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Siedlung Eichenweiler


Aus der Geschichte - „Kleine Schlösser“ in Eichenweiler
Die Siedlung Eichenweiler entstand fast parallel mit der Siedlung
Lüttgen-Salbke. Träger beider Projekte war die 1920 gegründete
Heimstättenbaugenossenschaft Magdeburg. Die Gartenstadt Eichenweiler wurde nach
1931 als Stadtrandsiedlung von der Genossenschaft in Richtung Westen
weitergebaut (ab Westseite Reihersteg). Meist entstanden Doppelhäuser für
Erwerbslose mit angebautem Stall entlangt der gerade verlaufenden Straßen.
Hintergrund des Weiterbaus waren nicht zuletzt Wohnungsmissstände in der
Altstadt. Auch sollte dem Problem des „wilden Siedelns“ mit den öffentlich
geförderten Stadtrandsiedlungen vorgebeugt werden. Die Häuser hatten weiße
Fassaden und rote Dächer sowie grüne Fensterläden. 650 Quadratmeter Nutzfäche
gab es für jede Siedlerfamilie. Die Straßen wurden mit einfachen Mitteln gebaut:
Schotterlage, Schlacke, Sand und Kies. Ein Reporter der „Magdeburger Zeitung“
berichtete am 10. Dezember 1932: „Über einen kleinen Vorraum, der als Waschküche
dient, kommt man in die etwa 12 Quadratmeter große Wohnküche mit zwei kleineren
Nebenräumen, alles blitzsauber und freundlich. Eine Treppe höher ist noch ein
Zimmer ausgebaut, Kellerraum ist vorhanden, Stallung für Ziege, Schwein und
Kleinvieh. 1875 Mark gibt das Reich, 825 die Stadt, 300 Mark werden dem Siedler
für eigene Arbeit angerechnet. Das Geld wird verzinst und getilgt, 15 Mark
monatlich hat der Siedler aufzubringen, dazu kommt ein Zuschlag für Wasser und
die Kosten für elektrisch Licht ... Obstbäume und Beerensträucher werden den
Siedlern geliefert. Wenn im nächsten Jahre die Gärten entstehen, werden die
Häuschen bald mitten im Grün liegen...“
Die Siedler kamen demnach meist aus der Altstadt, wo sie in Untermietwohnungen
oder in kleinen Dachwohnungen gelebt hatten. Der Zeitungsreporter schrieb dazu:
„Man kann sich vorstellen, dass diese neue Wohnung für sie ein kleines Schloss
ist, vor allem für die Kinder, die sich unbeschränkt im Freien tummeln können.“
(Quelle: Christian Kopetzki, Friedhelm Fischer: „Gartenstadt- und
Erwerbslosensiedlungen aus der Zeit der Weimarer Republik in Magdeburg“,
Stadtplanungsamt Magdeburg, 1995). Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 29.07.2009)


(Quelle: Vst vom 16.06.2011)
28.09.2011
Eichenweiler - Erntedankfest setzt Jubeljahr die Krone auf
Zum traditionellen Erntedankfest lud der Siedlerverein Eichenweiler jetzt seine
Mitglieder in die Gaststätte der Familie Chrupalla ein und konnte so an die
erfolgreiche Veranstaltungsreihe im Jubiläumsjahr anknüpfen.
„Auch beim Erntedankfest wurde in lockerer, fröhlicher Atmosphäre und bei
abwechslungsreicher Musik getanzt, und das leckere Buffet ließ keine Wünsche
offen“, berichtet Simone Lindenberg-Hülsenbeck vom Siedlerverein. „Eine Tombola
mit Gewinnen für Haus und Hof sorgte für Unterhaltung, und so hatten die beiden
Glücksfeen keine Mühe, die begehrten Lose ,an den Mann‘ zu bringen. Höhepunkt
war – wie in jedem Jahr – die Wahl der Erntekönigin, die in diesem Jahr durch
ein Wissensquiz entschieden wurde.“
Bei anregenden Gesprächen und Planungen für das kommende Jahr klang der Abend
aus. „Ein besonderer Dank auch für dieses gelungene Fest gilt dem Vorstand des
Siedlervereins Eichenweiler unter dem Vorsitz von Dirk Mallée“, sagte Simone
Lindenberg-Hülsenbeck.
Zur Erinnerung: Die Einwohner der Gartenstadt Eichenweiler blicken immerhin im
Jahr 2011 auf den 90. Jahrestag der Erschließung ihrer Wohnsiedlung und die
Mitglieder des Siedlervereins auf den 80. Jahrestag ihres Vereins zurück. Und so
konnten, gemeinsam mit den Sportfreunden vom SV Fortuna Magdeburg, die in diesem
Jahr ihren 100. Geburtstag der Vereinsgründung begehen, im Juni 2011 viele
sportliche und kulturelle Höhepunkte geboten werden. Die Siedler begannen mit
einem großen Festumzug durch die Wohnsiedlung und waren von der positiven
Resonanz der Bevölkerung begeistert. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 28.09.2011)
21.06.2011
Kleine Siedlung feiert ganz groß - Stimmungsvolles Festwochenende „90 Jahre
Gartenstadt Eichenweiler“
80, 90, 100 – klasse! Das dreifache Festwochenende in Eichenweiler war aus Sicht
der Veranstalter und in Anbetracht der großen Besucherresonanz ein voller
Erfolg. Der Siedlerverein feierte stimmungsvoll sein 80-jähriges Bestehen und
„90 Jahre Gartenstadt“, der SV Fortuna am Schöppensteg seinen 100. Geburtstag.
Mit kleinen Augen und heiserer Stimme stellte sich Dirk Mallée, Chef des
Siedlervereins, am Sonntagnachmittag den Fragen des Volksstimme-Reporters. Nach
fast vollendeten drei tollen Festtagen geriet der Vereinsvorsitzende noch einmal
so richtig ins Schwärmen: „Der Festumzug am Freitagabend war große Klasse, die
ganze Siedlung war auf den Beinen und hat Stimmung gemacht. Anschließend der
Tanz im Festzelt am Schöppensteg mit der Band ,Yellow Sky‘ war auch super und
gut besucht.Vom Neustädter See, aus der Curiesiedlung und aus der ganzen
Umgebung kamen die Leute“, erzählte Mallée, der nach eigener Aussage am
Sonnabendmorgen gegen zwei Uhr zu Hause war.
Dabei ging es unter Regie von Fortuna am Sonnabend gleich sportlich und
feierlich weiter. Oberbürgermeister Lutz Trümper wurde auch unter den Besuchern
gesehen. Während auf dem Fußballplatz der Ball rollte, boten Mitglieder des
Siedlervereins die Chronik „90 Jahre Gartenstadt Eichenweiler“ und
Fest-Souvenirs wie die grünen, bedruckten T-Shirts an. Lutz Mitternacht,
inoffizieller Chef-Chronist der Siedlung, konnte am Sonntag schließlich
vermelden: „Restlos ausverkauft!“ Die Chronik soll nun noch einmal nachgedruckt
werden. Und auch von den Shirts wird in Kürze für die noch nicht bedienten
Interessenten Nachschub erwartet. „Wir arbeiten dann unsere Reservierungslisten
ab“, sagte Dirk Mallée.
Auch sonst zeigten sich die Siedler modisch. Während am Freitag zum
Siedlungstanz Frauen aus Eichenweiler in die Rolle von Models schlüpften und
Neuheiten aus dem Neustädter Modehaus Rösener über den Laufsteg trugen, zeigten
am Sonntagnachmittag zum Kinderfest der beiden Vereine Mädchen und Jungen im
Festzelt aktuelle Sommermode. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom
21.06.2011)

Von Kopf bis Fuß auf Eichenweiler eingestellt: Helga Mitternacht und Dirk Mallée
präsentieren das offizielle
T-Shirt zum Siedlungsfest.

Modenschau: Im Festzelt zeigten Kinder am Sonntag Sommermode.
Unter den Gästen am Laufsteg Fortuna-Maskottchen „Schöppi“ (l.).

Marga Albach ist eine der Frauen vom Kreativkreis Eichenweiler, die den
Festumzug monatelang vorbereiteten.

Als Ernteköniginnen der Gartenstadt sorgten die Frauen des Siedlervereins
Eichenweiler am Freitagabend für die Farbtupfer beim großen Festumzug von der
Aue zum Schöppensteg. Dort feierten die Siedler mit vielen Gästen bis weit in
die Nacht. Fotos: Jens-Uwe Jahns (2), Robert Richter (4)
20.06.2011
Eichenweiler feiert sportlich

Drei tolle Tage sind gestern in Eichenweiler zu Ende gegangen. Auf dem
Sportplatz am Schöppensteg luden Siedlerverein Eichenweiler und SV Fortuna am
Nachmittag zum Kinder- und Familienfest ein. Gefeiert wurden 80 Jahre
Siedlerverein, 90 Jahre Gartenstadt Eichenweiler und 100 Jahre Fortuna. Foto:
Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 20.06.2011)
18.06.2011
Festumzug läutet am Abend Party in Eichenweiler ein - Mit Pauke und Tröte
durch die Gartenstadt
Mit einem lautstarken Umzug durch die Gartenstadt im Norden ist
gestern Abend das Festwochenende zum 90-jährigen Bestehen von Eichenweiler
eröffnet worden. Anschließend wurde im Festzelt am Schöppensteg getanzt. Bis
morgen Abend ist der Fortuna-Sportplatz das Zentrum der Feierlichkeiten.
Neustädter See/Neue Neustadt. Hingucker des Festumzugs waren die Ernteköniginnen
der Siedlung, dargestellt durch Frauen aus dem Kreativzirkel des Siedlervereins
Eichenweiler. Damit erinnerten die Frauen an die früher traditi onelle
Königinnen-Kür in der Gartenstadt. Für die Gestaltung des Umzugs hatten sich die
Frauen, die sich regelmäßig in der Siedlungsgaststätte treffen, monatelang
kräftig kreativ ins Zeug gelegt. Später am Abend traten die Frauen im Festzelt
sogar als Models auf einer Modenschau auf. Vereinschef Dirk Mallée begeistert:
„Ich finde es großartig, was sich unsere Frauen alles einfallen lassen.“
Premiere feierte gestern Abend auch die Chronik „90 Jahre Gartenstadt
Eichenweiler“, an der Siedlungsbewohner Lutz Mitternacht federführend gearbeitet
hatte. Für ihn ist das Jubiläum ein ganz besonderes Ereignis. Der 63-Jährige
erblickte in Eichenweiler das Licht der Welt und lebt bis heute hier. „Mir geht
es darum, das das, was meine Großeltern und die ersten Siedler hier aufgebaut
haben, am Leben erhalten bleibt. Dazu fühle ich mich verpflichtet.“
Dieses Wochenende steht unter dem Motto „80, 90, 100 – drei gute Gründe mit uns
zu feiern“. Hintergrund: Der Siedlerverein wurde vor 80 Jahren gegründet, die
Siedlung selbst vor 90 Jahren, und der ansässige Sportverein Fortuna wird in
diesem Jahr 100. Während heute die Fortunen beim Fest am Schöppensteg den Takt
angeben, laden beide Vereine morgen ab 13 Uhr zum Kinder- und Familienfest mit
vielen Aktionen auf den Sportplatz ein. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme
vom 18.06.2011)


Mit einem stimmungsvollen Festumzug begannen gestern die Bewohner der
Gartenstadt Eichenweiler ihr großes Festwochenende. Foto: Jens-Uwe Jahns
17. bis 19.06.2011
Siedlerverein präsentiert Chronik - Freitagabend Festumzug und Siedlerparty in
Eichenweiler
Neustädter See/Neue Neustadt (rri). Mit einem Festumzug durch die Siedlung
eröffnen die Bewohner von Eichenweiler Freitagabend ihr Jubiläumswochenende
unter dem Motto „80, 90, 100 – Drei gute Gründe, mit uns zu feiern“. Der
Siedlerverein wurde vor 80 Jahren gegründet, Grundsteinlegung für Eichenweiler
war vor 90 Jahren, und der ansässige Sportverein Fortuna feiert 100-jähriges
Bestehen. „Startpunkt für den Festumzug ist um 18 Uhr an der Aue, Ecke
Wachtelsteg. Von dort geht es bunt und lautstark durch die Siedlung zum
Festgelände auf dem Fortuna-Sportplatz am Schöppensteg“, so Vereinschef Dirk
Mallée. Im Festzelt beginnt dann um 20 Uhr die große öffentliche Siedlerparty
mit Präsentation der Siedlungschronik, Live-Musik von der Band „Yellow Sky“,
Modenschau und vielem mehr. Der Eintritt ist frei.
Während der Sonnabend von Fortuna vor allem sportlich gestaltet wird
(Volksstimme berichtete bereits), laden Sport- und Siedlerverein am Sonntag
gemeinsam zum großen Kinder- und Familienfest ab 14 Uhr auf dem Sportplatz am
Schöppensteg ein. Ponyreiten, Springburg, Bungee-Jumping, „Zoo u. Co.“,
Trödelmarkt, Kuchenbasar, Kinderdisco stehen u.a. auf dem Programm. Von Robert
Richter
(Quelle: Volksstimme vom 16.06.2011)
Wie vor 90 Jahren die Siedlung Eichenweiler entstand -
Wohnungen für Rothenseer Eisenbahner
Die Siedlung Eichenweiler feiert vom 17. bis 19. Juni das 90-jährige Bestehen.
Wie alles begann, ist in einer Chronik nachzulesen, die der Siedlerverein am
Festwochenende erstmals der Öffentlichkeit präsentieren wird. DieVolksstimme
druckt heute vorab bereits Auszüge, die die Entstehung und die ersten Jahre der
Siedlung beschreiben:
Die gravierende Wohnungsnot nach dem 1.Weltkrieg führte im Jahr 1920 zur
Verabschiedung des Reichsheimstättengesetzes. Damit wurden die Voraussetzungen
geschaffen, durch die Gründungen von Genossenschaften, Wohnraum auch für die
einkommensschwachen Schichten der Bevölkerung zu schaffen.
Die Situation in Magdeburg wurde noch dadurch erschwert, dass durch die
beginnende Erschließung des Industrie- und Hafengebietes Magdeburg-Rothensee ein
verstärkter Zuzug von Arbeitskräften nach Magdeburg erfolgte. Dies betraf auch
eine große Anzahl von Eisenbahnern, die auf den entstehenden bzw. auszubauenden
Bahnhöfen Magdeburgs beschäftigt waren.
Für die Siedlung Eichenweiler betraf das den entstehenden Verschiebebahnhof
Magdeburg-Rothensee. Dieser war für die Entwicklung des entstehenden
Industriegebietes Rothensee von grundlegender Bedeutung. Er befand sich je doch
zu diesem Zeitpunkt isoliert weit vor den Toren der Stadt. Es musste das Ziel
sein, Wohnraum zu schaffen, der sich in der Nähe der Arbeitsplätze befand.
Im Jahr 1920 gründeten 136 Eisenbahner die „Heimstättenbaugenossenschaft zu
Magdeburg eGmbH“. Bis zum Jahr 1923 entwickelte sich diese Genossenschaft stetig
als reine Eisenbahnergenossenschaft auf 2100 Mitglieder. Auf Betreiben der Stadt
Magdeburg, die durch die Entwicklung der Genossenschaft eine Benachteiligung der
Nichteisenbahner in Magdeburg sah, öffnete sich die Genossenschaft auch für
andere Mitglieder weiterer öffentlicher Bereiche. Dies war auch notwendig, um
die Unterstützung der Stadt bei weiteren Bauvorhaben zu bekommen.
Die Heimstättenbaugenossenschaft entwickelte und baute in Magdeburg drei
Siedlungen an drei verschiedenen Standorten, die heute noch existieren: die
Gartenstadt Eichenweiler in der unmittelbaren Nähe des Verschiebebahnhofes
Rothensee, die Gartenstadt Lüttgen-Salbke in der Nähe des
Reichsbahn-Ausbessungswerkes und die Gar tenstadt Westernplan.
Der Bau der Gartenstadt Eichenweiler begann im Jahr 1921 parallel an zwei
Stellen: am Schöppensteg und im Sichelweg. Die ersten Häuser entstanden als
Zwei-,Vier- und Sechsfamilienhäuser. Die Wohnungen verfügten über ca. 75
Quadratmeter Wohnfläche und einen 600 bis 800 Quadratmeter großen Garten.
Die Wohnungen waren einfach, verfügten aber über elektrisches Licht und
Wasserleitungen. Die Abwasserentsorgung erfolgte über Sickergruben. Da die
meisten der Genossenschaftsmitglieder den „minderbemittelten Volksschichten“
angehörten, durften die Miete bzw. später die Raten für die Eigenheime nicht
mehr als ein Fünftel des Jahreseinkommens betragen.
Der Genossenschaftsanteil betrug 300 Reichsmark, der in Monatsraten von drei
Reichsmark eingezahlt werden konnte. Durch die zur Wohnung gehörenden Gärten
sollte ein hoher Selbstversorgungsgrad erreicht werden.
Die so entstehende Gartenstadt mit dörflichem Charakter lag jedoch weit vor den
Toren der Stadt, ohne infrastrukturelle Anbindung und ohne Anschluss an
Straßenbahn bzw. Buslinien. Die Verbindung zur Stadt erfolgte über den
Schöppensteg zur Straßenbahnendstelle in der Neuen Neustadt (Lübecker Straße /
Alexanderstraße). Verkehrstechnisch wurde die Siedlung durch unbefestigte,
geschotterte Straßen erschlossen.
Im Jahr 1931 begann der Weiterbau der Gartensiedlung unter neuen
Voraussetzungen. Die Häuser wurden als Doppelhäuser auf Grundstücken in
Erbbaupacht errichtet. Auf der Basis des Deutschen Siedlergesetzes und als Teil
der Heimstättenbaugenossenschaft wurden diese Häuser als Erwerbslosensiedlung
errichtet. Jeder Bauwillige hatte Eigenleistungen beim Bau dieser Häuser zu
erbringen. Diese wurden mit 300 Mark angerechnet.
Jedes Haus verfügte über einen angebauten Stall und mindestens 650 Quadratmeter
Nutzgarten zur Eigenversorgung. Obstbäume und Nutzsträucher wurden den Siedlern
zur Verfügung gestellt. Zur Tilgung der Baukosten (1875 Mark vom Reich, 825 Mark
von der Stadt) und der entstehenden Zinsen musste der Siedler monatlich 15 Mark
aufbringen. Insgesamt entstanden 106 Siedlerstellen in vier Bauabschnitten. Die
ganze Siedlungsgeschichte ist in der Chronik „90 Jahre Gartenstadt Eichenweiler“
nachzulesen, die auf dem Siedlungsfest vom 17. bis 19. Juni auf dem
Fortuna-Sportplatz zu haben ist. (Quelle: Volksstimme vom 10.06.2011)

Siedler machen in Eichenweiler Land für Gärten urbar (um 1936/1937); im
Hintergrund der Rothenseer Bahnhof und die so genannte Griesemann-Siedlung.
Foto: privat
04.06.2011
Mensch der Woche: Lutz Mitternacht
Der Chronist aus der Siedlung Eichenweiler
Neustädter See (rri). Lutz Mitternacht wurde 1948 in Eichenweiler geboren und
wohnt bis heute im selben Haus. Schon seine Vorfahren siedelten hier. Das
90-jährige Bestehen von Eichenweiler ist für Mitternacht daher ein ganz
besonderes Ereignis. Er engagiert sich mit im Siedlerverein, der vom 17. bis 19.
Juni ein großes Festwochenende plant. Dabei soll eine von Mitternacht gerade in
den Druck gegebene Chronik erscheinen, an der er selbst maßgeblich mitgearbeitet
hat. Stellvertretend für die vielen weiteren engagierten Siedler ist er unser
Mensch der Woche. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 04.06.2011)

Hobbychronist und engagiertes Mitglied im Vorstand des Siedlervereins: Lutz
Mitternacht
28.05.2011
7. bis 19.06.2011 -
Siedlerfrauen haben beim Festumzug den Hut auf
Vorbereitungen für großes Jubiläumswochenende in Eichenweiler
Drei Wochen vor dem großen Siedlerfest in Eichenweiler (17. bis 19. Juni) steigt
bei den Organisatoren und Helfern die Aufregung. Für den geplanten Festumzug zum
90-jährigen Bestehen der Siedlung und zum 80. Gründungstag des Siedlervereins
liegt die Gestaltung von Kostümen und Requisiten in den Händen der
Frauenkreativgruppe. Die Volksstimme besuchte den zauberhaften Zirkel.
Ihre „Mission“ verfolgen sie mit Stricknadeln, Schere und Klebstoff: „Wir wollen
das Gemeinschaftsgefühl in Eichenweiler wieder wachrütteln“, sagt Margret
Scherbatzki, Mitbegründerin der Frauengruppe des Siedlervereins Eichenweiler,
die sich seit 1998 regelmäßig trifft. „Nach dem Abriss unseres Clubhauses vor
einigen Jahren gab es eine ziemliche Flaute. Wir hoffen, mit dem Siedlerfest
etwas zu bewegen und auch neue Mitstreiterinnen zu gewinnen.“
Der Festumzug am 17. Juni ab 18 Uhr soll eine farbenfrohe Zeitreise durch 90
Jahre Siedlungsgeschichte werden und zugleich in puncto Wir-Gefühl und
Nachbarschaftshilfe in die Zukunft weisen, wünschen sich die Frauen des
Siedlervereins. Dafür legen sie sich seit Wochen kräftig kreativ ins Zeug. Neben
dem Festumzug wollen die Frauen im Festzelt sogar als Models auf einer
Modenschau auftreten und Extravagantes auf dem Laufsteg präsentieren.
Vereinschef Dirk Mallée ist begeistert: „Ich finde es großartig, was sich unsere
Frauen alles einfallen lassen. Die Festbesucher dürfen gespannt sein!“
Der 15-köpfige Kreativzirkel trifft sich jeden zweiten Donnerstag um 19 Uhr.
„Wir haben mit Bines Bierstube am Heideweg ein neues Domizil gefunden, dafür
sind wir sehr dankbar, denn ohne Clubhaus hatten wir zunächst auch keinen Treff
mehr. Die Betreiberfamilie Chrupalla unterstützt uns toll, obwohl wir auch
manchmal ganz schön kreatives Chaos anrichten, zum Beispiel wenn wir mit Stroh
an Erntekronen arbeiten“, erzählt Ines Schäfer. Sie hatte gemeinsam mit Margret
Scherbatzki die Initialzündung für die Frauengruppe in Eichenweiler vor nunmehr
13 Jahren gegeben. In einer Zeitschrift des Siedlerbundes riefen sie Frauen aus
Eichenweiler und Umgebung zum Mitmachen auf.
Bei Handarbeiten oder Seidenmalerei blieb es aber nicht lange. „Wir veranstalten
zum Beispiel Themenabende mit der Kripo, machen Fahrradausflüge und Busreisen,
hatten schon einen Bauchtanzabend oder treffen uns zur Feuerzangenbowle“, sagt
Marga Albach. „Es gibt neben dem Kreativtreff auch noch für Männer und Frauen
einen Romméclub, der sich jeden zweiten Mittwoch um 14 Uhr in der Bierstube
trifft, und unser Rentnerclub freut sich immer mittwochs auf den Kaffeeklatsch
um 15 Uhr. Überall können wir Verstärkung gut
gebrauchen und würden uns über weitere Teilnehmer freuen“, so Marga Albach.
Interessierte erhalten von ihr unter Telefon 2 51 81 08 weitere Infos.
Reichlich Gelegenheit, sie und die anderen aus dem heiteren Siedlerzirkel
kennenzulernen, gibt es natürlich auf dem Siedlungsfest. Unter dem Motto „80 –
90 – 100“ steigt es vom 17. bis 19. Juni. Hintergrund: Seit 80 Jahren gibt es
den Siedlerverein, 90 Jahre liegt die Grundsteinlegung für die Siedlung zurück,
und 100-jähriges Bestehen feiert der Sportverein Fortuna. Auf dessen Sportplatz
wird auch das große Festzelt stehen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom
28.05.2011)

Die Kreativgruppe vom Siedlerverein Eichenweiler bereitet den großen Festumzug
für den 17. Juni vor. Hier zeigen die Frauen Blumenhüte, Mützen und Gefäße, die
in Handarbeit entstanden sind. Foto: Robert Richter
Donnerstag, der 26.05.2011 - 18.30 Uhr
Siedlerverein lädt ein - Beratung über Eichenweiler-Fest
Neustädter See (rri). Bevor Eichenweiler im Juni 90-jähriges Bestehen feiert,
lädt der Siedlerverein am Donnerstag, 18.30 Uhr, noch einmal alle interessierten
Bewohner zu einem Vorbereitungstreffen ein. Getagt wird in „Bienes Bierstube“ am
Dr.-Götz-Teich/Heideweg. „Wir sind nach wie vor daran interessiert, so viel wie
möglich engagierte Einwohner, Freizeit- oder Interessengruppen einzubinden“,
sagte der Vereinsvorsitzende Dirk Mallée. Gefeiert wird vom 17. bis 19. Juni auf
dem Sportplatz gemeinsam mit dem SV Fortuna, der 100. Jubiläum hat. Den Auftakt
soll ein großer Festumzug durch die Siedlung bilden. Den Festsonnabend gestaltet
Fortuna, am Sonntag laden beide Vereine zum Kinder- und Familienfest ein. Von
Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 21.05.2011)
06.05.2011
17. bis 19.06.2011 -Siedlerverein bereitet 90-Jahr-Feier im Juni vor
Lutz Mitternacht wurde hier geboren und sagt: „Eichenweiler ist für mich das
coolste Dorf Magdeburgs!“
Lutz Mitternacht wurde 1948 in Eichenweiler geboren und wohnt noch heute in
jenem Haus an der Aue. Schon seine Vorfahren waren Siedler in Eichenweiler. Das
90-jährige Bestehen der Siedlung in diesem Jahr ist für Mitternacht daher ein
ganz besonderes Jubiläum. Er engagiert sich mit im Siedlerverein, der für den
Juni ein großes Festwochenende plant und eine Chronik herausgeben will. Denn:
„Eichenweiler ist für mich das coolste Dorf Magdeburgs!“, sagt Lutz Mitternacht.
„Mein Großvater hatte das Haus an der Aue gebaut, in dem ich dann auch geboren
wurde“, erzählt der 63-Jährige, der in Eichenweiler das Licht der Welt erblickte
und sein ganzes Leben hier verbrachte. „Heute geht es mir darum, das was meine
Großeltern und die ersten Siedler hier aufgebaut haben, am Leben zu erhalten,
dazu fühle ich mich verpflichtet.“
Seit Monaten arbeitet Lutz Mitternacht daher mit weiteren Mitstreitern aus dem
Siedlerverein (25 Mitgliederfamilien) an der ersten Chronik Eichenweilers, die
am Festwochenende vom 17. bis 19. Juni Premiere feiern soll. „Wir sind so gut
wie fertig und können die Schrift in Kürze in den Druck geben“, sagt der
Hobbychronist.
Im Siedlerverein aktiv ist auch Lutz Albach, der ebenfalls schon über seine
Großeltern mit Eichenweiler eng verbunden ist. „Nach dem Zweiten Weltkrieg
wurden meine Mutter und wir drei Kinder, die in der Stadt am Fischerufer gewohnt
hatten, evakuiert und mussten die Stadt verlassen. Zurück nach Magdeburg durf te
nur, wer Wohnraum nachweisen konnte. Mein Opa holte uns deshalb 1951 nach
Eichenweiler“, berichtet Albach. „Hier wohnten wir eben mit in dem Häuschen, das
mit ausgebautem Dachgeschoss für uns rund 50
Quadratmeter Wohnfläche bot – und das zu sechst! Heute unvorstellbar.“
1921 war der Grundstein für die Erwerbslosensiedlung mit 150 Wohnungen gelegt
worden. Die Heimstättenbaugenossenschaft Magdeburg stand hinter dem Vorhaben.
Ein zweiter Bauabschnitt mit 48 Wohnungen in Doppelhäusern begann 1931. „Vor
allem Handwerker und Arbeiter erhielten hier Wohnraum, die beim Bau selbst
tatkräftig mitmachen konnten. Ein Haus hatte den Wert von 3000 Reichsmark. Zehn
Prozent musste der künftige Mie ter einzahlen oder in Arbeitsleistung
aufbringen, 825 Reichsmark zahlte die Stadt, 1875
Reichsmark das Reich“, erklärt Lutz Mitternacht. „Dann musste Miete gezahlt
werden. Nach 1990 hatten die Bewohner das Vorkaufsrecht.“ So wurde er Eigentümer
seines Geburtshauses in Eichenweiler.
Auf die 90-Jahr-Feier freut sich aber auch Dirk Mallée, Vorsitzender des
Siedlervereins: „Wir haben im Juni dreifachen Grund zum Feiern: Der
Siedlerverein wird 80 Jahre, die Siedlung selbst 90 Jahre und der Sportverein
Fortuna, mit dem wir uns zusammengetan haben, feiert 100-jähriges Bestehen.“ Die
Siedler wollen den Auftakt am 17. Juni gestalten: „Das ist der Siedlertag. Um 18
Uhr soll ein bunter Festumzug durch Eichenweiler mit hoffentlich vielen
Bewohnern und Gästen als Zuschauer an der Strecke starten. Damit wollen wir an
die
Geschichte der Siedlung erinnern und unser Vereinsleben widerspiegeln.
Anschließend wird im großen Festzelt auf dem Fortuna-Sportplatz gefeiert“, so
Mallée. Der Sonnabend ist der Fortuna-Tag, und am Sonntag steigt ein gemeinsames
Kinder- und Familienfest auf dem Sportplatz. Für Lutz Mitternacht prägte der
Siedlerverein mit vielen Festen und Veranstaltungen im ehemaligen Clubhaus das
Leben in Eichenweiler. Die Bedeutung ging in den vergangenen Jahren immer weiter
zurück. „Doch“, so Mitternacht, „wir hoffen, wieder mehr
Zulauf zu erhalten und etwas für Eichenweiler zu bewegen.“ Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 06.05.2011)

Sie helfen mit bei den Vorbereitungen für die 90-Jahr-Feier der Siedlung
Eichenweiler (v.l.):
Lutz Albach, Dirk Mallée, Hans-Gerd Seeharsch, Lutz Mitternacht und Günther
Pätzold. Foto: R. Richter
Donnerstag, der 28.04.2011
Treffen in Eichenweiler - Siedler bereiten 90-Jahr-Feier vor
Neue Neustadt/Neustädter See (rri). Der Siedlerverein Eichenweiler lädt für den
Donnerstag, 18.30 Uhr, zum nächsten Vorbereitungstreffen für das Siedlerfest „90
Jahre Eichenweiler“ ein. Treffpunkt ist „Bienes Bierstube“ am
Dr.-Götz-Teich/Heideweg. „Wir suchen noch engagierte Einwohner, Freizeit- oder
Interessengruppen aus unserer Siedlung, die am Freitag, dem 17. Juni, ab 18 Uhr
an unserem Umzug teilnehmen möchten“, teilte der Vereinsvorsitzende Dirk Mallée
mit. „Auch werden für unsere beiden Modeschauen am 17. Juni, 20 Uhr, und am 19.
Juni zum Kinderfest ab 13 Uhr noch je fünf Models gesucht.“
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 27.04.2011)
17. bis 19. Juni 2011
Eichenweiler freut sich auf 90. Siedlungsgeburtstag - Vorbereitungstreffen in
der Bierstube
In Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 90. Jahrestag der Erschließung der
Gartenstadt Eichenweiler lädt der Siedlerverein Eichenweiler alle interessierten
Bewohner zu einer Informationsveranstaltung ein. Für die geplante Festwoche vom
17. bis 19. Juni auf dem Sportplatz Am Schöppensteg werden noch aktive Helfer
und Unterstützer mit guten Ideen gesucht, teilte der Vereinsvorsitzende Dirk
Mallée mit.
„Wir treffen uns am 17. März um 18.30 Uhr in der Bierstube am Dr.-Götz-Teich,
Eingang Heideweg, bei der Familie Crupalla. Für unsere Einwohner und die
Mitglieder des Vereins wird es ein ganz besonderes Jahr, denn neben der
90-Jahr-Feier, wird auch der Siedlerverein 80 Jahre alt und unsere Sportfreunde
vom SV Fortuna feiern bekanntlich ihren 100. Jahrestag“, so Mallée weiter.
„Gemeinsam werden wir im Juni viel Sport, Spaß und Unterhaltung Am Schöppensteg
für unsere Bewohner und Sportfreunde bieten“,
sagte der Vorsitzende des Siedlervereins Eichenweiler. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 09.03.2011)
19.06.2010
„Eichenweiler – das sind wir!“ - Siedlerverein und SV Fortuna laden zum
Stadtteilfest ein
Unter diesem Motto wird am Sonnabend, den 19.06., ein großes Siedlungssommerfest
gefeiert. Der Siedlerverein Eichenweiler und der Sportverein Fortuna Magdeburg
laden ab 14 Uhr auf den Sportplatz ein. Neben Fußballspielen bieten die
Veranstalter eine Mal- und Bastelstraße, Tombola, Hüpfburg sowie viele weitere
Aktionen und Stände. Die Feuerwehr wird mit eigenem Parcours dabei sein. Und ab
Abend herrscht Partyalarm in Eichenweiler bei der Open-Air-Disco ab 19 Uhr auf
dem Sportgelände.
Das Sommerfest steigt nach der erfolgreichen Wiederentdeckung der
jahrzehntealten und lange in Vergessenheit geratenen Festtradition in
Eichenweiler im vergangen Jahr zum zweiten Mal unter Regie von Siedlerverein und
SV Fortuna. Den Anstoß hatte 2009 das Sozialamt mit Bürgerforen gegeben, auf
denen das Miteinander in der Siedlung und Nachbarschaftsstrukturen mit den
Bewohnern diskutiert wurden. Beide Vereine schlossen in diesem Rahmen ein
Bündnis, das noch viel in Eichenweiler bewegen soll. Immerhin: Fortuna wird bald
100 Jahre alt, der Siedlerverein wird 90. Auch diese Jubiläen sollen dann
natürlich auch groß gefeiert werden, kündigten die Vereine bereits an. Von
Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 17.06.2010)
08.10.2009
90-Jahr-Feier soll 2010 die Siedler zusammenschweißen
Stadtverwaltung und Siedlerverein veranstalten Bürgerforum in Eichenweiler
„Eichenweiler – das sind wir!?“ Unter diesem Motto hatte die Stadtverwaltung im
April dieses Jahres zu einem Bürgerforum eingeladen. Damit sollte der Anstoß
gegeben werden, das Wir-Gefühl und die Nachbarschaftshilfe zu stärken, gemeinsam
etwas für die Siedlung zu erreichen. Ergebnis war u.a. ein Sommerfest des
Siedlervereins gemeinsam mit dem SV Fortuna am 1. August. Am 15. Oktober nun
wollen die Akteure Bilanz ziehen und über mögliche weitere Aktionen diskutieren.
Was wurde bisher erreicht und welche Schritte sind möglich, um eine lebendig
Nachbarschaft in Eichenweiler zu entwickeln? Das ist das Thema des nächsten
Bürgerforums am 15. Oktober ab 17 Uhr in der Gartengaststätte von Familie
Chrupalla, Aue 121. Stadtverwaltung und Siedlerverein Eichenweiler laden dazu
alle Interessierten ein. Konkrete Ideen gibt es bereits.
„2010
feiert der Siedlerverein Eichenweiler sein 90-jähriges Bestehen. Aus diesem
Anlass möchten wir eine Chronik über Eichenweiler herausgeben“, erzählt der
Vereinsvorsitzende Dirk Malleè. „Wir würden uns über mitgebrachte Bilder und
alte Dokumente sehr freuen.“
Der Siedlerverein musste in den vergangenen Jahren mit Rückschlägen wie dem
Verlust des Siedlerheims fertig werden. Das in den 1960er Jahren von Siedlern
selbst errichtete Haus war Mittelpunkt des Vereins- und Siedlungslebens:
„Jugendliche trafen sich dort zur Disco, es gab Rentnernachmittage und jeden
Sommer das große Siedlungsfest“, erzählt Malleè. Doch das Siedlerheim wurde
abgerissen und viele Mitglieder verließen den Siedlerverein.
Heute hat er auf seiner Mitgliederliste noch 28 Siedlerfamilien stehen. Das
Engagement schlief aber trotzdem nicht ein. So werden in der Gaststätte
Chrupalla jeden Mittwoch Seniorentreffen veranstaltet. Eine Kreativ- und
Freizeitgruppe der Frauen hat hier Unterschlupf gefunden, auch die Rommégruppe
sitzt hier regelmäßig am Spieltisch.
Auf den Bürgerforen mit der Stadtverwaltung war derweil die Idee entstanden,
nach Jahren eine Neuauflage des Siedlungssommerfestes zu organisieren. Die
engagierten Anwohner nutzten die Möglichkeit, die Feier am 1. August mit dem
jährlichen Tag der offenen Tür des Sportvereins Fortuna, der traditionell mit
Eichenweiler verwurzelt ist, zu verbinden.
Anlass für die Runden mit Bewohnern von Eichenweiler ist das bundesweite
Modellprogramm mit dem Titel „Aktiv im Alter“ des Bundesfamilienministeriums, an
dem sich die Landeshauptstadt aktuell beteiligt. In den vier Siedlungen
Eichenweiler, Diesdorf-Süd, Welsleber Straße und
Steinwiese/Puppendorf/Neugrüneberg wird im Rahmen von Bürgerforen gefragt: „Wie
wollen wir morgen leben?“ Und das angesichts des demografi schen Wandels und des
Wissens um eine steigende Anzahl aktiver Senioren, die sich einbringen und
engagieren können und wollen.
Für das nächste Forum in Eichenweiler am 15. Oktober werden Anmeldungen noch
heute erbeten bei der Stadtverwaltung unter Telefon 5 40 34 43 oder per E-Mail
doreen.moeller@soz.magdeburg.de
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 08.10.2009)
01.08.2009
Siedlerfest Eichenweiler - Bürgermeister gibt Startschuss
Magdeburgs Bürgermeister und Kulturbeigeordneter Rüdiger Koch eröffnet am
kommenden Sonnabend um 13 Uhr das Siedlungsfest und den Tag der Offenen Tür des
Siedlervereins Magdeburg-Eichenweiler und des SV Fortuna Magdeburg.
„Unter dem Motto ,Aktiv im Alter‘ gestalten wir den Tag gemeinsam“, sagt Sigrid
Lüderitz vom SV Fortuna. Unter Mitwirkung der AG Gemeinwesenarbeit (GWA)
Neustädter See, der Seniorenvertretung und anderer wird ein buntes Programm für
Kinder und Erwachsene geboten. „Dabei möchten wir auch viele ältere Bürger
ansprechen, die sich aktiv im sportlichen oder auch gesellschaftlichen Leben
betätigen möchten“, sagt Sigrid Lüderitz. An Info-Ständen können dazu in
Gesprächen viele Fragen beantwortet und Möglichkeiten aufgezeigt werden. So
stellen sich Volleyballer, Badminton-Spieler oder Gymnastikgruppen für Senioren
auf dem Fest vor.
Das Rahmenprogramm bietet Ponyreiten, Hüpfburg, Kinderschminken, Malstand,
Torwandschießen, Tombola und Kuchenbasar. Die Feuerwehr ist vor Ort und die
Polizei kommt zur Fahrradcodierung. Am Abend laden Siedlerverein und SV Fortuna
ab 19 Uhr zu Disco „Quer-Beats“ am Sportplatz ein.
Der Anglerverein Rothensee sorgt mit geräuchertem Fisch für Gaumenfreuden. Die
Vereinsgaststätte bietet Spezialitäten vom Grill und kühle Getränke an. „Auch
Gäste aus anderen Stadtgebieten sind bei unserem Siedlungsfest herzlich
willkommen“, sagt Siedlervereinschef Dirk Malleè.
Siedler wollen mit Fortuna in Eichenweiler viel bewegen
Teilnahme an Bundesmodellprogramm „Aktiv im Alter“ / Siedlungsfest am Wochenende
Großes Wir-Gefühl und starke Nachbarschaftshilfe machten schon immer die
Siedlung Eichenweiler aus. Doch der Siedlerverein, der traditionell Dreh- und
Angelpunkt des gesellschaftlichen Lebens zwischen Schöppensteg und Heideweg ist,
musste in den vergangenen Jahren auch Federn lassen, das Miteinander litt
darunter. „Angestachelt“ von der Stadtverwaltung, wollen die Siedler nun wieder
enger zusammenrücken. Ein großes Siedlungsfest auf dem Fortuna-Gelände soll am
kommenden Sonnabend auch einen Neuanfang markieren.
Wer die Bewohner von Eichenweiler zu den Vorzügen ihrer Siedlung befragt, hört
von der ruhigen Lage, guten Erholungsmöglichkeiten durch die Lage am Neustädter
See, guter Infrastruktur und Verkehrsanbindung und spürbarem nachbarschaftlichen
Miteinander. So notierten es auch Vertreter des Sozial- und Wohnungsamtes vor
einigen Monaten auf einem Wohngebietsforum.
Anlass war ein bundesweites Modellprogramm mit dem Titel „Aktiv im Alter“ des
Bundesfamilienministeriums, an dem sich die Landeshauptstadt aktuell beteiligt.
In den vier Siedlungen Eichenweiler, Diesdorf-Süd, Welsleber Straße und
Steinwiese/Puppendorf/Neugrüneberg wird im Rahmen von Bürgerforen gefragt: „Wie
wollen wir morgen leben?“ Und das angesichts des demografen Wandels und des
Wissens um eine steigende Anzahl aktiver Senioren, die sich einbringen und
engagieren wollen.
So könnten auch Probleme angepackt werden. Die Bewohner nannten als Minuspunkte
u.a. Belastungen wie Parkchaos und Müll durch die touristische Nutzung oder
Nachholbedarf beim Ausbau von Radwegen. Andere Probleme wie die Sorge um die
medizinische Versorgung wegen der Überalterung der ansässigen Mediziner lassen
sich freilich für die Siedler auch nicht lösen. Ihrer Sorge um die Umleitung des
Verkehrs nach Magdeburg-Nord durch die Siedlung aufgrund der geplanten
Schließung der Straße „Am Vogelgesang“ zu Gunsten des Zoo-Ausbaus können
engagierte Vereinsmitglieder aber durchaus in Gremien wie der AG Gemeinwesen
oder gegenüber Stadträten und Verwaltungsmitarbeitern Nachdruck verleihen. „Das
ist unsere große Befürchtung, dass die in den 1980er Jahren geschlossene Route
über den Griesemann-Privatweg und den Heideweg möglicherweise wieder geöffnet
wird. Hier wünschen wir uns rasch eine klare Aussage“, sagt Dirk Malleè,
Vorsitzender des Siedlervereins Eichenweiler.
Der musste in den vergangenen Jahren auch mit Rückschlägen wie dem Verlust des
Siedlerheims fertig werden. Das in den 1960er Jahren von Siedlern selbst
errichtete Haus war Mittelpunkt des Vereins- und Siedlungslebens: „Jugendliche
trafen sich dort zur Disco, es gab Rentnernachmittage und jeden Sommer das große
Siedlungsfest“, erzählt Malleè. Doch das Siedlerheim ist Geschichte.
Der Verein einigte sich vor ein paar Jahren mit der Wohnungsgenossenschaft, der
das Grundstück gehörte und die Fläche verkaufen wollte, deutet Malleè nur an.
Fakt ist: Das Siedlerheim wurde abgerissen und eine Reihe von Mitgliedern
verließ den Siedlerverein. Heute hat er auf seiner Mitgliederlist noch 28
Siedlerfamilien stehen.
Das Engagement schlief aber trotzdem nicht ein. So werden in der Gaststätte
Chrupalla jeden Mittwoch Seniorentreffen veranstaltet. Eine Kreativ- und
Freizeitgruppe der Frauen hat hier Unterschlupf gefunden, auch die Rommégruppe
sitzt hier regelmäßig am Spieltisch. „Es gibt in Eichenweiler nach wie vor gute
Nachbarschaftsstrukturen“, sagt auch Hans-Jürgen Villard vom Sozial- und
Wohnungsamt, der das Projekt „Aktiv im Alter“ begleitet.
Auf den Bürgerforen entstand auch die Idee, nach Jahren eine Neuaufage des
Siedlungssommerfestes zu organisieren. Die engagierten Anwohner nutzten die
Möglichkeit, die Feier mit dem jährlichen Tag der offenen Tür des Sportvereins
Fortuna, der traditionell mit Eichenweiler verwurzelt ist, zu verbinden. Am
Sonnabend wird ab 13 Uhr auf dem Sportplatz gefeiert.
Beide Vereine schlossen ein Bündnis, das noch viel in Eichenweiler bewegen
könnte. Lutz Mitternacht vom Siedlerverein blickt schon voraus: „Fortuna wird im
nächsten Jahr 100 Jahre alt, der Siedlerverein wird 90. Das muss doch groß
gefeiert werden.“

Gemeinsam für Eichenweiler (v.l.): Heidi Velten, Hans-Jürgen Villard und Bettina
Schwarz (Stadtverwaltung/Sozialdezernat), Sigrid Lüderitz (SV Fortuna) sowie
Dirk Malleè, Lutz Mitternacht und Heidemarie Wendlandt vom Siedlerverein
Eichenweiler. Foto: Robert Richter
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