erneuerung der beiden Stadtteile im Fördergebiet
-
Verknüpfung und Integration der verschiedenen Ressorts, Akteure,
Handlungsfelder, Themen
und Projekte in den Erneuerungsprozess
-
Erarbeitung von Zielen und daraus abgeleiteten Projekten und Maßnahmen mit einem
Planungs-
Horizont bis 2020
-
Einbeziehung und Verknüpfung der Ressourcen der verschiedenen Akteure zum Aufbau
tragfähiger und handlungsfähiger Strukturen in den Stadtteilen
Kannenstieg/Neustädter See als
Basis für eine stabile soziale, ökonomische und städtebauliche Entwicklung
-
Förderung und Aktivierung von Bürgerengagement und Zivilgesellschaft sowie
Beteiligung der
Bürger und der verschiedenen lokalen Akteure an der Stadtteileentwicklung
( Quelle: Auszug aus dem Beschluss)

Bilder /Entwürfe / Skizzen
Geplanter Stadtteiltreff Neustädter See

Der Entwurf aus der Vogelperspektive gesehen

Entwurfszeichnung für den Stadtteiltreff Neustädter See vom Magdeburger Büro
A.BB Architekten. Sie zeigt das zurückgebaute Schulgebäude mit einem neuen Anbau
(rechts).


Aktuelle Nachrichten
20.05.2011
Stadtteilfonds für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See
Das Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" räumt die Möglichkeit ein,
einen Fonds einzurichten, durch den kleine Projekte im Rahmen der Ausrichtung
des Programms gefördert werden können. Für die Stadtteile Kannenstieg und
Neustädter See wurde im Integrierten Handlungskonzept Verfügungsfonds für beide
Stadtteile vorgeschlagen, die in Ergänzung zu den bestehenden Initiativfonds
Gemeinwesenarbeit (GWA) die Entwicklung und Umsetzung von bürgerschaftlich
getragenen Projekten und Maßnahmen unterstützen
sollen.
Förderrichtlinie über die Zuwendung aus dem Stadtteilfonds der Stadtteile
Kannenstieg und Neustädter See

Antrag auf Förderung aus dem Stadtteilfonds für die Stadtteile Kannenstieg und
Neustädter See



Bisherige Nachrichten
25.01.2011
Kürzung der Fördermittel lässt Stadtteiltreff schrumpfen
Bauausschuss bestätigt überarbeitete Vorplanung / 2,5 statt 3,3 Millionen Euro
bewilligt
Für einen Stadtteiltreff am Neustädter See hat das Kommunale Gebäudemanagement
(KGM) überarbeitete, deutlich „abgespeckte“ Pläne vorgelegt. Statt des Umbaus
eines leer stehenden Schulgebäudes an der Pablo-Neruda-Straße soll komplett neu
gebaut werden. Der Bauausschuss gab dafür bereits grünes Licht. Grund ist laut
Stadt die Streichung von Städtebaufördermitteln. So stehen für den Treff nicht
mehr die erhofften 3,3 Millionen, sondern nur rund 2,5 Millionen Euro bereit.

21.11.2010
Stadtteiltreff Neustädter See schwebt zwischen Bau- und Kürzungsplänen -
Veranschlagte Investition von 3,3 Millionen Euro ist für die Stadt in dieser
Höhe wahrscheinlich nicht finanzierbar
Verwirrung um den geplanten Stadtteiltreff Neustädter See. Der
Bauausschuss des Stadtrates sollte längst das Nutzungskonzept und die Vorplanung
endgültig bestätigen. Doch die Entscheidung wurde vertagt. Aus welchem Grund,
blieb in Nord für die Bewohner, Vereine und Einrichtungen ein Geheimnis. Nun
geht die Sorge um, es könnte gestrichen werden, das mit viel Tamtam in
Bürgerforen präsentierte und aus Sicht der „Nordlichter“ dringend notwendige
Vorhaben. Drei Ausschüsse hatte die Drucksache DS0163/10 „Vorplanung für den
Stadtteiltreff Neustädter See“ bereits passiert. Sogar die Finanzpolitiker
hatten das Konzept mit einem veranschlagten Investitionsvolumen von rund 3,3
Millionen Euro abgesegnet. Im entscheidenden Bauausschuss verschwand die Vorlage
dann plötzlich von der Tagesordnung.
Vor Ort in Nord sorgte das in den vergangenen Tagen für großes Rätselraten.
„Wird der Stadtteiltreff gar gestrichen?“, fragte denn auch Stadtteilbewohner
Hans-Dieter Karg in der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) öffentlich. Die hier
engagierten Bewohner, Vereine und Einrichtungen forderten geschlossen die
Stadtteilmanagerin Jessica Zedler, die auch nur fragend mit den Schultern zucken
konnte, auf, Licht ins Dunkel zu bringen: Wird der Stadtteiltreff wie
versprochen ab 2012 in einem leer stehenden Schulhaus an der Pablo-Neruda-Straße
gebaut? Die Frage ist von großer Tragweite. Und das nicht nur, weil der
Stadtteiltreff als einer der zentralen Punkte eines neuen
Stadtteilentwicklungskonzepts bis 2020 in Bürgerforen mehrfach präsentiert
wurde. Denn als Hauptnutzer ist das städtische Kinder- und Jugendhaus „Oase“
vorgesehen, erinnerte Siegfried Kratz vom Bürgerverein Nord in der GWA-Sitzung.
Die „Oase“, seit Jahren durch ihre breit aufgestellte Nutzerschaft mehr
aufblühendes Stadtteilzentrum denn „normaler“ Jugendklub, bietet baulich im
maroden ehemaligen Kindergartenflachbau Im Brunnenhof 9 einen traurigen Anblick.
Sollte der neue Stadtteiltreff in der alten Schule nicht kommen, so die Sicht
der Gemeinwesenarbeitsgruppe, müsste Im Brunnenhof dringend saniert werden.
Die Volksstimme erfuhr bereits: Die Stadtteilmanagerin wird voraussichtlich
keine dramatischen Botschaften übermitteln müssen, aber auch nicht nur gute
Nachrichten mitbringen können. „Die Vorplanung für den neuen Stadtteiltreff
wurde uns im Bauausschuss in der vergangenen Sitzung gar nicht erst erläutert“,
sagte der
amtierende Ausschussvorsitzende Frank Schuster (CDU) auf Volksstimme-Anfrage.
Das Kommunale Gebäudemanagement stellte die Drucksache nicht vor, sondern
kurzerhand zurück. Grund war die offene Höhe der Städtebauförderung des Bundes,
der seine Zuschüsse kürzen will. Im konkreten Fall ging es um die finanzielle
Ausstattung des Programms „Soziale Stadt“, über das sich im Fördergebiet
Magdeburg-Nord der Bund, das Land und die Kommune die Kosten für Investitionen
teilen.
Für den Stadtteiltreff könnte das bedeuten, dass eine abgespeckte Planung
erstellt werden muss, um Kosten zu sparen, so Schuster. Konkrete Zahlen und
Fakten sollen voraussichtlich in der Dezember-Sitzung des Bauausschusses
vorgelegt werden, sagte Ausschussmitglied Martin Rohrßen (SPD). Von den
veranschlagten Baukosten von rund 3,3 Millio nen Euro seien bisher schon 753 700
Euro „Soziale Stadt“-Mittel bewilligt worden, so Rohrßen, baupolitischer
Sprecher der SPD-Fraktion, mit Verweis auf die entsprechenden Angaben in der
Drucksache. Die bisherige Vorplanung sah einen Rückbau von zwei Etagen des
Schulhauses vom Typ „Erfurt“ vor, so dass künftig Keller, Erd- und ein
Obergeschoss genutzt würden. Gleichzeitig sollte ein Anbau (unter anderem mit
Veranstaltungssaal) an der Südseite errichtet werden.
Je nachdem, wie viel Geld noch aus dem Fördertopf hinzu kommt, muss die Planung
möglicherweise angepasst werden und „bescheidener“ ausfallen, erklärte Rohrßen –
und fügte hinzu: „Keinesfalls soll der Stadteiltreff gestrichen werden. Das
Projekt halten wir für absolut sinnvoll und notwendig.“ Dem schloss sich Bernd
Krause (Die Linke) im Volksstimme-Gespräch an: „Der Stadtteiltreff steht
grundsätzlich nicht in Frage.“
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 20.11.2010)
26.10.2010
Neuer Standort für die „Oase“
Stadtteiltreff am Neustädter See nimmt konkretere Formen an
Die Vorplanung zum neuen Stadtteiltreff im Wohngebiet Neustädter See
geht in die entscheidende Phase. Nachdem sowohl der Umwelt- als auch der
Finanzausschuss in den vergangenen Tagen über das Vorhaben beraten haben,
obliegt dem Bauausschuss die endgültige Beschlussfassung in der kommenden Woche.
Erst dann wird eine Vorlage für den Stadtrat erstellt.
Noch bis vor Kurzem war die Zooschule in der Pablo-Neruda-Straße 11 zu finden,
diese zog jedoch vor 14 Tagen in das Schulgebäude mit der Hausnummer 13 um.
Statt des Abrisses des nun leer stehenden Hauses Nummer 11, ist ein Umbau des
viergeschossigen Einheitsbaus aus DDRZeiten, Typ „Erfurt II“, zu einem
Stadtteiltreff geplant.
Wie die Volksstimme bereits im August berichtete, sollen nach den Plänen der
Stadt aus den bisherigen vier Etagen zwei werden, zudem soll ein Anbau die
nutzbare Fläche vergrößern. So ist geplant, dort unter anderem einen
Gemeinschaftssaal für Feste entstehen zu lassen. Dadurch soll „ein zentraler
Anlaufpunkt im Herzen des Stadtteils entstehen“.
Vorgesehen ist, dass das kommunale Kinder- und Jugendhaus „Oase“ aus den maroden
Räumen im Brunnenhof 9 auszieht und sein Angebot als Hauptnutzer des neuen
Stadtteiltreffs nach den Vorstellungen des Sozialdezernats erweitert. Das sich
derzeit ebenfalls im Brunnenhof 9 befindliche Stadtteilmanagement und die
dortige Wechselstube würden im Fall der Fälle auch in den neuen
Stadtteiltreffpunkt umziehen.
Der Umbau soll behindertengerecht geschehen, Aufzüge und eine barrierefreie
Umgebung werden dies garantieren. Im direkten Umfeld entstehen Spielflächen, ein
Grillplatz sowie ein Basketball- und Beachvolleyballfeld. Im Haus selbst sind
Fitness- und Tanzräume, ein Bistro, ein Toberaum sowie ein offener Treff für
Jugendliche mit Chill-Out-Bereich geplant.
Änderungsanträge kamen aus dem Umweltausschuss, der die Möglichkeit prüfen
lassen will, ob eine Solarstromanlage installiert werden kann bzw. ob das
Gebäude schadstoffbelastet ist.
Wenn der Bauausschuss in seiner Sitzung am 4. November den Beschluss fasst, das
Vorhaben in die Tat umzusetzen, ist die Vorplanung abgeschlossen. Dann wird die
sogenannte Entwurfsunterlage Bau erstellt, über die voraussichtlich im Februar
schließlich im Stadt rat entschieden wird.
Nach dessen Zustimmung ist ein Baubeginn Anfang 2012 avisiert, mit einem
möglichen Einzug der Nutzer Ende 2014. Die Kosten werden bisher auf 3,3
Millionen Euro geschätzt, die zu gleichen Teilen von Bund, Land und Stadt über
das Förderprogramm „Soziale Stadt“ getragen werden sollen. Entsprechende
Fördermittelanträge wurden bereits gestellt, gut 750 000 Euro davon auch schon
bewilligt. Doch nur, wenn auch die restlichen 2,5 Millionen fließen, lässt sich
das Bauvorhaben ausführen.

Der Entwurf aus der Vogelperspektive gesehen
11.08.2010
Stadt legt erste Entwürfe für einen Stadtteiltreff am See vor
Umbau des alten Schulhauses und Anbau vorgeschlagen
Für einen Stadtteiltreff Neustädter See hat die Stadtverwaltung eine Vorplanung
vorgelegt. Der entsprechende Umbau eines nicht mehr genutzten Schulgebäudes an
der Pablo-Neruda-Straße könnte voraussichtlich 2012 beginnen. Die Kosten werden
auf rund drei Millionen Euro geschätzt. Der Bauausschuss des Stadtrates muss im
Herbst entscheiden, ob die Pläne in dieser Form weiterverfolgt werden sollen.
Wie berichtet, will die Stadt im Schulhaus Pablo-Neruda-Straße 11 ein Bürgerhaus
für den Stadtteil Neustädter See gründen. Damit will die Kommune nach eigener
Aussage einen „zentralen Anlaufpunkt im Herzen des Stadtteils schaffen“.
Räumlichkeiten für verschiedene Alters- und Nutzergruppen und ein
„multifunktionaler Saal zur allgemeinen Nutzung“ sollen hier bereitgestellt
werden.
Das kommunale Kinder- und Jugendhaus „Oase“ würde dann aus seinem ohnehin stark
sanierungsbedürftigen Gebäude in der Straße Im Brunnenhof ausziehen und
Hauptnutzer am neuen Standort werden. Angedacht ist zugleich eine
Konzepterweiterung der Einrichtung, heißt es in einem Konzept des städtischen
Sozialdezernats.
Kernaufgaben des Kinder- und Jugendhauses blieben indes offene Freizeitangebote
für Kinder, Jugendliche und Familien. Angebote der außerschulischen
Jugendbildung sowie internationale Jugendarbeit sollen das Programm zum Beispiel
ergänzen.
Das Jugendamt würde demnach Angebotsbereiche für Musik, Kreativarbeit, Tanz,
Sport, Fitness sowie Familienund Jugendarbeit betreiben. Weiterhin sollen im
Stadtteiltreff Neustädter See das Stadtteilmanagement, eine Wechselstube und ein
sozialpädagogischer Fundus untergebracht werden.
Wie bereits auf einer Bürgerversammlung im Juni vom Baubeigeordneten Dieter
Scheidemann öffentlich vorgestellt, bevorzugt die Stadtverwaltung eine
Umbauvariante mit einem Rückbau des alten Schulgebäudes bis zum 1. Obergeschoss.
Daneben sollen aber auch ein Gemeinschaftssaal bzw. ein „Ergänzungsneubau“ an
der Südseite angebaut und mit einem Verbinder angeschlossen werden, schlägt die
Verwaltung vor. Alle geplanten Angebote könnten im Bestandsgebäude nicht optimal
untergebracht werden, heißt es zur Begründung.
Ein Aufzug soll die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer sicherstellen und auch
der Hauptzugang durch eine Aufschüttung des Geländes barrierefrei gestaltet
werden.
Die Nordseite würde nach der Vorplanung als Ruhebereich vorrangig auf die
Bedürfnisse von Kindern und Familien abgestimmt werden. Auf der Südseite sind
Flächen für Sport und Spiel für Kinder und Jugendliche mit einem Basketball- und
Beachvolleyballfeld sowie einem Grillplatz eingezeichnet.
Die auf rund drei Millionen Euro geschätzten Baukosten sollen über das
Förderprogramm „Soziale Stadt“ finanziert werden. Bund, Land und Stadt tragen
die Kosten dabei zu je einem Drittel. Entsprechende Anträge beim Land sind
bereits gestellt bzw. werden für das Programmjahr 2011 noch eingereicht.
Laut der vorläufigen Terminplanung könnte der Umbau des Schulgebäudes vom Typ
„Erfurt“ im Jahr 2012 beginnen. Zunächst muss jedoch der Bauausschuss des
Stadtrates im Herbst dieses Jahres über die Vorplanung abstimmen. Von Robert
Richter
(Quelle: Volksstimme vom 11.08.2010)

Entwurfszeichnung für den Stadtteiltreff Neustädter See vom Magdeburger Büro
A.BB Architekten. Sie zeigt das zurückgebaute Schulgebäude mit einem neuen Anbau
(rechts).

30.07.2010
Schöner leben im Stadtteil
Projekt Lebensweltanalyse startet Befragung der Bewohner über ihre
Lebenssituation im Stadtteil.
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27.07.2010
Konzept für Magdeburg-Nord - Idee: Neue Linie zum Gewerbepark Am Pfahlberg mit
einem Bürgerbus
Ein sogenannter Bürgerbus könnte künftig durch den
Magdeburger Norden rollen, wenn es nach Stadtplanern geht. Sie schlagen vor, zur
Herstellung einer öffentlichern Verkehrsverbindung von Magdeburg-Nord
(Kannenstieg/Neustädter See) zum Gewerbegebiet und Kino Pfahlberg sowie zur
Anbindung der Peripherie der beiden Stadtteile an den Öffentlichen
Personennahverkehr, eine neue Buslinie einzurichten.
Im Grobkonzept des von der Stadtverwaltung mit der Begleitung der
Stadtteilentwicklung in Nord beauftragten Planungsbüros „WohnBund-Beratung
Dessau“ wird erklärt: „Ein Bürgerbus ist öffentlicher Verkehr mit einem Kleinbus
(acht Plätze) in Kooperation mit den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) auf
Strecken, deren Betrieb unter normalen Bedingungen nicht wirtschaftlich ist.“
Bürgerbusse würden „ehrenamtlich von Fahrern aus dem Stadtteil gefahren und
bieten einen regelmäßigen Fahrplan und/oder Rufbus an“, heißt es mit Verweis auf
Beispiele aus Nordrhein-Westfalen.
Damit könnte, so die Planer weiter, die öffentliche Verkehrsanbindung von
Randgebieten wie dem Heideweg oder dem Neuen Sülzeweg besonders für ältere und
behinderte Menschen gesichert und zu gleich eine Busverbindung zum Pfahlberg
geschaffen werden. Dabei sei der Bürgerbus ein Beitrag „zur Förderung
bürgerschaftlichen Engagements und von Verantwortungsübernahme für den
Stadtteil“.
Die Anschubfinanzierung soll nach Vorstellung der Planer über das
Stadtteilförderprogramm „Soziale Stadt“ geschultert werden und die weitere
Finanzierung nicht zuletzt über Sponsoring und Spenden von
(Wohnungs-)Unternehmen sicher gestellt werden. Die Folgekosten könnten erst nach
konkreter Planung benannt werden. Träger des Projekts „Bürgerbus“ könnte ein
neuer Verein bzw. ein bestehender Stadtteilverein in Zusammenarbeit mit den MVB
werden.
Die Startförderung über die „Soziale Stadt“ soll laut zuständigem Baudezernat
für 2011 beantragt werden. Das genannte Förderprogramm finanzieren Bund, Land
und Stadt zu je einem Drittel. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 27.07.2010)
16.07.2010
Planer setzen auf mehr öffentliche Grünflächen im Kannenstieg -Aus
Kita-Gelände soll „Grüne Mitte“ werden
Kannenstieg. Der Kannenstieg soll in den nächsten Jahren eine „Grüne Mitte“
bekommen. Das haben Stadtplaner vorgeschlagen. Bisher gibt es im dicht bebauten
Wohngebiet kaum grüne „Oasen“. Am Rande des Wohngebiets wurde daher vor einigen
Jahren die Sülzepromenade als kleines Erholungsgebiet vor der Haustür für die
„Kannenstiegler“ erschlossen. Mit dem neuen Stadtteilentwicklungskonzept
(Integriertes Handlungskonzept) wollen Planer und Stadtverwaltung möglichst
einen Schritt weitergehen und dem Wohngebiet zu einem attraktiveren Wohnumfeld
verhelfen.
Klar ist, dass dafür zunächst Platz geschaffen werden muss. Vorgesehen ist dafür
das Gelände der AWO-Kindertagesstätte „Bummi“ an der Helene-Weigel-Straße. Die
soll umziehen. Kita-Leiterin Iris Schulze bestätigte, dass ein Umzug in das
Gebäude der AWO am Kannenstieg vorgesehen ist. Dort befindet sich das Kinderheim
Kannenstieg, ebenfalls in Trägerschaft der AWO. Eine Zeitplanung gebe es derzeit
noch nicht.
Voraussetzung für den Wechsel ist die Herrichtung des Gebäudes am Kannenstieg 1
und die interne Neustrukturierung der Funktionen in diesem Gebäude durch die AWO
als Träger der Kita und des Verbundes Erziehungshilfen, heißt es dazu in dem vom
Stadtrat beschlossenen Entwicklungskonzept.
Das Kita-Gebäude an der Helene-Weigel-Straße dient derzeit auch der Kita
„Bördebogen“ als Ausweichstandort, da deren Gebäude am Bördebogen saniert werden
soll. Nach Abschluss der Sanierung des Kita-Gebäudes am Bördebogen
(Voraussichtlich Ende 2011/Anfang 2012) kann die gleichnamige Kita an ihren
Standort zurück ziehen.
Vorausgesetzt, auch die „Bummi“-Kinder sind bis dahin in ihr neues Gebäude am
Kannenstieg gezogen, kann der Kindergarten an der Helene-Weigel-Straße dann
abgerissen werden. Die entstehende Frei fläche soll unter Einbindung der Träger,
Eltern und Kinder sowie der Anwohner als „Grüne Mitte“ im Kannenstieg neu
gestaltet werden. Die Beteiligung soll Identität stiften, den Austausch der
Stadtteilbewohner fördern und sie mit in Verantwortung nehmen, heißt es im
Stadtteilkonzept. Das Defizit an öffentlich nutzbaren Freiflächen im Kannenstieg
könne so abgebaut werden.
Konkrete Ideen für die Neugestaltung sind ein Bürgergarten, in dem Flächen für
eine Bewirtschaftung als Obst-, Gemüse- Blumen- oder Apothekergarten denkbar
sind, oder die Gestaltung eines Geburtenund Hochzeitshaines, in dem für die
Geburt eines Kindes oder eine Hochzeit im Stadtteil ein Baum gepflanzt und von
den betreffenden Familien in Pflege genommen wird. Der Bürgergarten könne mit
einem Projekt „Küche und Kochen“ im Stadtteil verbunden werden und zu einem
sozialen Integrationsprojekt für Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und
Kulturen werden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 16.07.2010)

15.07.2010
Schulgelände im Kannenstieg soll sich in den nächsten Jahren deutlich wandeln
Noch einige Fragen zum Kinderzentrum ungeklärt
Zum „Kinderzentrum Kannenstieg“ soll die Grundschule an der Pablo-Picasso-Straße
mit ihren angeschlossenen Einrichtungen wie dem Kinderfilmstudio, dem
Verkehrssicherheitszentrum und dem Planetarium gestaltet werden. Dazu müsse auch
der Verkehrsübungsplatz Kannenstieg von der weiter entfernten
Hans-Grundig-Straße zum Schulkomplex verlagert werden, fordern die Beteiligten
vor Ort.
Kannenstieg. Im Schuljahr 2010/11 soll der Sanierungsbeginn für die Grundschule
Kannenstieg gefeiert werden. Darüber hinaus soll parallel zur Sanierung nach
Aussage von beteiligten Stadtplanern an einem Konzept für ein „Kinderzentrum
Kannenstieg“ gearbeitet werden. Dieses hatte Cornelia Schade, Leiterin der
Grundschule Kannenstieg, ins Spiel gebracht, ist ihr Haus doch auch Heimstätte
für das Verkehrssicherheitszentrum für Magdeburger Schüler, für das Planetarium
sowie das Kinderfilmstudio mit seinen überregional gefragten Angeboten für
Kinder und Jugendliche.
Wie die von der Stadtverwaltung beauftragte Stadtplanerin Birgit Schmidt
andeutete, soll mit einem zu erarbeitenden Konzept für ein Kinderzentrum u. a.
abgesteckt werden, inwieweit das bald modernisierte Schulgelände auch außerhalb
der Schulzeiten für Kinder und Jugendliche Angebote machen könnte. Immerhin will
die Stadt über die Neugestaltungspläne für die Schule hinaus auch das Umfeld der
Bildungseinrichtung in den kommenden Jahren mit Geld aus einem
Stadtteilförderprogramm („Soziale Stadt“) weiter aufwerten.
Dabei müsse auch ein „Umzug“ des Verkehrsübungs platzes Kannenstieg realisiert
werden, fordern Schulleiterin Schade sowie Michael Schneider vom
Verkehrssicherheitszentrum. Bisher ist der Übungsplatz am anderen Ende des
Wohngebietes an der Hans-Grundig-Straße zu finden. Dies sei zu weit entfernt vom
künftigen Kinderzentrum und ermögliche keine effektive Arbeit der
Verkehrserzieher, so die Kritik.
In dem städtischen Verkehrssicherheitszentrum werden Schüler der Klassen 2 bis 4
der Grund- und Förderschulen aus der ganzen Stadt von Grundschullehrern
unterrichtet. Dafür stehen im Schulgebäude spezielle Klassenräume zur Verfügung.
Klar ist nach Aussage von Schulleiterin Schade inzwischen auch, dass nach dem
geplanten Abriss der angrenzenden Sekundarschule „Wilhelm Busch“ auf der Fläche
u. a. ein Bolzplatz für Kinder und Jugendliche gebaut werden soll. Von Robert
Richter (Quelle: Volksstimme vom 15.07.2010)
siehe auch:
INTEGRIERTES HANDLUNGSKONZEPT Magdeburg
Kannenstieg-Neustädter See
DS0132/09 - Anlage 1: Integriertes Handlungskonzept Kannenstieg /
Neustädter See

14.07.2010
Baustart für Stadtteilzentrum in alter Schule vielleicht 2011
Ämter arbeiten aktuell an Konzept / Kinder- und Jugendhaus „Oase“ soll umziehen
Für ein Stadtteilzentrum am Neustädter See könnte nach
Ausage des Baubeigeordneten Dieter Scheidemann „im Idealfall 2011“ Baubeginn
sein. Die Begegnungsstätte soll in einem leer stehenden Schulgebäude an der
Pablo-Neruda-Straße entstehen. Neben dem Einzug des Kinder- und Jugendhauses
„Oase“ sowie weiterer Einrichtungen und Vereine könnten nach Auffassung von
Stadtplanern für ein tragfähiges Gesamtkonzept auch Mieter aus der
Privatwirtschaft einbezogen werden.
Mit Geld aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“, aufgelegt von Bund, Land und
Landeshauptstadt, soll sich der Schulkomplex an der Pablo-Neruda-Straße in den
kommenden Jahren wandeln.
Zwei der fünf Schulhäuser vom Typ „Erfurt“ sind seit dem vergangenen Jahr nach
der abgeschlossenen Modernisierung für die IGS „Regine Hildebrandt“ der ganze
Stolz der „Nordlichter“ im Stadtteil Neustädter See. Das benachbarte Gebäude der
früheren Sekundarschule steht ebenso leer wie das ehemalige Siemensgymnasium an
der Ecke Klosterwuhne. Dazwischen lernen die Mädchen und Jungen der Grundschule
in ihrem ebenso deutlich in die Jahre gekommenen Schulhaus.
Nach Aussage von Birgit Schmidt, von der Stadtverwal tung für Nord beauftragte
Stadtplanerin vom Büro „WohnBUND-Beratung Dessau“, ist für die nächsten Jahre
ein Umzug der Grundschüler ins alte Siemensgymnasium geplant, „sobald dieses
saniert ist“. Anschließend soll die jetzige Grundschule abgerissen werden.
Für die alte Sekundarschule werde derzeit in den Amtsstuben an einem Konzept für
ein Stadtteilzentrum Neustädter See gearbeitet. Angedacht sei der Rückbau des
Gebäudes auf zwei Etagen plus Kellerge schoss. Klar ist auch schon lange, dass
das städtische Kinderund Jugendhaus „Oase“, das am Standort Im Brunnenhof gerade
sein 20-jähriges Bestehen feierte, fester Bestandteil eines künftigen
Stadtteilzentrums sein wird.
„Wir müssen aber auch sehen, dass das Stadtteilzentrum nicht dauerhaft allein
von öffentlichen Mitteln abhängig bleibt“, sagte Planerin Schmidt. Nach ihrer
Überzeugung sollte das Konzept für das Zentrum nicht allein auf Zuschüssen aus
öffentlichen Kassen fußen. „Ein Teil des Finanzbedarfes sollte selbst
erwirtschaftet werden“, sagte Schmidt. Dazu könnte um Unternehmen geworben
werden, die als Sponsoren oder gleich selbst als Mitmieter des Hauses fungieren
könnten, so die Überlegung der Planerin.
Bei Anwohnern finden die Ideen für eine weitere Umgestaltung des großen
DDRSchulkomplexes bisher durchweg positiven Widerhall. Mieter der angrenzenden
Wohnblöcke forderten aber bereits öffentlich, mit der Neuordnung des Areals auch
die Parkplatzsituation im Wohnquartier zu entspannen.
Durch den Wegfall zweier Schulen sowie den Bau einiger Stellplätze auf dem
Gelände der Hildebrandtschule habe es zwar bereits eine Beruhigung gegeben. Doch
entlang der Pablo-Neruda-Straße seien vor allem an Schultagen zu wenige
Parkflächen vorhanden. Dazu komme die durchweg chaotische Parksituation im
angrenzenden Innenhof der Victor-Jara-Straße. Mit dem Abriss eines
Schulgebäudes, so die Vorstellung von Stadtteilbewohnern, könnte neben Raum für
Freizeit- und Grünanlagen womöglich auch Platz für zusätzliche Auto-Stellflächen
geschaffen werden.
Die Stadtplaner versprachen unterdessen, zu diesen Punkten in der nächsten Zeit
einen Vor-Ort-Termin mit Anwohnern zu organisieren, der auch öffentlich bekannt
gegeben werden soll. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 14.07.2010)

26.06.2010
Stadt will Bürgerengagement in Kannenstieg und Neustädter See beispielhaft
fördern
Der Umbau eines ungenutzten Schulgebäudes zum Stadtteiltreff, der
Ausbau des Rundweges um den Neustädter See und die Modernisierung des
Strandbades sind einige der größten Bauprojekte in Magdeburg-Nord für die
kommenden Jahre. Im Rahmen des Stadtteilförderprogramms „Soziale Stadt“ sollen
auch Sozialprojekte für Langzeitarbeitlose fortgeführt werden. Mit einem
Stadtteilfonds für Kleinstinvestitionen will die Stadt Bürgerengagement fördern.
Auf einem Bürgerforum in der Grundschule „Am Kannenstieg“ steckten Magdeburgs
Baubeigeordneter Dieter Scheidemann und die beauftragten Planer vom Büro
„WohnBund-Beratung Dessau“ in dieser Woche die nächsten Ziele des bis zum Jahr
2020 ausgelegten Stadtteilentwicklungsprogramms für die Stadtteile Kannenstieg
und Neustädter See ab.
Mit welchem Tempo in Bauprojekte und Soziales weiter investiert werden kann,
hängt aber vor allem von der finanziellen Ausstattung des Förderprogramms mit
dem Titel „Soziale Stadt“ ab, in das Bund, Land und Stadt je zu einem Drittel
einzahlen. Wie in der Volksstimme bereits berichtet, muss die Stadt aufgrund von
Sparmaßnahmen mit einem Rückgang der Städtebauförderung rechnen. Eine
Unwägbarkeit, die auch der Baubeigeordnete an den Anfang des Forums stellte, das
die Bürger aus Nord – nur etwa 20 waren gekommen – von neuen Ideen für Nord
begeistern und zum aktiven Mitgestalten animieren sollte. Ein Balanceakt
angesichts der finanziellen Aussichten.
Dennoch will die Stadt an dem geplanten „Experiment“ eines Bürger- bzw.
Stadtteilfonds festhalten, um das Bürgerengagement und ein „Wir-Gefühl“ in Nord
zu fördern. Kleinere Investitionen bis zu 1000 Euro sollen damit möglich werden.
Die Mittel sollen weitgehend „in Selbstverwaltung“ durch die Bewohner und
Vereine vor Ort vergeben werden. Wobei das Stadtteilmanagement, die
Gemeinwesenarbeitsgruppen und das Stadtplanungsamt intervenieren könnten. Auf
den künftig halbjährlichen Stadtteilforen in Nord sollen die entsprechenden
Projekte zur Abstimmung gestellt werden.
Ein genaues Konzept werde derzeit erst erarbeitet, Ziel sei ein
„unbürokratisches“ Prozedere, sagte Scheidemann. Die „Soziale Stadt“-Mittel
dafür habe die Stadt bereits beim Land beantragt.
Pro Jahr sollen möglichst ab 2011 für beide Stadtteile zunächst jeweils 2500
Euro zur Verfügung stehen, bei positiven Erfahrungen später womöglich sogar 5000
Euro, sagte Ronald Redeker vom Stadtplanungsamt. Der Stadtteilfonds könne
Ausgaben ermöglichen, die über das Spektrum des bereits seit Jahren vorhandenen
Initiativfonds der Gemeinwesenarbeitsgruppen (2560 Euro pro Stadtteil im Jahr)
hinausreichten, sagte Monika Schmidt von der WohnBund-Beratung, die den neuen
Fonds vorgeschlagen hat. So sollen Kleinstinvestitionen in die bauliche,
kulturelle oder soziale Infrastruktur möglich werden. Basis sollen Wünsche und
Initiativen von aktiven Bürgern und Vereinen sein.
Mitsprache auch bei größeren Investitionen soll über die Gemeinwesengruppen und
die Bürgerforen gesichert werden. So will das Planungsamt demnächst auch die
Planungen für die Lindwurmbrücke vorstellen. Deren Rampen sollen voraussichtlich
noch in diesem Jahr erneuert werden. Anwohner dringen auf eine
behindertengerechte Gestaltung. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 26.06.2010)
Ausgewählte Projekte in Nord
-
Gehwegsanierung Helene-Weigel- und Pablo-Picasso-Straße
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Umbau eines leeren Schulgebäudes an der Pablo-Neruda-Straße zum Stadtteiltreff
mit Einbeziehung des Kinder- und Jugendhauses „Oase“ (derzeit Im Brunnenhof)
-
Erneuerung der Aufgänge zur Lindwurmbrücke
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Konzeption für ein „Kinderzentrum Kannenstieg“ an der Pablo-Picasso-Straße mit
Grundschule, Hort, Verkehrszentrum (inkl. Verlagerung des Verkehrsübungsplatzes
von der Hans-Grundig-Straße), Planetarium und Kinderfilmstudio
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Wohnumfeldgestaltung Quartier V.-Jara-Straße
22.06.2010
Einladung zum Stadtteilforum Kannenstieg/Neustädter See
Das Integrierte Handlungskonzept als Grundlage für die Stadtteilentwicklung in
den Stadtteilen Kannenstieg und Neustädter See im Rahmen des Förderprogramms
„Soziale Stadt“ ist mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der lokalen
Akteure erarbeitet und im Juni 2009 vom Stadtrat beschlossen worden. Im
Stadtteilforum als zentralem Gremium der Bürgerbeteiligung im Rahmen des
Förderprogramms „Soziale Stadt“ wird über die laufenden und abgeschlossenen
Maßnahmen und Projekte im Stadtteil informiert und über die zu beantragenden
Projekte diskutiert. Zu diesem öffentlichen Stadtteilforum möchten der
Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr der Landeshauptstadt
Magdeburg, der Bürgerverein Nord i.G., das Stadtteilmanagement und das
beauftragte Planungsbüro WohnBund-Beratung Dessau am Dienstag, dem 22. Juni
2010, von 18 – 20 Uhr, in die Grundschule Kannenstieg in der Pablo-Picasso-Str.
20 einladen.
20.05.2010
Neue Konzepte für Brennpunkte gesucht
Magdeburger Norden soll soziale Modellregion werden Hintergrund
Neue Konzepte gegen soziale Probleme in Magdeburg verspricht sich der
Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning (Die Linke) von einem Modellprogramm in
Magdeburg-Nord. Das „Pilotprojekt Integrierte Sozialarbeit“ will die
Stadtverwaltung gemeinsam mit sozialen Trägern und Wohlfahrtsverbänden ab diesem
Jahr bis 2012 umsetzen. „Heute sind andere Rezepte gefragt als noch vor fünf
Jahren“, sagte Brüning dazu. Hauptgrund sei die Langzeitarbeitslosigkeit.
Der von der Stadt schon 2008 vorgelegte Magdeburger Sozialreport zeigte im
Norden soziale Brennpunkte wie Neue Neustadt, Kannenstieg und Neustädter See
auf. Nun soll hier modellhaft für die ganze Stadt mit neuen Konzepten möglichst
wirkungsvoll gegengesteuert werden. Es sei ein „großes Experiment“, räumt der
Beigeordnete ein.
Hauptproblem sei auch in der Sozialregion Nord die Langzeitarbeitslosigkeit mit
Folgen wie Bedürftigkeit, Familienproblemen oder sozialer Isolation, sagte
Brüning: „Wir wollen den Menschen helfen, sich nicht selbst aufzugeben.“
Ein weiteres großes Thema in Nord sei in diesem Zusammenhang die Überschuldung
vieler Haushalte, was auch die Wohnungsunternehmen in Form von Mietrückständen
zunehmend zu spüren bekämen. Zugleich steht für Brüning der Kampf gegen
Jugendarbeitslosigkeit oben auf der Prioritätenliste.
Probleme, die nicht nur im Norden drängen, aber hier nach Brünings Vorstellung
beispielhaft mit neuen Rezepten bekämpft werden sollen. Hintergrund: „Wir haben
in Magdeburg 4500 arbeitslose Jugendliche“, zählt Brüning etwa auf, „es gibt 22
000 Bedarfsgemeinschaften nach SGB II, mehr als die Hälfte der Neugeborenen in
Magdeburg wird in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II geboren.“
Zunächst, so sieht es der vom Sozialdezernat bereits veröffentlichte
Programmplan vor, soll nun im Magdeburger Norden mit den Wohlfahrtsverbänden und
freien Trägern die soziale Infrastruktur auf den Prüfstand gestellt werden.
Jobcenter, Stadtplaner und Wohnungswirtschaft sollen eng einbezogen werden.
Viele gute Ansätze gebe es schon heute. Andere Projekte könnten zielgerichteter
ausgelegt werden. Neue Ideen sollen Einzug halten. „Wir wollen die besten
Erfahrungen aus der ganzen Stadt bündeln“, sagte Brüning.
Ressort- und Ämtergrenzen dürften keine Schranken mehr bilden. „So kann es sein,
dass künftig etwa eine Einrichtung des Jugendamtes Angebote auch für andere
Altersklassen macht, wie es ja schon in Magdeburg praktiziert wird“, deutete der
Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning im Volksstimme-Gespräch an.
Auch Einrichtungen der Altenhilfe müssten sich für manche Veränderung öffnen. So
seien diese bisher meist an Wochenenden geschlossen, obwohl es auch oder gerade
da Bedarf an (generationsübergreifenden) Angeboten, Stadtteilkultur und
Begegnungsmöglichkeiten gebe, so ein weiteres Beispiel des Beigeordneten.
Themen wie „Gesundheitsförderung und Ernährungsberatung für benachteiligte
Menschen“ sind ebenfalls im Handlungsplan des Sozialdezernats erfasst.
Bei allem, so der feste Wille der Stadtverwaltung, dürfe aber für den
gebeutelten Haushalt keine zusätzliche finanzielle Belastung entstehen. Nicht
zuletzt deshalb wolle man bürgerschaftliches Engagement fördern und viel auf
Hilfe zur Selbsthilfe setzen.
Die Sozialregion Nord umfasst die Stadtteile Neue Neustadt, Neustädter See ,
Kannenstieg, Neustädter Feld, Sülzegrund, Großer Silberberg, Rothensee,
Industriehafen, Gewerbegebiet Nord, Barleber See.
Ziel ist es, die Lebenslage zu verbessern für Alleinerziehende und deren Kinder,
junge Menschen unter 25 Jahren, Erwachsene über 55 Jahre, Menschen mit
Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderungen.
Im Stadtrat steht das Pilotprojekt am 27. Mai zur Abstimmung. Der Magdeburger
Norden soll per Stadtratsbeschluss zur sozialen Modellregion ausgerufen werden.
Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 20.05.2010)

18.03.2010
Der Jungbrunnen in Buckau und die Frauenpower vom Kannenstieg
40 Magdeburger Stadtteile und die interessante Zusammensetzung ihrer Bevölkerung
Magdeburgs 40 Stadtteile sind so unterschiedlich wie deren Namen oder
geografische Lage. Das ergibt ein Blick in die Einwohnerstatistik zwischen
Rothensee und Beyendorf. Kein Stadtteil gleicht dem anderen in der
Einwohnerstruktur.
Wer in Magdeburg wohnt und noch keine 45 Lenze zählt, der darf sich getrost und
voller Selbstbewusstsein zu den jungen Elbestädtern rechnen. Schließlich liegt
das Durchschnittsalter aller Magdeburger bei 45,6 Jahren. Alle darunter gehören
demnach – freilich rein statistisch gesehen – zur Magdeburger Jugend. Alle
darüber hingegen zu den reifen Elbestädtern.
Zahlen wie diese spuckt eine aktuelle Übersicht des Amtes für Statistik der
Landeshauptstadt aus. Das notiert akribisch u. a. Lebensalter und Nationalität
und ermittelt daraus Durchschnittswerte. Und so treten interessante Merkmale
auf.
Im Kannenstieg beispielsweise ist der Magdeburger auch im Alter von 49 Jahren
noch „jung“, weil das Durchschnittsalter hier mit 50,4 Jahren am höchsten ist.
In Buckau haben es dagegen schon die 40-Jährigen schwer. Wer diesen runden
Geburtstag hinter sich hat, muss sich im Stadtteil mit dem jüngsten
Durchschnittsalter von 39,4 Jahren schon zu den „Alten“ zählen lassen.
Einsiedler hingegen sollten sich die Stadtteile Industriehafen (0,1), Pechau
(0,7) oder Beyendorf-Sohlen (1,5) genauer ansehen. Dort wohnen – bezogen auf die
Fläche des Stadtteils – die wenigsten Magdeburger. Noch „einsamer“ ist es nur in
der Kreuzhorst oder auf dem Großen Silberberg. In diesen beiden Stadtteilen
sagen sich nur Fuchs und Hase, nicht aber Magdeburger „Gute Nacht!“. Beide
Stadtteile sind unbewohnt.
Gesellige Magdeburger sollten sich – falls sie nicht schon ohnehin dort wohnen –
Rich tung Stadtfeld-Ost orientieren. Hier leben mit 74 Einwohnern je Hektar
Stadtteilfläche so viele Einwohner wie in keinen anderen Stadtteil. Pro Hektar
(74) drängeln hier sogar mehr Magdeburger als beispielsweise im gesamten
Stadtteil Gewerbegebiet Nord (5 Einwohner), Sülzegrund (10), Beyendorfer Grund
(14), Zipkeleben (25), Industriehafen (38) oder Barleber See (70). Stadtfeld-Ost
ist mit dieser Einwohnerdichte unangefochten Nummer 1. Mit großem Abstand folgt
der Kannenstieg (55 Einwohner je Hektar).
Internationalität ist vor allem in der Stadtmitte zu finden. Unter den rund 15
000 Altstädtern sind knapp 12 Prozent Einwohner registriert, die nicht die
deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Ein vergleichbares Weltflair versprüht nur
noch die Alte Neustadt mit 11,3 Prozent Ausländeranteil. Beide Stadtteile
dürften – auch wenn es nicht erhoben wurde – vom relativ hohen Anteil
ausländischer Studenten und Wissenschaftler in Wohnungen in der Altstadt und der
Neuen Neustadt profitieren.
Interessant ist auch der Blick in die geschlechterspezifische Verteilung.
Absolut gesehen leben die meisten Frauen in Stadtfeld-Ost – 12 715 Bewohner sind
weiblich. Der Frauenanteil ist aber hier nicht am höchsten. Die größte
Frauenpower herrscht im Kannenstieg mit 53,8 Prozent Frauenanteil. Übertroffen
wird dies nur vom Sülzegrund und dem Gewerbegebiet Nord mit jeweils 60 Prozent
Frauenanteil. Mit 10 bzw. 5 Einwohnern insgesamt sind diese Werte aber wohl eher
zu vernachlässigen.
Magdeburg ist ohnehin „Frauenburg“. In 26 von 38 bewohnten Stadtteilen gibt es
mehr Damen als Herren. Echte Männerdomänen sind nur Zipkeleben (60 Prozent),
Industriehafen (58), Barleber See (56) und Rothensee (53,2). Welche Chancen oder
gar Risiken sich aus dieser Geschlechterverteilung ergeben, mag aber jeder
selbst beurteilen. Von Rainer Schweingel
(Quelle: Volksstimme vom 13.03.2010)


13.08.2009
„Agenda 2020“ sieht in alter Schule neues Stadtteilzentrum
Stabsstellenchef Gottschalk: „Umsetzung schon in den nächsten zwei, drei Jahren“
Die „Oase“ in Nord soll sich weiter ausbreiten. Die Stadt möchte in den nächsten
zwei bis drei Jahren in einem Gebäude des Schulkomplexes an der
Pablo-Neruda-Straße ein neues Stadtteilzentrum eröffnen und dafür das bisherige
Freizeitzentrum „Oase“ Im Brunnenhof aufgeben. Neben dem Ausbau des
Seerundweges, der wie bereits berichtet in diesem Jahr beginnen soll, wird damit
ein weiteres Großprojekt des gerade vom Stadtrat beschlossenen
Stadtteilentwicklungskonzeptes angepackt. Das erfuhren die Besucher eines
Stadtteilforums am Dienstagabend in der Grundschule „An der Klosterwuhne“.
Ein klassischer Jugendklub ist die „Oase“ schon lange nicht mehr. Neben dem
Freizeittreff für junge Leute des Stadtteils bietet das Haus einer Vielzahl von
Interessengruppen und Vereinen ein Zuhause. Stadtteilbüro oder Wechselstube sind
nur zwei weitere Nutzer des einstigen DDR-Plattenbaukindergartens, der heute
entsprechend schon fast aus allen Nähten platzt.
Viel Raum für Neues wird indes bald der Großschulkomplex mit fünf
Unterrichtshäusern an der Pablo-Neruda-Straße bieten. Während sich die
Integrierte Gesamtschule „Regine Hildebrandt“ über zwei von Grund auf
modernisierte Gebäude und ein neu gestaltetes
Außengelände freut, gingen am anderen Ende mit dem Auszug des Siemensgymnasiums
die Lichter gerade aus. Die Grundschule „An der Klosterwuhne“ soll Nachnutzer
des besser ausgestatteten ehemaligen Gymnasiums werden. Damit werden zwei
Schulen vom Typ „Erfurt“ künftig nicht mehr als Unterrichtsgebäude benötigt.
Was damit geschehen soll, beschäftigt die Anwohner schon lange: „Mit der
Sanierung der IGS ,Regine Hildebrandt‘ haben wir wirklich zwei Schmuckstücke
bekommen, auch die Außenanlage wurde wunderbar gestaltet“, lobte ein Mieter aus
der Nachbarschaft am Dienstagabend auf dem Stadtteilforum in der Grundschule, zu
dem Stadtplaner und Ämter eingeladen hatten. Die Frage bleibe allerdings: Was
soll aus den anderen Gebäuden werden?
Im ressortübergreifenden Stadtteilentwicklungskonzept für die nächsten zehn
Jahre – eine 108-seitige „Agenda 2020“ für Nord – zeigt das Dessauer
Planungsbüro „WohnBund-Beratung“ im Ergebnis mehrerer Stadtteilrundgänge und -
foren nun eine Anwort auf. Und die trifft auch bei der Stadtverwaltung auf große
Gegenliebe: Eines der alten Schulgebäude soll als neues Stadtteilzentrum
fungieren.
Dazu werde das Freizeitzentrum „Oase“ aus seinen beengten und ohnehin baulich
veralteten Verhältnissen Im Brunnenhof an die Pablo-Neruda-Straße umziehen,
sagte Dr. Ingo Gottschalk, Leiter der städtischen Stabsstelle für Jugendhilfe,
Sozial- und Gesundheitsplanung: „In den nächsten zwei, drei Jahren soll sich
hier sichtbar etwas tun. Die Vorplanung ist noch für dieses Jahr vorgesehen.“
Laut Handlungskonzept soll das Spektrum der „Oase“ um „Angebote für alle Alters-
und Nutzungsgruppen im Stadtteil erweitert werden“. Weiter heißt es: „Entstehen
soll eine zentrale Begegnungsstätte für den Stadtteil mit Betreuungs-,
Bildungs-, Kultur- und Freizeitangeboten für alle Alters- und Bewohnergruppen.“
Für Umbau und Sanierung des Schulgebäudes belaufen sich die geschätzten Kosten
auf rund 4,06 Millionen Euro. Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“, das
Bund, Land und Kommune zu je einem Drittel f nanzieren, sollen beantragt werden.
Doch selbst bei schrittweiser Umsetzung in den kommenden Jahren müssten sicher
für eine Kofnanzierung noch Partner gefunden werden, geben die Planerinnen zu
bedenken.
Derweil stehen laut Gottschalk für das zweite ungenutzte Schulgebäude die
Zeichen auf Abriss.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 13.08.2009)

24.02.2009
Nach einem Bürgerforum im Januar und zwei Stadtteilrundgängen
Anfang Februar mit Anwohnern stellte Birgit Schmidt vom Büro WohnBund-Beratung
Dessau am Dienstagabend ihre Vorschläge für ein Stadtteilentwicklungskonzept bis
2020 in der Grundschule „Am Kannenstieg“ öffentlich vor. Das Zukunftspapier mit
baulichen und sozialen Projekten soll durch den Stadtrat beschlossen werden und
künftig Grundlage für Förderanträge sein.
Die Reden amerikanischer Präsidenten haben zuweilen etwas, was Vorträge hiesiger
Stadtplaner normalerweise nicht haben: Sie sind besonders aufrüttelnd,
mitreißend, packen die Zuhörer auch schon mal bei der Ehre. „Fragt nicht, was
euer Land für euch tun kann, sondern was ihr für euer Land tun könnt“, beschwor
John F. Kennedy 1961 in der Antrittsrede als US-Präident seine Landsleute.
„Fragen Sie nicht, was die Stadt für Sie tun kann, sondern was Sie für Ihren
Stadtteil tun können!“ Euphorischer Jubel brach nun nicht gleich aus nach der
Rede mit abgewandeltem Kennedy-Zitat von Stadtplanerin Birgit Schmidt über das
„Integrierte Handlungskonzept“ für Nord. Aber die rund 80 Magdeburger in der
Aula der Grundschule „Am Kannenstieg“ horchten zumindest kurz auf. Wer weiß:
Vielleicht geht dieser 24. Februar 2009 ja auch noch irgendwie in die Geschichte
des Magdeburger Nordens ein ...
Die Anwohner wurden am Dienstag erneut um ihre Meinungen zur
Stadtteilentwicklung und zu den Iden der Planer gebeten. EineVeranstaltung unter
dem Motto „Wünsch Dir was“ könne der Abend jedoch nicht werden, sagte Birgit
Schmidt gleich am Anfang.
Das ließ Michael Schneider, Lehrer und Leiter des städtischen
Verkehrssicherheitszentrums für Schüler, das Teil des Kinderzentrums Kannenstieg
mit Grundschule, Hort, Kinderflmstudio und Planetarium ist, nicht gelten: „Ich
bin schließlich mit der Sendung ,Wünsch Dir was‘ im Fernsehen groß geworden.“
Deshalb ließ er von seinem Wunsch an die Stadtplaner auch nicht ab: Der
Verkehrsübungsplatz, derzeit fernab der Schule an der
Hans-Grundig-Straße/Magdeburger Ring gelegen, soll „umziehen“, und zwar auf die
Freifäche des abgerissenen Gymnasiums direkt neben der Schule.
Grundschulleiterin Cornelia Schade erneuerte, die versammelte Lehrerschaft im
Rücken, den Wunsch nach einer Sanierung des Gebäudes und der Außenanlagen.
Den Wunsch nach mehr Blumen im Vorgarten seines Wohnblocks, den ein Anwohner
äußerte, kann sich der „Kannenstiegler“ mit seinen Nachbarn aber wohl nur selbst
erfüllen: „Früher war der Kannenstieg ein blühender Stadtteil, entlang der
Johannes-R.-Becher-Straße standen viele Rosen in den Vorgärten.“
Für Stadtplanerin Birgit Schmidt schloss sich spätestens hier der Kreis zu ihrer
Begrüßungsrede. Ihre These: Die Zukunft des Kannenstiegs hängt nicht allein von
öffentlichen Investitionen, sondern stark auch vom Engagement der Bewohner
selbst ab.
Beispiel: Die Wohnungsunternehmen oder auch die Stadt seien sicher bereit, Grünflächen für Bewohner als selbst bewirtschaftete Hausgärten zur Verfügung zu
stellen. Kommt es bald zu einer Aktion „Blühender Kannenstieg“ gemäß dem Motto
des Abends „Fragen Sie ... was Sie für Ihren Stadtteil tun können“?
Es wäre eine Aktion, die ein neuer „Bürgerverein Magdeburg-Nord“ initiieren
könnte, für den sich auf Anregung von Planerin Birgit Schmidt spontan fünf
Gründungsmitglieder meldeten (sieben werden allerdings rechtlich benötigt).
Damit ließen sich auch andere wichtige Ziele anpacken: Nachbarschaftshilfe,
Miteinander der Generationen oder Projekte für die und mit der lokalen
Wirtschaft (z. B. Standortwerbung, Ausbildungspaten für Schüler).
Ein Bürgerverein wäre nicht nur aus Sicht von Planerin Birgit Schmidt wichtig
für eine erfolgreiche Stadtteilentwicklung: vom reinen Wohngebiet, hin zum
lebendigen Stadtteil. Auch Magdeburgs Baubeigeordneter Dieter Scheidemann
begrüßte den Vorschlag und verwies auf das Beispiel Rothensee mit der
Interessengemeinschaft Rothenseer Bürger. In dem Verein würden die Probleme und
Ideen gesammelt, Stadt und Verein hätten jeweils feste Ansprechpartner. So sei
auch der Bau eines spendenf - nanzierten Spielplatzes möglich geworden.
In Nord müssten aus Sicht von Stadtplanerin Schmidt u. a. auch diese Projekte
angepackt werden: Gestaltung offener Schulhöfe, Sanierung der Kitas „Bummi“ und
„Schlupfwinkel“, ein Stadtteiltreff für Neustädter See in einem ehemaligen
Schulgebäude, der Ausbau des Rundwegs um den Neustädter See und die
Weiterentwicklung des Sees als Freizeitstandort, Sanierung von Fuß- und
Radwegen, Schaffung von Sportangeboten (z.B. Bewegungspfad für Senioren oder
Basketballplatz für Jugendliche) und Maßnahmen zur Lärmminderung an der
Tangente.
Bevor das Konzept fertiggeschrieben wird und in den Stadtrat geht, stehen
Abstimmungen mit Ämtern und noch im März eine dritte Bürgerversammlung an
(Termin wird noch bekannt gegeben).
Ein Teilnehmer der vorangegangenen Stadtteilspaziergänge lobte die Planerin:
„Fast alle Meinungen und Anregungen fnden sich in ihrem Konzept wieder. Sie
haben uns sehr gut zugehört. Nun kommt es darauf an, dass die Stadt nach dem
Konzept handelt und es mit Leben erfüllt.“ Der Mann fügte an: „Und natürlich die
Bürger.“ Denn wie hatte Birgit Schmidt gesagt: „Fragen Sie nicht, was die Stadt
tun kann ...“
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 27.02.2009)

Auf dem Schulhof in der Pablo-Neruda-Straße berieten Anwohner und Stadtplaner
Anfang des Monats über Gestaltungsmöglichkeiten. Planerin Birgit Schmidt schlägt
nun vor, einen Stadtteiltreff in einem leeren Schulgebäude einzurichten. Foto:
R. Richter

10.02.2009
Zukunftsideen für Nord gesucht
Gestern erster Stadtteilspaziergang am Neustädter See - 50 „Stadtplaner“ auf
Tour
Auf einen Stadtteilrundgang mit Stadtplanern haben sich gestern rund 50
Teilnehmer im Wohngebiet am Neustädter See begeben. Stationen waren u.a. der
Innenhof der Lumumbastraße, der Schulkomplex und der Festplatz an der
Salvador-Allende-Straße. Die Planer sammeln Ideen für die Stadtteilentwicklung
bis 2020.
Ob Seniorenwohnanlage, Eigenheimsiedlung oder Fitnessparcours für Senioren unter
freiem Himmel – spontane Einfälle hatte so mancher Teilnehmer des Rundgangs für
den Schulkomplex an der Pablo-Neruda-Straße.
Klar ist, dass neben der Integrierten Gesamtschule „Regine Hildebrandt“, deren
Gebäude zurzeit saniert werden, nur noch die Grundschule „An der Klosterwuhne“
Bestand haben wird, das Siemensgymnasium zieht in die Alte Neustadt. Was soll
aus den übrigens Schulgebäuden aus den 1970er Jahren werden? Abriss, lautete
gestern die einhellige Antwort der Anwohner. Wobei für die Grundschule ein Umzug
ins jetzige Haus des Siemensgymnasiums gefordert wurde, da dieses Gebäude
teilweise schon modernisiert worden sei.
Bliebe zwischen „Hildebrandts“ und Grundschule eine gewaltige Brachfläche, der
es aus Sicht der Planer neues Leben einzuhauchen gilt. „Auf dem Areal gab es
früher Gärten, die könnte man wieder anlegen“, so die Anregung eines Anwohners.
Die traf angesichts zahlreicher Gartensparten im Umkreis und deren Sorgen, alle
Parzellen zu verpachten, auf Widerspruch in der Runde.
Unwidersprochen blieb eine Station weiter hingegen die geäußerte Meinung, die
2008 abgeschlossene Neugestaltung des Festplatzes sei gelungen. Vor allem von
Mietern des angrenzenden Hochhauses gibt es jedoch Vorbehalte gegen den Kiosk am
Rande des Platzes.
Planerin Birgit Schmidt, WohnBUND-Beratung Dessau, notierte alles genau. Ihr
Büro hat von der Stadt den Auftrag erhalten, in Zusammenarbeit mit dem
Magdeburger Architekturbüro Otto ein neues Stadtteilentwicklungskonzept bis 2020
für die Stadtteile Neustädter See und Kannenstieg zu erarbeiten. Auf dessen
Grundlage sollen Bauvorhaben und soziale Projekte geplant und Fördermittel aus
dem Programm „Soziale Stadt“ beantragt werden.
Stadtteilmanagerin Jessica Zedler, für beide Viertel zuständig, freute sich über
die Resonanz: „Schön, dass so viele mitgekommen sind, um sich einzubringen.“
Heute gibt es die Fortsetzung im Kannenstieg. Hier laden Planerin Birgit Schmidt
und Vertreter des Stadtplanungsamtes am Nachmittag zum Rundgang ein. Treffpunkt
ist um 15 Uhr die Lindwurmbrücke bzw. um 16 Uhr die Bus-Endhaltestelle.
Anschließend besteht gegen 17 Uhr die Möglichkeit, gemeinsam im Bürgerhaus
Kannenstieg in der Johannes-R.-Becher-Straße 57 den Stadtteilspaziergang
auszuwerten und ausklingen zu lassen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme
vom 10.02.2009)

Dicht umringt von Bewohnern des Stadtteils Neustädter See:
Planerin Birgit Schmidt nimmt gestern Nachmittag auf dem Festplatz an der
Salvador-Allende-Straße die Bürgermeinungen auf. Foto: R. Richter
Einladung zu einem geführten Spaziergang durch den Stadtteil Neustädter See
am 09.02.2009
Was muss sich in Nord ändern? Stadtteilrundgänge: Planer laden ein
Für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See wird seit November 2008 im
Zuge des Förderprogramms „Soziale Stadt“ ein Stadtteilentwicklungskonzept bis
2020 entwickelt. Dabei möchten die Stadt und die beauftragten Planerinnen Birgit
Schmidt und Monika Schulte den Stadtteilbewohnern Gelegenheit zur Mitwirkung
gegeben.
Erste Zwischenergebnisse wurden bereits während eines Stadtteilforums am 13.
Januar mit verschiedenen Institutionen sowie Bewohnern der Stadtteile öffentlich
diskutiert (Volksstimme berichtete). Um den bisherigen Arbeitsstand
vorzustellen, Hinweise und Ideen in die weitere Bearbeitung aufnehmen zu können,
laden die Planer nun zu geführten Spaziergängen durch die Stadtteile ein. Das
neue Stadtteilkonzept, (Fachbezeichnung: Integriertes Handlungskonzept) soll die
Stadtteilentwicklungspläne für Kannenstieg und Neustädter See von 1998 ersetzen.
Es wird nach Fertigstellung dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden und als
Grundlage für die Fördermittelanträge der kommenden Jahre dienen. Das von der
Landeshauptstadt Magdeburg mit der Erarbeitung des Konzeptes beauftragte Büro
WohnBund-Beratung Dessau und das Stadtplanungsamt erwarten die Interessierten am
9. Februar (Stadtteilspaziergang Neustädter See) um 15 Uhr am Märchenbrunnen auf
dem Neustädter Platz und später Hinzukommende um 16 Uhr am
Werner-von-Siemens-Gymnasium. Anschließend (gegen 17 Uhr) besteht die
Möglichkeit, gemeinsam im Jugendfreizeitzentrum „Oase“, Im Brunnenhof 9, den
Spaziergang auszuwerten und ausklingen zu lassen.
Interessierte des Stadtteils Kannenstieg erwarten die Planer am 10. Februar um
15 Uhr auf der Lindwurmbrücke und später Hinzukommende um 16 Uhr an der
Bus-Endhaltestelle. Anschließend (gegen 17 Uhr) besteht die Möglichkeit,
gemeinsam im Bürgerhaus Kannenstieg, Johannes-R.-Becher-Str. 57, den Spaziergang
auszuwerten und ausklingen zu lassen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 05.02.2009)

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