Integriertes Handlungskonzept


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Stadtteilfonds für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See
Das Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" räumt die Möglichkeit ein, einen Fonds einzurichten, durch den kleine Projekte im Rahmen der Ausrichtung des Programms gefördert werden können. Für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See wurde im Integrierten Handlungskonzept Verfügungsfonds für beide Stadtteile vorgeschlagen, die in Ergänzung zu den bestehenden Initiativfonds Gemeinwesenarbeit (GWA) die Entwicklung und Umsetzung von bürgerschaftlich getragenen Projekten und Maßnahmen unterstützen sollen.

Förderrichtlinie über die Zuwendung aus dem Stadtteilfonds der Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See
Antrag auf Förderung aus dem Stadtteilfonds für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See

INTEGRIERTES HANDLUNGSKONZEPT Magdeburg Kannenstieg-Neustädter See
DS0132/09 - Integriertes Handlungskonzept Kannenstieg / Neustädter See

Ziel des Integrierten Handlungskonzeptes ist die bessere Verknüpfung städtebaulicher und
sozialer Maßnahmen mit Maßnahmen der Gemeinwesenarbeit und der lokalen Ökonomie. Damit
wird auch der Aufbau selbsttragender und nachhaltiger Strukturen im Stadtteil verfolgt.

Maßnahmen des Stadtteilkonzepts (ausgewählte Vorschläge)

  • Stadtteiltreff Neustädter See in einem leeren Gebäude des Schulkomplexes

  • Öffnung und Neugestaltung des Schulgeländes im Kannenstieg

  • Quartiersvereinbarung zwischen Stadt und Wohnungsunternehmen sowie Wohlfahrtsverbänden und sozialen Einrichtungen

  • Sozialkaufladen als Weiterentwicklung bestehender Einrichtungen wie Wechselstube oder „Umsonstladen“

  • Patenschaften für Ausbildung zwischen Unternehmen und Schulen

  • Standortmanagement für Einkaufszentrum Neustädter Platz

  • Bürgerbus (Kleinbus mit Fahrplan oder als Rufbus) zur Herstellung einer öffentlichen Verkehrsverbindung von Magdeburg-Nord zum Gewerbegebiet und Kino Pfahlberg sowie zur Anbindung der Peripherie der beiden Stadtteile an den öffentlichen Nahverkehr

  • Rundweg um den Neustädter See und Weiterentwicklung des Naherholungsgebiets

  • Grünachse zwischen Kannenstieg und Neustädter See

  • Qualifizierung des Fuß- und Radwegenetzes

Präsentation
der gemeinsamen Sitzung der Arbeitsgruppen Gemeinwesenarbeit Kannenstieg und Neustädter See zur Evaluierung der abgeschlossenen und laufenden Maßnahmen des Integrierten Handlungskonzeptes.

PDF-Dokument (126 kb)

Hintergrund:
Die bisherige Stadtteilentwicklung basierte in ihren konkreten Maßnahmen und Einzelprojekten auf
den Stadtteilentwicklungskonzepten (STEK) für die Stadteile Kannenstieg und Neustädter See von
1998. Diese Konzepte wurden zwar einige Zeit fortgeschrieben und die Datenbasis der Konzepte
aktualisiert, dennoch stellen diese Konzepte keine ausreichende Basis mehr für eine integrierte
Entwicklung und Steuerung des Erneuerungsprozesses im Fördergebiet Kannenstieg/Neustädter See
der Sozialen Stadt dar.
Nach 10 Jahren war eine grundsätzlichere Prüfung der Entwicklung und eine Neuausrichtung der
Ziele und Maßnahmen im Sinne einer integrierten Entwicklung notwendig. Eine Angleichung der
Entwicklungsperspektiven an andere Planungen der Stadtentwicklung wird durch das neu
erarbeitete Integrierte Handlungskonzept bis 2020 erreicht werden.
Die Stadtteilentwicklungskonzepte von 1998 waren auf die städtebauliche Entwicklung
konzentriert. Entsprechend umfasste der bisherige Vorhaben-, Kosten-, Finanzierungs- und Zeitplan
vor allem Maßnahmen zu baulichen und Wohnumfeldverbesserungen in den Stadtteilen. Die
Verknüpfung von baulich-räumlicher Stadtteilentwicklung mit sozialen Maßnahmen und mit
Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Ökonomie oder integrative Handlungsansätze wurden dabei nicht oder nur unzureichend berücksichtigt.
Parallel wurden durch das Dezernat V in den Stadtteilen Arbeitsgruppen Gemeinwesenarbeit (AG
GWA) eingerichtet, die auf eine inzwischen mehrjährige erfolgreiche Arbeit zurückblicken können.
Die Verknüpfung der Gemeinwesenarbeit mit der städtebaulichen und ökonomischen Entwicklung
der Gebiete gelang bisher jedoch nur teilweise und zeitweise.

Ziel des Integrierten Handlungskonzeptes ist deshalb die bessere Verknüpfung städtebaulicher und
sozialer Maßnahmen mit Maßnahmen der Gemeinwesenarbeit und der lokalen Ökonomie. Damit
wird auch der Aufbau selbsttragender und nachhaltiger Strukturen im Stadtteil verfolgt.

Durch das Integrierte Handlungskonzept wird zudem eine stärkere Verknüpfung der Konzepte und
Maßnahmen der Sozialen Stadt mit den Programmen des Stadtumbaus und der Stadtteilentwicklung
angestrebt. Dabei ist die stärkere Beteiligung der Bürger und lokalen Akteure der beiden Stadtteile
sowie die Verknüpfung der Entwicklung in beiden Stadtteilen eine wichtige Voraussetzung.

Zusammenfassend wurden mit der Erarbeitung eines Integrierten Handlungskonzeptes für das
Soziale Stadt-Fördergebiet Magdeburg Kannenstieg/Neustädter See folgende Ziele verfolgt, die mit
der Umsetzung des Vorhaben-, Kosten-, Finanzierungs- und Zeitplan (DS0133/09) erreicht werden
sollen:

  • Aktualisierung und Fortschreibung der Grundlagen für eine integrierte und einheitliche
    Erneuerung der beiden Stadtteile im Fördergebiet

  • Verknüpfung und Integration der verschiedenen Ressorts, Akteure, Handlungsfelder, Themen
    und Projekte in den Erneuerungsprozess

  • Erarbeitung von Zielen und daraus abgeleiteten Projekten und Maßnahmen mit einem Planungs-
    Horizont bis 2020

  • Einbeziehung und Verknüpfung der Ressourcen der verschiedenen Akteure zum Aufbau
    tragfähiger und handlungsfähiger Strukturen in den Stadtteilen Kannenstieg/Neustädter See als
    Basis für eine stabile soziale, ökonomische und städtebauliche Entwicklung

  • Förderung und Aktivierung von Bürgerengagement und Zivilgesellschaft sowie Beteiligung der
    Bürger und der verschiedenen lokalen Akteure an der Stadtteileentwicklung
    ( Quelle: Auszug aus dem Beschluss)

Bilder /Entwürfe / Skizzen

Geplanter Stadtteiltreff Neustädter See



Der Entwurf aus der Vogelperspektive gesehen
 



Entwurfszeichnung für den Stadtteiltreff Neustädter See vom Magdeburger Büro A.BB Architekten. Sie zeigt das zurückgebaute Schulgebäude mit einem neuen Anbau (rechts).

Aktuelle Nachrichten

20.05.2011
Stadtteilfonds für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See
Das Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" räumt die Möglichkeit ein, einen Fonds einzurichten, durch den kleine Projekte im Rahmen der Ausrichtung des Programms gefördert werden können. Für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See wurde im Integrierten Handlungskonzept Verfügungsfonds für beide Stadtteile vorgeschlagen, die in Ergänzung zu den bestehenden Initiativfonds Gemeinwesenarbeit (GWA) die Entwicklung und Umsetzung von bürgerschaftlich getragenen Projekten und Maßnahmen unterstützen sollen.

Förderrichtlinie über die Zuwendung aus dem Stadtteilfonds der Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See
Antrag auf Förderung aus dem Stadtteilfonds für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See


 

Bisherige Nachrichten

25.01.2011
Kürzung der Fördermittel lässt Stadtteiltreff schrumpfen
Bauausschuss bestätigt überarbeitete Vorplanung / 2,5 statt 3,3 Millionen Euro bewilligt

Für einen Stadtteiltreff am Neustädter See hat das Kommunale Gebäudemanagement (KGM) überarbeitete, deutlich „abgespeckte“ Pläne vorgelegt. Statt des Umbaus eines leer stehenden Schulgebäudes an der Pablo-Neruda-Straße soll komplett neu gebaut werden. Der Bauausschuss gab dafür bereits grünes Licht. Grund ist laut Stadt die Streichung von Städtebaufördermitteln. So stehen für den Treff nicht mehr die erhofften 3,3 Millionen, sondern nur rund 2,5 Millionen Euro bereit.

21.11.2010
Stadtteiltreff Neustädter See schwebt zwischen Bau- und Kürzungsplänen - Veranschlagte Investition von 3,3 Millionen Euro ist für die Stadt in dieser Höhe wahrscheinlich nicht finanzierbar
Verwirrung um den geplanten Stadtteiltreff Neustädter See. Der Bauausschuss des Stadtrates sollte längst das Nutzungskonzept und die Vorplanung endgültig bestätigen. Doch die Entscheidung wurde vertagt. Aus welchem Grund, blieb in Nord für die Bewohner, Vereine und Einrichtungen ein Geheimnis. Nun geht die Sorge um, es könnte gestrichen werden, das mit viel Tamtam in Bürgerforen präsentierte und aus Sicht der „Nordlichter“ dringend notwendige Vorhaben. Drei Ausschüsse hatte die Drucksache DS0163/10 „Vorplanung für den Stadtteiltreff Neustädter See“ bereits passiert. Sogar die Finanzpolitiker hatten das Konzept mit einem veranschlagten Investitionsvolumen von rund 3,3 Millionen Euro abgesegnet. Im entscheidenden Bauausschuss verschwand die Vorlage dann plötzlich von der Tagesordnung.
Vor Ort in Nord sorgte das in den vergangenen Tagen für großes Rätselraten. „Wird der Stadtteiltreff gar gestrichen?“, fragte denn auch Stadtteilbewohner Hans-Dieter Karg in der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) öffentlich. Die hier engagierten Bewohner, Vereine und Einrichtungen forderten geschlossen die Stadtteilmanagerin Jessica Zedler, die auch nur fragend mit den Schultern zucken konnte, auf, Licht ins Dunkel zu bringen: Wird der Stadtteiltreff wie versprochen ab 2012 in einem leer stehenden Schulhaus an der Pablo-Neruda-Straße gebaut? Die Frage ist von großer Tragweite. Und das nicht nur, weil der Stadtteiltreff als einer der zentralen Punkte eines neuen Stadtteilentwicklungskonzepts bis 2020 in Bürgerforen mehrfach präsentiert wurde. Denn als Hauptnutzer ist das städtische Kinder- und Jugendhaus „Oase“ vorgesehen, erinnerte Siegfried Kratz vom Bürgerverein Nord in der GWA-Sitzung.
Die „Oase“, seit Jahren durch ihre breit aufgestellte Nutzerschaft mehr aufblühendes Stadtteilzentrum denn „normaler“ Jugendklub, bietet baulich im maroden ehemaligen Kindergartenflachbau Im Brunnenhof 9 einen traurigen Anblick. Sollte der neue Stadtteiltreff in der alten Schule nicht kommen, so die Sicht der Gemeinwesenarbeitsgruppe, müsste Im Brunnenhof dringend saniert werden.
Die Volksstimme erfuhr bereits: Die Stadtteilmanagerin wird voraussichtlich keine dramatischen Botschaften übermitteln müssen, aber auch nicht nur gute Nachrichten mitbringen können. „Die Vorplanung für den neuen Stadtteiltreff wurde uns im Bauausschuss in der vergangenen Sitzung gar nicht erst erläutert“, sagte der
amtierende Ausschussvorsitzende Frank Schuster (CDU) auf Volksstimme-Anfrage. Das Kommunale Gebäudemanagement stellte die Drucksache nicht vor, sondern kurzerhand zurück. Grund war die offene Höhe der Städtebauförderung des Bundes, der seine Zuschüsse kürzen will. Im konkreten Fall ging es um die finanzielle Ausstattung des Programms „Soziale Stadt“, über das sich im Fördergebiet Magdeburg-Nord der Bund, das Land und die Kommune die Kosten für Investitionen teilen.
Für den Stadtteiltreff könnte das bedeuten, dass eine abgespeckte Planung erstellt werden muss, um Kosten zu sparen, so Schuster. Konkrete Zahlen und Fakten sollen voraussichtlich in der Dezember-Sitzung des Bauausschusses vorgelegt werden, sagte Ausschussmitglied Martin Rohrßen (SPD). Von den veranschlagten Baukosten von rund 3,3 Millio nen Euro seien bisher schon 753 700 Euro „Soziale Stadt“-Mittel bewilligt worden, so Rohrßen, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, mit Verweis auf die entsprechenden Angaben in der Drucksache. Die bisherige Vorplanung sah einen Rückbau von zwei Etagen des Schulhauses vom Typ „Erfurt“ vor, so dass künftig Keller, Erd- und ein Obergeschoss genutzt würden. Gleichzeitig sollte ein Anbau (unter anderem mit Veranstaltungssaal) an der Südseite errichtet werden.
Je nachdem, wie viel Geld noch aus dem Fördertopf hinzu kommt, muss die Planung möglicherweise angepasst werden und „bescheidener“ ausfallen, erklärte Rohrßen – und fügte hinzu: „Keinesfalls soll der Stadteiltreff gestrichen werden. Das Projekt halten wir für absolut sinnvoll und notwendig.“ Dem schloss sich Bernd Krause (Die Linke) im Volksstimme-Gespräch an: „Der Stadtteiltreff steht grundsätzlich nicht in Frage.“
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 20.11.2010)

26.10.2010
Neuer Standort für die „Oase“
Stadtteiltreff am Neustädter See nimmt konkretere Formen an
Die Vorplanung zum neuen Stadtteiltreff im Wohngebiet Neustädter See geht in die entscheidende Phase. Nachdem sowohl der Umwelt- als auch der Finanzausschuss in den vergangenen Tagen über das Vorhaben beraten haben, obliegt dem Bauausschuss die endgültige Beschlussfassung in der kommenden Woche. Erst dann wird eine Vorlage für den Stadtrat erstellt.
Noch bis vor Kurzem war die Zooschule in der Pablo-Neruda-Straße 11 zu finden, diese zog jedoch vor 14 Tagen in das Schulgebäude mit der Hausnummer 13 um. Statt des Abrisses des nun leer stehenden Hauses Nummer 11, ist ein Umbau des viergeschossigen Einheitsbaus aus DDRZeiten, Typ „Erfurt II“, zu einem Stadtteiltreff geplant.
Wie die Volksstimme bereits im August berichtete, sollen nach den Plänen der Stadt aus den bisherigen vier Etagen zwei werden, zudem soll ein Anbau die nutzbare Fläche vergrößern. So ist geplant, dort unter anderem einen Gemeinschaftssaal für Feste entstehen zu lassen. Dadurch soll „ein zentraler Anlaufpunkt im Herzen des Stadtteils entstehen“.
Vorgesehen ist, dass das kommunale Kinder- und Jugendhaus „Oase“ aus den maroden Räumen im Brunnenhof 9 auszieht und sein Angebot als Hauptnutzer des neuen Stadtteiltreffs nach den Vorstellungen des Sozialdezernats erweitert. Das sich derzeit ebenfalls im Brunnenhof 9 befindliche Stadtteilmanagement und die dortige Wechselstube würden im Fall der Fälle auch in den neuen Stadtteiltreffpunkt umziehen.
Der Umbau soll behindertengerecht geschehen, Aufzüge und eine barrierefreie Umgebung werden dies garantieren. Im direkten Umfeld entstehen Spielflächen, ein Grillplatz sowie ein Basketball- und Beachvolleyballfeld. Im Haus selbst sind Fitness- und Tanzräume, ein Bistro, ein Toberaum sowie ein offener Treff für Jugendliche mit Chill-Out-Bereich geplant.
Änderungsanträge kamen aus dem Umweltausschuss, der die Möglichkeit prüfen lassen will, ob eine Solarstromanlage installiert werden kann bzw. ob das Gebäude schadstoffbelastet ist.
Wenn der Bauausschuss in seiner Sitzung am 4. November den Beschluss fasst, das Vorhaben in die Tat umzusetzen, ist die Vorplanung abgeschlossen. Dann wird die sogenannte Entwurfsunterlage Bau erstellt, über die voraussichtlich im Februar schließlich im Stadt rat entschieden wird.
Nach dessen Zustimmung ist ein Baubeginn Anfang 2012 avisiert, mit einem möglichen Einzug der Nutzer Ende 2014. Die Kosten werden bisher auf 3,3 Millionen Euro geschätzt, die zu gleichen Teilen von Bund, Land und Stadt über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ getragen werden sollen. Entsprechende Fördermittelanträge wurden bereits gestellt, gut 750 000 Euro davon auch schon bewilligt. Doch nur, wenn auch die restlichen 2,5 Millionen fließen, lässt sich das Bauvorhaben ausführen.



Der Entwurf aus der Vogelperspektive gesehen

11.08.2010
Stadt legt erste Entwürfe für einen Stadtteiltreff am See vor
Umbau des alten Schulhauses und Anbau vorgeschlagen

Für einen Stadtteiltreff Neustädter See hat die Stadtverwaltung eine Vorplanung vorgelegt. Der entsprechende Umbau eines nicht mehr genutzten Schulgebäudes an der Pablo-Neruda-Straße könnte voraussichtlich 2012 beginnen. Die Kosten werden auf rund drei Millionen Euro geschätzt. Der Bauausschuss des Stadtrates muss im Herbst entscheiden, ob die Pläne in dieser Form weiterverfolgt werden sollen.
Wie berichtet, will die Stadt im Schulhaus Pablo-Neruda-Straße 11 ein Bürgerhaus für den Stadtteil Neustädter See gründen. Damit will die Kommune nach eigener Aussage einen „zentralen Anlaufpunkt im Herzen des Stadtteils schaffen“. Räumlichkeiten für verschiedene Alters- und Nutzergruppen und ein „multifunktionaler Saal zur allgemeinen Nutzung“ sollen hier bereitgestellt werden.
Das kommunale Kinder- und Jugendhaus „Oase“ würde dann aus seinem ohnehin stark sanierungsbedürftigen Gebäude in der Straße Im Brunnenhof ausziehen und Hauptnutzer am neuen Standort werden. Angedacht ist zugleich eine Konzepterweiterung der Einrichtung, heißt es in einem Konzept des städtischen Sozialdezernats.
Kernaufgaben des Kinder- und Jugendhauses blieben indes offene Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Familien. Angebote der außerschulischen Jugendbildung sowie internationale Jugendarbeit sollen das Programm zum Beispiel ergänzen.
Das Jugendamt würde demnach Angebotsbereiche für Musik, Kreativarbeit, Tanz, Sport, Fitness sowie Familienund Jugendarbeit betreiben. Weiterhin sollen im Stadtteiltreff Neustädter See das Stadtteilmanagement, eine Wechselstube und ein sozialpädagogischer Fundus untergebracht werden.
Wie bereits auf einer Bürgerversammlung im Juni vom Baubeigeordneten Dieter Scheidemann öffentlich vorgestellt, bevorzugt die Stadtverwaltung eine Umbauvariante mit einem Rückbau des alten Schulgebäudes bis zum 1. Obergeschoss.
Daneben sollen aber auch ein Gemeinschaftssaal bzw. ein „Ergänzungsneubau“ an der Südseite angebaut und mit einem Verbinder angeschlossen werden, schlägt die Verwaltung vor. Alle geplanten Angebote könnten im Bestandsgebäude nicht optimal untergebracht werden, heißt es zur Begründung.
Ein Aufzug soll die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer sicherstellen und auch der Hauptzugang durch eine Aufschüttung des Geländes barrierefrei gestaltet werden.
Die Nordseite würde nach der Vorplanung als Ruhebereich vorrangig auf die Bedürfnisse von Kindern und Familien abgestimmt werden. Auf der Südseite sind Flächen für Sport und Spiel für Kinder und Jugendliche mit einem Basketball- und Beachvolleyballfeld sowie einem Grillplatz eingezeichnet.
Die auf rund drei Millionen Euro geschätzten Baukosten sollen über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ finanziert werden. Bund, Land und Stadt tragen die Kosten dabei zu je einem Drittel. Entsprechende Anträge beim Land sind bereits gestellt bzw. werden für das Programmjahr 2011 noch eingereicht.
Laut der vorläufigen Terminplanung könnte der Umbau des Schulgebäudes vom Typ „Erfurt“ im Jahr 2012 beginnen. Zunächst muss jedoch der Bauausschuss des Stadtrates im Herbst dieses Jahres über die Vorplanung abstimmen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 11.08.2010)



Entwurfszeichnung für den Stadtteiltreff Neustädter See vom Magdeburger Büro A.BB Architekten. Sie zeigt das zurückgebaute Schulgebäude mit einem neuen Anbau (rechts).

30.07.2010
Schöner leben im Stadtteil

Projekt Lebensweltanalyse startet Befragung der Bewohner über ihre Lebenssituation im Stadtteil.

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27.07.2010
Konzept für Magdeburg-Nord - Idee: Neue Linie zum Gewerbepark Am Pfahlberg mit einem Bürgerbus
Ein sogenannter Bürgerbus könnte künftig durch den Magdeburger Norden rollen, wenn es nach Stadtplanern geht. Sie schlagen vor, zur Herstellung einer öffentlichern Verkehrsverbindung von Magdeburg-Nord (Kannenstieg/Neustädter See) zum Gewerbegebiet und Kino Pfahlberg sowie zur Anbindung der Peripherie der beiden Stadtteile an den Öffentlichen Personennahverkehr, eine neue Buslinie einzurichten.
Im Grobkonzept des von der Stadtverwaltung mit der Begleitung der Stadtteilentwicklung in Nord beauftragten Planungsbüros „WohnBund-Beratung Dessau“ wird erklärt: „Ein Bürgerbus ist öffentlicher Verkehr mit einem Kleinbus (acht Plätze) in Kooperation mit den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) auf Strecken, deren Betrieb unter normalen Bedingungen nicht wirtschaftlich ist.“
Bürgerbusse würden „ehrenamtlich von Fahrern aus dem Stadtteil gefahren und bieten einen regelmäßigen Fahrplan und/oder Rufbus an“, heißt es mit Verweis auf Beispiele aus Nordrhein-Westfalen.
Damit könnte, so die Planer weiter, die öffentliche Verkehrsanbindung von Randgebieten wie dem Heideweg oder dem Neuen Sülzeweg besonders für ältere und behinderte Menschen gesichert und zu gleich eine Busverbindung zum Pfahlberg geschaffen werden. Dabei sei der Bürgerbus ein Beitrag „zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements und von Verantwortungsübernahme für den Stadtteil“.
Die Anschubfinanzierung soll nach Vorstellung der Planer über das Stadtteilförderprogramm „Soziale Stadt“ geschultert werden und die weitere Finanzierung nicht zuletzt über Sponsoring und Spenden von (Wohnungs-)Unternehmen sicher gestellt werden. Die Folgekosten könnten erst nach konkreter Planung benannt werden. Träger des Projekts „Bürgerbus“ könnte ein neuer Verein bzw. ein bestehender Stadtteilverein in Zusammenarbeit mit den MVB werden.
Die Startförderung über die „Soziale Stadt“ soll laut zuständigem Baudezernat für 2011 beantragt werden. Das genannte Förderprogramm finanzieren Bund, Land und Stadt zu je einem Drittel. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 27.07.2010)

16.07.2010
Planer setzen auf mehr öffentliche Grünflächen im Kannenstieg -Aus Kita-Gelände soll „Grüne Mitte“ werden

Kannenstieg. Der Kannenstieg soll in den nächsten Jahren eine „Grüne Mitte“ bekommen. Das haben Stadtplaner vorgeschlagen. Bisher gibt es im dicht bebauten Wohngebiet kaum grüne „Oasen“. Am Rande des Wohngebiets wurde daher vor einigen Jahren die Sülzepromenade als kleines Erholungsgebiet vor der Haustür für die „Kannenstiegler“ erschlossen. Mit dem neuen Stadtteilentwicklungskonzept (Integriertes Handlungskonzept) wollen Planer und Stadtverwaltung möglichst einen Schritt weitergehen und dem Wohngebiet zu einem attraktiveren Wohnumfeld verhelfen.
Klar ist, dass dafür zunächst Platz geschaffen werden muss. Vorgesehen ist dafür das Gelände der AWO-Kindertagesstätte „Bummi“ an der Helene-Weigel-Straße. Die soll umziehen. Kita-Leiterin Iris Schulze bestätigte, dass ein Umzug in das Gebäude der AWO am Kannenstieg vorgesehen ist. Dort befindet sich das Kinderheim Kannenstieg, ebenfalls in Trägerschaft der AWO. Eine Zeitplanung gebe es derzeit noch nicht.
Voraussetzung für den Wechsel ist die Herrichtung des Gebäudes am Kannenstieg 1 und die interne Neustrukturierung der Funktionen in diesem Gebäude durch die AWO als Träger der Kita und des Verbundes Erziehungshilfen, heißt es dazu in dem vom Stadtrat beschlossenen Entwicklungskonzept.
Das Kita-Gebäude an der Helene-Weigel-Straße dient derzeit auch der Kita „Bördebogen“ als Ausweichstandort, da deren Gebäude am Bördebogen saniert werden soll. Nach Abschluss der Sanierung des Kita-Gebäudes am Bördebogen (Voraussichtlich Ende 2011/Anfang 2012) kann die gleichnamige Kita an ihren Standort zurück ziehen.
Vorausgesetzt, auch die „Bummi“-Kinder sind bis dahin in ihr neues Gebäude am Kannenstieg gezogen, kann der Kindergarten an der Helene-Weigel-Straße dann abgerissen werden. Die entstehende Frei fläche soll unter Einbindung der Träger, Eltern und Kinder sowie der Anwohner als „Grüne Mitte“ im Kannenstieg neu gestaltet werden. Die Beteiligung soll Identität stiften, den Austausch der Stadtteilbewohner fördern und sie mit in Verantwortung nehmen, heißt es im Stadtteilkonzept. Das Defizit an öffentlich nutzbaren Freiflächen im Kannenstieg könne so abgebaut werden.
Konkrete Ideen für die Neugestaltung sind ein Bürgergarten, in dem Flächen für eine Bewirtschaftung als Obst-, Gemüse- Blumen- oder Apothekergarten denkbar sind, oder die Gestaltung eines Geburtenund Hochzeitshaines, in dem für die Geburt eines Kindes oder eine Hochzeit im Stadtteil ein Baum gepflanzt und von den betreffenden Familien in Pflege genommen wird. Der Bürgergarten könne mit einem Projekt „Küche und Kochen“ im Stadtteil verbunden werden und zu einem sozialen Integrationsprojekt für Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Kulturen werden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 16.07.2010)

15.07.2010
Schulgelände im Kannenstieg soll sich in den nächsten Jahren deutlich wandeln
Noch einige Fragen zum Kinderzentrum ungeklärt

Zum „Kinderzentrum Kannenstieg“ soll die Grundschule an der Pablo-Picasso-Straße mit ihren angeschlossenen Einrichtungen wie dem Kinderfilmstudio, dem Verkehrssicherheitszentrum und dem Planetarium gestaltet werden. Dazu müsse auch der Verkehrsübungsplatz Kannenstieg von der weiter entfernten Hans-Grundig-Straße zum Schulkomplex verlagert werden, fordern die Beteiligten vor Ort.
Kannenstieg. Im Schuljahr 2010/11 soll der Sanierungsbeginn für die Grundschule Kannenstieg gefeiert werden. Darüber hinaus soll parallel zur Sanierung nach Aussage von beteiligten Stadtplanern an einem Konzept für ein „Kinderzentrum Kannenstieg“ gearbeitet werden. Dieses hatte Cornelia Schade, Leiterin der Grundschule Kannenstieg, ins Spiel gebracht, ist ihr Haus doch auch Heimstätte für das Verkehrssicherheitszentrum für Magdeburger Schüler, für das Planetarium sowie das Kinderfilmstudio mit seinen überregional gefragten Angeboten für Kinder und Jugendliche.
Wie die von der Stadtverwaltung beauftragte Stadtplanerin Birgit Schmidt andeutete, soll mit einem zu erarbeitenden Konzept für ein Kinderzentrum u. a. abgesteckt werden, inwieweit das bald modernisierte Schulgelände auch außerhalb der Schulzeiten für Kinder und Jugendliche Angebote machen könnte. Immerhin will die Stadt über die Neugestaltungspläne für die Schule hinaus auch das Umfeld der Bildungseinrichtung in den kommenden Jahren mit Geld aus einem Stadtteilförderprogramm („Soziale Stadt“) weiter aufwerten.
Dabei müsse auch ein „Umzug“ des Verkehrsübungs platzes Kannenstieg realisiert werden, fordern Schulleiterin Schade sowie Michael Schneider vom Verkehrssicherheitszentrum. Bisher ist der Übungsplatz am anderen Ende des Wohngebietes an der Hans-Grundig-Straße zu finden. Dies sei zu weit entfernt vom künftigen Kinderzentrum und ermögliche keine effektive Arbeit der Verkehrserzieher, so die Kritik.
In dem städtischen Verkehrssicherheitszentrum werden Schüler der Klassen 2 bis 4 der Grund- und Förderschulen aus der ganzen Stadt von Grundschullehrern unterrichtet. Dafür stehen im Schulgebäude spezielle Klassenräume zur Verfügung.
Klar ist nach Aussage von Schulleiterin Schade inzwischen auch, dass nach dem geplanten Abriss der angrenzenden Sekundarschule „Wilhelm Busch“ auf der Fläche u. a. ein Bolzplatz für Kinder und Jugendliche gebaut werden soll. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 15.07.2010)
siehe auch:
INTEGRIERTES HANDLUNGSKONZEPT Magdeburg Kannenstieg-Neustädter See
DS0132/09 - Anlage 1: Integriertes Handlungskonzept Kannenstieg / Neustädter See

14.07.2010
Baustart für Stadtteilzentrum in alter Schule vielleicht 2011
Ämter arbeiten aktuell an Konzept / Kinder- und Jugendhaus „Oase“ soll umziehen
Für ein Stadtteilzentrum am Neustädter See könnte nach Ausage des Baubeigeordneten Dieter Scheidemann „im Idealfall 2011“ Baubeginn sein. Die Begegnungsstätte soll in einem leer stehenden Schulgebäude an der Pablo-Neruda-Straße entstehen. Neben dem Einzug des Kinder- und Jugendhauses „Oase“ sowie weiterer Einrichtungen und Vereine könnten nach Auffassung von Stadtplanern für ein tragfähiges Gesamtkonzept auch Mieter aus der Privatwirtschaft einbezogen werden.
Mit Geld aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“, aufgelegt von Bund, Land und Landeshauptstadt, soll sich der Schulkomplex an der Pablo-Neruda-Straße in den kommenden Jahren wandeln.
Zwei der fünf Schulhäuser vom Typ „Erfurt“ sind seit dem vergangenen Jahr nach der abgeschlossenen Modernisierung für die IGS „Regine Hildebrandt“ der ganze Stolz der „Nordlichter“ im Stadtteil Neustädter See. Das benachbarte Gebäude der früheren Sekundarschule steht ebenso leer wie das ehemalige Siemensgymnasium an der Ecke Klosterwuhne. Dazwischen lernen die Mädchen und Jungen der Grundschule in ihrem ebenso deutlich in die Jahre gekommenen Schulhaus.
Nach Aussage von Birgit Schmidt, von der Stadtverwal tung für Nord beauftragte Stadtplanerin vom Büro „WohnBUND-Beratung Dessau“, ist für die nächsten Jahre ein Umzug der Grundschüler ins alte Siemensgymnasium geplant, „sobald dieses saniert ist“. Anschließend soll die jetzige Grundschule abgerissen werden.
Für die alte Sekundarschule werde derzeit in den Amtsstuben an einem Konzept für ein Stadtteilzentrum Neustädter See gearbeitet. Angedacht sei der Rückbau des Gebäudes auf zwei Etagen plus Kellerge schoss. Klar ist auch schon lange, dass das städtische Kinderund Jugendhaus „Oase“, das am Standort Im Brunnenhof gerade sein 20-jähriges Bestehen feierte, fester Bestandteil eines künftigen Stadtteilzentrums sein wird.
„Wir müssen aber auch sehen, dass das Stadtteilzentrum nicht dauerhaft allein von öffentlichen Mitteln abhängig bleibt“, sagte Planerin Schmidt. Nach ihrer Überzeugung sollte das Konzept für das Zentrum nicht allein auf Zuschüssen aus öffentlichen Kassen fußen. „Ein Teil des Finanzbedarfes sollte selbst erwirtschaftet werden“, sagte Schmidt. Dazu könnte um Unternehmen geworben werden, die als Sponsoren oder gleich selbst als Mitmieter des Hauses fungieren könnten, so die Überlegung der Planerin.
Bei Anwohnern finden die Ideen für eine weitere Umgestaltung des großen DDRSchulkomplexes bisher durchweg positiven Widerhall. Mieter der angrenzenden Wohnblöcke forderten aber bereits öffentlich, mit der Neuordnung des Areals auch die Parkplatzsituation im Wohnquartier zu entspannen.
Durch den Wegfall zweier Schulen sowie den Bau einiger Stellplätze auf dem Gelände der Hildebrandtschule habe es zwar bereits eine Beruhigung gegeben. Doch entlang der Pablo-Neruda-Straße seien vor allem an Schultagen zu wenige Parkflächen vorhanden. Dazu komme die durchweg chaotische Parksituation im angrenzenden Innenhof der Victor-Jara-Straße. Mit dem Abriss eines Schulgebäudes, so die Vorstellung von Stadtteilbewohnern, könnte neben Raum für Freizeit- und Grünanlagen womöglich auch Platz für zusätzliche Auto-Stellflächen geschaffen werden.
Die Stadtplaner versprachen unterdessen, zu diesen Punkten in der nächsten Zeit einen Vor-Ort-Termin mit Anwohnern zu organisieren, der auch öffentlich bekannt gegeben werden soll. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 14.07.2010)

26.06.2010
Stadt will Bürgerengagement in Kannenstieg und Neustädter See beispielhaft fördern
Der Umbau eines ungenutzten Schulgebäudes zum Stadtteiltreff, der Ausbau des Rundweges um den Neustädter See und die Modernisierung des Strandbades sind einige der größten Bauprojekte in Magdeburg-Nord für die kommenden Jahre. Im Rahmen des Stadtteilförderprogramms „Soziale Stadt“ sollen auch Sozialprojekte für Langzeitarbeitlose fortgeführt werden. Mit einem Stadtteilfonds für Kleinstinvestitionen will die Stadt Bürgerengagement fördern.
Auf einem Bürgerforum in der Grundschule „Am Kannenstieg“ steckten Magdeburgs Baubeigeordneter Dieter Scheidemann und die beauftragten Planer vom Büro „WohnBund-Beratung Dessau“ in dieser Woche die nächsten Ziele des bis zum Jahr 2020 ausgelegten Stadtteilentwicklungsprogramms für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See ab.
Mit welchem Tempo in Bauprojekte und Soziales weiter investiert werden kann, hängt aber vor allem von der finanziellen Ausstattung des Förderprogramms mit dem Titel „Soziale Stadt“ ab, in das Bund, Land und Stadt je zu einem Drittel einzahlen. Wie in der Volksstimme bereits berichtet, muss die Stadt aufgrund von Sparmaßnahmen mit einem Rückgang der Städtebauförderung rechnen. Eine Unwägbarkeit, die auch der Baubeigeordnete an den Anfang des Forums stellte, das die Bürger aus Nord – nur etwa 20 waren gekommen – von neuen Ideen für Nord begeistern und zum aktiven Mitgestalten animieren sollte. Ein Balanceakt angesichts der finanziellen Aussichten.
Dennoch will die Stadt an dem geplanten „Experiment“ eines Bürger- bzw. Stadtteilfonds festhalten, um das Bürgerengagement und ein „Wir-Gefühl“ in Nord zu fördern. Kleinere Investitionen bis zu 1000 Euro sollen damit möglich werden. Die Mittel sollen weitgehend „in Selbstverwaltung“ durch die Bewohner und Vereine vor Ort vergeben werden. Wobei das Stadtteilmanagement, die Gemeinwesenarbeitsgruppen und das Stadtplanungsamt intervenieren könnten. Auf den künftig halbjährlichen Stadtteilforen in Nord sollen die entsprechenden Projekte zur Abstimmung gestellt werden.
Ein genaues Konzept werde derzeit erst erarbeitet, Ziel sei ein „unbürokratisches“ Prozedere, sagte Scheidemann. Die „Soziale Stadt“-Mittel dafür habe die Stadt bereits beim Land beantragt.
Pro Jahr sollen möglichst ab 2011 für beide Stadtteile zunächst jeweils 2500 Euro zur Verfügung stehen, bei positiven Erfahrungen später womöglich sogar 5000 Euro, sagte Ronald Redeker vom Stadtplanungsamt. Der Stadtteilfonds könne Ausgaben ermöglichen, die über das Spektrum des bereits seit Jahren vorhandenen Initiativfonds der Gemeinwesenarbeitsgruppen (2560 Euro pro Stadtteil im Jahr) hinausreichten, sagte Monika Schmidt von der WohnBund-Beratung, die den neuen Fonds vorgeschlagen hat. So sollen Kleinstinvestitionen in die bauliche, kulturelle oder soziale Infrastruktur möglich werden. Basis sollen Wünsche und Initiativen von aktiven Bürgern und Vereinen sein.
Mitsprache auch bei größeren Investitionen soll über die Gemeinwesengruppen und die Bürgerforen gesichert werden. So will das Planungsamt demnächst auch die Planungen für die Lindwurmbrücke vorstellen. Deren Rampen sollen voraussichtlich noch in diesem Jahr erneuert werden. Anwohner dringen auf eine behindertengerechte Gestaltung. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 26.06.2010)

Ausgewählte Projekte in Nord

  • Gehwegsanierung Helene-Weigel- und Pablo-Picasso-Straße

  • Umbau eines leeren Schulgebäudes an der Pablo-Neruda-Straße zum Stadtteiltreff mit Einbeziehung des Kinder- und Jugendhauses „Oase“ (derzeit Im Brunnenhof)

  • Erneuerung der Aufgänge zur Lindwurmbrücke

  • Konzeption für ein „Kinderzentrum Kannenstieg“ an der Pablo-Picasso-Straße mit Grundschule, Hort, Verkehrszentrum (inkl. Verlagerung des Verkehrsübungsplatzes von der Hans-Grundig-Straße), Planetarium und Kinderfilmstudio

  • Wohnumfeldgestaltung Quartier V.-Jara-Straße

22.06.2010
Einladung zum Stadtteilforum Kannenstieg/Neustädter See

Das Integrierte Handlungskonzept als Grundlage für die Stadtteilentwicklung in den Stadtteilen Kannenstieg und Neustädter See im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ ist mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der lokalen Akteure erarbeitet und im Juni 2009 vom Stadtrat beschlossen worden. Im Stadtteilforum als zentralem Gremium der Bürgerbeteiligung im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ wird über die laufenden und abgeschlossenen Maßnahmen und Projekte im Stadtteil informiert und über die zu beantragenden Projekte diskutiert. Zu diesem öffentlichen Stadtteilforum möchten der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr der Landeshauptstadt Magdeburg, der Bürgerverein Nord i.G., das Stadtteilmanagement und das beauftragte Planungsbüro WohnBund-Beratung Dessau am Dienstag, dem 22. Juni 2010, von 18 – 20 Uhr, in die Grundschule Kannenstieg in der Pablo-Picasso-Str. 20 einladen.

20.05.2010
Neue Konzepte für Brennpunkte gesucht
Magdeburger Norden soll soziale Modellregion werden Hintergrund

Neue Konzepte gegen soziale Probleme in Magdeburg verspricht sich der Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning (Die Linke) von einem Modellprogramm in Magdeburg-Nord. Das „Pilotprojekt Integrierte Sozialarbeit“ will die Stadtverwaltung gemeinsam mit sozialen Trägern und Wohlfahrtsverbänden ab diesem Jahr bis 2012 umsetzen. „Heute sind andere Rezepte gefragt als noch vor fünf Jahren“, sagte Brüning dazu. Hauptgrund sei die Langzeitarbeitslosigkeit.
Der von der Stadt schon 2008 vorgelegte Magdeburger Sozialreport zeigte im Norden soziale Brennpunkte wie Neue Neustadt, Kannenstieg und Neustädter See auf. Nun soll hier modellhaft für die ganze Stadt mit neuen Konzepten möglichst wirkungsvoll gegengesteuert werden. Es sei ein „großes Experiment“, räumt der Beigeordnete ein.
Hauptproblem sei auch in der Sozialregion Nord die Langzeitarbeitslosigkeit mit Folgen wie Bedürftigkeit, Familienproblemen oder sozialer Isolation, sagte Brüning: „Wir wollen den Menschen helfen, sich nicht selbst aufzugeben.“
Ein weiteres großes Thema in Nord sei in diesem Zusammenhang die Überschuldung vieler Haushalte, was auch die Wohnungsunternehmen in Form von Mietrückständen zunehmend zu spüren bekämen. Zugleich steht für Brüning der Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit oben auf der Prioritätenliste.
Probleme, die nicht nur im Norden drängen, aber hier nach Brünings Vorstellung beispielhaft mit neuen Rezepten bekämpft werden sollen. Hintergrund: „Wir haben in Magdeburg 4500 arbeitslose Jugendliche“, zählt Brüning etwa auf, „es gibt 22 000 Bedarfsgemeinschaften nach SGB II, mehr als die Hälfte der Neugeborenen in Magdeburg wird in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II geboren.“
Zunächst, so sieht es der vom Sozialdezernat bereits veröffentlichte Programmplan vor, soll nun im Magdeburger Norden mit den Wohlfahrtsverbänden und freien Trägern die soziale Infrastruktur auf den Prüfstand gestellt werden. Jobcenter, Stadtplaner und Wohnungswirtschaft sollen eng einbezogen werden.
Viele gute Ansätze gebe es schon heute. Andere Projekte könnten zielgerichteter ausgelegt werden. Neue Ideen sollen Einzug halten. „Wir wollen die besten Erfahrungen aus der ganzen Stadt bündeln“, sagte Brüning.
Ressort- und Ämtergrenzen dürften keine Schranken mehr bilden. „So kann es sein, dass künftig etwa eine Einrichtung des Jugendamtes Angebote auch für andere Altersklassen macht, wie es ja schon in Magdeburg praktiziert wird“, deutete der Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning im Volksstimme-Gespräch an.
Auch Einrichtungen der Altenhilfe müssten sich für manche Veränderung öffnen. So seien diese bisher meist an Wochenenden geschlossen, obwohl es auch oder gerade da Bedarf an (generationsübergreifenden) Angeboten, Stadtteilkultur und Begegnungsmöglichkeiten gebe, so ein weiteres Beispiel des Beigeordneten.
Themen wie „Gesundheitsförderung und Ernährungsberatung für benachteiligte Menschen“ sind ebenfalls im Handlungsplan des Sozialdezernats erfasst.
Bei allem, so der feste Wille der Stadtverwaltung, dürfe aber für den gebeutelten Haushalt keine zusätzliche finanzielle Belastung entstehen. Nicht zuletzt deshalb wolle man bürgerschaftliches Engagement fördern und viel auf Hilfe zur Selbsthilfe setzen.
Die Sozialregion Nord umfasst die Stadtteile Neue Neustadt, Neustädter See , Kannenstieg, Neustädter Feld, Sülzegrund, Großer Silberberg, Rothensee, Industriehafen, Gewerbegebiet Nord, Barleber See.
Ziel ist es, die Lebenslage zu verbessern für Alleinerziehende und deren Kinder, junge Menschen unter 25 Jahren, Erwachsene über 55 Jahre, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderungen.
Im Stadtrat steht das Pilotprojekt am 27. Mai zur Abstimmung. Der Magdeburger Norden soll per Stadtratsbeschluss zur sozialen Modellregion ausgerufen werden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 20.05.2010)

18.03.2010
Der Jungbrunnen in Buckau und die Frauenpower vom Kannenstieg
40 Magdeburger Stadtteile und die interessante Zusammensetzung ihrer Bevölkerung

Magdeburgs 40 Stadtteile sind so unterschiedlich wie deren Namen oder geografische Lage. Das ergibt ein Blick in die Einwohnerstatistik zwischen Rothensee und Beyendorf. Kein Stadtteil gleicht dem anderen in der Einwohnerstruktur.
Wer in Magdeburg wohnt und noch keine 45 Lenze zählt, der darf sich getrost und voller Selbstbewusstsein zu den jungen Elbestädtern rechnen. Schließlich liegt das Durchschnittsalter aller Magdeburger bei 45,6 Jahren. Alle darunter gehören demnach – freilich rein statistisch gesehen – zur Magdeburger Jugend. Alle darüber hingegen zu den reifen Elbestädtern.
Zahlen wie diese spuckt eine aktuelle Übersicht des Amtes für Statistik der Landeshauptstadt aus. Das notiert akribisch u. a. Lebensalter und Nationalität und ermittelt daraus Durchschnittswerte. Und so treten interessante Merkmale auf.
Im Kannenstieg beispielsweise ist der Magdeburger auch im Alter von 49 Jahren noch „jung“, weil das Durchschnittsalter hier mit 50,4 Jahren am höchsten ist. In Buckau haben es dagegen schon die 40-Jährigen schwer. Wer diesen runden Geburtstag hinter sich hat, muss sich im Stadtteil mit dem jüngsten Durchschnittsalter von 39,4 Jahren schon zu den „Alten“ zählen lassen.
Einsiedler hingegen sollten sich die Stadtteile Industriehafen (0,1), Pechau (0,7) oder Beyendorf-Sohlen (1,5) genauer ansehen. Dort wohnen – bezogen auf die Fläche des Stadtteils – die wenigsten Magdeburger. Noch „einsamer“ ist es nur in der Kreuzhorst oder auf dem Großen Silberberg. In diesen beiden Stadtteilen sagen sich nur Fuchs und Hase, nicht aber Magdeburger „Gute Nacht!“. Beide Stadtteile sind unbewohnt.
Gesellige Magdeburger sollten sich – falls sie nicht schon ohnehin dort wohnen – Rich tung Stadtfeld-Ost orientieren. Hier leben mit 74 Einwohnern je Hektar Stadtteilfläche so viele Einwohner wie in keinen anderen Stadtteil. Pro Hektar (74) drängeln hier sogar mehr Magdeburger als beispielsweise im gesamten Stadtteil Gewerbegebiet Nord (5 Einwohner), Sülzegrund (10), Beyendorfer Grund (14), Zipkeleben (25), Industriehafen (38) oder Barleber See (70). Stadtfeld-Ost ist mit dieser Einwohnerdichte unangefochten Nummer 1. Mit großem Abstand folgt der Kannenstieg (55 Einwohner je Hektar).
Internationalität ist vor allem in der Stadtmitte zu finden. Unter den rund 15 000 Altstädtern sind knapp 12 Prozent Einwohner registriert, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Ein vergleichbares Weltflair versprüht nur noch die Alte Neustadt mit 11,3 Prozent Ausländeranteil. Beide Stadtteile dürften – auch wenn es nicht erhoben wurde – vom relativ hohen Anteil ausländischer Studenten und Wissenschaftler in Wohnungen in der Altstadt und der Neuen Neustadt profitieren.
Interessant ist auch der Blick in die geschlechterspezifische Verteilung. Absolut gesehen leben die meisten Frauen in Stadtfeld-Ost – 12 715 Bewohner sind weiblich. Der Frauenanteil ist aber hier nicht am höchsten. Die größte Frauenpower herrscht im Kannenstieg mit 53,8 Prozent Frauenanteil. Übertroffen wird dies nur vom Sülzegrund und dem Gewerbegebiet Nord mit jeweils 60 Prozent Frauenanteil. Mit 10 bzw. 5 Einwohnern insgesamt sind diese Werte aber wohl eher zu vernachlässigen.
Magdeburg ist ohnehin „Frauenburg“. In 26 von 38 bewohnten Stadtteilen gibt es mehr Damen als Herren. Echte Männerdomänen sind nur Zipkeleben (60 Prozent), Industriehafen (58), Barleber See (56) und Rothensee (53,2). Welche Chancen oder gar Risiken sich aus dieser Geschlechterverteilung ergeben, mag aber jeder selbst beurteilen. Von Rainer Schweingel
(Quelle: Volksstimme vom 13.03.2010)



13.08.2009
„Agenda 2020“ sieht in alter Schule neues Stadtteilzentrum
Stabsstellenchef Gottschalk: „Umsetzung schon in den nächsten zwei, drei Jahren“
Die „Oase“ in Nord soll sich weiter ausbreiten. Die Stadt möchte in den nächsten zwei bis drei Jahren in einem Gebäude des Schulkomplexes an der Pablo-Neruda-Straße ein neues Stadtteilzentrum eröffnen und dafür das bisherige Freizeitzentrum „Oase“ Im Brunnenhof aufgeben. Neben dem Ausbau des Seerundweges, der wie bereits berichtet in diesem Jahr beginnen soll, wird damit ein weiteres Großprojekt des gerade vom Stadtrat beschlossenen Stadtteilentwicklungskonzeptes angepackt. Das erfuhren die Besucher eines Stadtteilforums am Dienstagabend in der Grundschule „An der Klosterwuhne“.
Ein klassischer Jugendklub ist die „Oase“ schon lange nicht mehr. Neben dem Freizeittreff für junge Leute des Stadtteils bietet das Haus einer Vielzahl von Interessengruppen und Vereinen ein Zuhause. Stadtteilbüro oder Wechselstube sind nur zwei weitere Nutzer des einstigen DDR-Plattenbaukindergartens, der heute entsprechend schon fast aus allen Nähten platzt.
Viel Raum für Neues wird indes bald der Großschulkomplex mit fünf Unterrichtshäusern an der Pablo-Neruda-Straße bieten. Während sich die Integrierte Gesamtschule „Regine Hildebrandt“ über zwei von Grund auf modernisierte Gebäude und ein neu gestaltetes
Außengelände freut, gingen am anderen Ende mit dem Auszug des Siemensgymnasiums die Lichter gerade aus. Die Grundschule „An der Klosterwuhne“ soll Nachnutzer des besser ausgestatteten ehemaligen Gymnasiums werden. Damit werden zwei Schulen vom Typ „Erfurt“ künftig nicht mehr als Unterrichtsgebäude benötigt.
Was damit geschehen soll, beschäftigt die Anwohner schon lange: „Mit der Sanierung der IGS ,Regine Hildebrandt‘ haben wir wirklich zwei Schmuckstücke bekommen, auch die Außenanlage wurde wunderbar gestaltet“, lobte ein Mieter aus der Nachbarschaft am Dienstagabend auf dem Stadtteilforum in der Grundschule, zu dem Stadtplaner und Ämter eingeladen hatten. Die Frage bleibe allerdings: Was soll aus den anderen Gebäuden werden?
Im ressortübergreifenden Stadtteilentwicklungskonzept für die nächsten zehn Jahre – eine 108-seitige „Agenda 2020“ für Nord – zeigt das Dessauer Planungsbüro „WohnBund-Beratung“ im Ergebnis mehrerer Stadtteilrundgänge und - foren nun eine Anwort auf. Und die trifft auch bei der Stadtverwaltung auf große Gegenliebe: Eines der alten Schulgebäude soll als neues Stadtteilzentrum fungieren.
Dazu werde das Freizeitzentrum „Oase“ aus seinen beengten und ohnehin baulich veralteten Verhältnissen Im Brunnenhof an die Pablo-Neruda-Straße umziehen, sagte Dr. Ingo Gottschalk, Leiter der städtischen Stabsstelle für Jugendhilfe, Sozial- und Gesundheitsplanung: „In den nächsten zwei, drei Jahren soll sich hier sichtbar etwas tun. Die Vorplanung ist noch für dieses Jahr vorgesehen.“ Laut Handlungskonzept soll das Spektrum der „Oase“ um „Angebote für alle Alters- und Nutzungsgruppen im Stadtteil erweitert werden“. Weiter heißt es: „Entstehen soll eine zentrale Begegnungsstätte für den Stadtteil mit Betreuungs-, Bildungs-, Kultur- und Freizeitangeboten für alle Alters- und Bewohnergruppen.“ Für Umbau und Sanierung des Schulgebäudes belaufen sich die geschätzten Kosten auf rund 4,06 Millionen Euro. Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“, das Bund, Land und Kommune zu je einem Drittel f nanzieren, sollen beantragt werden. Doch selbst bei schrittweiser Umsetzung in den kommenden Jahren müssten sicher für eine Kofnanzierung noch Partner gefunden werden, geben die Planerinnen zu bedenken.
Derweil stehen laut Gottschalk für das zweite ungenutzte Schulgebäude die Zeichen auf Abriss.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 13.08.2009)

24.02.2009
Nach einem Bürgerforum im Januar und zwei Stadtteilrundgängen Anfang Februar mit Anwohnern stellte Birgit Schmidt vom Büro WohnBund-Beratung Dessau am Dienstagabend ihre Vorschläge für ein Stadtteilentwicklungskonzept bis 2020 in der Grundschule „Am Kannenstieg“ öffentlich vor. Das Zukunftspapier mit baulichen und sozialen Projekten soll durch den Stadtrat beschlossen werden und künftig Grundlage für Förderanträge sein.
Die Reden amerikanischer Präsidenten haben zuweilen etwas, was Vorträge hiesiger Stadtplaner normalerweise nicht haben: Sie sind besonders aufrüttelnd, mitreißend, packen die Zuhörer auch schon mal bei der Ehre. „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, sondern was ihr für euer Land tun könnt“, beschwor John F. Kennedy 1961 in der Antrittsrede als US-Präident seine Landsleute.
„Fragen Sie nicht, was die Stadt für Sie tun kann, sondern was Sie für Ihren Stadtteil tun können!“ Euphorischer Jubel brach nun nicht gleich aus nach der Rede mit abgewandeltem Kennedy-Zitat von Stadtplanerin Birgit Schmidt über das „Integrierte Handlungskonzept“ für Nord. Aber die rund 80 Magdeburger in der Aula der Grundschule „Am Kannenstieg“ horchten zumindest kurz auf. Wer weiß: Vielleicht geht dieser 24. Februar 2009 ja auch noch irgendwie in die Geschichte des Magdeburger Nordens ein ...
Die Anwohner wurden am Dienstag erneut um ihre Meinungen zur Stadtteilentwicklung und zu den Iden der Planer gebeten. EineVeranstaltung unter dem Motto „Wünsch Dir was“ könne der Abend jedoch nicht werden, sagte Birgit Schmidt gleich am Anfang.
Das ließ Michael Schneider, Lehrer und Leiter des städtischen Verkehrssicherheitszentrums für Schüler, das Teil des Kinderzentrums Kannenstieg mit Grundschule, Hort, Kinderflmstudio und Planetarium ist, nicht gelten: „Ich bin schließlich mit der Sendung ,Wünsch Dir was‘ im Fernsehen groß geworden.“ Deshalb ließ er von seinem Wunsch an die Stadtplaner auch nicht ab: Der Verkehrsübungsplatz, derzeit fernab der Schule an der Hans-Grundig-Straße/Magdeburger Ring gelegen, soll „umziehen“, und zwar auf die Freifäche des abgerissenen Gymnasiums direkt neben der Schule. Grundschulleiterin Cornelia Schade erneuerte, die versammelte Lehrerschaft im Rücken, den Wunsch nach einer Sanierung des Gebäudes und der Außenanlagen.
Den Wunsch nach mehr Blumen im Vorgarten seines Wohnblocks, den ein Anwohner äußerte, kann sich der „Kannenstiegler“ mit seinen Nachbarn aber wohl nur selbst erfüllen: „Früher war der Kannenstieg ein blühender Stadtteil, entlang der Johannes-R.-Becher-Straße standen viele Rosen in den Vorgärten.“
Für Stadtplanerin Birgit Schmidt schloss sich spätestens hier der Kreis zu ihrer Begrüßungsrede. Ihre These: Die Zukunft des Kannenstiegs hängt nicht allein von öffentlichen Investitionen, sondern stark auch vom Engagement der Bewohner selbst ab.
Beispiel: Die Wohnungsunternehmen oder auch die Stadt seien sicher bereit, Grünflächen für Bewohner als selbst bewirtschaftete Hausgärten zur Verfügung zu stellen. Kommt es bald zu einer Aktion „Blühender Kannenstieg“ gemäß dem Motto des Abends „Fragen Sie ... was Sie für Ihren Stadtteil tun können“?
Es wäre eine Aktion, die ein neuer „Bürgerverein Magdeburg-Nord“ initiieren könnte, für den sich auf Anregung von Planerin Birgit Schmidt spontan fünf Gründungsmitglieder meldeten (sieben werden allerdings rechtlich benötigt). Damit ließen sich auch andere wichtige Ziele anpacken: Nachbarschaftshilfe, Miteinander der Generationen oder Projekte für die und mit der lokalen Wirtschaft (z. B. Standortwerbung, Ausbildungspaten für Schüler).
Ein Bürgerverein wäre nicht nur aus Sicht von Planerin Birgit Schmidt wichtig für eine erfolgreiche Stadtteilentwicklung: vom reinen Wohngebiet, hin zum lebendigen Stadtteil. Auch Magdeburgs Baubeigeordneter Dieter Scheidemann begrüßte den Vorschlag und verwies auf das Beispiel Rothensee mit der Interessengemeinschaft Rothenseer Bürger. In dem Verein würden die Probleme und Ideen gesammelt, Stadt und Verein hätten jeweils feste Ansprechpartner. So sei auch der Bau eines spendenf - nanzierten Spielplatzes möglich geworden.
In Nord müssten aus Sicht von Stadtplanerin Schmidt u. a. auch diese Projekte angepackt werden: Gestaltung offener Schulhöfe, Sanierung der Kitas „Bummi“ und „Schlupfwinkel“, ein Stadtteiltreff für Neustädter See in einem ehemaligen Schulgebäude, der Ausbau des Rundwegs um den Neustädter See und die Weiterentwicklung des Sees als Freizeitstandort, Sanierung von Fuß- und Radwegen, Schaffung von Sportangeboten (z.B. Bewegungspfad für Senioren oder Basketballplatz für Jugendliche) und Maßnahmen zur Lärmminderung an der Tangente.
Bevor das Konzept fertiggeschrieben wird und in den Stadtrat geht, stehen Abstimmungen mit Ämtern und noch im März eine dritte Bürgerversammlung an (Termin wird noch bekannt gegeben).
Ein Teilnehmer der vorangegangenen Stadtteilspaziergänge lobte die Planerin: „Fast alle Meinungen und Anregungen fnden sich in ihrem Konzept wieder. Sie haben uns sehr gut zugehört. Nun kommt es darauf an, dass die Stadt nach dem Konzept handelt und es mit Leben erfüllt.“ Der Mann fügte an: „Und natürlich die Bürger.“ Denn wie hatte Birgit Schmidt gesagt: „Fragen Sie nicht, was die Stadt tun kann ...“
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 27.02.2009)



Auf dem Schulhof in der Pablo-Neruda-Straße berieten Anwohner und Stadtplaner Anfang des Monats über Gestaltungsmöglichkeiten. Planerin Birgit Schmidt schlägt nun vor, einen Stadtteiltreff in einem leeren Schulgebäude einzurichten. Foto: R. Richter

10.02.2009
Zukunftsideen für Nord gesucht
Gestern erster Stadtteilspaziergang am Neustädter See - 50 „Stadtplaner“ auf Tour

Auf einen Stadtteilrundgang mit Stadtplanern haben sich gestern rund 50 Teilnehmer im Wohngebiet am Neustädter See begeben. Stationen waren u.a. der Innenhof der Lumumbastraße, der Schulkomplex und der Festplatz an der Salvador-Allende-Straße. Die Planer sammeln Ideen für die Stadtteilentwicklung bis 2020.
Ob Seniorenwohnanlage, Eigenheimsiedlung oder Fitnessparcours für Senioren unter freiem Himmel – spontane Einfälle hatte so mancher Teilnehmer des Rundgangs für den Schulkomplex an der Pablo-Neruda-Straße.
Klar ist, dass neben der Integrierten Gesamtschule „Regine Hildebrandt“, deren Gebäude zurzeit saniert werden, nur noch die Grundschule „An der Klosterwuhne“ Bestand haben wird, das Siemensgymnasium zieht in die Alte Neustadt. Was soll aus den übrigens Schulgebäuden aus den 1970er Jahren werden? Abriss, lautete gestern die einhellige Antwort der Anwohner. Wobei für die Grundschule ein Umzug ins jetzige Haus des Siemensgymnasiums gefordert wurde, da dieses Gebäude teilweise schon modernisiert worden sei.
Bliebe zwischen „Hildebrandts“ und Grundschule eine gewaltige Brachfläche, der es aus Sicht der Planer neues Leben einzuhauchen gilt. „Auf dem Areal gab es früher Gärten, die könnte man wieder anlegen“, so die Anregung eines Anwohners. Die traf angesichts zahlreicher Gartensparten im Umkreis und deren Sorgen, alle Parzellen zu verpachten, auf Widerspruch in der Runde.
Unwidersprochen blieb eine Station weiter hingegen die geäußerte Meinung, die 2008 abgeschlossene Neugestaltung des Festplatzes sei gelungen. Vor allem von Mietern des angrenzenden Hochhauses gibt es jedoch Vorbehalte gegen den Kiosk am Rande des Platzes.
Planerin Birgit Schmidt, WohnBUND-Beratung Dessau, notierte alles genau. Ihr Büro hat von der Stadt den Auftrag erhalten, in Zusammenarbeit mit dem Magdeburger Architekturbüro Otto ein neues Stadtteilentwicklungskonzept bis 2020 für die Stadtteile Neustädter See und Kannenstieg zu erarbeiten. Auf dessen Grundlage sollen Bauvorhaben und soziale Projekte geplant und Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ beantragt werden.
Stadtteilmanagerin Jessica Zedler, für beide Viertel zuständig, freute sich über die Resonanz: „Schön, dass so viele mitgekommen sind, um sich einzubringen.“
Heute gibt es die Fortsetzung im Kannenstieg. Hier laden Planerin Birgit Schmidt und Vertreter des Stadtplanungsamtes am Nachmittag zum Rundgang ein. Treffpunkt ist um 15 Uhr die Lindwurmbrücke bzw. um 16 Uhr die Bus-Endhaltestelle. Anschließend besteht gegen 17 Uhr die Möglichkeit, gemeinsam im Bürgerhaus Kannenstieg in der Johannes-R.-Becher-Straße 57 den Stadtteilspaziergang auszuwerten und ausklingen zu lassen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 10.02.2009)

Dicht umringt von Bewohnern des Stadtteils Neustädter See: Planerin Birgit Schmidt nimmt gestern Nachmittag auf dem Festplatz an der Salvador-Allende-Straße die Bürgermeinungen auf. Foto: R. Richter

Einladung zu einem geführten Spaziergang durch den Stadtteil Neustädter See am 09.02.2009
Was muss sich in Nord ändern? Stadtteilrundgänge: Planer laden ein
Für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See wird seit November 2008 im Zuge des Förderprogramms „Soziale Stadt“ ein Stadtteilentwicklungskonzept bis 2020 entwickelt. Dabei möchten die Stadt und die beauftragten Planerinnen Birgit Schmidt und Monika Schulte den Stadtteilbewohnern Gelegenheit zur Mitwirkung gegeben.
Erste Zwischenergebnisse wurden bereits während eines Stadtteilforums am 13. Januar mit verschiedenen Institutionen sowie Bewohnern der Stadtteile öffentlich diskutiert (Volksstimme berichtete). Um den bisherigen Arbeitsstand vorzustellen, Hinweise und Ideen in die weitere Bearbeitung aufnehmen zu können, laden die Planer nun zu geführten Spaziergängen durch die Stadtteile ein. Das neue Stadtteilkonzept, (Fachbezeichnung: Integriertes Handlungskonzept) soll die Stadtteilentwicklungspläne für Kannenstieg und Neustädter See von 1998 ersetzen. Es wird nach Fertigstellung dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden und als Grundlage für die Fördermittelanträge der kommenden Jahre dienen. Das von der Landeshauptstadt Magdeburg mit der Erarbeitung des Konzeptes beauftragte Büro WohnBund-Beratung Dessau und das Stadtplanungsamt erwarten die Interessierten am 9. Februar (Stadtteilspaziergang Neustädter See) um 15 Uhr am Märchenbrunnen auf dem Neustädter Platz und später Hinzukommende um 16 Uhr am Werner-von-Siemens-Gymnasium. Anschließend (gegen 17 Uhr) besteht die Möglichkeit, gemeinsam im Jugendfreizeitzentrum „Oase“, Im Brunnenhof 9, den Spaziergang auszuwerten und ausklingen zu lassen.
Interessierte des Stadtteils Kannenstieg erwarten die Planer am 10. Februar um 15 Uhr auf der Lindwurmbrücke und später Hinzukommende um 16 Uhr an der Bus-Endhaltestelle. Anschließend (gegen 17 Uhr) besteht die Möglichkeit, gemeinsam im Bürgerhaus Kannenstieg, Johannes-R.-Becher-Str. 57, den Spaziergang auszuwerten und ausklingen zu lassen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 05.02.2009)