Baugeschehen im Stadtteil


Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu geplanten, aktuellen und abgeschlossenen Baumaßnahmen und sonstigen Projekten im Stadtteil.

Geplanter Stadtteiltreff in der Pablo-Neruda-Str. 11

Direktlinks auf dieser Seite:

Abriss Im Brunnenhof 4 bis 7
Evangelische Hoffnungsgemeinde - Glockenturm
Hochhaus Am Seeufer 10
Hochhaus Ziolkowskistraße 22
Kita Bördebogen
Lärmschutzwand in Nord
Lindwurmbrücke

Rundweg um den Neustädter See
Schwimmhalle Nord
Seeblicke an der Salvador-Allende-Straße

Strandbad
Zooausbau
 


 

Abriss Im Brunnenhof 4 bis 7 - Abgeschlossene Baumaßnahme

26.08.2010
Abriss des Wohnblocks „Im Brunnenhof“ in zwei Wochen abgeschlossen - Danach soll es „grünen“
Der lange Zeit leer stehende Zehngeschosser Im Brunnenhof ist Geschichte. Die Wobau riss in den vergangenen Monaten den verwaisten Plattenbau ab, jetzt soll eine Rasenfläche an dessen Stelle entstehen. Weniger gute Neuigkeiten gibt es jedoch hinsichtlich der Zukunft des Hochhauses am Seeufer.
Seit über drei Jahren stand der Block „Im Brunnenhof 4 - 7“ leer. Er und die Nachbarschaft warteten auf den lange geplanten Abriss. Vielen Mietern der umliegenden Häuser war er ohnehin ein unansehnlicher Dorn im Auge. Im März machte die Wobau, Eigentümerin des Blocks, endlich dem Ganzen ein Ende und begann mit dem Rückbau des Zehngeschossers.
Auf der GWA-Sitzung am vergangenen Mittwoch berichtete die stellvertretende Leiterin der Wobau-Geschäftsstelle Nord, Martina Bombach, von den weiteren Plänen für das Grundstück: „In drei Wochen werden die Abrissarbeiten abgeschlossen sein, anschließend planen wir eine Begrünung der Fläche. Darüber hinaus gibt es von unserer Seite keine weiteren Absichten.“
Elvira Ferchland, Sprecherin der GWA Neustädter See, regte den Bau eines Spielplatzes an, während sich Thomas Kunde, der Leiter der KJFE „Oase“, für einen Bolzplatz für seine Schützlinge aussprach. Einig war sich die Runde darüber, die Grünfläche nicht den Vierbeinern des Stadtteils als Toilette zu überlassen. Allerdings sei eine Einzäunung als Schutz davor zum einen nicht vorgesehen, wie Martina Bombach sagte, und zum anderen nach einhelliger Meinung der Anwesenden auch wenig ansehnlich. Über die Zukunft eines verwaisten Hochhauses am Seeufer, das mittlerweile von Obdachlosen als Schlafplatz genutzt wird, wurde seitens der Wobau allerdings noch nicht entschieden, sagte Martina Bombach. Von Stefan Harter (Quelle: Volksstimme vom 26.08.2010)



Noch stehen die Abrissbagger auf dem Gelände des ehemaligen Wohnblocks „Im Brunnenhof 4-7“, bald soll dort jedoch eine Rasenfläche entstehen. Foto: Stefan Harter

Chance nutzen
Zum Volksstimme-Beitrag „Plattenbau weicht Grünfläche“ über den Abriss eines Wohnblocks am Neustädter See hat Volksstimme-Leser Hans-Dieter Karg eine Anmerkung: „Nachdem nun endlich das Ende des Abrisses im Bördebogen in Sicht ist, lese ich, dass das Areal als Grünfläche gestaltet werden soll. Ich frage mich, warum bei dieser Gelegenheit nicht gleich das ganze Karree Bördebogen/ Schrotebogen überplant wird? Für die Anwohner sollten neben Grünflächen mit Spiel- und Erholungsmöglichkeiten auch Parkplätze geschaffen werden, damit die Rettungs- sowie Ver- und Entsorgungsfahrzeuge endlich problemlos die Hauseingänge erreichen können. Damit würde in diesem Wohnviertel ein großer Missstand beseitigt.“ Von Jens-Uwe Jahns (Quelle: Volksstimme vom 28.08.2010)

09.07.2010
Wobau reißt im Stadtteil Neustädter See Wohnblock ab
Im Brunnenhof wird aufgeräumt: Die Abriss-Lücke wird bleiben

Eine Menge Schutt gibt es momentan im Brunnenhof. Die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau) reißt dort bereits seit März einen Wohnblock ab. Bis Ende September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Bagger, Radlager und Lastwagen zum Abtransport von Steinen und anderen Überleibseln des Wohnblocks sind momentan die Fahrzeuge, die man am häufigsten rund um die Baustelle sieht. Noch bis Ende September werden die Arbeiten dauern: „Am Anfang hat der Abriss länger gedauert, weil wir vor dem eigentlichen Abriss der unteren Geschosse die oberen aus Sicherheitsgründen erst einmal zurückbauen mussten“, erklärt Wobau- Geschäftsführer Heinrich Sonsalla.
Notwendig war der Abriss des Wohnblockes aus dem Jahr 1978 geworden, weil ein Großteil der insgesamt 160 Wohnungen im Abriss-Block leer standen. Wobau-Chef Sonsalla weiter: „Im Zuge des Stadtumbaus haben wir uns dann entschlossen, den Block abzureißen.“ Im näheren Umfeld des Brunnenhof-Blocks sind aber derzeit keine weiteren Wobau-Abrisse geplant.
Das Gelände des Brunnenhof-Blocks bleibt erst einmal ungenutzt, ein Neubau ist nicht geplant. Die Kosten für den Abriss betragen rund 400 000 Euro, Über das Programm „Stadtumbau Ost“ flossen Fördermittel für den Abbruch. Von Ariane Amann (Quelle: Volksstimme vom 09.07.2010)



Schuttberge und Mauern zeugen vom Abriss des Wohnblocks im Brunnenhof.
Foto: Ariane Amann

20.03.2010
Im Brunnenhof beginnt Abriss



Der Abriss des Zehngeschossers Im Brunnenhof 4 bis 7 läuft an. Seit 2007 hatte die Wohnungsbaugesellschaft den Abbruch immer wieder verschieben müssen, weil Fördergeld aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ noch nicht bewilligt worden war. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 20.03.2010)

20.08.2009
Wobau will keine halben Sachen am Brunnenhof
Zehngeschosser steht seit Jahren leer und sorgt für Anwohnerärger

Der leere zehngeschossige Wohnblock Im Brunnenhof 4 bis 7, der seit gut zwei Jahren auf den Abriss wartet, wird voraussichtlich im Frühjahr 2010 abgerissen. Das sagte Rosemarie Hosang, Leiterin der Wobau-Geschäftsstelle Nord, jetzt in der AG Gemeinwesen Neustädter See. Bisher sei nur die Hälfte der Abrissförderung bewilligt worden.
Im Brunnenhof will die Wobau verständlicherweise keine halben Sachen machen: „Wir haben einen Teil der beantragten Fördermittel für den Abriss bereits bewilligt bekommen, aber es macht natürlich keinen Sinn, einen halben Block abzureißen“, sagte Rosemarie Hosang. Anwohner hatten die Frage in den Raum gestellt, wann denn nun der seit Jahren leer stehende Block endlich abgerissen werde.
Mit der Genehmigung für die zweite Hälfte rechne das Wohnungsunternehmen im Frühjahr 2010. „Sie können mir glauben, wir würden den Block lieber heute als morgen wegnehmen“, sagte die Geschäftsstellenleiterin. Die AusschreibungenfürdieAbbrucharbeiten seien deshalb jetzt bereits gemacht worden. Die Wobau stehe in den Startlöchern. Nach dem Abriss soll die Fläche erst einmal begrünt, später im Idealfall für die Wobau für eine Nachnutzung vermarktet werden.
Bis zum Abriss müsse der Wohnblock jedoch besser gesichert werden, da er Kinder und Jugendliche als „Abenteuerspielplatz“ anlocke, sagte Thomas Kunde, Leiter des gegenüberliegenden Freizeitzentrums „Oase“. Der Block werde jedoch täglich von Mitarbeitern kontrolliert, erklärte die Wobau-Geschäftsstellenleiterin. Geduld ist derweil auch im Fall des leer stehenden 16-Geschossers am Seeufer gefragt. Auch hierfür hatte die Wobau schon vor Jahren den Fördermittelantrag für den Abriss gestellt.
Für 2010, so die große Hoffnung, wird auch für diesen Block mit der Genehmigung gerechnet. Eine Sanierung komme für die Wobau selbst angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt wirtschaftlich nicht in Frage, auch ein Käufer sei bisher nicht in Sicht, entgegnete Rosemarie Hosang Anwohnern, die für einen Erhalt und die Modernisierung des Hochhauses in gefragter Wohngegend direkt am See plädierten.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 20.08.2009)


Glockenturm der Evangelischen Hoffnungsgemeinde

Die Evangelischen Hoffnungsgemeinde steht vor einer großen Aufgabe.

  • Die Erneuerung des eigenen Glockenturmes, da dieser defekt ist und

  • das Gießen neuer Glocken

Es ist vor allem eine große finanzielle Herausforderung. Aus diesem Grund hat der Beirat der Hoffnungsgemeinde ein Spendenkonto: „Glocken für Hoffnung“ eingerichtet. Wir freuen uns auch, wenn sich Sponsoren finden, die unsere Gemeinde dabei finanziell unterstützen. Wir sind auf jede Spende angewiesen. Damit auch zukünftig Glocken in Magdeburg-Nord läuten können, brauchen wir Ihre Hilfe.
Der Beirat der Hoffnungsgemeinde

Spendenkonto:

KD-Bank Konto-Nr.: 1562308012
BLZ: 35060190
Verwendungszweck: RT 09 (Glocken)

Kontakt:

Evangelische Hoffnungsgemeinde
Krähenstieg 2
39126 Magdeburg

Tel: 0391 / 2 53 08 81
Fax: 0391 / 2 58 44 70

E-Mail: buero@hoffnungsgemeinde.de
Homepage: www.hoffnungsgemeinde.de

Hintergrund
Die Hoffnungsgemeinde wird voraussichtlich 2011 ihre Glocken zurückgeben müssen. Die Glocken, die an Sonn- und Feiertagen die Gemeinde zum Gottesdienst rufen, wurden ursprünglich für die Christusgemeinde in Magdeburg-Süd gegossen. Da dort bisher kein Glockenturm gebaut werden konnte, hat die Christusgemeinde die Glocken zur Nutzung an unsere Gemeinde gegeben. Nun aber möchten sie einen Glockenturm bauen und ihre Glocken zurückbekommen. (Quelle: Homepage der Evangelischen Hoffnungsgemeinde)

 

In den Holzturm vor der Hoffnungskirche am Krähenstieg wurden Ende der 1980er Jahre zwei Glocken gehängt, die eigentlich der Christusgemeinde im Hopfengarten gehören. Bis Ende nächsten Jahres muss die Hoffnungsgemeinde die Glocken zurückgeben.

Die unglaubliche Glockengeschichte

• Drei kleine Glocken hatte die Christusgemeinde im Hopfengarten im Mai 1948 in Apolda gießen lassen. Dafür hatten Gemeindemitglieder 1947 in den Trümmern der Petrikirche Bronzereste gesammelt. Fast zehn Zentner schickten sie nach Apolda.

• Die Glocken kamen nie im Hopfengarten an. Grund: Aus dem geplanten Bau eines Glockenturms vor der Christusgemeinde wurde nichts, weil die Währungsreform in der DDR alle Finanzierungspläne über den Haufen warf.

• Da die Hopfengarten-Christen nun nicht mehr wussten, wohin sie ihre Glocken hängen sollten, verliehen sie alle drei an andere Kirchen. 1962 ging eine an die Immanuel-Kirche Prester, später von dort an die Bricciusgemeinde Cracau. Die beiden anderen wurden 1988 in den Holzturm an der Neubaukirche der Hoffnungsgemeinde am Neustädter See eingebaut.

• Die Christusgemeinde ist fest entschlossen, bis 2012 den Glockenturm nun doch noch zu bauen. Deshalb will sie ihre Glocken zurückhaben. Alle drei Gemeinden bemühen sich gemeinsam darum, dass keine leeren Glockenstühle zurückbleiben.

• Bis zum 31. Dezember 2011 soll so für die Hoffnungsgemeinde eine Lösung her. Im Fall der Bricciusgemeinde war es einfacher – dort stand die gusseiserne Glocke ohnehin nur als Zierde in der Kirche.
(Quelle: Volksstimme vom 11.12.2010)

22.10.2011
Glockenfinanzierung steht
Hoffnungsgemeinde sammelt noch für Turm

Vor etwa einem Jahr begann die evangelische Hoffnungsgemeinde in Nord für neue Kirchenglocken Spenden zu sammeln.
Hintergrund: Die jetzigen Glocken muss die Gemeinde Ende dieses Jahres der Christusgemeinde im Hopfengarten zurückgeben. Diese hat bisher keinen Glockenturm und hatte ihr Geläut deshalb vor Jahrzehnten verliehen.
Inzwischen sind mehr als 18.000 Euro an Spenden eingegangen. „Darüber freuen wir uns sehr und danken herzlich. Damit ist der Glockenguss und ein Teil der Läutemaschine bereits finanziert“, informiert der Beirat der Hoffnungsgemeinde. „Wir brauchen allerdings für unsere neuen Glocken auch einen neuen Glockenturm und haben verschiedene Fördermittel beantragt, die aber die Gesamtkosten noch nicht decken werden. Darum bitten wir weiterhin um Geldspenden für unser Glockenprojekt.“
Spendenkonto: KD-Bank, Konto-Nr.: 1562 308 012, BLZ: 350 601 90
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 22.10.2011)

08.04.2011
Spendenaktion der Hoffnungsgemeinde - Gemeinde verbucht für neue Glocken bisher 18.000 Euro

Mehr als 18.000 Euro – das ist der Stand der Spendenaktion für neue Kirchenglocken in Nord, für Besucher der Kirche am Krähenstieg abzulesen am „Spendenbarometer“ im Foyer. Die evangelische Hoffnungsgemeinde benötigt ein neues Geläut und muss einen neuen Glockenturm als Ersatz für die jetzige marode Holzkonstruk tion bauen. Die Gesamtkosten werden sich nach Angaben von Pfarrerin Cordula Haase voraussichtlich auf mehr als 90.000 Euro belaufen.
Hintergrund: Die beiden Glocken der Hoffnungskirche, die in einem separaten Glockenturm im Jahr 1988 aufgehängt wurden, waren als Dauerleihgabe nach Nord gekommen. Sie gehören eigent lich der Christusgemeinde im Hopfengarten. Diese hatte die Glocken 1948 aus Bronzeresten der zerstörten Petrikirche gießen lassen. Da aus finanziellen Gründen jedoch der Bau eines Glockenturms im Hopfengarten scheiterte, verlieh die Gemeinde ihr Geläut später.
Inzwischen plant die Christusgemeinde aber, nun endlich doch einen Glockenturm im Hopfengarten zu bauen. Deshalb möchte sie ihre Glocken zurückhaben. Die Gemeinden vereinbarten, dass die Hoffnungsgemeinde das Bronze-Duo bis zum 31. Dezember 2011 zurückgeben muss. In Nord gab es deshalb im Vorjahr bereits öffentliche Veranstaltungen und eine Reihe von Beratungen des Gemeindebeirates. Beschlossene Sache ist, dass die Hoffnungsgemeinde drei neue Glocken gießen lassen und einen neuen Glockenturm bauen lassen möchte.
Nachdem im vergangenen Jahr bereits rund 15.000 Euro gespendet worden waren, hatte sich die Gemeinde das Ziel gesetzt, 2011 noch einmal so viel Geld von Firmen und privaten Geldgebern zu sammeln, um möglichst bis zu 30.000 Euro Eigenanteil aufbringen zu können. Dazu wurden Förderanträge bei verschiedenen Geldgebern gestellt. Großes Ziel der Christen in Nord ist es, 2012 die neuen Kirchenglocken feierlich einzuweihen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 08.04.2011)



Den Stand der Spendenaktion für die neuen Kirchenglocken zeigt dieser Aufsteller in der Hoffnungskirche an. Foto: R. Richter

15.12.2010
Nord braucht drei neue Glocken für ein Halleluja
Hoffnungsgemeinde muss ihr geborgtes Geläut Ende 2011 zurückgeben
Sie verkünden jeden Tag um 18 Uhr den Feierabend, rufen die Gläubigen sonn- und feiertags zum Gottesdienst und läuten zu Weihnachten die heilige Nacht ein: die Glocken der evangelischen Hoffnungskirche am Neustädter See. Doch die sind nur geliehen und müssen bis Ende nächsten Jahres an die Christusgemeinde im Hopfengarten zurückgegeben werden. Die Christen in Nord benötigen jedoch nicht nur ein neues Geläut, sondern gleich einen ganzen neuen Glockenturm, da die bisherige Holzkonstruktion den statischen Anforderungen nicht mehr entspricht.
Es könnte bereits ihr letztes Weihnachtsfest in Nord werden. Noch einmal werden die zwei Glocken im Holzturm vor der „Zeltkirche“ am Krähenstieg nächste Woche an Heiligabend, weithin hörbar, ihren Dienst tun für die Christen und Weihnachtskirchgänger am Neustädter See. Seit 1988 geben die Glocken allerdings für die Gemeinde im Norden nur ein Dauergastspiel, denn das Geläut ist von der Christusgemeinde aus dem Magdeburger Hopfengarten geliehen. Weil die Christen im Süden ihre Glocken nach Jahrzehnten aber bald endlich selbst läuten wollen, wurde die Rückgabe für Ende 2011 vereinbart. Die Hoffnungsgemeinde startete daher bereits Anfang dieses Jahres den Aufruf „Magdeburg-Nord braucht neue Glocken!“
Pfarrerin Cordula Haase strahlt im Volksstimme-Gespräch glockenklare Zuversicht aus. „Die entscheidenden Vorarbeiten sind in den vergangenen Monaten gemacht worden. So gab es zwei öffentliche Veranstaltungen und eine Reihe von Beratungen des Gemeindebeirates. Teilweise wurde hitzig diskutiert, aber es gibt nun einen abgestimmten Beschluss“, sagt die Pfarrerin.
Demnach sollen gleich drei neue Glocken für Nord gegossen und ein neuer Turm als Ersatz für die in die Jahre gekommene Holzkonstruktion gebaut werden, architektonisch an die bestehende „Zeltkirche“ angepasst. Details sind noch in Planung. Fest stehen aber die Gesamtkosten: voraussichtlich rund 92 000 Euro.
„In den nächsten Tagen werden gemeinsame Förderanträge der beteiligten Gemeinden bei einer Stiftung der Sparkasse eingereicht, außerdem hoffen wir auf Zuschüsse des Kirchenkreises“, sagt Pfarrerin Haase. Denn auch die Christusgemeinde braucht noch Geld, um den geplanten Glockenturm im Hopfengarten überhaupt 2011 bauen zu können. Eine Gemeinschaftsinitiative der Gemeinden mit Unterstützung des Superintendenten Michael Seils soll Türen – und Fördertöpfe öffnen.
In Nord ist die Gemeinde mit finanzieller Unterstützung bereits gut gesegnet, verrät Pfarrerin Cordula Haase: „Unser Glockenspendenkonto weist bereits beachtliche 15 000 Euro auf, zusammengesetzt aus größeren, aber auch vielen kleineren Spenden, für die wir genauso dankbar sind. Für 2011 haben wir uns das Ziel gesetzt, noch einmal so viel Geld von Firmen und privaten Geldgebern zu sammeln, um möglichst bis zu 30 000 Euro Eigenanteil aufbringen zu können.“ Läuft alles nach Plan, könnte 2012 die Glockenweihe am Krähenstieg gefeiert werden. „Also, das wird ein Ereignis, das nun wahrlich nicht so oft vorkommt und von entsprechend großer Bedeutung ist“, sagt Cordula Haase in einem Anflug gespannter Vorfreude.
Auch am anderen Ende der Stadt steigt die Aufregung und die Vorfreude auf die Rückkehr der Glocken für die Christusgemeinde. Eine davon, die in der Cracauer Bricciuskirche stand, kam bereits im Vormonat im Hopfengarten unter großem Jubel und Freudentränen an. Gemeindemitglied Doris Kunze sprach bereits von einem „historischen Ereignis“. Auf ein solches hoffen auch die Christen aus Nord – mit drei neuen Glocken für ein Halleluja. Weitere Infos auf der Homepage der Evangelischen Hoffnungsgemeinde
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 11.12.2010)

07.04.2010
Am 07.04.2010 um 18 Uhr spielte Herr Schulz den Anwesenden verschiedene Glockentöne einzeln und im Zusammenklang vor. So konnten wir unsere zukünftigen Glocken bereits hören und waren uns einig: Drei Glocken mit tiefem Klang klingen schön. Der Beirat wird nun Angebote einholen.

16.03.2010
Am 16.03.2010 um 19 Uhr kamen der Beirat, Gemeindeglieder, aber auch Vertreter der Christusgemeinde und der Orgel– und Glockensachverständige Herr Schulz zusammen. Zum Thema „Neue Glocken für Hoffnung“ ging Herr Schulz auf verschiedene Fragen ein: Warum läuten überhaupt Glocken? Welche Aufgaben haben sie? Brauchen wir (heute noch) Glocken? Was erzählen Glocken über ihre Geschichte?

21.06.2009
Jubiläumsfest - Kleine Kirche in Nord wird 25
Von 1980 bis 1984 entstand die Hoffnungskirche

In der evangelischen Hoffnungsgemeinde am Neustädter See gibt es morgen viele gute Gründe zum Feiern. Die kleine Kirche am nördlichen Stadtrand wurde vor 25 Jahren eingeweiht, „was in der damaligen DDR und ihrer offiziellen Kirchenpolitik einem Wunder gleichkam“, sagt Pfarrerin Gabriele Herbst: „Sozialistische Trabantenstädte brauchen keine Kirchengebäude, war die Meinung. Aber wo sollten sich die damals ca. 2000 evangelischen Christen im Wohngebiet Neustädter See und Kannenstieg versammeln?“
Durch Geld von Kirchen der ehemaligen Bundesrepublik, durch Spenden aus dem Gustav-Adolf-Werk und durch viele großzügige Spenden Magdeburger Christen und Nichtchristen wurde dann doch eine Kirche gebaut. Der Magdeburger Architekt Michael Sußmann hat sie entworfen. „Weil die Menschen in Nord ihre kleine Kirche lieben und wissen, dass sie nur durch Hilfe von außen gebaut werden konnte, fühlen sich Mitarbeiter und Mitglieder der Gemeinde außerordentlich verpflichtet, ihrerseits seit Jahren Hilfe für andere zu leisten“.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 20.06.2009)

ca. 1986

(Quelle: http://ansichtskarten-lexikon.de)

1980 bis 1984
An Rande des Wohngebietes Neustädter See im Norden Magdeburgs wurde am Erntedanktag 1980 der Grundstein für diese moderne Hallenkirche gelegt. Am 24. Mai 1984 wurde das Gebäude geweiht. Der Entwurf stammt von Oberkirchenbaurat Sußmann, das hängende Kruzifix ist ein Werk des Magdeburger Pfarrers Andreas Herbst. 1998 wurde in der Kirche eine Orgel aufgestellt, deren Prospekt einem Ginkgoblatt nachempfunden ist und an welcher der Organist nicht mit dem Rücken sondern mit Blick zur Gemeinde sitzt.
Die Hoffnungskirche fällt durch ihre moderne Architektur auf, die von dem zeltartigen Dach bestimmt wird. Auf der 16 Meter hohen Dachspitze steht ein Edelstahl-Kreuz mit zwei kreuzweise angeordneten Querbalken, so dass es aus allen Himmelsrichtungen als Kreuz zu sehen ist. Vor der Kirche steht der hölzerne Glockenturm. Die zwei darin befindlichen Glocken wurden aus den im Zweiten Weltkrieg zerborstenen Glocken der Sankt-Petri-Kirche gegossen. Im Innern der Kirche sind Originalsteine zerstörter Kirchen Magdeburgs eingelassen.
(Quelle: www.wikipedia.org)


Graffitiprojekt an der Fassade der Bärenapotheke am Neustädter Platz

13.05.2011
Abtauchen auf dem Neustädter Platz

Taucher und Fische im Neustädter See lenken seit Kurzem die Blicke der Passanten auf dem Neustädter Platz auf sich. Die Fassade des Geschäftshauses an der Nordseite wurde von Graffiti-Künstlern der Agentur „Strichcode“ mit Motiven gestaltet, die das Freibad und Erholungsgebiet Neustädter See charakterisieren. Stadtteilmanagerin Jessica Zedler hatte die Aktion mit Geld aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ gestartet. Die Fläche stand durch Schmierereien als Schandfleck in der Kritik. Foto: R. Richter
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 13.05.2011)

17.03.2011
Sonniger Willkommensgruß am Neustädter Platz
Schandfleck ade: Stadtteilmanagerin Jessica Zedler stellt Entwurf für Wandbild vor

Die Fotomontage zeigt die Außenwand der Bärenapotheke am Neustädter Platz mit dem geplanten Wandbild, entworfen von Künstlern der Magdeburger Firma "Strichcode".
Foto:privat

Mit einem Wandbild an der Fassade der Bärenapotheke am Neustädter Platz soll ein Schandfleck des Stadtteils überstrichen werden. Stadtteilmanagerin Jessica Zedler präsentierte gestern Entwürfe für die Gestaltung der Fassade als auch des Rundbaus mit Graffiti. „In dem Entwurf wurden Themen rund um den wichtigsten Bestandteil des Stadtteils – den Neustädter See – verarbeitet. Angefangen vom schönen Sandstrand, beliebt bei Groß und Klein, bis hin zur modernen Wassersportanlage ist dieser Naturraum als Großstadtoase dargestellt“, so die Stadtteilmanagerin.
Der Rundbau hatte früher den Zugang zu einem Jugendklub im Keller geboten, im Volksmund auch „Klo-Keller“ genannt, weil es dort früher auch öffentliche Toiletten gab. Das alles soll bald endgültig Geschichte sein.
„Sobald das Wetter es erlaubt, werden die ersten vorbereitenden Schritte unternom men, um die Gestaltung praktisch umzusetzen“, sagte Jessica Zedler gestern. Stadtteilbewohner, die Fragen oder Anmerkungen dazu haben, können sich im Stadtteilbüro unter 2 88 60 44 melden.
Die Fassadengestaltung hatte die Stadtteilmanagerin kürzlich bei der Auswertung einer Fotoaktion von Jugendlichen zugesagt. Die Teilnehmer hatten besonders schöne und hässliche Seiten ihres Stadtteils fotografiert. Auch in der Bürgersprechstunde und in der AG Gemeinwesen Neustädter See war der Wunsch nach einer Verschönerung des Platzes laut geworden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 17.03.2011)



So sieht der Rundbau am Neustädter Platz derzeit aus.
 


 

Hochhaus Am Seeufer 10

01.07.2011
Leerstehender 16-Geschosser in Nord - Seeufer: Wobau ringt mit sich um Zukunft eines Hochhauses

Idyllisch liegen die Hochhäuser in Nord am Ufer und spiegeln sich auf der Wasseroberfläche des Neustädter Sees. Doch ein Gebäude fällt zwischen den sanierten Fassaden aus dem Rahmen: Das einzige unsanierte Hochhaus Am Seeufer in Nord steht seit Jahren leer. Und die Zukunft des Gebäudes mit 132 Wohnungen und Seeblick ist weiter unklar.
Wie Volksstimme-Leser Karl-Heinz Rasche aus Nord stellen sich viele Anwohner die Frage, was aus dem „Riesen“ an der Uferpro menade des Neustädter Sees wird. „Was geschieht mit Hochhaus Am Seeufer 10? Erst hieß es, dass es abgerissen wird, und dann sollte es saniert werden“, fragt Rasche. Im vergangenen Jahr habe es kurzzeitig Bauarbeiten im Gebäude gegeben. „Aber seitdem sind keine Arbeiten mehr an dem Hochhaus erkennbar“, so der Anwohner.
Die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau) will bis Ende des Jahres eine Entscheidung über die Zukunft des Hochhauses treffen. Das teilte das städtische Unternehmen auf Volksstimme-Anfrage mit. Aktuell sei die Zukunft offen.
Zwischenzeitlich hatte das Unternehmen sich nach eigenem Bekunden überraschend gar mit Sanierungsplänen getragen. „Es ist kein Abriss vorgesehen“, so Wobau-Chef Heinrich Sonsalla im November 2009 in der Volksstimme. Die Wobau könne sich „mittelfristig“ durchaus eine Sanierung vorstellen, erklärte er damals.
Ein Jahr später, im Herbst 2010, klang das in einer Mitteilung der Wobau nicht mehr so eindeutig. Die Zukunft des Hochhauses stehe zur Debatte und alle Möglichkeiten – Sanierung, Abriss, Rückbau – würden noch einmal unter finanziellen Aspekten geprüft, hieß es nun.
In der Vergangenheit hatte die Wobau sich nach eigenen Angaben bereits um einen Käufer für das 16-geschossige Haus am See bemüht, jedoch ohne Erfolg. Zuvor hatte sich die Wobau schon seit 2005 um Fördergeld aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ für den Abriss des Blocks Am Seeufer 10 bemüht, jedoch dafür keine Bewilligung erhalten. Zwischenzeitlich wurde das Gebäude schon entkernt.
Im Stadtgebiet steht das seit Jahren leer stehende Hochhaus in der Kritik. Unter Anwohnern war bereits von einem „zweiten ,Blauen Bock‘“ in Magdeburg die Rede. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 01.07.2011)



Blick auf die Hochhäuser Am Seeufer in Nord. Das zweite von links steht seit Jahren leer. Was daraus wird, soll bis Ende des Jahres beschlossen werden.

22.11.2009
Zweites Leben für „Riesen“ am Seeufer
Seit Jahren leer stehendes Hochhaus soll nun doch „mittelfristig“ saniert werden

Totgesagte leben länger: Auch im Fall des Hochhauses Am Seeufer 10 gibt es eine überraschende Wende. Eigentlich schon vor Jahren zum Abriss vorgesehen, hat die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau) für den umstrittenen „Riesen“ nun doch eine „mittelfristige Sanierung“ vorgesehen, erfuhr die Volksstimme auf Anfrage von Wobau-Geschäftsführer Heinrich Sonsalla.



Entkernungsarbeiten schienen dieser Tage den letzten Akt im Leben des „todtraurigen Riesen“ einzuläuten – dachten Anwohner in Nord. Doch Wobau-Chef Sonsalla dementiert: „Es ist kein Abriss vorgesehen.“
Während sich das kommunale Wohnungsunternehmen auch von Verkaufsplänen verabschiedet habe – jahrelang hatte sich kein Käufer für den 16-Geschosser gefunden –, sei das Hochhaus in bester Lage direkt am Neustädter See nun überraschend sogar zur Sanierung vorgesehen, das allerdings erst „mittelfristig“, teilte Sonsalla mit. Immerhin: Schon 2005 hatte die Wobau Geld aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ für den Abriss des Blocks Am Seeufer 10 beantragt – für den Abriss wohlgemerkt. Bewilligt wurde dieses Geld in all den Jahren nicht. Zufall oder weise Voraussicht? Stadtteilbewohner stellten schließlich immer wieder öffentlich die Frage, warum das Objekt in exponierter Lage nicht nach dem erfolgreichen Vorbild der anderen Hochhäuser am Seeufer saniert werde? Nun wird der „Riese“ erst einmal entkernt, „bei gleichzeitiger Beräumung und Sicherung des Objektes“, sagte Wobau-Geschäftsführer Sonsalla.
Bei den Anwohnern hatte das seit Jahren leer stehende Hochhaus immer wieder für Kritik gesorgt. „Hilfe, wir haben es mit einem zweiten ,Blauen Bock‘ zu tun!“, schrieben Mieter benachbarter Häuser vor einigen Monaten in einem drastisch formulierten offenen Brief an die Volksstimme und schimpften über den Zustand des Blocks: „Vernagelt, verwahrlost, Graffiti prangt von Gemäuern und aus den Fenstern. Die Anwohner sind resigniert, Gäste reagieren schockiert.“ Die Wohnqualität des Gebietes leide darunter, „zumal für uns, die wir tagtäglich direkt auf das Monstrum schauen müssen“, hieß es weiter. Die neuen Aussagen der Wobau schüren nun die Hoffnung auf eine großartige Verwandlung vom Schandfleck zum neuen Glanzpunkt von Magdeburg-Nord.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 21.11.2009)

07.04.2009
Diskussion um leeres Hochhaus am Neustädter See
Anwohner meint: „Abriss würde Lücke ins Ufer-Ensemble reißen“

Der leer stehende 16-Geschosser Am Seeufer 10 sorgt in Nord weiter für Diskussionsstoff. Nicht alle Anwohner schließen sich der Forderung nach einem Abriss des Hochhauses an.
„Ich teile die Meinung der Anwohner, dass das Hochhaus aus Richtung des Festplatzes bei näherem Hinsehen ein Schandfleck ist“, schrieb Karl-Heinz Rasche per E-Mail an die Stadtteilredaktion und reagierte damit auf einen Volksstimme-Bericht vom 27. März. „Aber“, so Rasche, „aus der Richtung des Neustädter Sees gehört das Hochhaus in das Ensemble. Ein Abriss würde ein erhebliches Loch in das Ensemble reißen und den harmonischen Blick von der Seeseite zerstören.“
Er wundere sich deshalb, dass ein Abriss überhaupt zur Diskussion stehe. „Warum soll das Hochhaus nicht saniert werden? Wären die Mittel dazu nicht besser verwendet?“, fragt Karl-Heinz Rasche. „Ich erinnere mich, dass ich vor Jahren, als das vordere Hochhaus saniert wurde, in der Volksstimme gelesen habe, dass die Wohnungen sehr gefragt und schnell vergeben waren.“
Anwohner aus dem Schrotebogen 12 hatten beklagt, das leere Hochhaus am Seeufer mit vernagelten Fenstern und Graffiti störe das ingesamt positive Erscheinungsbild des Gebietes am Neustädter See. Der Stadtteil im Norden habe es mit einem „zweiten Blauen Bock“ zu tun. Die Wohnqualität des Gebietes leide darunter.
Die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg, der das Hochhaus Am Seeufer 10 gehört, hatte auf Volksstimme-Anfrage mitgeteilt, man warte auf die Bewilligung von Fördermitteln für einen Abriss. Parallel wolle sich die Wobau aber weiterhin um den Verkauf des 16-Geschossers an einen Investor bemühen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 07.04.2009)

Blick auf die Hochhäuser am Ufer des Neustädter Sees. Das zweite von links steht seit Jahren leer. Ein Abriss würde, so eine Lesermeinung, jedoch eine Lücke in das Gebäudeensemble reißen. Foto: Karl-Heinz Rasche

27.03.2009
„Zweiter ,Blauer Bock‘ stört am See“
Wobau wartet seit Jahren auf Abrissfördermittel für Hochaus Am Seeufer 10, Anwohner sind verärgert:

„Hilfe, wir haben es mit einem zweiten ,Blauen Bock‘ zu tun!“ – Anwohner des Neustädter Sees ärgern sich über das seit Jahren leer stehende Hochaus Am Seeufer 10. Sie wandten sich an die Volksstimme, beklagen in einem Brief den traurigen Zustand des Gebäudes: „Vernagelt, verwahrlost, Graff ti prangt von Gemäuern und aus den Fenstern. Die Anwohner sind resigniert, Gäste reagieren schockiert.“ Die benachbarten Hochhäuser sind seit Jahren saniert.
Für das Hochhaus mit der Nummer 10 standen hingegen schon vor Jahren die Zeichen auf Abriss. Doch der „Riese“ hält sich „wacker“ weiter am Seeufer. Zwischendurch machten indes auch schon Verkaufsabsichten der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg die Runde. Fakt ist aus Sicht der Nachbarn: Der 16-Geschosser beeinträchtige als Schandfleck direkt am Seeufer „den insgesamt sehr schönen Aspekt des Neustädter Seegebietes extrem, zumal nach der nun sehr gelungenen Restaurierung des früheren Festplatzes. Die Wohnqualität des Gebietes leidet darunter, zumal für uns, die wir tagtäglich direkt auf das Monstrum schauen müssen“, heißt es im Anwohnerschreiben weiter. Sie baten bereits Oberbürgermeister Lutz Trümper schriftlich um Hilfe. Der Rathauschef verwies aber, wie bereits auf einer Bürgerversammlung im November 2008 in Nord öffentlich kundgetan, abermals auf die Wobau.
Freda Trowe, Prokuristin des kommunalen Wohnungsunternehmens, nahm jetzt auf Volksstimme-Nachfrage zu den Anwohnerbeschwerden Stellung. In der Tat habe die Wobau bereits 2005 einen Antrag auf Geld aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ für einen Abriss des Hochhauses gestellt.
Berücksichtigt worden sei dieser jedoch bisher nicht – weil insgesamt nicht genügend Fördermittel für alle geplanten Projekte des „Stadtumbaus“ zur Verfügung stünden: „Die jährlich bewilligten Fördermittel reichen bei weitem nicht aus, um alle zum Abriss beantragten Objekte mit Fördermitteln zu versehen“, so Freda Trowe von der Wobau. So sei der hohle „Riese“ Am Seeufer 10 auch für 2009 wieder beim Land „gelistet“. „Entschieden wird über die Fördermittelvergabe voraussichtlich Mitte des Jahres.“
Allerdings: Auch die Hoffnung auf einen Käufer hat die Wohnungsbaugesellschaft laut Freda Trowe noch nicht begraben. Denn: „Parallel dazu bemühen wir uns auch weiter um einen Verkauf des Objektes“, teilte die Wobau-Prokuristin auf Volksstimme-Anfrage mit. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 27.03.2009)

Blick vom neu gestalteten Festplatz zum leer stehenden 16-Geschosser Am Seeufer 10, der erneut für Anwohnerbeschwerden sorgt. Dahinter die sanierten Hochhäuser des Seeufers. Foto: Robert Richter


Hochhaus Ziolkowskistraße 22

30.08.2011
Sanierung statt Abriss – 16er soll stehen bleiben
Investor will binnen Jahresfrist Bauarbeiten in der Ziolkowskistraße beginnen

Der 16-Geschosser in der Ziolkowskistraße soll nicht abgerissen werden, auch wenn er zurzeit leer ist, mit Stahlplatten verschlossen und sehr heruntergekommen aussieht. Der Eigentümer, ein Immobilienunternehmen in Berlin, will das Haus sanieren und die 132 Wohnungen wieder vermieten.
Er ist einer der letzten seiner Art und – zurzeit jedenfalls – nicht gerade eine Zierde seines Stadtteils: der 16-Geschosser „PH 16“ in der Ziolkowskistraße. „PH 16“ stand zu DDR-Zeiten für „Punkthochhaus mit 16 Geschossen“, einst entwickelt und gebaut vom Wohnungsbaukombinat Erfurt. Die 16er traten immer im Duett auf, das Schwesterhochhaus in der Ziolkowskistraße wurde vor einigen Jahren bereits abgerissen. Dieses Schicksal soll dem noch verbliebenen Gebäude erspart bleiben. Mehr noch, der Block mit der Hausnummer 22 soll eine Zukunft haben.
„Wir planen, das Hochhaus zu sanieren“, sagte gestern André Kaufmann, Prokurist der One-Immo-GmbH in Berlin, der das Gebäude gehört. Rund eine halbe Million Euro wolle man investieren, „plus X“, so Kaufmann. Die Schäden an dem Gebäude seien beträchtlich, darum könne sich die Investitionssumme noch erhöhen.
Das Gebäude müsse komplett saniert werden. „Wir werden neue Badezimmer und Fenster einbauen lassen, neue Türen, eine neue Heizungsanlage, neue Stromleitungen, eben alles“, so der Prokurist. Dazu gehöre auch die Fassade und das Umfeld des Hochhauses. Auf jeden Fall gehe man davon aus, dass die Bausubstanz in Ordnung sei. Auch habe man mit ähnlichen Objekten, etwa in Halle, bereits einschlägige Erfahrungen gemacht.
Am Ende soll der 16-Geschosser wieder ein komplettes und modernes Wohnhochhaus werden. „Wir wollen dort Wohnungen zu ortsüblichen Konditionen anbieten“, sagt André Kaufmann. Also keine Billig-Wohnungen, wie einer der Vorbesitzer es vor einigen Jahren für den 16-Geschosser geplant hatte. Auch wolle man versuchen, einen guten Mix aus Mietern zu bekommen, junge Leute, Studenten vielleicht, Senioren, Familien, Singles. „Dabei werden wir aber darauf achten, dass nicht beispielsweise eine Studenten-WG gleich neben einem Senioren-Paar wohnt“, sagt André Kaufmann. Man wolle, dass sich die Mieter wohlfühlen. Dazu gehöre auch, dass es ein Hausmeister-Team geben werde und eine „Concierge“, das heiße, jemand, der im Erdgeschoss wohne und als Ansprechpartner für die Hausgemeinschaft oder für Besucher dienen solle .Wann genau mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden soll, stehe noch nicht fest. Das hänge vom Finanzierungsplan und den
Partnerbanken ab, so der Prokurist. Es könnte noch etwa ein Jahr dauern, aber auch schon früher losgehen. „Wir wollen nicht ausschließen, dass wir vielleicht schon im nächsten Frühjahr anfangen können.“
Eines der letzten „PH 16“ ist das Hochhaus in der Ziolkowskistraße. Es ist zwar ziemlich heruntergekommen, soll aber nicht abgerissen werden. Von Peter Ließmann (Quelle: Volksstimme vom 30.08.2011)

30.04.2011
Was wird aus Hochhaus?

Seit Jahren sorgt der 16-Geschosser an der Ziolkowskistraße immer wieder für Schlagzeilen. Mehrere Eigentümerwechsel hat er in den vergangenen Jahren hinter sich. Im vorigen Jahr beschwerten sich Anwohner über das aus ihrer Sicht verwahrloste Umfeld des Gebäudes. Daraufhin reagierte die Hausverwaltung. „Nunmehr steht das Haus fast leer und die unteren Etagen wurden verbarrikadiert“, berichtet eine Volksstimme-Leserin, die in einem benachbarten Wohnblock an der Ziolkowskistraße wohnt. „Eigentlich hieß es ja im vergangenen Jahr, in diesem Frühjahr soll die Sanierung beginnen. Da wohl bald auch die letzte Familie ausziehen wird, ist für uns die Frage, was nun aus dem Hochhaus wird und was der aktuelle Eigentümer damit vorhat. Es ist zu befürchten, dass das Umfeld bald wieder so aussieht wie im Vorjahr.“ Die Volksstimme bleibt an dem Thema dran. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 29.04.2011)

10.09.2010
16-Geschosser: Erst der siebte Eigentümer wagt die Sanierung
Arbeiten sollen im Frühjahr 2011 beginnen / Stadt hätte Abriss begrüßt
Weiterführender Link: www.one-immo.de


Sie kommen und sie gehen: Die seit Jahren wechselnden Eigentümer des 16-Geschossers in der Ziolkowskistraße. Doch jetzt will einer bleiben: Anfang August hat eine Berliner Immobilienfirma das Hochhaus gekauft und will im nächsten Frühjahr mit der Sanierung beginnen. Die Firma ist bereits der 7. Eigentümer.
Neustädter See. Er ist einer der letzten 16-Geschosser der Landeshauptstadt, und ein echter „Schandfleck für Nord“, wie Gabriele Lüderitz findet. Die Volksstimme-Leserin wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft und ärgert sich regelmäßig über das verwahrloste Hochhaus. Auf dem Grundstück des 16-Geschossers, beklagt sie am Volksstimme-Telefon, sei in diesem Jahr noch nicht einmal der Rasen gemäht worden. Auch andere Pflegearbeiten habe sie nicht beobachtet.
Doch das ist gar nicht so einfach, denn das Gebäude ist ein echter Eigentümerschreck. Seit seinem Bau in den 1970er Jahren hat der Block schon sechs Eigentümer kommen und wieder gehen sehen. Seit Kurzem versucht der Siebte sein Glück. Denn seit Anfang August gehört das Hochhaus im Magdeburger Norden einer Immobilienfirma aus Berlin, und die will das Objekt wieder in einen vermietungsfähigen Zustand bringen.
Doch von vorn: Zunächst hatte der ursrpüngliche Eigentümer, die Wohnungsbaugenossenschaft Stadtfeld, das Objekt Mitte der 1990er Jahre an das Unternehmen Gustav Schulze und Partner verkauft. Im Jahr 2005 erwarb die Firma Neutecta aus Leipzig den Block, um auch in Magdeburg ihr in anderen Städten erprobtes Konzept vom preiswerten Wohnen in unsanierten Plattenbauten der DDR umzusetzen. Doch noch im selben Jahr verkaufte Neutecta das Gebäude an die Dorstener Unternehmensberatung Janssen & Helbing.
Diese geriet allerdings bei ihrem Kreditgeber Delta Lloyd in Zahlungsrückstand, weswegen der Block mit einem damaligen Verkehrswert von 1,7 Millionen Euro versteigert werden sollte. Dann erwarb eine Tochtergesellschaft von Delta Lloyd Holland NV das Gebäude.
Abriss oder Sanierung? Diese Frage stand seither im Raum. Der Stadt Magdeburg lag nicht nur eine Abrissanzeige des Eigentümers vor, sondern sogar ein Antrag auf Förderung des Abrisses aus Mitteln des „Stadtumbauprogramms Ost“. Doch jetzt wurde das Gebäude an die Immobilienfirma One Immo Berlin GmbH verkauft.
Und die will den Block wie der vermietungsfähig machen. „Selbstverständlich wird das Objekt saniert und nicht abgerissen“, sagt Geschäftsführer Thomas Krug und macht den Spekulationen damit ein Ende.
Das Berliner Unternehmen besitzt und vermietet bereits mehrere sanierte Plattenbauten in den neuen Bundesländern. Aktuell wird ein Objekt in Schönebeck saniert, nach Abschluss, voraussichtlich im Frühjahr 2011, soll die Arbeit an dem 16-Geschosser in Magdeburg aufgenommen werden.
„Zunächst werden wir das gesamte Gebäude entmüllen und die Wohnungen wieder verschließen, damit der Vandalismus dort beendet wird“, kündigt Geschäftsführer Thomas Krug an. Denn der Wohnungsleerstand der letzten Jahre hat reichlich Spuren in dem Gebäude hinterlassen: Graffiti und Spinnenweben zieren die Treppenaufgänge, Tapetenbahnen lösen sich von der Wand, von etwa 30 leer stehenden Wohnungen sind die Türen eingetreten, dahinter türmen sich die Müllberge.
„Manche Mieter haben beim Auszug einfach ihre Sachen in der Wohnung liegen gelassen“, sagt eine Frau, die mit ihren Kindern in einer Dreiraumwohnung lebt und ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will. „Ein Wunder, dass wir hier noch keine Ratten haben“, sagt sie.
Dieser Müll soll in den nächsten zwei Wochen beseitigt werden. Eine Neuvermietung hält Thomas Krug aber auch für die Zeit danach für undenkbar. „Der Zustand lässt keine seriöse Vermietung zu. Es ist schlichtweg unzumutbar.“ Für die Mieter werde sich zunächst aber nichts ändern. Ihre alten Mietverträge gelten weiterhin, nur die Miete überweisen sie inzwischen auf ein anderes Konto. Die Kosten der Sanierung sollen nicht auf die alten Mieter umgelegt werden. Krug verspricht: „Diese wohnen dann im sanierten Objekt zu den alten Konditionen.“
Während sich die Mieter über die Entscheidung zur Sanierung freuen dürften, zeigt man sich in der Stadt überrascht von der Entwicklung. „Uns war nicht bekannt, dass der Block einen neuen Eigentümer hat“, sagt Stadtsprecher Michael Reif. „Uns liegt noch der Antrag auf Fördermittel für den Abriss vor, den der vorangegangene Eigentümer stellte. Die Entscheidung darüber sollte im November fallen.“
Besonders im unsanierten Zustand habe die Stadt damals die Abrisspläne begrüßt, sagt Reif. Wegen der sinkenden Einwohnerzahl ist Magdeburg bemüht, die Stadt von den Randgebieten in Richtung Zentrum zu verdichten. „Doch klar ist auch: Der Eigentümer entscheidet über sein Eigentum“, so der Stadtsprecher weiter. Von Alexandra Kunze (Quelle: Volksstimme vom 10.09.2010)

28.05.2010
Ziolkowskistraße: 16-Geschosser steht auf wackeligen Beinen
Abriss angezeigt, aber neuer Eigentümer noch unschlüssig

Er ist einer der letzten 16-Geschosser der Landeshauptstadt, doch seine Wohnräume sind alles andere als begehrt: Nur jede vierte Wohnung im Hochhaus in der Ziolkowskistraße ist tatsächlich noch vermietet. Ob das Gebäude nun saniert oder abgerissen werden soll, will der Eigentümer in den nächsten Wochen prüfen.
Die meisten Klingelschilder sind schon abmontiert, an den Fenstern hängen kaum noch Gardinen. Kein Wunder, denn von den 132 Mietwohnungen, die sich in dem 16-geschossigen Hochhaus in der Ziolkowskistraße befinden, ist nur noch etwa jede Vierte bewohnt. Die restlichen Zwei-, Drei und Vierraumwohnungen stehen leer. Trotz neuen Eigentümers ist noch unklar, wie es mit dem Gebäude weitergeht.
Über die Zukunft des Hochhauses wird schon seit Längerem spekuliert. Immerhin wechselten seit seiner Errichtung 1976 schon fünfmal die Besitzer: Zuerst hatte die frühere Eigentümerin, die Wohnungsbaugenossenschaft Stadtfeld, den Block an das Unternehmen Gustav Schulze und Partner veräußert, bevor das Haus 2005 von Neutecta aus Leipzig erworben wurde. Die Firma wollte auch in Magdeburg ihr in anderen Städten erprobtes Konzept vom preiswerten Wohnen in unsanierten Plattenbauten der DDR umsetzen. Doch noch im gleichen Jahr kaufte die Dorstener Unternehmensberatung Janssen & Helbing den 16-Geschosser im Norden Magdeburgs.
Zwischenzeitlich sollte der Block mit einem damaligen Verkehrswert von 1,7 Millionen Euro unter den Hammer kommen, weil der Eigentümer mit der Tilgung seines Kredits bei Geldgeber Delta Lloyd in Rückstand geraten war (Volksstimme berichtete). Inzwischen hat die WRE Vermögensverwaltung GmbH, eine Tochtergesellschaft von Delta Lloyd Holland NV, den 16-Geschosser erworben.
Doch über die Pläne für das Objekt wird sich dort noch bedeckt gehalten. Ob der Abriss kurz bevor steht oder die Sanierung das Gebäude rettet – vorstellbar ist im Moment vieles.
Fest steht: Der Stadtverwaltung Magdeburgs liegt derzeit eine Abrissanzeige für das Haus in der Ziolkowskistraße vor. Laut Delta Lloyd sei diese aber rein „vorsorglich“ angezeigt worden, „um abzuklären, welche Auflagen seitens der Behörde gefordert werden könnten“, so Pia Schmidt, Pressesprecherin von Delta Lloyd NV. Großteils würde es sich hierbei um allgemeine Auflagen handeln, etwa, dass im Falle eines Abrisses die Abwässer nicht verschmutzt werden dürfen oder bestimmte Bäume stehen bleiben müssen.
„Die endgültige Entscheidung, wie wir mit dem Objekt verfahren, ist aber tatsächlich noch nicht getroffen worden“, so Schmidt weiter. Sobald sich für eine Option entschieden worden sei, würden auch die derzeitigen Mieter darüber in Kenntnis gesetzt.
Die Stadt Magdeburg steht einem möglichen Abriss jedenfalls positiv gegenüber. „Aus städtebaulichen Gründen würden wir den Abriss des Blocks begrüßen“, so Rathaussprecherin Cornelia Poenicke. Wegen der sinkenden Einwohnerzahl läge es im Interesse Magdeburgs, die Stadt von den Randgebieten Richtung Zentrum zu verdichten. Bis zur endgültigen Entscheidung über die Zukunft des Blocks wird es wohl noch einige Wochen dauern. Derzeit würden Kosten und Nutzen der verschiedenen Optionen „sorgfältig abgewogen“, so Delta Lloyd Sprecherin Schmidt. Von Alexandra Kunze
(Quelle: Volksstimme vom 28.05.2010)



Einer der letzten in der Stadt: Der 16-Geschosser in der Ziolkowskistraße ist nur noch teilweise bewohnt. Von den 132 Wohnungen stehen etwa drei Viertel leer. Foto: Alexandra Kunze


Kita Bördebogen

„Der offizielle Baubeginn ist für Ende April 2011 geplant. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte der Einzug in das sanierte Objekt im Frühjahr 2012 erfolgen.“

Das Kindergartengelände stand seit zwei Jahren leer, weil das Objekt teilweise baupolizeilich gesperrt worden war.
Die Sanierung liess auf sich warten.
Foto: R. Richter

Architektenentwurf für die Neugestaltung des Kindergartens am Bördebogen

 

12.08.2011
„Bördebogen“-Knirpse können im Frühling zurück in ihre Kita

Sozialminister übergibt Zuwendungsbescheid über 2,2 Millionen Euro für Sanierung
Sozialminister Norbert Bischoff übergab gestern im Beisein des Sozialbeigeordneten Hans-Werner Brüning einen Fördermittelbescheid über 2,2 Millionen Euro an die Integrative Kindertagesstätte „Bördebogen“. Bereits seit 2008 steht das Haus leer, die Kinder warten seitdem in beengten Ausweichquartieren auf die Sanierung ihrer Kita. Das neue Gebäude soll spätestens im April 2012 fertig sein.
„Endlich!“, werden die Kinder und Erzieherinnen der Integrativen Kindertagesstätte „Bördebogen“ denken. Denn im kommenden Frühling können sie voraussichtlich ihr neues Domizil endlich beziehen. Natürlich nur, wenn alles nach Plan verläuft. Das schien in den vergangenen drei Jahren oftmals nicht der Fall gewesen zu sein. Der Bau zog sich in die Länge. Im Januar dieses Jahres hatte es sogar Gerüchte gegeben, dass das Kita-Gebäude abgerissen werden soll. Doch bereits damals erklärte der Träger der Einrichtung, das Paritätische Integrative Netzwerk (PIN), dass das Gerücht nicht stimmen würde, man halte an dem Objekt fest. Die Vorarbeiten liefen zu dem Zeitpunkt bereits. Der eigentliche Grund der Verzögerung war die Dauer des Antragsverfahrens für die EU- und Bundesfördermittel gewesen. Des Weiteren hätten die Baupläne ständig überarbeitet und aktualisiert werden müssen.
Mittlerweile sind die Bauarbeiten in vollem Gange, seit Juni stehen die Gerüste und die Entkernung läuft. Bauleiter Roman Sondej von der „Pari Sozialbau und Immobilienverwaltung GmbH“: „In diesem Haus herrschte ein großes Chaos. Nun sieht man die ersten Fortschritte. Das Geld ist sehr gut angelegt.“
Nach einem kleinen Programm der Kinder, bei dem das „Magdeburger Lied“ selbstverständlich nicht fehlen durfte, übergab Sozialminister Norbert Bischoff den Kleinen den Zuwendungsbescheid, mit den Worten: „Wir wissen, wie wichtig eure neue Kita ist, und wollen, dass ihr in einer schönen Umgebung auf die Schule vorbereitet werdet.“ Auch der Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning nutzte die Gelegenheit, um festzustellen: „Heute ist ein Freudentag, nicht nur für euch, sondern auch im Sinne des Kita-Sanierungsprojektes unserer Stadt.“ Von Josephine Kroneberg (Quelle: Volksstimme vom 12.08.2011)



Bis spätestens April 2012 wird die Kita komplett saniert sein.




Sozialminister Norbert Bischoff (r.) und der Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning halten das von den Kindern gebastelte Schild für deren neue Kita „Bördebogen“. Der Minister übergab gestern den Fördermittelbescheid für die Sanierung der Einrichtung am Neustädter See. Fotos (2): Josephine Kroneberg

18.02.2011
Freude am Bördebogen

Wenn irgendwo in der Stadt Bäume gefällt werden, sorgt das meist für empörte Anrufe am Lesertelefon der Volksstimme. Anders gestern im Fall des Bördebogens. Dort herrschte regelrechte Freude über Baumfällarbeiten auf dem Kindergartengelände. „Es geht offenbar endlich wirklich los!“, sagte erfreut eine Mutti aus Nord am Redaktionstelefon. Grund: Die Fällungen sind notwendige Vorarbeiten für die Sanierung des Kindergartengebäudes am Bördebogen. Und auf die warten Eltern und Anwohner, wie mehrfach berichtet, seit Jahren sehnsüchtig. Immer wieder war der Bau aus verschiedenen Gründen verschoben worden. Der Kita-Träger PIN (Paritätisches Integratives Netzwerk) hatte zuletzt vor einigen Wochen mitgeteilt, im kommenden Frühjahr den Startschuss für die Sanierung endlich geben zu können. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 18.02.2011)

27.01.2011
Paritätisches Integratives Netzwerk tritt Spekulationen um das seit zwei Jahren leer stehende Gebäude entgegen / Kita-Träger PIN will Baustart am Bördebogen Ende April 2011 feiern / Baumfällungen vor der Genehmigung
Gerüchte um einen möglichen Abriss und eine Aufgabe des Kindergartenstandortes am Bördebogen hat das Paritätische Integrative Netzwerk (PIN) als Träger des Hauses als unzutreffend zurückgewiesen. Das Gebäude werde wie versprochen saniert. Voraussichtlich Ende April 2011 soll der offizielle Startschuss für die Bauarbeiten fallen, teilte PIN-Geschäftsführerin Manuela Tönnies gestern auf Volksstimme-Anfrage mit. Das Kita-Gebäude steht seit zwei Jahren leer.
In den vergangenen Tagen war im Stadtteil unter Eltern und Anwohnern des Bördebogens das Gerücht aufgekommen, das dortige Kindergartengebäude werde nun doch nicht saniert, sondern abgerissen. Statt dessen werde der Kita-Träger PIN in einigen Jahren das fast baugleiche ehemalige Kindergartengebäude des Kinder- und Jugendhauses „Oase“, Im Brunnenhof, als neuen Kita-Standort ausbauen.
Platz wäre Im Brunnenhof, wenn die „Oase“ die von der Stadt versprochenen Räume im neuen Stadtteiltreff Neustädter See bezogen hat. Der soll an der Pablo-Neruda-Straße gebaut und voraussichtlich 2013 eingeweiht werden. Doch das Paritätische Integrative Netzwerk erklärte auf Volksstimme-Nachfrage umgehend, an den Gerüchten sei nichts dran. Im Gegenteil: Erste Vorarbeiten für das Umbau- und Sanierungsprojekt seien bereits im Gange. Die Spekulationen angeheizt haben offenbar geplante Arbeiten zum Abbruch einzelner
Gebäudeteile, die aufgrund verschiedener Baumängel notwendig sein werden. Dazu kommt die Tatsache, dass das Gebäude seit zwei Jahren leer steht.
Damals mussten die Integrative Kindertagesstätte „Am Neustädter See“ und die Kindertagesstätte „Bördebogen“ ihr gemeinsames Domizil am Bördebogen räumen. Grund waren massive Baumängel und baupolizeiliche Sperrungen von Gebäudeteilen. Die Kita „Am Neustädter See“ muss sich seither ein Gebäude mit der Kita „Schlupfwinkel“ (Victor-Jara-Straße) teilen. Die Kita „Bördebogen“ kam bei „Bummi“ in der Helene-Weigel-Straße notdürftig unter.
Die von Eltern und Anwohnern schon lange ersehnte Sanierung am Bördebogen lässt trotz des Auszuges dennoch bis heute auf sich warten. Immerhin hatte der Stadtrat ein 2,6 Millionen Euro teures Sanierungskonzept schon im Jahr 2006 verabschiedet. Knackpunkt ist auch hier die Finanzierung. Nach PIN-Angaben dauerte nicht zuletzt das Antragsverfahren für EU- und Bundes-Fördermittel länger, als
zunächst angenommen. 2,2 Millionen Euro Zuschüsse sollen fließen, die Stadt trägt die übrigen 400 000 Euro. Zwischenzeitlich notwendig gewordene Überarbeitungen und Aktualisierungen der Baupläne hätten weitere Zeit in Anspruch genommen, war vom Kita-Träger zu hören.
„Ende Oktober 2010 wurde dem Paritätischen Integrativen Netzwerk Sachsen-Anhalt e. V. die Baugenehmigung durch das Bauordnungsamt der Landeshauptstadt Magdeburg für die Sanierung der Kindertagesstätte ,Bördebogen‘ erteilt“, so gestern Geschäftsführerin Manuela Tönnies in einer Pressemitteilung. Derzeit befinde man sich „in der letzten Abstimmungsphase mit dem Landesbetrieb Bau und dem Landesverwaltungsamt zur Förderung des Bauvorhabens“. Weiter erklärte sie: „Wenn die letzten Details
abgestimmt sind, steht der Erteilung des Zuwendungsbescheides durch das Landesverwaltungsamt aus unserer Sicht nichts mehr im Wege.“ In diesem Monat habe PIN vom Landesverwaltungsamt „eine Präzisierung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn“ erhalten.
Erste Vorarbeiten für die Baumaßnahme konnten deshalb nach Aussage von Manuela Tönnies bereits begonnen werden. Sie informierte außerdem darüber, dass beim Umweltamt Ende vergangenen Jahres „dringend notwendige Baumfällungen“ beantragt wurden. „Wir rechnen in den nächsten Tagen mit den Fällgenehmigungen. Die Baumfällungen müssen unbedingt bis 28. Februar 2011 realisiert werden“, so Manuela Tönnies. Momentan werden nach ihren Angaben die Ausschreibungsunterlagen für das Bauvorhaben
vorbereitet. Die PIN-Geschäftsführerin gestern: „Der offizielle Baubeginn ist für Ende April 2011 geplant. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte der Einzug in das sanierte Objekt im Frühjahr 2012 erfolgen.“
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 27.01.2011)

25.06.2010
Hoffnungszeichen vom Bördebogen: Sanierung könnte noch 2010 starten / Anderthalb Jahre nach Auszug der Kita-Kinder soll nun wieder richtig Bewegung in das Umbauvorhaben kommen
Die seit langem versprochene Modernisierung des Kindergartens am Bördebogen lässt gut anderthalb Jahre nach dem Auszug der Kinder weiter auf sich warten. Aus dem Ausnahmezustand in den zwei Ausweichkitas für die Bördebogenkinder, die sie sich mit den Stammeinrichtungen dort teilen müssen, ist schon ein Dauerzustand geworden. „Doch es bewegt sich was!“, sagt jetzt, positiv gestimmt, Cornelia Nethe, Kitaleiterin vom Träger Paritätisches Integratives Netzwerk (PIN).
Wegen massiver Baumängel hatte der Kita-Träger Ende 2008 gar keine andere Wahl, als aus dem DDR-Flachbau (Baujahr 1981) am Bördebogen auszuziehen. Das Gebäude war – zumindest teilweise – baupolizeilich gesperrt worden. Eine befristete Sondernutzungserlaubnis war ausgelaufen.
Doch Elternvertreter und Erzieherinnen setzten natürlich trotz allem auf einen raschen Baubeginn, war die Sanierung doch schon vor vielen Jahren versprochen worden. 2006 fiel der offizielle Stadtratsbeschluss. Heute kritisieren Anwohner den leeren Kindergarten am Bördebogen als „Schandfleck“. Wann die versprochene Sanierung denn endlich beginne, fragen sich auch Elternvertreter.
Der Kita-Träger PIN, so schildert es Kita-Leiterin Cornelia Nethe, durchlief ein langwieriges Antragsverfahren für die in Aussicht gestellten Fördermittel aus einem EU-Programm beim zuständigen Landesbaubetrieb. Dann wechselte zwischenzeitlich die Bauherrenschaft und das komplette Baurisiko von der Stadt zum PIN.
Für Verzögerung sorgte zudem eine mittlerweile notwendig gewordene Überarbeitung der nun schon jahrealten Baupläne, da zum Beispiel veranschlagte Materialpreise längst nicht mehr aktuell waren. Eine erneute Prüfung durch den Landesbetrieb stand an. Kopfzerbrechen bereiteten den Planern auch die Schäden am Fundament, die zur Sperrung des Gebäudes geführt hatten.
Kita-Träger PIN ist freilich selbst nicht glücklich über den langen Weg zur erträumten Sanierung, vermeldet aber laut Cornelia Nethe inzwischen „Land in Sicht!“: „Wir haben in dieser Woche den Bauantrag und die überarbeitete HU-Bau beim Landesbetrieb Bau bei der Stadt erneut eingereicht. Wir gehen von einer dreimonatigen Bearbeitungszeit aus, so dass wir voraussichtlich im Herbst dieses Jahres mit den Ausschreibungen für die ersten Bauarbeiten beginnen können.“
Baubeginn könnte dann noch in diesem Jahr sein. Veranschlagt seien zehn bis zwölf Monate Bauzeit. Läuft alles nach dem aktuellen Fahrplan, könnte zum Jahreswechsel 2011 auch der Rückzug der Bördebogenkinder aus den Ausweichquartieren „Schlupfwinkel“ (Victor-Jara-Straße) und „Bummi“ (Helene-Weigel-Straße) gefeiert werden. Der Kindergarten soll für 2,6 Millionen Euro von Grund auf modernisiert werden. Davon sollen 2,2 Millionen Euro von der EU und vom Bund fließen, die Stadt will sich mit rund 400 000 Euro beteiligen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 25.06.2010)



Architektenentwurf für die Neugestaltung der beiden verbundenen Gebäudeteile des Kindergartens.

04.08.2009
Kindertagesstätte derzeit geschlossen - Schöne Erinnerungen an den Bördebogen

Über die bevorstehende Sanierung der Kindertagesstätte am Bördebogen berichtete die Volksstimme am vergangenen Freitag. Schon Ende 2008 wurde das Gebäude deswegen leergezogen. Der sechsjährige Manuel Melchert und sein Vati Dr. Gerald Krell verbinden nach dem Ende der Kindergartenzeit derweil viele schöne Erinnerungen an die Kita Bördebogen, wie sie in einer Leserzuschrift schildern.
Der Schulanfänger erinnert sich zum Beispiel: „Wir hatten immer tolles Spielzeug. Unsere Erzieherinnen haben dafür auch öfter einen Spielzeugmarkt organisiert.“ Weil der Kindergarten keinen Computer hatte, besorgte Manuels Vati kurzerhand einen. Allerdings haben später Einbrecher den PC gestohlen. „Auch unser großes Radio haben sie mitgenommen. Da hatte die Polizei am Morgen viel zu tun...“
Manuel schildert noch ein anderes Problem, das auch in der Volksstimme für Schlagzeilen sorgte: „An dem Haus im Bördebogen hatten sich Risse gebildet. Deshalb soll das Gebäude nun renoviert und repariert werden. Für uns bedeutete das, dass wir das letzte Jahr in die Kita ,Bummi‘ im Kannenstieg umziehen mussten.“
Im Kindergarten sei immer richtig viel unternommen und gefeiert worden. „Aber wir haben auch viel Sport getrieben! Bei der ,Löwenstarken Kinderolympiade‘ hat unsere Kita eine Silbermedaille gewonnen. Toll war, dass ich mit meinen Kindergartenfreunden zusammen schwimmen lernen konnte und das Seepferdchen bekommen habe.“ Bei der musikalischen Früherziehung lernten die Kinder Musikinstrumente kennen, musizierten und sangen selbst. Auch einen Englischkurs gab es.
Nun hieß es für Manuel bereits Abschied nehmen von der Kita „Bördebogen“: „Toll war unsere Abschlussfahrt ins Freizeitzentrum nach Wolmirstedt mit Übernachtung. Wir hatten auch ein großes Abschlussfest im Kindergarten. Alle bekamen ein bemaltes T-Shirt und eine Mappe mit Fotos und selbstgemalten Bildern aus unserer schönen Kindergartenzeit. Und nun kommen meine Freunde und ich am 8. August in die Schule!“
Auf die sind Manuel und seine Freunde gut vorbereitet worden, meint Manuels Vater Dr. Gerald Krell: „Im Rahmen eines Bildungskonzepts ,Bildung elementar – von Anfang an‘ hat die Kita aus meiner Sicht Außergewöhnliches geleistet. Die Bildungsbereiche Kommunikation-Sprache-Schriftkultur sowie mathematische Grunderfahrungen wurden spielerisch umgesetzt.“ Spannend seien Inhalte
zur Welterkundung und naturwissenschaftlichen Grunderfahrungen geboten worden. Die Förderung von Ästhetik und Kreativität sei über das Basteln und Malen weit hinausgegangen. „Dafür, dass unsere Erzieherinnen Frau Gröbke und Frau Kühne, aber auch die Leiterin Frau Prehm so viel für unsere Kinder getan haben, möchte ich mich im Namen aller Eltern ganz herzlich bedanken.“ Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 04.08.2009)

Acht Monate nach Kita-Leerzug noch kein Bau am Bördebogen
Stadt: Finanzierung nicht gesichert / Sozialministerium: Fördermittelbescheid nur noch Formsache
Ende 2008 wurden am Bördebogen die Umzugskisten gepackt. Der Kindergarten zog in zwei Ausweichquartiere. Kinder, Erzieherinnen und Eltern waren voller Vorfreude: Nachdem sie jahrelang vertröstet wurden, sollte 2009 endlich das Kita-Gebäude saniert werden. Bis heute wurden aber noch keine Bauleute am Bördebogen gesehen. Und die Stadtverwaltung erklärt über ein halbes Jahr nach dem Auszug, aufgrund der ungeklärten Finanzierung könne immer noch kein Termin für den Baustart genannt werden.
Für Schlagzeilen sorgte der 1981 eingeweihte DDR-Flachbau am Bördebogen in den vergangenen Jahren mehrfach. So wurde ein Gebäudeteil 2007 baupolizeilich gesperrt. In zwei Gruppenräumen hatten sich Risse in den Wänden gefährlich ausgeweitet, im Keller sorgte eindringende Nässe für Schäden.
Für viel Frust bei engagierten Eltern sorgte auch dies: Das bereits 2006 vom Stadtrat beschlossene und rund 2,6 Millionen Euro schwere Sanierungskonzept sollte eigentlich 2007 umgesetzt werden, rückte aber aufgrund der prekären städtischen Finanzlage um Jahre nach hinten. In diesem Jahr nun soll(te) endlich von Grund auf saniert und umgebaut werden. Dabei stehen besonders die Belange körperlich behinderter Kinder im Mittelpunkt. In der Integrativen Einrichtung werden sie gemeinsam mit nicht behinderten Mädchen und Jungen betreut. Gebaut wird indes am Bördebogen bis heute nicht.
Die Stadt als Bauträger konnte auch jetzt, Ende Juli, keinen Termin für den Baustart nennen. Die Finanzierung sei noch nicht gesichert, teilte Rathaussprecher Michael Reif auf Volksstimme-Anfrage mit. Das Land habe zwar eine Fördermittelzusage signalisiert. „Ein endgültiger Bewilligungsbescheid des Landes liegt derzeit aber noch nicht vor“, so Reif. Der Leerzug der Kita schon Ende 2008 sei ohnehin unabdingbar gewesen, da die zeitbarrierefrei erschlossen werden und das Obergeschoss über einen Aufzug erreichbar sein.
Entsprechend groß war die Freude, als Ende 2008 die Umzugskisten gepackt wurden. Ein Teil der Kinder vom Bördebogen zog an die Helene-Weigel-Straße unter das Dach der Kita „Bummi“, der andere Teil fand für die Sanierungszeit Unterschlupf im „Schlupfwinkel“ an der Victor-Jaralich befristete Nutzungsgenehmigung des Bauordnungsamtes auslief. Grund: Die massiven Schäden am teilweis bereits gesperrten Gebäude. Das bestätigt auch Manuela Tönnies, Geschäftsführerin beim Kita-Träger Paritätisches Integratives Netzwerk (PIN).
Sie erklärt zugleich: Der Träger habe bereits den vorzeitigen Maßnahmebeginn beantragt, um das Vorhaben weiter vorantreiben und bald auch tatsächlich mit dem Bau beginnen zu können. Für den endgültigen Fördermittelbescheid würden die Bauunterlagen derzeit noch im Landesbaubetrieb geprüft.
Doch aus Sicht des Sozialministeriums steht die Ampel für den Umbau der Kita „Bördebogen“ schon längst auf „Grün“, machte Sprecher Holger Paech gestern auf Volksstimme-Nachfrage deutlich. „Der vorzeitige Maßnahmebeginn wurde bereits am 11. Juni genehmigt.“ Das sei das Signal zum Baustart, von nun an gebe es aus Landessicht kein Zurück mehr. Er gehe davon aus, dass nach den letzten Detailprüfungen im Landesbetrieb Bau auch der endgültige Fördermittelbescheid „in Kürze off - ziell übergeben werden kann“, sagte Paech.
Das EU-Programm zur Kita-Sanierung sei mit einem umfangreichen Prüfungsverfahren verbunden, räumte Paech ein und zeigte Verständnis für die Nachfragen der Eltern. Hintergrund: Bei der Sichtung, Bewertung und Auswahl der Investitionsanträge ging es nicht allein um den aktuellen baulichen Zustand. Neben den pädagogischen Konzepten kam erstmals auch der so genannte Demografe-Check zum Einsatz.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 31.07.2009)

11.02.2009
Sanierung und Umbau für rund 2,6 Millionen Euro - Bauleute übernehmen Kita Bördebogen

Kinder, Eltern und Erzieherinnen vom Bördebogen freuen sich über ihr saniertes Kindergartengebäude. Dieses hatte in den vergangenen Jahren aufgrund des teils katastrophalen Bauzustandes für Schlagzeilen gesorgt. In diesem Jahr nun spielen und lernen die Mädchen und Jungen in Ausweichquartieren in der Umgebung, ihr Stammhaus wird in die Hände der Bauleute gegeben.
Mit der schon heute sehnsüchtig erwarteten Wiedereröffnung des Kindergartens im Bördebogen steht auch der Zusammenschluss der bisher zwei Kindereinrichtungen bevor. Zunächst gehen sie aber noch getrennte Wege: Die Integrative Kindertagesstätte „Am Neustädter See“ (rund 120 Kinder) fand unter dem Dach der Kita „Schlupfwinkel“ in der Victor-Jara-Straße Unterschlupf, die Kita „Bördebogen“ (rund 80 Kinder) bezog schon Ende 2008 ihr Zwischenquartier in der Kita „Bummi“ in der Helene-Weigel-Straße. Mitarbeiterin Birgit Gröbke betont: „Wir setzen auch an diesem Standort unsere Arbeit mit allen im Stadtteil bekannten Aktionen wie Babybörsen und Flohmärkten fort.“ Ursula Hedderich, Leiterin des Kita „Am Neustädter See“ freut sich auf den Neubau als „Begegnungs- und Kommunikationszentrum für den Stadtteil“ sowie geplante Neuerungen wie Therapie-, Experimentier- und Werkräume.
Baulich hatte das 1981 eingeweihte Gebäude in den vergangen Jahren für negative Schlagzeilen gesorgt. So war ein Gebäudeteil 2007 baupolizeilich gesperrt worden. In zwei Gruppenräumen hatten sich Risse in den Wänden gefährlich ausgeweitet, im Keller sorgte eindringende Nässe für Schäden. Das bereits 2006 vom Stadtrat beschlossene Sanierungskonzept sollte eigentlich 2007 umgesetzt werden, rückte aber aufgrund der prekären städtischen Finanzlage nach hinten, was zu Elternprotesten führte.
In diesem Jahr nun soll von Grund auf saniert und umgebaut werden. Rund 2,6 Millionen Euro will die Stadt unter 50-prozentiger Beteiligung des Landes im Bördebogen investieren. Das Konzept soll insbesondere den Belangen körperlich behinderter Kinder Rechnung tragen, die in der Integrativen Einrichtung gemeinsam mit nicht behinderten Mädchen und Jungen betreut werden. So soll das Gebäude über eine großzügige Außenrampe barrierefrei erschlossen werden und das Obergeschoss künftig über einen Aufzug erreichbar sein.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 11.02.2009)

So sieht das Kindergartengebäude im Bördebogen jetzt noch aus. Die Kinder sind umgezogen, um Platz für die Bauleute zu machen. Fotos (2): R. Richter



Blick von Norden auf das künftige Haupthaus (r.) und das Gartenhaus auf dem Entwurf der Magdeburger Architekten Wernecke & Jahn.

02.11.2007
Wird doch nur ausgebessert statt grundhaft saniert? / Eilantrag der Ratsfraktion „future!“



Neuer Wirbel um die Kindertagesstätte am Bördebogen. Grund sind Ausbesserungsarbeiten, die in der Vorwoche begonnen haben. Das Elternkuratorium befürchtet, dass die eigentlich bereits für dieses Jahr versprochen Generalsanierung damit weiter verschoben werden soll. Doch die umfassende Sanierung ist dringend notwendig, weil bereits zwei Gruppenräume aus Sicherheitsgründen gesperrt wurden (Risse in den Wänden, Volksstimme berichtete). Dem schließt sich die Stadtratsfraktion „future!“ mit einem Eilantrag an.
„Ich war erstaunt, als man mir mitteilte, dass der Zugang zum Kinderwagenkeller gesperrt ist, weil die Handwerker kommen“, berichtet Silvaine Wagner, Vorsitzende des Elternkuratoriums: „Ich dachte erst an einen Schildbürgerstreich, aber leider nein, es ist wahr. Da kommen die Handwerker, bauen dort ihr Gerüst auf, um die teilweise abgefallenen Fliesen wieder zu befestigen. In meinen Augen ist das nichts als purer Geldrausschmiss. Wenn sie vorhaben, die Kita in nächster Zeit grundhaft zu sanieren, ist diese Handlung total unnütz. Da kommt doch die Vermutung nahe, dass dort vorläufig nichts dergleichen in Betracht gezogen wird. Dann sollte man doch bitte mit offenen Karten spielen und stattdessen eine kleine Teilsanierung der betreffenden Räume vornehmen, um wieder einen normalen Kindergartenbetrieb gewährleisten zu können.“
Für die Stadtverwaltung stellt sich die Lage so dar: „Am 11. November wurde das Kommunale Gebäudemanagement durch den Hausmeister der Einrichtung informiert, dass es vermehrt zu Problemen mit der Wetterschale (Spaltklinker) am Gebäude kommt. Rissbildung und Abplatzungen von einzelnen Klinkern bzw. Teilflächen über Türen und im Spielfl ächenbereich sind die Folge. Damit besteht Unfallgefahr, zu deren Vermeidung unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden müssen!“, teilte Sprecherin Kerstin Wagner auf Volksstimme-Anfrage mit. Deshalb würden jetzt lose Klinkersteine entfernt und diese Bereiche verputzt.
Die Sprecherin erklärte weiter: „Damit wird ausschließlich die erforderliche Gefahrenabwehr vorgenommen. Das Verputzen der betroffenen Bereiche stellt im Übrigen eine Vorleistung für die im Zuge der Gesamtsanierung aufzubringende Wärmedämmung dar, so dass auch das Geld hierfür keinesfalls sinnlos ausgegeben wird.“
Kuratoriumschefin Silvaine Wagner hatte sich wegen der vom Stadtrat zwar für 2007 beschlossenen, aber aufgrund der städtischen Finanzkrise abgesagten Sanierung unterdessen auch an Sachsen-Anhalts Sozialministerin Gerlinde Kuppe (SPD) gewandt. „Ein Schreiben von mir mit anliegender Unterschriftenliste der Eltern an die Ministerin brachte aber auch nicht den gewünschten Erfolg. Zwar haben wir nach einiger Zeit ein Antwortschreiben erhalten, das jedoch aussah wie ein Standardbrief durch die zuständige Sekretärin verfasst.“
Nach Aussagen der Behörden sei der früheste Sanierungstermin Frühjahr 2009, sagte Silvaine Wagner vom Elternkuratorium. So hatte es die Volksstimme bereits in einem Artikel im September vorausgesagt.
Fazit der engagierten Mutti: „Es ist sehr traurig, da aus Sicht der Eltern leider die ersten Abstriche bei der Vorschulbetreuung zu beklagen sind. Statt wie gewohnt im August eine Vorschulkindergartengruppe für die Einschüler 2008 zu bilden, um diese intensiv vorzubereiten, haben wir jetzt nicht mal die Möglichkeit, die betreffenden Kinder jeden Tag für eine Stunde zusammenzunehmen. Die Bildung der Gruppe ist auf Grund der Gruppenraumsperrung nicht möglich. Eine tägliche Zusammenkunft der Vorschulkinder ist auf Grund der gekürzten Stundenarbeitszeiten der Erzieher, bedingt durch die herabgesetzte Kinderanzahl, auch nicht möglich. Zwar sind die Erzieher und auch die Leiterin sehr bemüht, den Kindern die entsprechende Förderung zukommen zu lassen, aber leider ist das nicht dasselbe.“
Das Gebäudemanagement der Stadt hat das Geld für die Sanierung für 2008 beantragt. Die Gesamtkosten von rund 2,6 Millionen Euro würden sich bei einem positiven Förderbescheid die Stadt und das Land zur Hälfte teilen. Nach Fördermittelbestätigung und Freigabe des Haushalts 2008 (voraussichtlich im April) könnten die ausstehenden Planungsarbeiten fortgeführt werden, der eigentliche Bau 2009 beginnen, so der Zeitplan der Stadt.
Der Stadtratsfraktion „future!“ dauert das – wie auch dem Elternkuratorium – zu lange. In einem Eilantrag, der am 8. November auf der Tagesordnung des Stadtrats steht, fordert Michael Stage von „future!“: Die Planungsleistungen für Umbau und Sanierung der Kita Bördebogen sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die Realisierung der Maßnahme soll im kommenden Jahr beginnen. Im Haushalt 2007 soll Geld aus Ausgaberesten in Höhe von 146 300 Euro für die Planungen bereitgestellt werden. Für den Haushalt 2008 sollen die erforderlichen Mittel zur Realisierung der Maßnahme im Vermögenshaushalt eingestellt werden.
Stages Begründung: Die Notwendigkeit, das Gebäude grundhaft zu sanieren, lässt es nicht zu, erst im Jahr 2009 damit zu beginnen. Die baulichen Zustände sind katastrophal und stellen eine Gefährdung für die Kinder dar. Nach den Bekenntnissen des Stadtrates zur Familienfreundlichkeit sollte diese Baumaßnahme oberste Priorität haben und noch im Jahr 2008, gegebenenfalls zu Lasten anderer Projekte, realisiert werden.“
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 02.11.2007)


 

Lärmschutzwand in Nord entlang der Tangente (Magdeburger Ring)

Bauzeit: rund 6 Monate;
Kosten: 3,9 Millionen Euro, finanziert von Bund und Land aus dem Konjunkturpaket II
Länge: 850 Meter auf beiden Seiten des Magdeburger Rings; Höhe: ca. 7 Meter

westlich der Tangente: Hans-Grundig-Straße bis Otto-Nagel-Straße
östlich der Tangente:
Albert-Schweitzer-Straße bis Lumumbastraße



Die neue Lärmschutzwand am Ring Kannenstieg sorgt in den angrenzenden 10-Geschossern nicht nur für Begeisterung. Ein Effekt soll in den oberen Etagen kaum hörbar sein, sagen Anwohner. Foto: Jana Wiehe

Dem Oberbürgermeister wurde im September 2009 der Zuwendungsbescheid zur Errichtung einer beidseitigen überkragenden Lärmschutzwand am nördlichem Magdeburger Ring mit einer Zuwendung in Höhe von 3.412.500,00 € (Förderung von 87,5 v. H.) übergeben. Bei der geförderten Maßnahme handelt es sich um eine Maßnahme zum Schutz gegen Verkehrslärm an hoch belasteten Straßen. Förderziel ist, die Lärmbelastung der betroffenen Anwohner von über 55 dB(A) nachts durch aktive Schallschutzmaßnahmen zu vermeiden und erheblich zu minimieren.

Gefördert wird die
 
Errichtung von 2 überkragenden Lärmschutzwänden von je 850 m Länge im Bereich des nördlichen Magdeburger Ringes.

Es wird je eine Wand entlang der westlichen Fahrbahnseite in Höhe Hans-Grundig-Straße bis Otto-Nagel-Straße und eine Wand auf der östlichen Fahrbahnseite im Bereich Albert-Schweitzer-Straße bis Lumumbastraße errichtet.

Die Höhe des senkrechten Teils der Wand beträgt 4m und die Länge des überkragenden Teils 3m in einem Winkel von 20° zur Senkrechten.

Eine räumliche Verschiebung der Wand ist gemäß Fördermittelbescheid und auch aus Gründen des Lärmschutzes nicht möglich. Die Fertigstellung im Rahmen des Fördermittelbescheides muss bis zum Juni 2011 erfolgen. Eine Verlängerung der Lärmschutzwand wird nicht gefördert und muss durch Haushaltsmittel der Landeshauptstadt finanziert werden.
Um die Lärmbelastung auch der Anwohner der Hans-Grundig-Straße 3-4 zu reduzieren, hat die Verwaltung eine Verlängerung der geförderten Schallschutzmaßnahme geprüft. Die derzeitige Planung des o. g. Förderprojektes beinhaltet eine Verlängerung der Lärmschutzmaßnahme um 50m in nördlicher Richtung auf der Westseite. Der Baubeginn ist für November 2010 vorgesehen. Für die umfangreiche Vorplanung und Kostenschätzung waren Abstimmungen verschiedener Fachämter erforderlich, welche Ende August erfolgten. Eine Vorstellung in einer
der GWA-Sitzungen erfolgt nach Beendigung der Planung.
(Quelle: Stellungnahme der Verwaltung vom September 2010)

14.12.2011
Ruhige Diskussion über ein lautes Problem - Zu den Beschwerden über den Lärmschutz am Magdeburger Ring:
Die am 22. November durchgeführte Beratung zu den Beschwerden über den ihrer Meinung nach nicht ausreichenden Schallschutz am Magdeburger Ring zeigte, dass es möglich und nötig ist bei Beschwerden mit einer ruhigen und sachlichen Diskussion einen konstruktiven Dialog mit den Bürgern zu führen. Im Mittelpunkt stand nicht die Frage aus dem und dem Grund, z.B. Beschluss des Stadtrates, wurde das so und so gemacht und damit basta! Hier ging es darum zu zeigen, warum aus rechtlichen, finanziellen und technischen Gründen die Schallschutzwand in der Höhe und der Abwicklung gebaut wurde. Den Anwesenden wurde glaubhaft erklärt, dass die gewählte Höhe und die Abwicklung ausreichend ist, um ca. für 86 Prozent der Bürger eine spürbare Verbesserung zu erreichen. Für die Bewohner der beiden oberen Geschosse muss seitens der Wohnungsunternehmen nach einer anderen Lösung gesucht werden, da der erreichte Lärmpegel den
gesetzlichen Vorgaben entspricht, aber für die Betroffenen nicht spürbar ist. Hier versprach der Umweltbeigeordnete eine entsprechende Unterstützung. Zu der von vielen Bürgern geforderten Lärmmessung wurde erklärt, dass eine Lärmmessung einen erheblichen zeitlichen und personellen Aufwand erforderlich macht und mit diversen Fehlern behaftet ist. Durch die Verwendung der Daten der Verkehrszählungen ist eine rechnerische Bestimmung der Lärmbelastung problemlos möglich. Die Nachmessungen haben gezeigt, dass
die rechnerisch durchgeführte Bestimmung der Lärmbelastung stimmten. Der Verwaltung und dem Ingenieurbüro möchte ich für die verständliche Darstellung der Lärmproblematik danken.
Hans-Dieter Karg, 39126 Magdeburg (Quelle: Volksstimme vom 14.12.2011)

24.11.2011
„Wir können die Physik leider nicht überlisten“
Der Umweltbeigeordnete Platz erklärt vor erbosten Ringanwohnern in Nord, warum es keinen Lärmschutz für alle gibt

In einem Bürgerforum mit rund 30 Besuchern in der Hoffnungsgemeinde sagte Platz am Dienstagabend: „Wir können die Physik leider nicht überlisten.“ Mit der für rund 3,9 Millionen Euro gebauten Lärmschutzwand am Magdeburger Ring in Nord sei der technisch und finanziell bestmögliche Lärmschutz für so viele Anwohner wie möglich realisiert worden.
Sogar Karl-Heinz Huth aus der Hans-Grundig-Straße, einer der Kritiker, räumte ein: „Da hat die Stadt für 1300 Anwohner eine tolle Tat vollbracht, das kann man gar nicht hoch genug einschätzen.“
Platz gab zu: „Den übrigen rund 200 Anwohnern, die wir nicht erreicht haben, nützt das wenig, das ist mir auch klar.“ Dieser Fakt sei im Vorfeld von der Stadt aber in allen Beschlussvorlagen benannt, jedoch in der Öffentlichkeitsarbeit womöglich nicht ausreichend betont worden, sagte Platz selbstkritisch. Die Folge: Von den Betroffenen kommen massive Beschwerden (die Volksstimme berichtete mehrfach).
„Die Enttäuschung ist nachvollziehbar“, sagte Dr. Frank Thomas vom Ingenieurbüro Eco Akustik, das für die Planung zuständig war. Grund: Für die 9. und 10. Etagen sei zwar durch die sieben Meter hohe Lärmschutzwand noch eine Minderung des Schallpegels um drei Dezibel erreicht worden, was einer Halbierung der Verkehrsstärke entspreche. Doch könne diese Lärmminderung nur im direkten Vergleich empfunden werden. Thomas demonstrierte dies an Hörbeispielen. Holger Platz anschließend: „Ich habe auch keinen Unterschied gehört.“
Mit anderen Worten: In den beiden obersten Etagen wird der Lärm vom Magdeburger Ring de facto genauso laut wahrgenommen wie bisher ohne Lärmschutzwand.
Tiefbauamtschef Thorsten Gebhardt: „Verhindern ließe sich das nur, wenn wir den Ring einhausen würden. Doch das werden wir sicher alle nicht erleben, dass eines Tages der Ring eingehaust wird.“ Weitere Mieter in weiteren Etagen seien betroffen, da durch Ringauf- und Abfahrten die Führung der Lärmschutzwände aufgeweitet werden musste, erklärte Frank Thomas. Einen Rechtsanspruch auf Lärmminderung gebe es ohnehin nur, wenn Straßen in bestehenden Wohngebieten neu gebaut oder erheblich erweitert werden, betonte Gebhardt. Um Gesundheitsgefahren für Anwohner zu reduzieren, würden jedoch bundesweit Lärmaktionspläne aufgelegt, die je nach Haushaltslage umgesetzt werden. Dennoch will der Umweltbeigeordnete Holger Platz sich für die bisher nicht spürbar entlasteten Mieter in Nord einsetzen.
Zum einen müsse die Stadt sich darum bemühen, das Verkehrsaufkommen auf dem Magdeburger Ring nicht weiter zu erhöhen, zum Beispiel durch Straßenführungen im Zusammenhang mit dem Weiterbau der A14.
Zum anderen lenkte Holger Platz die Aufmerksamkeit auf Schallschutzmaßnahmen der Vermieter. Zwar seien die Wohnungen in den Hochhäusern an der nördlichen Stadteinfahrt bereits mit Schallschutzfenstern ausgestattet, jedoch nicht mit sogenannten Schallschutzlüftern. Solche Geräte (Stückpreis rund 500 Euro) könnten die Frischluftzufuhr in Räumen sichern, ohne dass ein Fenster geöffnet werden müsste.
„Wir haben in Kürze am Tisch des OB Gespräche mit den Magdeburger Wohnungsunternehmen zu verschiedenen Themen. Da werde ich Ihr Anliegen zur Sprache bringen. Und ich bitte auch Sie, sich über Mieterbeiräte oder ähnliche Gremien für eine Nachrüstung mit solchen Lüftern bei ihrem Vermieter einzusetzen“, sagte Holger Platz an die betroffenen Anwohner gerichtet. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 24.11.2011)



Karl-Heinz Huth, einer der betroffenen Anwohner, zeichnete die Probleme der lärmgeplagten Mieter nach. Fotos (3): Robert Richter



Der Beigeordnete Holger Platz (M.) sowie Amtsleiter Rolf Warschun (r.) und Detlef Schulze vom Umweltamt notieren sich Beschwerden.



Dr. Frank Thomas vom Ingenieurbüro Eco Akustik schilderte ausführlich und plastisch Entstehungsgeschichte und Auswirkungen der Lärmschutzwand in Nord. Hier zeigt er den Aufbau der Schutzelemente.

Dienstag, der 22.11.2011 - 17.00 Uhr
Lärmschutzdebatte in der Hoffnungskirche - Ordnungsbeigeordneter Platz bezieht Stellung

Die Anwohnerkritik am unzureichenden Lärmschutz an der Tagente im Norden trotz neu gebauter Lärmschutzwand reißt nicht ab. Karl-Heinz Huth, Sprecher der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Kannenstieg kündigte für Dienstag, den 22. November, 17.00 Uhr, eine Sondersitzung gemeinsam mit der GWA Neustädter See an. Dabei soll mit dem Ordnungsbeigeordneten Holger Platz über die Sorgen der Anwohner diskutiert werden, informierte der Sprecher. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 05.11.2011)

Lärmschutzdebatte in der Hoffnungskirche
Für die bereits angekündigte Versammlung zum Thema „Lärmschutzwand“ mit dem Ordnungsbeigeordneten Holger Platz in Nord steht nun auch der Ort fest: Die gemeinsame Sitzung der Gemeinwesenarbeitsgruppen (GWA) Kannenstieg und Neustädter See wird am 22. November um 17 Uhr in der evangelischen Hoffnungsgemeinde, Krähenstieg 2, stattfinden, teilten die Initiatoren gestern mit. Der Beigeordnete werde zu den trotz neu gebauter Lärmschutzwand anhaltenden Beschwerden über Lärmbelästigungen am Magdeburg Ring Stellung beziehen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 09.11.2011)

11.10.2011
Neue Ringwand: Viel Enttäuschung, wenig Zuspruch - Reaktionen am Lesertelefon:
Anwohner aus oberen Etagen der 10-Geschosser bestätigen: „Lärm genauso schlimm“

Was bringt die neue Lärmschutzwand am Ring den Anwohnern wirklich? Nach der Veröffentlichung des gestrigen Beitrags mit der Überschrift „Anwohner vom Ring in Nord: ,Wir wollen endlich wieder eine Nacht durchschlafen‘“, stand das Telefon in der Redaktion kaum still. Weitere Anwohner berichteten von ihren Erfahrungen:
Ursula Stübing wohnt mit ihrem Ehemann in der Albert-Schweitzer-Str. 9, ebenfalls in der 10. Etage, und sagt: „Von der neuen Lärmschutzwand haben wir leider gar nichts, sie hat den Krach für uns überhaupt nicht verringert.“ Sie bestätigt damit, was auch die Familien Vandersee, Gent und Bläß in dem Beitrag geschildert hatten: Die neue Lärmschutzwand zeigt in den obersten Etagen der angrenzenden 10-Geschosser keine Wirkung.
So empfindet es auch Wolfgang Dames, der in der Lumumbastraße (10. Etage) nahe der Auffahrt nach Barleben wohnt. „Ich bin genau an der Ecke, wo die Autos quasi wieder rauskommen aus dem ,Tunnel‘. Mit dieser neuen Lärmschutzwand ist nichts leiser geworden, an dieser Stelle eher sogar noch lauter. Am schlimmsten sind die Lkw. Die Wand hätte ca. 150 Meter länger gebaut werden müssen“, urteilt der 69-Jährige.
Enttäuscht ist gleichfalls Ralf Braune aus der Lumumbastraße 4. Er wohnt in der 2. Etage und hätte sich mehr Lärmminderung auch in den unteren Bereichen gewünscht. „Das ist nur unwesentlich besser geworden“, lautet sein Urteil. Dies sehe auch seine Familie so, betont er. Andere Anwohner aus Etagen 1 bis 6 hatten indes berichtet, die Lärmbelastung sei in ihren Wohnungen deutlich geringer geworden. Die Meinungen gehen hier offenbar auseinander.
Von Bewohnern der obersten Geschosse kommt aber weiterhin fast ausschließlich Kritik. Nur eine Leserin, die in der 9. Etage in der Dr.-Grosz-Str. 9 wohnt, fand gestern lobende Worte für die fast 4 Millionen Euro teure Lärmschutzmaßnahme. „Unser Block steht quer zur Tangente, so dass ich seitlich auf den Ring schaue. Ich finde die Wand sehr positiv. Klar, der Lärm ist nicht weg, aber es ist leiser und ich kann jetzt wieder ein Fenster aufmachen“, berichtet Gisela Lippe.
Ganz anders Anwohner Rudolf Wischeropp aus der Otto-Nagel-Straße. Er wohnt in der 9. Etage gegenüber der Ausfahrt Ebendorfer Chaussee. „Das ist ein Witz. Hier an der Spitze fehlt ein Stück. Ich gucke auf den Ring, sehe die Fahrbahn stadtauswärts und höre auch alles, weil die gegenüberliegende Mauer den Schall zurückwirft“, sagt Rudolf Wischeropp. Und auch Evelyn Reschke aus der 7. Etage in der Lumumbastraße ist unzufrieden. „Nichts ist besser geworden, dabei hatten wir uns so auf die Lärmschutzwand gefreut“, stellt sie nun enttäuscht fest. Von Jana Wiehe (Quelle: Volksstimme vom 11.10.2011)

10.10.2011
Anwohner vom Ring in Nord: „Wir wollen endlich wieder eine Nacht durchschlafen“
Neue Lärmschutzwand fertig, aber immer noch keine Besserung für Bewohner in oberen Etagen

Bei Dieter Gent, Ruth Vandersee und Karin Bläß sitzt die Enttäuschung tief. Während die neue Lärmschutzwand die Bewohner der unteren Etagen an der Lumumbastraße gut vor dem Dauerkrach auf dem nahen Ring abschirmt, ist in den obersten Etagen des 10-Geschossers der Effekt praktisch null. „Wir merken keine Verbesserung, leider“, sagen die drei Bewohner, die als direkte Ringanrainer über Jahre schon so einiges gewohnt sind. Geändert hat sich für sie mit dem millionenschweren Lärmschutzprojekt vor der
Haustür nichts. Auch jetzt, da die neue grüne Schutzwand komplett fertig ist, können Dieter Gent, seine Partnerin Ruth Vandersee und Nachbarin Karin Bläß weder ein vernünftiges Gespräch bei geöffnetem Fenster führen, geschweige denn nachts bei offenem Fenster schlafen. „Es ist, als wenn die Lkws durchs Zimmer fahren. Ein penetrantes Dauergeräusch, ein unangenehmes Nachhallen. Das ist fast schlimmer als früher“, berichtet der 74-jährige Dieter Gent.
Zum Beweis hält er einen Schallmesser aus dem Fenster. Es ist Wochentag, ein Vormittag, und der Zeiger springt auf der Skala zwischen 60 und 70 Dezibel hin und her. Kommt ein Lkw, schlägt das Messgerät schon mal bis 76 Dezibel aus. 60-80 Dezibel, das ist der Lärm von starkem Verkehr, einem Staubsauger oder Winkelschleifer. Er gilt bei Dauerbelastung als Gesundheitsrisiko.
„Bevor die Wand stand, hatte ich Ausschläge bis 80 Dezibel. Wir liegen also nah dran“, erläutert Gent seine Messungen. Als Bewohner der 10. Etage kann er über die Lärmschutzwand auf den Ring blicken, sieht und hört, was gerade vorbeirauscht. Die Wand ist ca. 7 Meter hoch mit nach innen abgewinkelten Enden. „Unten mag das funktionieren, bei uns hier oben nicht“, stellt er nüchtern fest. Partnerin Ruth Vandersee sagt dann: „Es muss eine Lösung her, so geht das nicht weiter. Da müssen sich die Fachleute Gedanken machen, die das Ding
geplant haben.“ Der Verkehr auf dem Ring, so ahnt sie, wird in Zukunft weiter zunehmen. Und damit auch das Lärmproblem. Vielleicht hätten die Stadt und Planer vorab nicht so vollmundig Besserung für die Anwohner verkünden sollen, sagen sie. „So haben wir uns Hoffnung gemacht, sind nicht weggezogen, wie wir es schon mal geplant hatten“, ergänzt Rentner Gent. Viel haben sie in ihre Wohnungen investiert, hängen daran, doch „auf Dauer halte ich den Lärm nicht aus“, so Ruth Vandersee. Ihre Nachbarin Karin Bläß ergänzt: „Am Wochenende war es besonders schlimm. Wir möchten endlich wieder eine Nacht durchschlafen können.“
Welche Lösungen denkbar wären? „Geschwindigkeitsbegrenzungen nachts für Lkw, Flüsterasphalt, Umbau der Lärmschutzwand, es gibt sicher Wege“, meint Gent, die Frage der Finanzierbarkeit für den Moment außen vor lassend. In Bratislava habe er eine Lärmschutzwand gesehen, die sich – fast wie eine Kuppel – über die Straße legte. „Warum war so etwas hier nicht möglich“, fragt er. Er hat Zweifel, dass die neue Lärmschutzwand den Anforderungen vor Ort gerecht wird. Nach den Volksstimme-Berichten vom Sommer weiß er zudem, dass
vorab nie gemessen, sondern die Wand nach standardisierten Berechnungen geplant und gebaut wurde. Dieter Gent: „Ich lade die Experten ein. Sie können gern auch für eine Langzeitmessung zu uns kommen.“ Bereits im August, als die neue Lärmschutzwand schon weitestgehend stand, musste sich der zuständige Beigeordnete Holger Platz kritischen Fragen stellen. Wie wirkungsvoll die neue Wand für die Anwohner tatsächlich ist, sollte aber jetzt, nach Bauabschluss, geklärt werden. Von Jana Wiehe (Quelle: Volksstimme vom 10.10.2011)



Lärmschutzprojekt mit fragwürdiger Wirkung hoch oben in den 10-Geschossern am Ring: Dieter Gent und Nachbarin Karin Bläß haben sich Gehörschutz aufgesetzt, um deutlich zu machen, wie laut es am offenen Fenster ist. An Schlaf ist so kaum zu denken. Da nützt auch die neue Lärmschutzwand nichts.
Foto: Eroll Popova

13.08.2011
„Die neue Wand steht nicht zum Selbstzweck da“ / „Schallmessungen sind nur eine Momentaufnahme - Wir sollten das Bauende abwarten und dann reden“ / Beigeordneter Holger Platz will sich nach Kritik an der neuen Lärmschutzwand mit Anwohnern und Planern treffen

Kaum ist die neue Lärmschutzwand am nördlichen Magdeburger Ring überhaupt fertig gestellt, wird bereits Kritik laut. „Aus der Traum vom offenen Schlafzimmerfenster“, schrieben enttäuschte Leser zum Beispiel an die Volksstimme. Die 4-Millionen-Euro-Wand scheint in den unteren Etagen der angrenzenden 10-Geschosser gut zu funktionieren, in den oberen jedoch kaum und an den Auf-/ Abfahrten wohl gar nicht. Der Bau – eine Fehlkonstruktion? Volksstimme-Redakteurin Jana Wiehe sprach mit dem Beigeordneten für Kommunales,
Umwelt und allgemeine Verwaltung, Holger Platz.

Volksstimme:
Die neue Lärmschutzwand im Ringabschnitt Kannenstieg/Neustädter See hat bei vielen Anwohnern Hoffnungen auf weniger Dauerlärm geweckt. Hätten Sie, und damit meine ich alle Verantwortlichen, den Bewohnern der oberen Etagen in den Zehngeschossern nicht vorher sagen müssen, dass es für sie kaum eine Verbesserung geben wird – oder haben Sie es selbst nicht gewusst?
Holger Platz:
Es war schon zu erwarten, dass der Lärmschutz im unteren Bereich, dort wo die ca. 7 Meter hohe Mauer den Verkehrslärm direkt abschirmt, besser sein wird als in höheren Bereichen. Aber einen messbaren Effekt sollte es auch weiter oben geben. Dass es in dieser Hinsicht jetzt mehrere Beschwerden gibt, erfüllt mich mit Sorge.
Volksstimme:
Es gibt Anwohner, die behaupten, dass die spezielle Konstruktion der Wand, gemeint sind die zum Ring hin abgewinkelten Enden, sogar noch zu einer Verstärkung des Lärmproblems führt. So werde der Schall gebrochen und direkt an die gegenüberliegenden Fassaden „geworfen“. Haben die Planer hier – salopp formuliert – Bockmist gemacht?
Holger Platz:
Da befinden wir uns ja schon bei den fachlichen Details. Ich gehe im Moment davon aus, dass sowohl die Planung als auch die Ausführung der Lärmschutzwand korrekt waren.
Volksstimme:
Aber Messungen des Schalls hat es vor Ort beispielsweise gar nicht gegeben. Das Bauwerk stützt sich allein auf Berechnungen, das hat die Verwaltung bereits im Volksstimme-Bericht Ende Juli eingeräumt. Was sagen denn die Planer zu den aktuellen Beschwerden der Anwohner?
Holger Platz:
Wir haben dazu nach den in der Volksstimme veröffentlichten Leserbriefen und Beschwerden eine Stellungnahme des zuständigen Ingenieurbüros abgefordert. Die Fachplaner sagen mir, dass es absolute Praxis ist, solche Bauwerke über Berechnungen zu planen. Schallmessungen vor Ort sind nur eine Momentaufnahme, werden durch viele Faktoren, wie Uhrzeit oder Wetterlage, beeinflusst. Daher stützt man sich auf erprobte Berechnungen. Als Grundlage dient dabei die Richtlinie für den Schallschutz an Straßen, kurz RLS-90. Die Planer erklären hier allerdings schon, dass der Schallschutz in unteren Bereichen, wo die Wand steht, besser ist als weiter oben. Eine Wirkung ist aber trotzdem da.
Volksstimme:
Also alles in Butter? Die Anwohner müssen sich irren. Kann man es sich so leicht machen?
Holger Platz:
Nein, natürlich nicht. Ich habe ja schon gesagt, dass ich die Beschwerden ernst nehme und ich schlage daher auch vor, dass wir uns gemeinsam mit betroffenen Anwohnern und den Experten an einen Tisch setzen und alles besprechen, denn es sind in der Tat viele Fragen offen, die aus meiner Sicht beantwortet werden müssen. Dieses Gesprächsangebot an die Anwohner möchte ich aber mit einer Bitte verbinden. Wir sollten noch die restlichen Arbeiten abwarten. Erst im September wird die neue Lärmschutzwand komplett fertig gestellt sein. Dann wissen wir endgültig, worüber wir reden.
Volksstimme:
Gut, das Angebot Ihrerseits steht. Nach Fertigstellung werden im Übrigen fast 4 Millionen Euro in die neue
Lärmschutzwand zwischen den Abfahrten Ebendorfer Chaussee und Ziolkowskistraße geflossen sein. Mittel von Land und Bund aus dem Konjunkturpaket II sind das sowie 12,5 Prozent Eigenanteil der Stadt. Was ist, wenn die Lärmschutzwand am Ende wirklich nicht hält, was sie verspricht? Was kann dann noch unternommen werden?
Holger Platz:
Lassen Sie uns doch bitte einen Schritt nach dem anderen tun. Wir warten das Bauende ab und werden uns dann mit den Experten besprechen. Bis dahin möchte ich zwei Dinge zu bedenken geben, ohne die genannten Probleme wegwischen zu wollen. Erstens ist mit der Lärmschutzwand der Schallpegel insgesamt gesunken. Da empfindet man möglicherweise einzelne Lärmquellen wie eine bollernde Harley subjektiv als besonders laut. Vielleicht lauter als sonst, obwohl es gar nicht so ist. Zweitens, und das hat auch eine gewisse Brisanz: Während der Baumaßnahme galt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Ring, die wegen der Enge der Baustelle auch weitestgehend eingehalten wurde. Das führte freilich zu einer deutlichen Lärmminderung. An diesen geringeren Lärmpegel haben sich die Anwohner u.a. aus der Otto-Nagel- und Lumumbastraße wahrscheinlich über Monate gewöhnt, und nun wird dieses vermutlich als subjektiver Maßstab genommen. Ich weiß, dass sind nur Erklärungsversuche, aber möglicherweise ist auch etwas Wahres daran.
Volksstimme:
Das könnte man vor Ort durch Messungen überprüfen, obwohl leider verbindliche Ausgangswerte fehlen. Anwohner fordern Messungen vor Ort und haben Sie auch schon eingeladen, mal ans offene Fenster zu treten.
Holger Platz:
Wie gesagt, ich bin da für vieles offen. Die Lärmschutzwand steht ja nicht zum Selbstzweck da, sondern sie soll für mehr Lebensqualität der Anwohner sorgen. Also werden wir das ernsthaft bereden und weiter schauen,sobald wir den Endstand haben. (Quelle: Volksstimme vom 13.08.2011)




Die neue Lärmschutzwand am Ring Kannenstieg sorgt in den angrenzenden 10-Geschossern nicht nur für Begeisterung. Ein Effekt soll in den oberen Etagen kaum hörbar sein, sagen Anwohner. Foto: Jana Wiehe

05.08.2011
Enttäuschung in der Lumumbastraße
Lärmschutzwand bringt leider keine Linderung

Zur Berichterstattung über die neue Lärmschutzwand am Ring in Nord:
Wir als Anwohner der Lumumbastraße 5 der Etagen 5-10 möchten unseren Frust über die Schallschutzmauer loswerden. Vor 5 Jahren wollten wir ausziehen. Auf Grund der Lärmbelästigung wurde von der zuständigen Stelle darauf hingewiesen, dass wir durch die Lärmschutzwand eine Linderung bekommen würden. Ich kaufte dann ein Lärmmessgerät und habe damit über Jahre den Schall gemessen. Zwischen 65-80 Dezibel waren immer da.
Vorschläge, am Wochenende die Lkw mit einem Fahrverbot zu belegen oder die Pkw in der Geschwindigkeit zu begrenzen, wurden zurückgewiesen mit der Begründung, dass die ansässige Industrie eine Begrenzung verbietet. Die jetzt stehende Wand erscheint uns als Fehlkonstruktion. Durch die Abknickung der letzten 1,5 Meter wird der Schall gebrochen und schlägt gebündelt durch die Schlauchwinklung des Kanals gegen die Wände von der 5. bis 10. Etage zurück. Ich durfte vor 65 Jahren lernen, dass der Einfallwinkel gleich der Ausfallwinkel ist. Hier wird der Schall sogar noch gebündelt und nicht wesentlich für uns gemindert. Im Gegenteil, der Schall liegt jetzt immer in der Luft und erzeugt sogar eineVibration. Der Schall wird gebündelt gegen unsere Wände der oberen Etagen geschleudert. Auch mein Messgerät zeigt immer noch 60-70 Dezibel an. Wir möchten die Fachleute bitten, sich dieses vor Ort anzusehen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Wir laden sie dazu ein. Nicht erwähnt oder aufgezeigt ist der Staub und die Abgasverwir belungen. Uns erscheint, dass der Staub und Abgase (Smog) zugenommen haben. Auch das Fällen der Bäume entlang der Straße war vielleicht ein Fehler. Dieter Gent, Ruth Vandersee, Karin Bläß, Magdeburg
(Quelle: Volksstimme vom 05.08.2011)

29.07.2011
Bund und Land geben fast 4 Millionen Euro für Lärmschutz
Anwohner unterer Etagen freuen sich, in oberen gibt es Enttäuschung
Anlieger zur neuen Lärmschutzwand am Ring: Unten hui, aber oben pfui?

Das bisher größte Lärmschutzprojekt am Ring, der Neubau der Lärmschutzwand im Abschnitt Kannenstieg/Neustädter See, steht kurz vor dem Abschluss. Mit dem Einhängen der letzten Elemente an den Auf- und Abfahrten Ebendorfer Chaussee wird bis Ende August der Schlusspunkt für das 3,9 Millionen-Euro-Projekt gesetzt. Lärmschutz für rund 1500 Anwohner war versprochen. Doch die Reaktionen fallen höchst unterschiedlich aus.
Noch bevor überhaupt das letzte Betonsegment in das Stahlskelett eingehängt ist, wird das gewaltige Lärmschutzkonstrukt von Anwohnern kritisch beäugt. Oder besser gesagt „belauscht“. Was bringt die 7 Meter hohe und 850 Meter lange Betonwand zu beiden Seiten des Rings wirklich an Lärmentlastung für die Anlieger? Die Meinungen gehen auseinander, wie Leserbriefe und Stimmen vor Ort erkennen lassen.
Ursula Horstmann aus der direkt angrenzenden Otto-Nagel-Straße hat es gut. In ihrer Wohnung in der 3. Etage des Zehngeschossers zeigt die neue giftgrüne Betonwand Wirkung. „Gerade abends war der Lärm vom Ring belastend. Besonders die Lkw wurden zur Tortur. Jetzt können wir wenigstens wieder das Fenster auflassen. Doch, ich würde sagen: Die Wand bringt wirklich was“, meint die Frührentnerin. So wie Ursula Horstmann verknüpfen viele Anwohner mit der neuen Lärmschutzwand einen Gewinn an Lebensqualität.
Das Projekt an Magdeburgs größter Entlastungsstraße wird mit knapp 4 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II von Bund und Land finanziert und soll bis Ende August zum Abschluss gebracht werden. Momentan laufen die letzten Arbeiten an den Auf- und Abfahrten Ebendorfer Chaussee. Einige Vorwegweiser sollen noch im Bereich der neu aufgestellten Wand angebracht werden, außerdem ein großes Werbeschild, erklärte die Stadtverwaltung auf Nachfrage. Restarbeiten.
Im Großen und Ganzen aber steht die neue Lärmschutzwand zwischen den Abfahrten Ebendorfer Chaussee und Ziolkowskistraße. Doch nicht überall im nahen Umfeld herrscht bei den Anwohnern Euphorie. Sie wohne an der Ausfahrt Kannenstieg in der 6. Etage und merke überhaupt keine Verbesserung, schildert eine junge Frau zum Beispiel ihre Erfahrungen. Auch eine Anwohnerin aus der 10. Etage in der Lumumbastraße zeigt sich enttäuscht. Sie spüre keine Verbesserungen, berichtet sie.
Die Verantwortlichen hatten vorab mehr Lebensqualität für 1500 Anwohner in der Hans-Grundig-, Otto-Nagel-, Albert-Schweitzer- und Lumumbas straße versprochen. Ziel also nicht erreicht? Im Bereich der Auf- und Abfahrt Kannenstieg könnte sich mit den letzten Elementen, die jetzt gesetzt werden, noch etwas tun. Das Ergebnis bleibt abzuwarten.
Ansonsten aber verweist Stadtsprecherin Cornelia Poenicke auf Berechnungen von Experten. Eine Geräuschbelastung durch Straßenverkehr werde „in der Regel durch Berechnung ermittelt und nicht gemessen“, erklärt sie. Gemessen hat vor Ort also noch niemand. Für die Berechnungen von Lärmschutzprojekten werde die „Richtlinie für den Schallschutz an Straßen“, kurz RLS-90, angewendet. Verkehrsmenge, Geschwindigkeit, Straßenoberfläche oder Abstand zum Gebäude fließen u. a. mit ein. Auch das Magdeburger Lärmschutzprojekt am Ring musste eine Pegelverringerung von mindestens 10 Dezibel dB(A) in Aussicht stellen, um gefördert zu werden. Diese Maßgabe sei erfüllt worden, heißt es.
Starker Straßenverkehr kann in einem Haus einen Schallpegel von 65 Dezibel verursachen, an einer Straße mit starkem Verkehr können durchaus 80 dB(A) erreicht werden. Ein Dauerschallpegel von 65 dB(A) und mehr gilt als krankmachend. Ab diesem Wert steigt das Risiko z. B. für Herz-Kreislaufstörungen. Bei dauerhaften 80-100 dB(A) drohen gar Gehörschäden. Untersuchungen der Lärmforscher haben jedoch auch ergeben, dass die subjektive Wahrnehmung ganz anders sein kann. So empfinden die meisten Menschen eine Pegelverringerung von 10 dB(A) als Halbierung der Lautstärke. Und 3 dB(A) weniger seien zwar kaum wahrnehmbar, für die Gesundheit hätten diese aber schon positive Effekte. Von Jana Wiehe
(Quelle: Volksstimme vom 29.07.2011)



Letzte Arbeiten an der neuen Lärmschutzwand am Ring in Höhe Kannenstieg. An den Aus- und Auffahrten Ebendorfer Chaussee werden derzeit noch Betonelemente gesetzt. Foto: Jana Wiehe

Lärmschutzwand am Ring zwischen Ebendorfer Chaussee und Ziolkowskistraße:
Zur Fahrbahn abgewinkelte Enden sollen den Schall kanalisieren und die Lärmbelastung verringern. Der Fördermittelgeber unterstützt Projekte wie am Ring erst ab einer Pegelverringerung von mind. 10 dB(A)

Beispiele für Lärmpegel:

• 0-20 Dezibel dB(A): Hört man kaum; Blätterrascheln, Ruhe im Radiostudio

• 25-35 dB(A): Flüstern, Zimmerventilator, Weckerticken (kann schon Schlafstörungen verursachen)

• 40-60 dB(A): Vogelgezwitscher, leises Radio, normale Gesprächslautstärke

• 60-80 dB(A): vorbeifahrendes Auto bis hin zu starkem Verkehr, Lkw, lautes Gespräch, Staubsauger, Haartrockner, Winkelschleifer (meist ungefährlich, aber Risikoerhöhung von Erkrankungen bei Dauerbelastung)

• 85-105 dB(A): schweres Kfz, Handschleifgerät, Disko (unangenehm, bei längerer Einwirkung Hörschäden)

• 110 dB(A): Schmerzgrenze erreicht (z. B. Kreissäge)

• 120 dB(A): Düsenflugzeug, Explosion

Hinhören!
Fachleute haben ausgerechnet, dass im Abschnitt der neuen Lärmschutzwand auf dem Ring Anwohner in den Hochhäusern jetzt deutlich weniger auf die Ohren kriegen. Mehr als 10 Dezibel kleiner falle der Schallpegel aus, sonst wäre das Projekt auch gar nicht erst gefördert worden. Nach dem subjektiven Empfinden sollen diese 10 Dezibel sogar eine quasi Halbierung der Lautstärke bedeuten, sagen wiederum Experten.
Halbierung klingt gut. Tatsächlich bestätigen Anwohner, dass die neue Wand den Lärm mindert. Ein Gewinn an Lebensqualität im pulsierenden Großstadtverkehr. Zumindest in den unteren Stockwerken. Weiter oben, in 6. bis 10. Etagen, macht sich aber auch Enttäuschung breit. Es sei gar nicht leiser geworden, hört man. Unten hui, aber oben pfui? Erfüllt die 7 Meter hohe Mauer auch oben in den Plattenbauten noch ihren Zweck? Berechnungen sind das eine. Wirklich beurteilen können das am Ende nur die Anwohner, die dort 24 Stunden am Tag leben. Die Stadt sollte ein offenes Ohr für die Sorgen dieser Menschen haben. Womöglich sind ja Nachbesserungen nötig. Da muss man vielleicht auch einfach mal ein Messgerät zur Hand nehmen und die Situation vor Ort überprüfen. Von Jana Wiehe (Quelle: Volksstimme vom 29.07.2011)

20.06.2011
Legale Graffiti-Aktion auf dem Ring gestartet



Gestern gestalteten die Graffiti-Künstler David Benter, Matthias Mieglich, Kai Neumann, Maurice Heise und Eric Mikolajetz im Auftrag der Stadt die neue Lärmschutzwand im Norden des Magdeburger Rings. Hier arbeiten sie am Thema „Gruson Gewächshäuser“. Nächstes Wochenende soll die Arbeit abgeschlossen sein. Die Gestaltung wurde von einer Mehrheit im Stadtrat beschlossen, auch um illegalen Graffiti vorzubeugen. Es hatte Gegenstimmen gegeben, die vor Ablenkung der Autofahrer auf der Schnellstraße warnten. Foto: Uli Lücke (Quelle: Volksstimme vom 20.06.2011)

18.06.2011
Magdeburgs neues „Stadttor“ wird ab heute zum Kunstwerk
Lärmschutzwand im Nordabschnitt des Rings wird von Graffiti-Künstlern gestaltet
Magdeburg. Rund 1000 Farbdosen werden die 13 Graffiti-Künstler an diesem und am kommenden Wochenende an den neuen Lärmschutzwänden am nördlichen Ring leersprühen. Bei gutem Wetter wollen sie von 8 bis 20 Uhr durcharbeiten. Immerhin: Die Künstler müssen rund 300 Quadratmeter Fläche gestalten. „Bei guten Wetter bekommen wir das hin, nur wenn es richtig regnet, müssen wir eine Pause einlegen“, sagte gestern Eric Nicolagetz, einer der Sprayer.
Im April hatte der Stadtrat beschlossen, Magdeburgs neues „Stadttor“ im Norden, die zwei jeweils rund 850 Meter langen Lärmschutzwände entlang des Rings, mit Graffiti-Bildern gestalten zu lassen. 10 000 Euro lässt sich das die Stadt kosten. „Wir würden sogar gern mehr dafür ausgeben, aber zurzeit ist eben nicht genug Geld dafür im Stadthaushalt vorhanden“, sage OB Lutz Trümper während der Präsentation des Projekts gestern im Alten Rathaus. Darum könnten auch jeweils nur die Anfangsund Endstücke der Wand gestaltet werden.
Die Umsetzung der Kunstaktion liegt in den Händen von Ilka Schiffner. Die Sozialarbeiterin betreut im Auftrag der Stadt das Projekt „Graffiti Magdeburg“. In diesem Projekt finden sich Graffiti-Sprayer zusammen, die auf legale Weise Flächen gestalten wollen. Dafür schafft Ilka Schiffner die Voraussetzungen, das heißt, sie „sammelt“ Flächen, die legal gestaltet werden können, entwickelt Aktionen und Projekte dafür, nimmt Kontakt zu Gebäudeeigentümern auf und kennt auch alle Flächen, für die die Stadt verantwortlich ist und die durchaus eine Verschönerung durch Graffiti vertragen könnten. Ziel des Ganzen ist es, den Sprayern zu zeigen, dass es auch legal in Magdeburg geht.
Aus diesem Grund hat die Stadt die Gestaltung der Lärmschutzwände dem Projekt „Graffiti Magdeburg“ zur Umsetzung übertragen. „Wir haben auch gezielt nach Leuten gesucht, die schon oft mit uns zusammengearbeitet haben, da es sich bei der Lärmschutzwand doch schon um ein Projekt handelt, das die Stadt Magdeburg repräsentieren soll“, sagte Ilka Schiffner.
Die Stadt hatte den Inhalt der Graffiti-Kunstwerke vor gegeben. Sie müssen „Magdeburg“ widerspiegeln. Umgesetzt werden demnach vier Motivkomplexe: die Gruson-Gewächshäuser, der Elbauenpark, Magdeburgs Partnerstädte und Otto von Guericke.
„Wir haben die Graffiti so gestaltet, dass sie den vorbeifahrenden Autofahrer nicht vom Verkehr ablenken“, sagte Künstler Tobias Pötke. Autofahrer werden folglich nur Farbflächen vorbeiziehen sehen. Die kompletten Kunstwerke können im Grunde nur die Anlieger der Lärmschutzwände erkennen.
Wichtig sei es auch, die Graffiti-Arbeiten mit großen Schriftzügen zu gestalten. Der Grund: In der Sprayer-Szene ist es verpönt, Graffiti-Kunstwerke oder -Schriftzüge zu übersprühen. Darum könnten die Kunstwerke an der Lärmschutzwand auch ein Schutz vor illegalen Graffiti sein, hofft OB Trümper. „Wir geben jährlich rund 200 000 Euro für die Beseitigung von illegalen Graffiti aus. Das Geld könnte man eigentlich auch in legale investieren.“
Das sehen die Künstler, die beim Graffiti-Magdeburg-Projekt mitarbeiten, ähnlich. „Graffiti-Kunst ist eine urbane Erscheinungsform, Graffiti gehören in eine Stadt“, sagt Christoph Ackermann.
Er und Tobias Pötke haben übrigens während der Pfingsttage an einem Parkplatz am Damaschkeplatz ein Graffiti-Kunstwerk auf ein Gebäude aufgetragen – im Auftrag des Eigentümers.



Die Graffiti-Künstler Tobias Pötke (M.), Eric Nicolagetz und Christoph Ackermann (2. v. r.) präsentierten gestern zusammen mit OB Lutz Trümper (l.) und Graffiti-Projektleiterin Ilka Schiffner die Entwürfe für die Graffiti-Kunstwerke, mit denen ab heute die neuen Lärmschutzwände am Ring gestaltet werden sollen.

Initiator:
Die Stadt Magdeburg

Ansprechpartnerin:
Ilka Schiffner, Jugendamt der Stadt, Tel. 5403100
Internet www. graffiti-magdeburg.de

Ziel:
Flächen für legale Graffiti-Kunstwerke in Magdeburg auffinden und an interessierte Sprayer und Künstler vermitteln, Künstler an Gebäudeeigentümer vermitteln, Szenetreffen organisieren, Kontakte aufbauen. Aufklärungsarbeit darüber leisten, welche Folgen Illegale Graffiti-Aktionen haben können, somit also auch Präventionsarbeit in der Sprayer-Szene leisten, Anspechpartner bei Problemen sein.
Von Peter Ließmann (Quelle: Volksstimme vom 18.06.2011)



Die neuen Lärmschutzwände am Ring. Sie waren noch nicht ganz fertig, da hatten illegale Graffiti-Sprüher schon zugeschlagen. Foto: Archiv U. Lücke

Landeshauptstadt Magdeburg
Lärmschutzwand im Norden erhält Graffiti-Kunst
Ottostadt Magdeburg. Am 28. April hatte der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, dass die neu entstehenden Lärmschutzwände am nördlichen Stadteingang künstlerisch gestaltet werden sollen. Das seit 1998 im Jugendamt existierende Graffiti-Projekt wurde mit der Umsetzung beauftragt. Heute stellte Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper die Entwürfe vor, die in den nächsten Tagen gesprayt werden. Gestaltet werden jeweils die Anfangs- bzw. Endbereiche der Lärmschutzwand am Magdeburger Ring im Nordabschnitt. Dieses erfolgt beidseitig links und rechts auf der Innenseite der Lärmschutzwand (Fahrbahnseite) in einer Länge von ca. 20 m und einer Höhe von 2,50 m. Für die Umsetzung des Projektes konnten Sprayer, die bereits über mehrere Jahre im Graffiti-Projekt des städtischen Jugendamtes mitarbeiten und dieses mit geprägt haben, gewonnen werden. Die jetzt vorliegenden Entwürfe zeigen u .a. Magdeburg und die wissenschaftlichen Errungenschaften Otto von Guerickes; Magdeburgs grüne Oase den Elbauenpark; Magdeburg und seine Städtepartnerschaften oder die Blütenpracht des Gruson-Gewächshauses. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper freut sich, dass innerhalb kurzer Zeit sehr gelungene Entwürfe entstanden sind: "Die Gestaltung der Lärmschutzwände durch junge Künstler ist ein weiteres Beispiel, wie sich junge Leute in die Gestaltung ihrer Stadt einbringen. Ich wünsche mir, dass die Kunstwerke weit über das Jahr der Jugend, das wir in diesem Jahr begehen, hinaus Bestand haben." Insgesamt werden 13 Sprayer ab kommenden Samstag (18. Juni) an der Umsetzung des Graffiti-Projektes an der neu errichteten Lärmschutzwand im Nordabschnitt des Magdeburger Rings beteiligt sein. Die künstlerische Gestaltung wird voraussichtlich bis zum 24. Juli abgeschlossen sein. Hintergrund Im Rahmen des Konjunkturpaketes II werden am nördlichen Stadteingang insgesamt rund 3,9 Mio. Euro in den Bau von Lärmschutzwänden investiert. 75 Prozent der Summe stellt der Bund zur Verfügung. Das Land Sachsen-Anhalt und die Landeshauptstadt Magdeburg tragen jeweils 12,5 Prozent der Kosten. Die aus zwei Längen von je rund 850 Meter entstehende Lärmschutzwand wird zwischen der Ebendorfer Chaussee und der Ziolkowskistraße bzw. Hans-Grundig-Straße gebaut. Mit der künftigen Lärmschutzwand wird sich für mehr als 1.500 Magdeburgerinnen und Magdeburger aus den Stadtteilen Nord und Kannenstieg die Lebensqualität deutlich verbessern. Die Investition kommt vor allem den Anwohnern in der Hans-Grundig-Straße, der Otto-Nagel-Straße, der Lumumbastraße und der Albert-Schweizer-Straße zugute. Gleichzeitig ist der Bau der letzte Abschnitt des 1997 gestarteten kommunalen Großprojektes zum Lärmschutz am Magdeburger Ring. Bei der bislang anspruchvollsten Schallschutzmaßnahme in Magdeburg lässt die Stadtverwaltung zwei Wände mit einer Höhe von jeweils sieben Metern errichten. Die Wände sind im oberen Bereich abgeschrägt in Richtung Magdeburger Ring, um einen besseren Schallschutz zu erreichen. Auch die Auf- und Abfahrt von bzw. zur Ebendorfer Chaussee sind in das Bauvorhaben integriert. Der Bau der neuen Schallschutzwand ist die vorerst letzte Investition zum Lärmschutz am Magdeburger Ring. Weitere Maßnahmen waren die Lärmschutzwände in Höhe der Ackerstraße, der Cochstedter Straße, der Goslarer Straße, der Albert-Vater-Straße und am Lübecker Privatweg. Die Investitionssumme dafür betrug insgesamt 3 Mio. Euro. Rund 50 Prozent davon stellten die Europäische Union und das Land Sachsen-Anhalt zur Verfügung. Mit der Errichtung der neuen Lärmschutzwand nutzt die Landeshauptstadt ein weiteres Mal die Möglichkeiten des Konjunkturpaketes (KP) II, in dessen Rahmen bis Ende dieses Jahres in Magdeburg rund 43,8 Millionen Euro investiert werden.
Pressemitteilung von Freitag, 17. Juni 2011

05.05.2011
Debatte um Lärmschutzwände - Es geht um Lösungen, nicht um Standpunkte

Zur umstrittenen Gestaltung der neuen Lärmschutzwände auf dem Magdeburger Ring:
Dass sich bei Graffiti die Geister streiten, ist eine altbekannte Tatsache. Aber warum mit Totschlagargumenten (Sicherheit, Finanzen) gearbeitet wird, erscheint dem Außenstehendem schleierhaft. Insbesondere warum eine künstlerisch gestaltete Wand die Kraftfahrer ablenkt und eine der üblichen Schmierereien nicht. Dies ist mindestens erklärungsbedürftig.
Im Allgemeinen wird bei der Planung z. B. einer Wand festgelegt, wie sie nach Fertigstellung aussieht. Dass einfarbige Flächen bestimmte Gruppen quasi magisch anziehen ist eine Tatsache, der man sich stellen muss.bOb Graffiti, rankende Pflanzen o. Ä. zum Schutz der Wand gewählt werden, ist letztlich zweitrangig. Entscheidend ist doch, dass man sich vorher darüber Gedanken macht.
Bei der aufgeregten Debatte im Stadtrat dachte ich an Regine Hildebrandt: „Erzähl mir nicht, dasset nicht jeht.“ Es geht um die Lösung eines Problems, nicht um Standpunkte, die eher wie Glaubensbekenntnisse wirken. Es ging und geht nur darum, illegale Farbschmierereien an diesem Bauwerk wirksam zu verhindern.
Aber dazu wurde kein Beschluss gefasst. Stattdessen werden bestimmte Gruppierungen geradezu animiert, diese Wand „zu verschönen“. Bei vielen werden die Schmierereien als Dummer-Jungen-Streich oder im strafrechtlichen Sinne, als „Kavaliersdelikt“ angesehen.
Inzwischen gibt es aber die Tendenz, diese Taten nicht mehr nur als Ordnungswidrigkeiten einzustufen, sondern als Straftat. Die Beseitigung der Schäden ist z. T. mit erheblichen Kosten verbunden, da die Wand oftmals erheblich angegriffen wurde. Hans-Dieter Karg, 39126 Magdeburg
(Quelle: Volksstimme vom 05.05.2011)

30.04.2011
Mehrheit für umstrittene Graffiti an Lärmschutzwand
Pro und Kontra in der Ratsdebatte zu Kunstprojekt am Magdeburger Ring

Die 2,3 Millionen Euro teure Lärmschutzwand im nördlichen Abschnitt des Magdeburger Rings soll mit legalen Graffiti gestaltet werden. Der Stadtrat hat einen entsprechenden Antrag der Fraktion SPD-Tierschutzpartei-future angenommen. Es gab neben Zustimmung auch Bedenken und Ablehnung zu dem Projekt.
Mirko Stage vom future-„Flügel“ der SPD-Fraktion hatte nicht nur die Graffiti-Idee auf den Weg gebracht. Am Donnerstagabend betonte er: „Die Lärmschutzwand steht, und wie man sieht, könnte sie ein bisschen schöner werden.“ Damit warb er für den bereits im Oktober 2010 eingebrachten Antrag, die Wand von Laien sowie professionellen Sprayern gestalten zu lassen. Finanziert werden solle das Projekt „über die Werbung für ansässige Firmen bzw. Sponsorengelder“.
Einbezogen in die Debatte am Donnerstag waren Ergänzungen. So hatte der Bauausschuss beschlossen, die Gestaltung mit auf Magdeburg bezogenen Motiven in den Vordergrund zu stellen. Der Umweltausschuss plädierte für die Ausdehnung des Graffiti-Projektes auf die für die Anwohner sichtbaren Außenseiten.
Ablehnung aus der CDU/ BfM-Fraktion. Er bezweifele, dass es statthaft sei, derartige Bebilderung an Verkehrseinrichtungen anzubringen, sagte Frank Schuster. Sein Fraktionschef, Wigbert Schwenke, sprang ihm bei: Auf der Schnellstraße könne man so abgelenkt werden, gab er zu bedenken. Das sei bei der Mächtigkeit des Projektes durchaus möglich und gefährlich. Seine Meinung zur Wand-Außenseite: Die Bürger würden wohl Bäume und Büsche bevorzugen.
OB Lutz Trümper stellte an der Stelle klar: DieVerwaltung – der Sozialbeigeordnete hatte das Projekt befürwortet – gehe nicht von der Gestaltung der gesamten Wand aus. Das seien auf jeder Seite 4000 Quadratmeter und nicht zu bezahlen, sagte er. Es gehe um 20 bis 30 Meter.
Im Antrag der Fraktion SPDTierschutzpartei-future ist das nicht so eingegrenzt. Oliver Wendenkampf bestätigte aber: Nicht die ganze Wand sei gemeint. Fraktionskollege Sven Nordmann (SPD-Tierschutzpartei-future) sagte, dass der Jugendhilfeausschuss der Sache positiv gegenüberstehe. Monika Zimmer, Die Linke, verwies auf den Damaschkeplatz, wo ein solches Projekt gut angekommen sei. Sven Haller, FDP, war skeptisch: Die Finanzierung sei nicht geklärt, sagte er.
Frank Schuster blieb bei der Ablehnung: Er habe auch Probleme im Zusammenhang mit der Werbung. Grundsätzlich gab er zu bedenken: „Wo fangen wir an, und wo hören wir auf?“ Der Rat beschloss mehrheitlich den Antrag mit den Änderungen aus den Ausschüssen. Von Karl-Heinz Kaiser
(Quelle: Volksstimme vom 30.04.2011)

29.04.2011
Geköpfter Lindwurm
Nein, am Ring war es nicht Siegfried der Drachentöter, der die Lindwurm-Plastik praktisch einen Kopf kürzer gemacht hat. Es ist ja auch nur ein visuelles Malheur. Aus einem bestimmten Winkel ist noch das komplette „Getier“ an der bekannten Fußgängerbrücke im Norden zu sehen. Ansonsten aber sind Kopf und Schwanz von der Lärmschutzwand verdeckt. Was die einen bedauern – eine solche Brückenverzierung hat nicht jede Stadt – ist anderen eher egal. Immerhin wird ein Jahrzehnte alter Wunsch nach Schallschutz verwirklicht. Da werden Prioritäten gesetzt, es kommt Freude auf. Trotzdem – gibt es vielleicht einen Kniff, hier doch etwas Transparenz zu schaffen? Von Karl-Heinz Kaiser (Quelle: Volksstimme vom 29.04.2011)

26.04.2011
Nach Kritik zur verbauten Sicht auf Lindwurm - Stadt sagt klipp und klar: Lärmschutz hat Vorrang
Grasgrüne Metallwände wachsen derzeit aus dem Boden entlang des nördlichen Magdeburger Rings. Im Rahmen des Konjunkturpakets II errichten Bund, Land und Stadt für 3,9 Millionen Euro noch bis Juni Lärmschutzwände, um den Motorenkrach von den Anwohnern des Kannenstiegs und des Neustädter Sees abzuhalten. Aufatmen allerorten – sollte man meinen.
Doch einigen Magdeburgern ist die grüne Wand ein Dorn im Auge, verhindert sie doch die Sicht auf ein anderes grünes Objekt: den Lindwurm, der sich seit 2005 auf der Fußgängerbrücke zwischen den beiden Stadtteilen postiert hat, um alle Gäste der Stadt zu begrüßen.
Das Kunstobjekt war schon immer umstritten. Die Befürworter sehen ihren Drachen nun aber bedroht, eben weil sie ihn nicht mehr sehen können. Denn durch die am oberen Ende abgeknickten Lärmschutzwände seien Kopf und Schwanz des Stahlungetüms nicht mehr komplett sichtbar, so der Vorwurf der Lindwurm-Liebhaber. Den „Drachentötern“ hingegen ist die freie Sicht auf die ohnehin unliebsame Konstruktion herzlich egal: „Hauptsache, wir haben endlich unsere Ruhe vor dem Straßenlärm“, sagen Anwohner.
Die Stadtverwaltung sieht das ähnlich. „Grundsätzlich hat der Lärmschutz eine höhere Priorität als die vollständige Sichtbarkeit des Lindwurms!“ teilte Stadtpressesprecher Michael Reif auf Volksstimme-Anfrage mit. Das Anliegen ist der Verwaltung bekannt und wurde auch bereits untersucht. Ergebnis: Die optimale Lärmschutzvorsorge sei nur im jetzigen Zustand gegeben. Der Einsatz transparenter Elemente für einen besseren Durchblick würde wieder mehr Lärm bedeuten. Zudem seien nur aus bestimmten Blickwinkeln Teile des Kopfes und Schwanzes verdeckt, so Reif weiter. Von Stefan Harter
(Quelle: Volksstimme vom 23.04.2011)



Die neuen Lärmschutzwände rechts und links des Magdeburger Rings verdecken aus bestimmten Blickwinkeln Kopf und Schwanz des Lindwurms. Der Lärmschutz habe aber Priorität, sagt die Stadt. Foto: S. Harter

08.04.2011
Lärmschutz kontra Lindwurm
Auf geteiltes Echo stieß gestern die an dieser Stelle veröffentlichte Lesermeinung zum Lindwurm. Der stählerne Drache, der auf einer Brücke im Norden über dem Magdeburger Ring schwebt, sei durch Teile der neuen Lärmschutzwand nur noch teilweise zu sehen, so die Kritik der einen. Sie fordern, an den betreffenden Stellen durchsichtige Elemente zum Lärmschutz zu verwenden und den Bau entsprechend anzupassen. Andere sehen das nicht so: „Hauptsache ist für uns Anwohner, dass die Lärmschutzwand endlich gebaut wird – die brauchen wir unbedingt. Jetzt darf nicht für den Lindwurm das ganze Baugeschehen durcheinander gebracht werden“, sagte eine Leserin aus Nord gestern Morgen am Redaktionstelefon. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 08.04.2011)

07.04.2011
Lindwurm verhüllt

„Gestern fuhren wir mit dem Auto von Norden her auf der Westtangente in die Stadt und haben uns erschrocken, dass die oberen abgeknickten Winkel der Lärmschutzwände undurchsichtig gestaltet werden“, so eine Volksstimme-Leserin. „Das bedeutet,dass von ,unserem‘ Begrüßungslindwurm nur noch das Mittelteil nach Fertigstellung der Maßnahme zu sehen sein wird. Kein Kopf, kein Schwanz – kein Kunstwerk, kein Begrüßungslindwurm mehr. Das können wir doch nicht so hinnehmen!“ Der Lindwurm aus Stahl war mit Fördermitteln gebaut und im Dezember 2005 eröffnet worden. „Vielleicht ist es jetzt noch möglich, etwas zu retten, indem bis zu einer gewissen Entfernung diese Winkelverkleidungen durchsichtig gestaltet werden, damit der Lindwurm sichtbar bleibt“, so die Leserin. R. / Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 07.04.2011)

29.03.2011
Schallschutzwände in Nord mit Farbe besprüht

Schallschutzwände in Nord mit Farbe besprüht
Autos passieren den Magdeburger Ring in Richtung Norden und fahren an dem Bereich vorbei, der in den vergangenen Tagen mit Lärmschutzwänden versehen wurde. Nur kurz nach der Montage der großformatigen schallschluckenden Platten waren in Höhe der Ausfahrt Ziolkowskistraße Schmierfinken am Werk. Unbekannte be sprühten Teile der Lärmschutzwand mit Farbe. Die Lärmschutzwände sollen allerdings in Kürze professionell und legal mit Grafitti versehen werden. Das Jugendamt bereitet mit Sprayern der Stadt derzeit ein entsprechendes Projekt für die Gestaltung der Wände vor. Foto: Rainer Schweingel
(Quelle: Volksstimme vom 29.03.2011)

01.03.2011
Größtes Lärmschutzprojekt an der Europastraße offiziell gestartet
Fast 4 Millionen Euro werden bis Ende Juni investiert / Lutz Trümper: Leben am Ring wird dadurch erträglicher

Praktischer Politiker-Schwenk in eine ruhigere Zukunft am Magdeburger Ring: Gestern gegen 14.15 Uhr hoben Oberbürgermeister Lutz Trümper und Landesumweltminister Hermann Onko Aeikens mittels Kran die erste Betonplatte für die neue Lärmschutzwand ein. Damit starteten sie offiziell das bislang größte Lärmschutzprojekt an Magdeburgs wichtigster Entlastungsstraße. Es ist 3,9 Millionen Euro teuer und wird etwa 1500 Anwohnern bessere Lebensqualität bescheren. Finanziert wird das Großprojekt aus Mitteln des Bundes-
Konjunkturpakets II.
„Das Leben am Ring wird für Bewohner der Hans-Grundig-Straße, der Otto-Nagel-, der Albert-Schweitzer- und der Lumumbastraße erträglicher“, freute sich Oberbürgermeister Lutz Trümper mit den Nutznießern der Lärmschutzwand. Das Stadtoberhaupt und der Umweltminister hatten vor dem offiziellen Akt die Bedeutung des Bauwerks gewürdigt. Es ist Bestandteil des in den 90er Jahren gestarteten Lärmschutzprogramms für Magdeburg. Hermann Onko Aeikens sagte: „Wo Lärm ist, lässt es sich nicht gut wohnen; Lärm macht krank.“ Bereits seit einigen Wochen werden an der neuen Lärm schutzwand im Norden des Magdeburger Rings die Fun damente gesetzt. Die Strecke zwischen den Abfahrten Eben dorfer Chaussee und Ziolkows kistraße ist deshalb nur einspurig befahrbar.
Die künftige Wand wird sich zu beiden Seiten des Rings auf einer Länge von je 850 Meter erstrecken. Sie wird über 7 Meter hoch. Die zur Fahrbahn abgewinkelten Enden kanalisieren den Schall und bringen so die gewünschte Wirkung. Es handelt sich hier um die zunächst letzte Investition zum Lärmschutz am Ring, teilte die Stadtverwaltung gestern mit. Bislang wurden an der Coch stedter, Goslarer, Albert-Vater und Ackerstraße sowie in Höhe Adelheidring, Lorenzweg sowie Lübecker Privatweg derartige Wände und Wälle errichtet. Die Investitionen beliefen sich auf rund 3 Millionen Euro. Von Karl-Heinz Kaiser
(Quelle: Volksstimme vom 01.03.2011)



Lutz Trümper (vorn) und Hermann Onko Aeikens (hinten, weißer Helm) schwenkten symbolisch das erste Lärmschutzelement Ring ein. Sekundiert werden die beiden Politiker von einem Mitarbeiter der hiesigen Niederlassung Eurovia Beton, die den Millionen-Auftrag ausführt. Foto: Uli Lücke

23.02.2011
Magdeburg bekommt im Norden ein neues „Stadttor“
800 Meter lange Lärmschutzwände entlang der Stadtautobahn

Wer zukünftig über den Ring von Norden aus nach Magdeburg hineinfährt, passiert dabei ein neues „Stadttor“. Im Bereich des Stadtteils Kannenstieg wird zurzeit die längste Lärmschutzwand der Stadt gebaut.
Auf einer Länge von 800 Metern entstehen links und rechts der vierspurigen Fahrbahn zwei sieben Meter hohe Lärmschutzelemente, die die benachbarten Häuser vom Verkehrslärm auf dem Ring abschirmen sollen.
Rund 3,9 Millionen Euro kostet das Projekt. 3,4 Millionen Euro davon sind Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung, 500 000 Euro steuert die Stadt Magdeburg als Eigenanteil bei. Ende Juni dieses Jahres sollen die Lärmschutzwände fertig sein und die damit verbundene einspurige Verkehrsführung entlang der Baustelle, die zu Staus auf dem Ring führt, aufgehoben werden. Geplant ist auch, die Wände von Künstlern mit großen Graffiti gestalten zu lassen, um so der illegalen Beschmierung vorzubeugen.
Von Peter Ließmann (Quelle: Volksstimme vom 23.02.2011)



Der Magdeburger Ring im Norden der Landeshauptstadt. Dort wird zurzeit die längste Lärmschutzwand entlang der Stadtautobahn gebaut. Die Einwohner des Stadtteils Kannenstieg sollen damit vor dem Verkehrslärm geschützt werden. Foto: Uli Lücke

-----------------------------------

Lärmschutz am Ring: Bald Ruhe in den Schlafzimmern im Kannenstieg
Seit einigen Wochen laufen bereits die Vorbereitungen, jetzt kann man erahnen, wie sie aussehen wird, Magdeburgs längste Lärmschutzwand am Ring, die fast wie ein Stadttor im Norden anmutet. Zurzeit werden die Stützpfeiler im Boden eingelassen, die ersten Lärmschutzelemente kommen Ende dieses Monats.
Nach und nach werden mit Hilfe eines Autokrans die leuchtend grünen Träger in den Boden eingelassen. Für jeden Stahlträger wurde vorher ein Metallrohr in der Erde versenkt, das den Träger aufnimmt. Eine anschließende Betonfüllung sorgt später für die nötige Stabilität. Alles muss genau lotrecht ausgeführt werden, ein Bauarbeiter misst ständig nach, dass das auch so passiert. Derweil zieht der Verkehr mit Tempo 40 einspurig an der Baustelle vorbei. Trotz der niedrigen Wintertemperaturen gehen die Bauarbeiten an Magdeburgs größter Lärmschutzwand weiter. Müssen sie auch, denn am 30. Juni dieses Jahres soll sie fertig sein. „Der Termin steht“, sagt Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt.
Die 1,7 Kilometer Lärmschutzwand teilten sich in jeweils zwei Längen von rund 800 Meter auf, die links und rechts entlang des Rings im Bereich Kannenstieg verlaufen. An der Lindwurmbrücke kommen noch mehrere kleine Anschlussstücke dazu. Die Lärmschutzwände sind jeweils sieben Meter hoch und oben in Richtung Verkehrslärm abgeschrägt. Die einzelnen Lärmschutzelemente werden in Kassettenbauweise zwischen die Pfeiler eingesteckt. Dies soll übrigens am 28. Februar mit einer kleinen Feier symbolisch begonnen
werden. Insgesamt darf die Lärmschutzwand 3,9 Millionen Euro kosten. 3,4 Millionen davon kommen aus dem Konjunkturpaket, das die Bundesregierung 2009 aufgelegt hatte, 500 000 Euro muss die Stadt als Eigenanteil beisteuern.
Das Ziel der Baumaßnahmen ist klar: Lärmschutz. Seit es den Ring gibt, leiden die Anwohner im Kannenstieg unter dem Verkehrslärm, besonders in den Häusern am Stadttor-Karree an der Hans-Grundig-Straße. Durch die Wand werde die Lärmbelästigung auf unter 55 Dezibel (Nachtwert) gesenkt, erläuterte Projektleiter Matthias Rocke dazu. Das sei der vorgeschriebene Grenzwert für die Nachtruhe. Verantwortlich für die zukünftige Ruhe in den Schlafzimmern am nördlichen Ring ist die Bauweise der Lärmschutzelemente. Sie bestehen
im Inneren aus dicken Mineralwolle-Matten und Glaswolle-Elemente. „Dadurch sind die Elemente hoch lärmabsorbierend“, sagte Matthias Rocke.
Lärmschutzwände sind leider auch immer sehr begehrte Objekte für illegale Graffiti-Sprayer. Dieser möglichen Verunstaltung solle vorgebeugt werden. Dazu hat der Stadtrat beschlossen, dass die neuen Wände mit legalen Graffiti von Profis und Künstlern gestaltet werden sollen. Wann das genau passieren werde, stehe noch nicht fest, sagte Rathaussprecherin Cornelia Poenicke.Dazu laufen aber konkrete Vorbereitungen und Gespräche, denn die Gestaltung solle natürlich so schnell wie möglich umgesetzt werden – bevor die „Illegalen“ zuschlagen können. Von Peter Ließmann (Quelle: Volksstimme vom 23.02.2011)



Trotz der niedrigen Temperaturen gehen die Arbeiten an den Lärmschutzwänden am Magdeburger Ring im Bereich Kannenstieg zügig voran. Mitte dieses Jahres sollen die insgesamt 1,7 Kilometer langen Wände fertig sein. Fotos (2): Uli Lücke



Arbeiter waren gestern dabei, Stahlstützen aufzustellen, in die später die Lärmschutzelemente eingelassen werden sollen.

16.01.2011
Ab Montag (17.01.) einspurig / Start für Lärmschutz - Nadelöhr auf dem Ring
Magdeburg (ka). Der Magdeburger Ring ist ab kommendem Montag zwischen der Ebendorfer Chaussee und der Ziolkowskistraße / Hans-Grundig-Straße in beiden Fahrtrichtungen nur einspurig befahrbar.
Wie die Stadtverwaltung mitteilt, werden die Einschränkungen auf Grund von Bauarbeiten für die dort geplanten Lärmschutzwände zu beiden Seiten der Europastraße erforderlich. Allerdings werden die Auf- und Abfahrten nicht gesperrt. Wegen der einspurigen Verkehrsführung muss jedoch mit Beeinträchtigungen gerechnet werden. In den Spitzenzeiten werden Rückstaus erwartet. Es handele sich hier noch um vorbereitende Maßnahmen zur Errichtung der Schallschutzwände, hieß es aus dem Tiefbauamt. Die Schallschutzwände werden aus Mitteln des Konjunkturpakets II gebaut. Sie werden insgesamt fast 2 Kilometer lang. Die Kosten belaufen sich auf 3,4 Millionen Euro. Geschützt werden zahlreiche Wohnbauten in Ringnähe. Die Baumaßnahmen werden bis zum 30. Juni andauern. (Quelle: Volksstimme vom 15.01.2011)

10.11.2010
So rollen Autofahrer künftig in Nord über den Ring
Pläne gestern Abend im Kannenstieg öffentlich vorgestellt - Fertigstellung bis 30. Juni 2011
Bis Ende Juni 2011 sollen die von Anwohnern seit Jahren geforderten Lärmschutzwände am Magdeburger Ring in Höhe Kannenstieg und Neustädter See gebaut werden. Die Pläne wurden gestern Abend in der AG Gemeinwesen Kannenstieg vor Stadtteilbewohnern öffentlich vorgestellt.
Von der Ebendorfer Chaussee bis zum so genannten Stadttor-Karree, dem nördlichen Ende des Kannenstiegs, sollen bald beiderseits des Rings sieben Meter hohe Lärmschutzwände verlaufen. Das Tiefbauamt stellte gestern Abend in der AG Gemeinwesen mit Hilfe von Grafiken vor, wie die Stadtautobahn sich hier künftig optisch präsentieren wird. Die Wände, die beinahe eine Einhausung der Fahrbahn bilden werden, sollen aus Aluminiumelementen bestehen.
Wie die Farbgestaltung der Wände genau aussehen wird, ist aber laut Amt noch nicht beschlossen. Wie bereits berichtet, gibt es u. a. einen Stadtratsantrag, die Wände in Nord als „Schaufenster zur Stadt“ mit Magdeburger Ansichten oder Motiven von großen Vereinen und Kultureinrichtungen zu gestalten. So jedenfalls das Ansinnen aus den Reihen der Fraktion „SPD Tierschutz-future!“. Damit die Wände zunächst überhaupt gebaut werden können, steht heute im Vergabeausschuss des Stadtrates die Auftragsvergabe für das Projekt in Nord auf der Tagesordnung. Veran schlagt worden waren rund 3,9 Millionen Euro Baukosten, davon ein Großteil Fördermittel.
Fällt der Beschluss heute wie geplant, könnten nächste Woche die Verträge mit den Baufirmen gemacht werden. Wann genau die Firmen starten, liege in ihrem Ermessen, so das Tiefbauamt. Vertraglich geregelt werde die Fertigstellung zum 30. Juni 2011. Bis dahin müssen sich Autofahrer auf teilweise Sperrungen einstellen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 10.11.2010)



Auf dieser Zeichnung ist der Magdeburger Ring in Nord mit Lärmschutzwänden zu sehen. Der Blick führt stadtauswärts. Die Farbgestaltung der Wände ist noch offen. Grafik: Tiefbauamt

17.09.2010
Zwei Politiker finden: Lärmschutzwand in Nord könnte nützlich und schön sein
Kurz vor dem geplanten Baustart eröffnen Oliver Schilling und Oliver Wendenkampf frühzeitig die Gestaltungsdebatte

Die Mieter am Stadttor in Nord sehnen den Bau von Lärmschutzwänden an der Tangente herbei. Und noch bevor der erste Spatenstich gesetzt ist, der für November geplant ist, machen sie sich schon Gedanken um die künftige Gestaltung: Oliver Schilling von der future!-Partei und Oliver Wendenkampf, Stadtrat der Fraktion SPD-Tierschutzfuture! (parteilos). Eine Art Magdeburg-Schaufenster wollen sie am Stadttor initiieren. Nach dem Motto: Lärmschutzwände können nicht nur nützlich, sondern auch optisch ansprechend sein.
Seit vielen Jahren kämpfen Mieter aus den Zehngeschossern am nördlichen Stadteingang um Lärmschutz. Im November 2010 soll dieser nach Angaben der Stadtverwaltung nun auf beiden Seiten der Stadtautobahn zwischen den Stadtteilen Kannenstieg und Neustädter See gebaut werden. Rund 3,4 Millionen Euro bekommt die Stadt an Förderung, was etwa 87 Prozent der tatsächlichen Kosten abdecken soll.
Geplant sind zwei überkragende Lärmschutzwände von je 850 Meter Länge. Es soll eine Wand entlang der westlichen Fahrbahnseite in Höhe Hans-Grundig-Straße bis Otto-Nagel-Straße geben und eine Wand auf der östlichen Fahrbahnseite im Bereich Albert-Schweitzer-Straße bis Lumumbastraße. Die Höhe wird vier Meter betragen, die Länge von überkragenden Teilen drei Meter in einem Winkel von 20 Grad.
Bis zuletzt lagen eine Anwohnerinitiative pro Lärmschutz aus der Hans-Grundig-Straße und die Stadt im Clinch. Grund: Gerade bis zum nördlichsten Zipfel der Grundigstraße, dem sogenannten Stadttorkarree (Grundigstraße 3-4), sollte die westliche Lärmschutzwand gar nicht reichen.
Auf eine Stadtratsanfrage der Linken-Fraktion beschied der zuständige Ordnungsbeigeordnete Holger Platz inzwischen aber: „Um die Lärmbelastung auch der Anwohner der Hans-Grundig-Straße 3-4 zu reduzieren, hat die Verwaltung eine Verlängerung der geförderten Schallschutzmaßnahme geprüft. Die derzeitige Planung ... beinhaltet eine Verlängerung der Lärmschutzmaßnahme um 50 Meter in nördlicher Richtung auf der Westseite.“ Bis Juni 2011 muss laut Platz alles fertig sein, so stehe es im Förderbescheid.
So weit voraus denken auch die future!- bzw. future!-nahen Lokalpolitiker Oliver Schilling und Oliver Wendenkampf. Sie beschäftigt die ästhetische Dimension des Vorhabens. Zur Gestaltung der Lärmschutzwände wollen sie erklärtermaßen eine Diskussion an regen und die Bürgermeinung sammeln, die sie später in einen offiziellen Stadtratsantrag gießen möchten.
Gestern präsentierten Oliver und Oliver ihr angedachtes Projekt. „Man kann davon ausgehen, dass die neu zu errichtende Lärmschutzwand bereits zur Fertigstellung mit Graffiti besprüht wird“, erklärt Oliver Wendenkampf. „Um die optische Akzeptanz zu erhöhen und die verfügbaren Flächen sinnvoll zu gestalten, sollten sich hier beispielsweise überregional agierende Vereine wie der SCM, kommunale Einrichtungen oder das Puppentheater und nicht zuletzt die Ottostadt darstellen. Diese Darstellung könnte zum bundesweit beachteten Modell werden und würde die Fortschrittlichkeit und Offenheit der Landeshauptstadt auf eine ganz neue Weise ausdrücken“, glaubt Wendenkampf.
Die an anderen Bauten zu sehende Gestaltung durch Graffitikünstler sei nur eine Möglichkeit, triste Wände lebendig zu machen und gegen Schmierereien zu schützen. Doch das ist für Oliver Schilling „kein Allheilmittel“. Die Wand am Eingang zur Stadt im Norden sei eine Möglichkeit, einmal et was Neues zu probieren. Eine Art Schaufenster zur Stadt könnte jedem Neuankömmling die Vorzüge und Besonderheiten Magdeburgs gleich an der Stadtautobahn vor Augen führen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 17.09.2010)


Lindwurmbrücke



Die Lindwurmbrücke führt über den Magdeburger Ring und verbindet im Norden die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See. Foto: Quelle: http://www.geocaching.com

09.08.2011
Bauausschuss - Lindwurm-Rampe wird geplant

(sar). Die Mitglieder des Bauausschusses haben die Stadtverwaltung beauftragt, die von ihr empfohlene Variante zum behindertengerechten Ausbau der Lindwurmbrücke (Volkstimme berichtete) konkret zu planen. Bei der Sitzung in der vergangenen Woche stimmten fünf Sitzungsteilnehmer für die Alternativlösung, die zwar immer noch keinen DIN-gerechten Ausbau, aber immerhin die Akzeptanz der Behinderten bedeuten würde. Drei Ausschussmitglieder enthielten sich.
Nun wird die Planung erarbeitet und nach deren Fertigstellung mit den Arbeitsgruppen für Gemeinwesenarbeit und für behinderte Menschen diskutiert. Nach der Bewilligung der Mittel aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ könnte der Umbau 2013 geschehen. (Quelle: Volksstimme vom 09.08.2011)

30.07.2011
Nach Protest gegen zu steile Auffahrten - Stadt legt neue Pläne für Lindwurmbrücke vor
Für den Umbau der Rampen für die Lindwurmbrücke in Nord hat das Stadtplanungsamt neue Pläne vorgelegt. Voraussichtlich 2013 sollen diese modernisiert werden, so der neue Terminplan.
Die Überarbeitung hatte der Bauausschuss eingefordert. Den Mitgliedern werden nun auf ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag zwei neue Varianten vorliegen. Ziel ist es, die Nutzung der Rampen für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte zu erleichtern. Für sie sind die Zufahrten zur Ringüberquerung zwischen Kannenstieg und Neustädter See zu steil.
Weil das in den ursprünglichen Plänen nach Ansicht von Anwohnern und Stadträten nicht ausreichend berücksichtigt worden war, hatte es Kritik gehagelt. Aus Kostengründen einigten sich Bauausschuss und Stadtplaner auf einen Kompromiss, der zwar keine Barrierefreiheit nach DIN-Norm vorschreibt, die Rampen dennoch „weitgehend barrierefrei“ machen soll. Dies könne „nur durch eine Erweiterung der beiden Rampen in südlicher Richtung erfüllt werden“, so das Planungsamt in der Vorlage für den Ausschuss. Das Papier sei mit der städtischen Arbeitsgruppe für Menschen mit Behinderungen abgestimmt. Die Planer präsentieren zum einen eine Maximalvariante. Mit dieser könnten sogar alle Anforderungen der DIN erfüllt werden. Durch die Erweiterung der Rampen würde vor allem die notwendige Längsneigung auf sechs Prozent beschränkt und Zwischenpodeste alle sechs Meter angeordnet. Zusammen mit den ohnehin geplanten Maßnahmen (Erneuerung des Rampenbelages mit Asphaltbeton, Entwässerung und Beleuchtung, Seitenborde und Geländer, Aufwertung der Grünanlagen) rechnen die Plane für diese Variante mit Kosten von rund 600.000 Euro.
Die Stadt unterbreitet deshalb auch eine – von der Verwaltung favorisierte – kostengünstigere Variante für immerhin noch rund 500.000 Euro. „Die Längsneigung der Rampen wird hier auf sieben Prozent und der Abstand der Zwischenpodeste auf zwölf Meter begrenzt“, erklären die Stadtplaner dazu. Der bauliche Aufwand zur Erweiterung der Rampen falle damit gegenüber der Maximalvariante geringer aus. „Nach Aussage der befragten Menschen mit Behinderungen stellt diese Variante einen akzeptablen Kompromiss dar“, heißt es in dem Beschlusspapier. Entscheiden müssen nun die Mitglieder des Bauausschusses.
Vorbehaltlich der derzeit noch offenen Fördermittelbewilligung über das Städtebauprogramm „Soziale Stadt“ (Finanzierung Bund, Land und Kommune zu je einem Drittel) könnten die Rampen nach Aussage des Stadtplanungsamtes im Jahr 2013 saniert werden. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 30.07.2011)



Bewohner von Magdeburg-Nord machten im September 2010 auf die Probleme für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte auf den steilen Rampen der Lindwurmbrücke aufmerksam. Sie forderten, dass bei der ohnehin fälligen Sanierung die Auffahrten behindertenfreundlich gestaltet werden. Foto: Richter

29.07.2011
Sponsor gefunden - Licht für Lindwurm auch 2012 sicher

Die Beleuchtung des Lindwurms auf der Ringbrücke in Nord ist für das kommende Jahr gesichert. Das teilte die Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Kannenstieg mit. Wie es hieß, wolle Stadtrat Frank Theile (Die Linke) die Kosten 2012 übernehmen. Eine Summe wurde nicht genannt. Bereits für dieses Jahr war ein Sponsor eingesprungen, da die Finanzierung über die Stadtkasse eingespart wurde. Die GWA Kannenstieg hatte daraufhin einen Aufruf gestartet und für 2011 einen Finanzier gefunden. Der durchaus umstrittene stählerne Drache wurde 2005 eingeweiht, für den Bau hatte sich ebenfalls die GWA eingesetzt. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 29.07.2011)

30.04.2011
Geköpfter Lindwurm
Nein, am Ring war es nicht Siegfried der Drachentöter, der die Lindwurm-Plastik praktisch einen Kopf kürzer gemacht hat. Es ist ja auch nur ein visuelles Malheur. Aus einem bestimmten Winkel ist noch das komplette „Getier“ an der bekannten Fußgängerbrücke im Norden zu sehen. Ansonsten aber sind Kopf und Schwanz von der Lärmschutzwand verdeckt. Was die einen bedauern – eine solche Brückenverzierung hat nicht jede Stadt – ist anderen eher egal. Immerhin wird ein Jahrzehnte alter Wunsch nach Schallschutz verwirklicht. Da werden Prioritäten gesetzt, es kommt Freude auf. Trotzdem – gibt es vielleicht einen Kniff, hier doch etwas Transparenz zu schaffen? Von Karl-Heinz Kaiser (Quelle: Volksstimme vom 29.04.2011)

07.04.2011
Lindwurm verhüllt

„Gestern fuhren wir mit dem Auto von Norden her auf der Westtangente in die Stadt und haben uns erschrocken, dass die oberen abgeknickten Winkel der Lärmschutzwände undurchsichtig gestaltet werden“, so eine Volksstimme-Leserin. „Das bedeutet,dass von ,unserem‘ Begrüßungslindwurm nur noch das Mittelteil nach Fertigstellung der Maßnahme zu sehen sein wird. Kein Kopf, kein Schwanz – kein Kunstwerk, kein Begrüßungslindwurm mehr. Das können wir doch nicht so hinnehmen!“ Der Lindwurm aus Stahl war mit Fördermitteln gebaut und im Dezember 2005 eröffnet worden. „Vielleicht ist es jetzt noch möglich, etwas zu retten, indem bis zu einer gewissen Entfernung diese Winkelverkleidungen durchsichtig gestaltet werden, damit der Lindwurm sichtbar bleibt“, so die Leserin. R. / Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 07.04.2011)

21.10.2010
Stadtrat bestätigt behindertengerechten Ausbau der Rampen an der Lindwurmbrücke

Die steilen Rampen an der Lindwurmbrücke sind seit langem ein Ärgernis für Senioren, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen, da der Anstieg allein kaum zu schaffen ist. Nachdem der von Anwohnern gewünschte Aus- und Umbau zuletzt wegen linguistischer Feinheiten für Schlagzeilen sorgte, erhielt der Plan nun die Zustimmung des Stadtrats. Losgehen wird es aber frühestens erst im Jahr 2012.
Statt einer „sicheren und barrierefreien Lindwurmbrücke“ wird es jetzt in schönstem Bürokratendeutsch „eine Verbesserung der Lindwurmbrücke für Menschen mit eingeschränkter Mobilität“ geben.
Wie die Volksstimme bereits am 1. Oktober berichtete, gab es einige Bedenken hinsichtlich des Wortes „barrierefrei“ im ursprünglichen Antrag, das nach Ansicht von Stadtplanungsamtsleiter Heinz-Joachim Olbricht die Stadt knapp 800 000 Euro gekostet hätte. Denn während die sprachlich entschärfte und jetzt vom Stadtrat abgesegnete Variante für ca. 220 000 Euro zu haben ist, hätte ein streng nach den Richtlinien für barrierefreies Bauen durchgeführter Umbau eine gute Million gekostet. Und die sind im knappen Haushaltsetat trotz Fördermittelzuschuss derzeit nicht drin.
Daher wurde die DIN-Norm 18204-1, welche eine maximale Steigung an Rampen von sechs Grad vorschreibt, mit sprachlicher Spitzfindigkeit umschifft und die kostengünstigere Variante mit Zwischenpodesten zum Ausruhen erhielt die Zustimmung der Stadträte. Die Rollstuhlfahrer kritisierten diese Variante bereits vor einigen Wochen, als die ersten Pläne bekannt wurden. Aus ihrer Sicht ist dies eindeutig die schlechtere Variante.
Der SPD-Ortsverein Nord organisierte im vergangenen Monat sogar ein Protesttreffen an den marode Rampen, um einen zügigeren Start für den Ausbau zu erwirken. Am Bautermin hat sich aber nichts geändert. Da die Fördermittelanträge für 2011 schon eingereicht sind, kann die Stadt frühestens im nächsten Jahr einen Antrag auf Fördermittelzuschuss für 2012 stellen. Von Stefan Harter
(Quelle: Volksstimme vom 21.10.2010)



Die zu steile Rampe an der Lindwurmbrücke über den Magdeburger Ring in Nord. Achivfoto: CityPRESS

16.10.2010
„Lindwurmbrücke“ wird barrierefrei

Kannenstieg (mf). Die „Lindwurmbrücke“ über den Magdeburger Ring soll barrierefrei werden. Nach einem Stadtratsbeschluss werden die Auf- und Abgänge so gestaltet bzw. verändert, dass sie von Eltern mit Kinderwagen und Behinderten sicher benutzt werden kann. Zurzeit ist das Gefälle dort noch zu steil. Im Zuge der Baumaßnahmen „Lärmschutzwand Magdeburger Ring“ und der Maßnahme Soziale Stadt soll laut Beschluss eine zeitnahe Realisierung, spätestens 2012, ermöglicht werden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 16.10.2010)

01.10.2010
Lindwurmbrücke:
Zwei marode Brückenrampen, vier Worte und ein Baustopp
Amtsleiter Olbricht verteidigt Vollbremsung bei Sanierungsplanung
Es waren vier Worte, die die Planungen für die Sanierung der Lindwurmbrücke in Nord vorläufig gestoppt haben: „Sichere und barrierefreie Lindwurmbrücke“. So der Titel eines Antrags im Stadtrat. Die Stadt wollte 2010 bauen, doch plötzlich hieß es, das Projekt müsse aus Kostengründen auf Jahre verschoben werden. Während genau die „magischen“ vier Worte in der Vorwoche noch Losung einer Protestaktion waren, will der Bauausschuss einen Kompromiss. Aus vier Wörtern machte er acht – und siehe da, es könnte wieder Bewegung in die Sache kommen.
StadtplanungsamtsleiterHeinz-Joachim Olbricht verteidigt den Baustopp im Volksstimme-Gespräch – und trägt sie zur Begründung noch einmal vor, die vier Worte. Streng genommen geht es nur um ein Wort: „barrierefrei“. Zwölf Buchstaben, nach deren Lesen sich der Amtschef wohl erst mal auf seine „vier Buchstaben“ setzen musste. Sah er doch gerade die Kosten für die Sanierung der Lindwurmbrücke vor seinem geistigen Auge auf rund eine Million Euro explodieren.
Wohlgemerkt: Im Haushaltsplan stehen für die sanierungsbedürftige Ringbrücke in Nord vergleichsweise kümmerliche 60 000 Euro aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ (Finanzierung: je ein Drittel Bund, Land und Kommune).
Da es aus anderen Vorhaben dieses Stadtteilförderprogramms zuweilen nicht verbaute Restmittel gibt, war Olbricht zwischenzeitlich sogar schon von einem erhöhten Lindwurmbrücken-Etat von mehr als 220 000 Euro ausgegangen.
Doch nach Bürgerprotesten in Nord hatte die Fraktion SPD-Tierschutz-future! eben eine „sichere und barrierefreie Lindwurmbrücke“ verlangt. Der Antrag ging in die Ausschüsse und fand bereits Mehrheiten bei Sozialpolitikern und Finanzern.
Der Planungsamtschef leitete die Vollbremsung ein. „Bei einer barrierefreien Gestaltung ist ein Anstieg der Rampen von maximal sechs Prozent vorgeschrieben“, erklärt er. Da die Rampen aber wesentlich steiler errichtet wurden, müssten neue Rampen gebaut werden. Und die müssten wesentlich länger ausfallen, 140 Meter etwa, so die Berechnung der Planer.
Eine Frage von Raum und Zeit – und eben Geld. Von allem hätte die Stadt bei dieser Beschlusslage zu wenig. „Wir müssten zum Beispiel erst einmal zusätzliche Grundstücke erwerben und zum Teil öffentliche Grünanlagen beseitigen, um überhaupt Platz für die Rampen zu haben“, sagt Olbricht. Alles in allem habe eine Kostenschätzung einen Betrag von rund 500 000 Euro ausgewiesen – pro Rampe. Schon vor Wochen erklärte der Amtsleiter deshalb, vor 2014 sei „barrierefrei“ für die klamme Kommune garantiert nichts zu machen.
Dennoch forderten in der vergangenen Woche nach Bekanntwerden des Baustopps Mitglieder des SPD-Ortsvereins Nord und Anwohner die zügige Sanierung der Rampen, und zwar „sicher und barrierefrei“. Eine Kompromisslösung, wie schon vor Monaten vom Planungsamt präsentiert, fiel bei Rollstuhlfahrer Andreas Poppe und Co. durch.
Demnach würde durch einen Umbau ein durchschnittlicher Anstieg von rund 8,84 Prozent erreicht, so Olbricht, und durch den Einbau von Zwischenpodesten für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte Rastmöglichkeiten geschaffen, auf dass sie so die Verbindung zwischen Kannenstieg und Neustädter See doch überwinden könnten. Rollstuhlfahrer Andreas Poppe kann sich das in der Praxis schwer vorstellen:
„Wenn ich zwischendrin eine Pause mache, fehlt mir der ganze Schwung und ich muss mitten im Anstieg neu Schwung holen. Das ist für Rollifahrer also schlecht.“
Doch diese Variante wäre laut Olbricht voraussichtlich für rund 220 000 Euro zu haben. Und auch der Bauausschuss schwenkte schon auf diese Linie um. Reinhard Stern (CDU) sagte, „im Zuge der Haushaltssituation sollte eine einfache Sanierung bevorzugt werden“. Hans-Jörg Schuster (FDP) gab zu Protokoll, er halte die Formulierung „sichere und barrierefreie Lindwurmbrücke“ für problematisch und empfahl, den Titel zu ändern. Mirko Stage (SPD-Tierschutzfuture!) formulierte den eigenen Fraktionsantrag um. Aus vier Wörtern wurden acht: „Verbesserung der Lindwurmbrücke für Menschen mit eingeschränkter Mobilität“. Dem stimmte der Bauausschuss zu. Am 14. Oktober steht die Entscheidung im Stadtrat an.
Kommt der geänderte Antrag so durch, könnte sich an den maroden Brückenrampen laut Amtsleiter Olbricht voraussichtlich 2012/13 etwas tun: „Für 2011 sind die Förderanträge für die Soziale Stadt in diesem Monat fristgemäß rausgegangen, im September 2011 könnten wir für die Lindwurmbrücke erst wieder Geld beantragen.“ Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 01.10.2010)

24.09.2010
Brücke wird für Rollifahrer zur Barriere / Stadt stoppt Planungen
Protestler fordern zügige Neugestaltung der Rampen an der Lindwurmbrücke
Die Stadt hat für die Sanierung der Lindwurmbrücke in Nord die Planungen gestoppt und will das Vorhaben um Jahre verschieben. Doch gegen diese Entscheidung machen Stadtteilbewohner und Lokalpolitiker mobil. Mit Rollis und Kinderwagen forderte am Mittwochabend der SPD-Ortsverein Nord mit einer Aktion die zügige Neugestaltung der Rampen, weil die Auffahrten für Rollstuhlfahrer, ältere Menschen und Eltern mit Kinderwagen zu steil sind.
Die Lindwurmbrücke soll die vom Magdeburger Ring getrennten Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See verbinden. Andreas Poppe (38) kann darüber nur lachen. Der Rollstuhlfahrer wohnt am Neustädter See und arbeitet im Kannenstieg. Ein „Nordlicht“ durch und durch. Und jeden Tag steht er vor dem gleichen Problem. Die Lindwurmbrücke mit ihren steilen Rampen kommt für ihn als Verbindung nicht in Frage. „Ich nehme zwangsläufig den Umweg über die Brücke weiter nördlich in Höhe Ziolkowskistraße in Kauf, um überhaupt über den Ring zu kommen“, sagt er.
Auch Ursula Ortlepp (65) vom Neustädter See und ihre Tochter Heike (40), die auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sind betroffen. „Mein Sohn wohnt drüben im Kannenstieg. Wenn wir zu ihm wollen, muss er uns immer auf der anderen Brückenseite abholen. Nur er schafft es, Heike im Rollstuhl die Rampen hochzuschieben. Ich kann das nicht“, erzählt Ursula Ortlepp.
Ihre liebe Mühe auf der Lindwurmbrücke hat auch Franziska Bartelheimer, wenn sie mit Söhnchen Erik (vier Monate) im Kinderwagen zwischen den Stadtteilen pendeln will, zum Beispiel mit vollen Einkaufstüten aus dem Kannenstieg-Center zurück zum Neustädter See.
Für die junge Mutti ist das jetzt an trockenen Spätsommertagen mit Mühe zwar, aber dennoch zu schaffen. „Doch spätestens im Winter werden die steilen Rampen zur absoluten Gefahrenquelle und zur Rutschpiste“, sagt sie. Und ihr Mann Jan Bartelheimer pflichtet ihr bei: „Wenn der Winter wieder so hart wird und der Winterdienst so arbeitet wie im vergangenen Winter, wird es hier brenzlig.“
Sie alle fordern eine Neugestaltung der Rampen. Genau die hatte auch das Stadtplanungsamt noch für dieses Jahr versprochen, da die Rampen ohnehin marode sind. Inzwischen sind die Pläne gestoppt worden. Und nach Aussage von Amtsleiter Heinz-Joachim Olbricht ist die Sanierung „voraussichtlich nicht vor 2014 möglich“.
Was war geschehen? Das Stadtplanungsamt hatte erst eine Bürgerwerkstatt in Nord veranstaltet und Gestaltungs ideen für die Brücke gesammelt. Schon damals, im Januar dieses Jahres, legten die Teilnehmer Wert auf eine behindertengerechte Gestaltung.
Einige Zeit später räumte das Planungsamt öffentlich ein, dass genau dieser Wunsch nicht zu erfüllen sei. Grund: Es stünden nur 60 000 Euro plus etwaige Restmittel aus anderen Vorhaben aus dem Stadtteilförderprogramm „Soziale Stadt“ zur Verfügung. Zu wenig. Dafür könnten keine flacheren Rampen gebaut werden.
„Im Bauausschuss wurde uns Stadträten gesagt, der Bau behindertengerechter Rampen würde rund eine halbe Million Euro kosten“, sagt Lothar Tietge, Fraktion SPD-Tierschutz-future! Auch er will sich damit nicht abfinden. Der Anstieg beträgt laut Tietge gut achteinhalb Prozent. Entsprechend DIN-Norm seien maximal sechs Prozent zulässig.
Einen Kompromissvorschlag der Stadt lehnt Tietge ebenso wie Poppe und die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Nord ab. Das Planungsamt hatte zwischenzeitlich die Idee präsentiert, auf den Rampen Podeste zu bauen, damit sich die älteren Passanten, aber auch Rollstuhlfahrer zwischendurch ausruhen können, so die Vorstellung. Rollstuhlfahrer Andreas Poppe schüttelt darüber nur den Kopf: „Wenn ich zwischendrin eine Pause mache, fehlt mir der ganze Schwung und ich muss mitten im Anstieg neu Schwung holen. Das ist für Rollifahrer also schlecht.“
Tietges Fraktion hatte schon vor Monaten mit einem auch so beschlossenen Antrag im Stadtrat eine kompromisslose, behindertengerechte Gestaltung der Rampen eingefordert. Und das alles „zeitnah“. Für den SPD-Ortsvereinschef Marko Ehlebe steht jedenfalls fest: „Im Interesse der Senioren, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen kann der Baustart nicht um mindestens vier Jahre verschoben werden.“ Wenn bisher das Geld dafür nicht eingeplant sei, müsse eben die Prioritätenliste der Stadt geändert werden, fordert Ehlebe. So sieht es auch Stadtrat Lothar Tietge. Er sagt: „Die Stadt muss nun rasch Lösungsvorschläge erarbeiten!“
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 24.09.2010)



Protestlauf über eine der beiden Rampen der Lindwurmbrücke. Anwohner und Mitglieder des SPD-Ortsvereins fordern eine behindertengerechte Gestaltung, so auch Rollstuhlfahrer Andreas Poppe. Foto: R. Richter

21.09.2010
SPD-Ortsverein fordert versprochene Sanierung ein
Morgen Aktion mit Rollis und Kinderwagen an Lindwurmbrücke

Der SPD-Ortsverein Magdeburg-Nord hat „eine zeitnahe Sanierung der Lindwurmbrücke“ gefordert. Dessen Vorsitzender Marko Ehlebe sagte: „Eine barrierefreie Gestaltung der Auf- und Abfahrten der Lindwurmbrücke ist für den Ortsverein das zentrale Anliegen, um eine sichere Nutzung der Lindwurmbrücke auch für ältere Bürger, Eltern mit Kinderwagen und Behinderte zu ermöglichen.“
Das Stadtplanungsamt hatte mitgeteilt, wegen des zu geringen Budgets aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ und der Forderungen nach einer behindertengerechten Sanierung müsse das eigentlich noch für 2010 eingetaktete Bauvorhaben auf Jahre verschoben werden und könne wohl frühestens 2014 wieder angepackt werden (Volksstimme berichtete am vergangenen Dienstag).
Die Stadtratsfraktion SPD-Tierschutz-future! hatte nach entsprechenden Bürgerprotesten in einem Antrag ausdrücklich die behindertengerechte Gestaltung der Rampen gefordert, eine Ratsmehrheit war diesem Antrag gefolgt. Aus Kostengründen sei dies 2010 aber nicht mehr zu realisieren, hatte Planungsamtschef Heinz-Joachim Olbricht in einer schriftlichen Stellungnahme argumentiert. Eingeplant waren 60 000 Euro plus etwaige Restmittel aus anderen Bauvorhaben.
Marko Ehlebe sagt nun: „Eine Sanierung der Brücke ohne das Problem zu steilen Rampen zu der lösen, war aus Sicht der Ortsvereinsmitglieder keine Alternative. Daher ist es nachvollziehbar, dass das Bauvorhaben gestoppt wurde. Im Interesse der Senioren, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen kann der Baustart aber nicht um mindestens vier Jahre verschoben werden. Wir fordern die Stadtverwaltung dazu auf, Vorschläge zu unterbreiten, wie eine zeitnahe Brückensanierung ermöglicht werden kann.“
Um die Notwendigkeit einer barrierefreien Brückensanierung zu verdeutlichen, möchte der SPD-Ortsverein Nord mit einer Aktion auf die Probleme bei der Brückenüberquerung aufmerksam machen. Die Ortsvereinsmitglieder werden daher morgen um 17 Uhr die Brücke mit dem Rollstuhl, Kinderwagen, Fahrrad und zu Fuß zu passieren. „Wir laden die Bewohner der Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See ein, der Aktion beizuwohnen, um sich selbst von den Problemen bei der Brückenüberquerung zu überzeugen“, sagt Ehlebe.
Die Lindwurmbrücke mit der stählernen Drachenfigur auf ihrem Geländer führt im Norden über den Magdeburger Ring und verbindet die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 21.09.2010)

14.09.2010
Lindwurmbrücke:
Sanierung laut Amt nun „nicht vor 2014 möglich“ - Nach Kritik an Planung Umbau für 2010 abgesagt

Die Rampen der Lindwurm-Fußgängerbrücke über den Magdeburger Ring in Nord sollen nun doch nicht mehr 2010 saniert werden. Grund: In diesem Jahr steht zu wenig Geld aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ bereit, so Amtsleiter Heinz Joachim Olbricht in seiner Stellungnahme auf einen Antrag der Stadtratsfraktion SPDTierschutz-future!. Diese hatte eine „sichere und barrierefreie Gestaltung“ der Brücke gefordert. Hintergrund: Die Rampen sind zu steil für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte.
Die Sanierung wird nun allerdings nach Darstellung Olbrichts „voraussichtlich nicht vor 2014 möglich“ sein. Für die kommenden Jahre stünden bereits andere Förderprojekte auf der Prioritätenliste, für die das Geld aus dem Programm „Soziale Stadt“, das Bund, Land und Kommune gemeinsam finanzieren, schon verplant sei. Dazu gehören ein Stadtteiltreff Neustädter See in einem ehemaligen Schulhaus, die Sanierung des Strandbads und der weitere Ausbau des Rundweges um den See.
Wie die Volksstimme bereits berichtete, waren für die Sanierung der Rampen an der Lindwurmbrücke 60 000 Euro eingeplant gewesen. Durch Restmittel, die bei anderen Vorhaben übrig blieben, hätte das Budget bis auf rund 112 000 Euro aufgestockt werden können.
Doch als öffentlich bekannt wurde, dass das Problem der zu steilen Rampen wegen des engen Kostenrahmens mit der Sanierung nicht lösbar sein würde, hagelte es Kritik von Anwohnern, Vereinen und Einrichtungen aus Kannenstieg und Neustädter See. Nach Schätzung von Experten würden neue, flachere Rampen wohl etwa zwischen 180 000 bis 240 000 Euro kosten, erfuhr die Volksstimme.
Der Bürgerverein Nord hatte seine Forderung so formuliert: „Sowohl die Interessen von Rollstuhlfahrern, als auch Senioren oder Eltern mit Kinderwagen“, müssten berücksichtigt werden: „Die Brücke soll schließlich unsere beiden Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See verbinden und für alle Bewohner überquerbar sein.“
Die Fraktion SPD-Tierschutz-future! hatte diese Forderung mit einem Antrag im Stadtrat aufgegriffen. Neigung und Gefälle seien sowohl für Rollstuhlfahrer als auch für Eltern mit Kinderwagen insbesondere bei ungünstigen Witterungsverhältnissen unsicher, weil die Auf- und Abfahrt sehr steil sind.
Das müsse sich mit den geplanten Baumaßnahmen ändern. Der Brücke komme „eine zentrale Bedeutung für die Radfahrer und Fußgänger zu, auch für die Erreichbarkeit des Naherholungsgebietes Neustädter See.



Im Januar dieses Jahres hatte das Planungsamt zur Lindwurmbrücke eine „Bürgerwerkstatt“ veranstaltet. Bewohner der beiden Stadtteile waren aufgerufen, Ideen und Wünsche für die Gestaltung des Brückenumfelds einzureichen. Die Ergebnisse sind laut Amt so weit wie möglich in die Vorplanungen eingeflossen. Aus „finanziellen und technischen Gründen“ könnten jedoch nicht alle Vorschläge umgesetzt werden. Und in diesem Jahr soll sich nun ohnehin nichts mehr tun an der Lindwurmbrücke. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 14.09.2010)

16.06.2010
Barrierefreie Gestaltung gefordert - Lindwurmbrücke: „Die Stadt muss sich was einfallen lassen“
Der Bürgerverein Nord hat sich nach Gesprächen mit dem Stadtplanungsamt zuversichtlich gezeigt, dass für die Lindwurmbrücke eine für alle Stadtteilbewohner akzeptable Lösung bei der geplanten Neugestaltung der Rampen präsentiert werden wird. Die muss es nach Auffassung von Stadträten auch geben. Die Brücke über den Ring hatte für Schlagzeilen und Verärgerung gesorgt, weil eine rollstuhlgerechte und barrierefreie Gestaltung der Auffahrten aus Kostengründen infrage gestellt worden war.
Kannenstieg/Neustädter See. Kritik hatte es zunächst von Vereinen und Einrichtungen im Kannenstieg gegeben. Zuvor hatte es seitens des Planungsamtes geheißen, mit dem ursprünglich angedachten rollstuhlgerechten Umbau der Rampen gebe es Probleme aufgrund des engen Kostenrahmens (Volksstimme berichtete).
Hintergrund: Behindertengerechte Rampen dürften maximal ein Gefälle von sechs bis acht Prozent aufweisen. Da die Rampen jedoch vor Jahrzehnten erheblich steiler gebaut worden waren, müssten sie, so das Amt, praktisch komplett neu gebaut werden.
Das würde den Kostenrahmen jedoch sprengen. Im Haushaltsplan der Landeshauptstadt sind für das Brückensanierungsprojekt 60 000 Euro eingeplant, wovon zwei Drittel über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ von Land und Bund als Zuschuss kommen sollen. Nach Auffassung von Experten würden neue, flachere Rampen etwa das Drei- bis Vierfache kosten.
Als „nicht hinnehmbar“ sah dies die AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Kannenstieg an, in der Bürger, Vereine und Einrichtungen des Stadtteils regelmäßig über Probleme des Stadtteils beraten. Der Bürgerverein Nord suchte daraufhin bereits das Gespräch mit dem Planungsamt.
Vereinsvertreter Siegfried Kratz zeigte sich am vergangenen Montag auf einer GWA-Sitzung im Kinderheim Kannenstieg optimistisch: „Die Stadt kann die Einwände nicht ignorieren und muss sich was einfallen lassen.“
Wie genau eine mögliche (finanzierbare) Lösung aussehen könnte, ist derzeit aber noch offen. In den kommenden Monaten soll die Planung vorangetrieben werden.
Der Bürgerverein erwarte eine für alle Bewohner der beiden Stadtteile akzeptable Lösung. Das hieße, dass sowohl die Interessen von Rollstuhl fahrern, als auch Senioren oder Eltern mit Kinderwagen berücksichtigt würden. „Die Brücke soll schließlich unsere beiden Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See verbinden und für alle Bewohner überquerbar sein“, sagte Kratz.
Eine „sichere und barrierefreie Lindwurmbrücke“ sei unterdessen auch Thema eines Antrags der Fraktion „SPDTierschutz-future!“, der in Kürze die Ausschüsse durchlaufen werde, sagte Andreas Poppe vom SPD-Ortsverband Nord.
In dem Antrag (A0071/10) fordert die Fraktion die Aufund Abfahrten der Brücke „so zu gestalten und zu verändern, dass sie insbesondere von älteren Bürgerinnen und Bürgern, Eltern mit Kinderwagen und Behinderten sicher zu benutzen sind“. Die Stadträte dringen auf „eine zeitnahe Realisierung ... spätestens für das Jahr 2012 zu sichern“. Weiter heißt es im Antragstext: „In Vorbereitung sind die Erfahrungen der AG Behinderte auszuwerten und gemeinsam zu prüfen, wie eine optimale barrierefreie An- und Abfahrt geschaffen werden kann.“
Der Brücke komme „eine zentrale Bedeutung für die Verkehrswegebeziehung der Radfahrer und Fußgänger zu. Auch für die Erreichbarkeit des Naherholungsgebietes um den Neustädter See kommt der Fußgängerbrücke eine besondere Bedeutung zu.“ Allerdings seien Neigung und Gefälle sowohl für Rollstuhlfahrer als auch für Eltern mit Kinderwagen insbesondere bei ungünstigen Witterungsverhältnissen derzeit unsicher, „da die Aufund Abfahrt sehr steil ist“. Dies sei bereits in der „AG für Menschen mit Behinderungen“ der Landeshauptstadt erörtert worden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 16.06.2010)

23.04.2010
GWA Kannenstieg fordert behindertengerechten Umbau

Rampen der Lindwurmbrücke sind zu steil für Rollstuhlfahrer / Sanierungsarbeiten geplant
Die Rampen der Lindwurm-Fußgängerbrücke in Nord sind zu steil für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte. Die für 2010 geplante Neugestaltung der Rampen sollte das ändern. Doch daraus wird aus Kostengründen nichts. Die AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Kannenstieg will das nicht hinnehmen und fordert Zugänge, die für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Eltern mit Kinderwagen gleichermaßen geeignet sind.
Mit großem Trara hatte das Stadtplanungsamt im Januar eine Bürgerbeteiligung zur Planung der Brückenneugestaltung initiiert. Eine Reihe von Stadtteilbewohnern planten dann auch unter Anleitung eines Architekturbüros mit und trugen Ideen zusammen. Eines der Anliegen der Neugestaltung waren die Belange von Menschen mit Behinderungen.
Dass gerade aber Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte de facto vom Bürgerworkshop ausgeschlossen waren, sorgte im Nachgang noch für Kritik. Schließlich war der Beratungsraum in der Begegnungsstätte der Euro-Schulen im Obergeschoss einzig über eine Treppe erreichbar. Dennoch war die rollstuhlgerechte Gestaltung der ohnehin sanierungsbedürftigen Rampen auch in der Runde eine zentrale Forderung neben allerlei Ideen zur Verschönerung oder besseren Nutzung von Brücke und Umfeld durch die Stadtteilbewohner.
Inzwischen – die Ergebnisse der Bürgerworkshops liegen in Form einer Präsentationsmappe im Stadtteilbüro Nord vor – verkündete das Stadtplanungsamt jedoch, mit dem rollstuhlgerechten Umbau der Rampen gebe es aufgrund des engen Kostenrahmens Probleme (Volksstimme berichtete bereits).
Behindertengerechte Rampen dürften maximal ein Gefälle von sechs bis acht Prozent aufweisen. Da die Rampen jedoch vor Jahrzehnten erheblich steiler gebaut worden waren, müssten sie, so Stadtplaner Ronald Redecker unlängst vor Bürgern in Nord, praktisch komplett neu gebaut werden. Das würde den Kostenrahmen jedoch sprengen.
In dem jüngst vom Stadtrat beschlossenen Haushaltsplan der Landeshauptstadt sind für das Projekt 60 000 Euro eingeplant, wovon zwei Drittel über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ von Land und Bund zugeschossen werden sollen. Nach Auffassung von Experten würden neue, flachere Rampen etwa das Drei- bis Vierfache kosten.
Als Notlösung präsentierte das Planungsamt den Vorschlag, die Rampen mit Ruhepodesten und Sitzmöglichkeiten auszustatten, in der Hoffnung, damit auch Rollstuhlfahrern die Fahrt über den Ring möglich zu machen.
Die AG Gemeinwesen Kannenstieg will sich damit nicht zufrieden geben. „Das können wir nicht so einfach hinnehmen“, sagte Eva Wybrands vom Bürgerverein Nord. „Keine halben Sachen“, lautete die Forderung von Hans-Jörg Beyerling, Junge Humanisten. Der präsentierte Vorschlag sei „unzumutbar“ Er mahnte zugleich, „sensibler mit Bürgerbeteiligung umzugehen“.
Annette Münzel, Leiterin des Alten- und Service-Zentrums Kannenstieg, sagte, die behindertengerechte Brückengestaltung sei notwendig, da Kannenstieg und Neustädter See einen hohen Altersdurchschnitt aufweisen. So seien zunehmend Menschen im Stadtteil auf Rollstühle oder Rollatoren angewiesen. „Wenn etwas gemacht wird, dann richtig. Die Bürger fühlen sich doch sonst veralbert.“
Die AG Kannenstieg beschloss, bei der Stadtverwaltung Beschwerde einzulegen und Magdeburgs Behindertenbeauftragten einzuschalten. Von Robert Richter Alle Infos zum Thema
(Quelle: Volksstimme vom 23.04.2010)



Die Rampen der Fußgängerbrücke über den Magdeburger Ring in Nord stehen in der Kritik, weil sie zu steil für Rollstuhlfahrer sind. Eine Neugestaltung sollte das eigentlich ändern. Foto: R. Richter

20.03.2010
Viele Ideen, aber wenig Geld für Lindwurmbrücke
Behindertengerechte Gestaltung ist nicht wie erhofft realisierbar

Die maroden Rampen der Lindwurmbrücke zwischen den Stadtteilen Kannenstieg und Neustädter See sollen voraussichtlich noch 2010 saniert werden. Doch gerade die erwartete rollstuhlgerechte Gestaltung erweist sich nun als finanzielles Problem.
Sie soll die beiden Wohngebiete verbinden, die Fußgängerbrücke in Nord, die durch den auf das Geländer gesetzten Lindwurm bekannt ist.
Für Rollstuhlfahrer wie Andreas Poppe aus Nord bleibt die Stadtteilgrenze auf diesem Wege unüberwindbar: „Ich kann die Brücke nicht benutzen, weil die Rampen zu steil sind“, sagte er am Mittwoch in der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Neustädter See.
Die behindertengerechte Gestaltung der Brücke wollte zunächst auch die Stadtverwaltung, so jedenfalls las sich die Einladung zu einer Bürgerwerkstatt, bei der im Januar Stadtteilbewohner aus Nord unter Regie des Architekten Oliver Schilling aufgerufen waren, Anregungen und Ideen zur Gestaltung der Rampen und des Brückenumfeldes beizusteuern.
Die steilen Rampen stellen die Planer aber nach Aussage von Ronald Redeker vom Stadtplanungsamt vor ein unlösbares Problem, und das ist, wie so oft, finanzieller Natur. Behindertengerechte Rampen dürften maximal ein Gefälle von sechs bis acht Prozent aufweisen, erklärte Redeker. Da die Rampen jedoch vor Jahrzehnten erheblich steiler gebaut worden waren, „müssten wir sie jetzt komplett neu bauen“.
Für den Planungsamtsmann steht fest: „Das würde den Kostenrahmen sprengen.“ In dem gerade vom Stadtrat be schlossenen Haushaltsplan der Kommune sind für das Projekt 60 000 Euro eingeplant, wovon zwei Drittel über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ von Land und Bund zugeschossen werden sollen. Nach Auffassung von Expertern würden neue, flachere Rampen aber die Baukosten um das Drei- bis Vierfache steigern. Schlechte Nachrichten für Rollstuhlfahrer, aber auch Senioren aus Nord.
Als Notlösung möchte das Stadtplanungsamt die Rampen mit Ruhepodesten und Sitzmöglichkeiten ausstatten, in der Hoffnung, damit etwa auch Rollstuhlfahrern eine, wenn auch mühevolle, Fahrt über den Ring möglich zu machen.
Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt vom Januar jedenfalls liegen nun vor und können bei der Stadtteilmanagerin Jessica Zedler in der „Oase“, Im Brunnenhof 9, eingesehen werden. „Wir haben inzwi schen ein Planungsbüro beauftagt, auf Grundlage dieser Vorarbeit eine Planung zu erarbeiten. Unser Ziel ist es, so viel wie möglich aus der Bürgerwerkstatt zu übernehmen“, sagt Ronald Redeker. Realisiert werden soll die Rampensanierung und Umfeldgestaltung möglichst noch in diesem Jahr.
Die Bürgerwerkstatt, an der sich im Januar etwa 20 Stadtteilbewohner beteiligt hatten, werte das Planungsamt als Erfolg. „Wir waren sehr angetan von den Vorschlägen“, sagte Redeker.
Die Brücke und das Umfeld seien „laut“, „düster“ und „unheimlich“, so lauteten Kritikpunkte in der Bürgerwerkstatt. Bedacht wurden von den Hobby-Stadtplanern zum Beispiel abgesenkte Bordsteinkanten, Geländer, eine bessere Beleuchtung oder Flächen für legale Graffiti. Eine Skaterbahn wurde von Jugendlichen vorgeschlagen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 20.03.2010)



Bewohner von Magdeburg-Nord diskutierten am 27. Januar im Begegnungszentrum Kannenstieg über Gestaltungsideen für das Umfeld der Lindwurmbrücke. Fotos (3): Robert Richter



Die Lindwurmbrücke in Nord bei Nacht.

29.01.2010
Ideen für die Neugestaltung „ihrer“ Ringbrücke

„Liebeserklärungen“ an den Lindwurm - In einer Bürgerwerkstatt sammelten Jugendliche und Erwachsene
Drachenstapfen auf der Straße, Fußbodenbeleuchtung, ein Handlauf, ja sogar eine Skaterbahn – das waren einige Ideen für die Gestaltung der Lindwurmbrücke in Nord, die am Mittwochabend in einer Bürgerwerkstatt gesammelt wurden. Im Begegnungszentrum der Euro-Schulen an der Johannes-R.-Becher-Straße konnten die Stadtteilbewohner in die Rolle von Stadtplanern schlüpfen. Das soll eine breite Zustimmung zur geplanten Neugestaltung des Brückenumfeldes sichern und die Identifikation mit dem Stadtteil stärken.
Der von der Stadt beauftragte Architekt Oliver Schilling wertete die Bürgerwerkstatt für die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See als „vollen Erfolg“. Trotz zahlenmäßig zurückhaltender Beteiligung engagierten sich mehr als 20 Stadtteilbewohner um so eifriger. Einig waren sich die Teilnehmer schnell: Brücke und Umfeld seien laut, düster, unheimlich und einfach „oll“.
Heiß diskutiert, wild „gesponnen“ und eindrucksvoll gemalt wurde in kleinen Arbeitsgruppen. Und das länger als erwartet. Fast zwei Stunden lang wurde so an Ideen gefeilt, bei denen auch an andere gedacht wurde. Zur gemein samen Präsentation gab es dann große Überraschungen. „Sehr gute, weit gedachte Ideen – direkt von denen, die täglich die Brücke benutzen“, sagte Oliver Schilling, der die Werkstatt im Auftrag der Landeshauptstadt Magdeburg or ganisiert hatte. Bedacht wurden abgesenkte Bordsteinkanten, Geländer und eine bessere Beleuchtung ebenso wie Flächen für legale Graffiti und eine Skaterbahn. An der Werkstatt beteiligte sich auch eine größere Gruppe Jugendli cher. Sie beeindruckten nicht nur mit guten Ideen, sondern auch mit dem großen Maß an Rücksicht und Umsicht. So versuchten sie selbst ihre Vorschläge für Lampen und Bänke vor Vandalismus zu schützen. Ohne explizit angesprochen worden zu sein, wurde der Lindwurm doch in die Entwürfe der Gruppen aufgenommen. Der Gehweg könnte rot auf der einen und blau oder grün auf der anderen Seite sein, Mülleimer in Vulkan-Form könnten aufgestellt werden. Alle Gruppen bemerkten die Wichtigkeit der Brücke, um den anderen Stadtteil zu besuchen. Deshalb müsste die Brücke für alle Anwohner benutzbar werden.
Niemand solle sich mehr fürchten. Die Zugänge müssten heller gestaltet werden und die Bäume und Büsche geschnitten oder gar gerodet werden. Auch die Idee, die beiden Stadtteil-Logos abzubilden, und der Vorschlag für ein schwarzes Brett, an das man Aushänge anbringen könnte, fanden allseitige Zustimmung. Nun werde eine Dokumentation der Werkstatt erstellt, erklärte Schilling. Diese soll als Ideensammlung für die weitere Planung dienen.
Im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ wollen das Stadtplanungsamt und das Tiefbauamt die Rampen zur Lindwurmbrücke über den Magdeburger Ring erneuern. In diesem Zusammenhang soll auch die Umgebung der Brückenaufgänge neu gestaltet werden. Derzeit bieten die Brückenrampen – im Gegensatz zu den vor einigen Jahren sanierten Treppen – keinen schönen Anblick mehr. Sie sind Jahrzehnte alt, uneben und teilweise beschädigt. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 29.01.2010)

21.12.2009
Bürgerwerkstatt geplant - Neue Zugänge für Lindwurmbrücke

Die Aufgänge zur Lindwurmbrücke in Nord sollen umgebaut werden. Insbesondere stehe eine – bisher nicht gegebene – behindertengerechte Gestaltung der Fußgängerbrücke im Mittelpunkt, sagte der Architekt Oliver Schilling, der von der Stadt mit der Planung beauftragt wurde. Dazu soll es Ende Januar eine „Bürgerwerkstatt“ geben, sagte Schilling jetzt in der Gemeinwesenarbeitsgruppe Neustädter See.
Ziel ist die Bürgerbeteiligung. Bei dem Treffen sollen die Bewohner des Kannenstiegs und des Wohngebiets Neustädter See mitreden können und in die Planungen mit ihren Wünschen und Ideen eingebunden werden. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest, werde aber Anfang Januar bekannt gegeben. „Ich würde mich freuen, wenn viele Stadtteilbewohner zur Bürgerwerkstatt kommen und sich aktiv mit einbringen würden“, sagte Schilling. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 21.12.2009)

Weitere ältere Meldungen finden Sie in der Rubrik Aktuelles / Nachrichtenarchive


„Rundweg“ um den Neustädter See

Wie der „Rundweg“ um den Neustädter See in den nächsten Jahren eine runde Sache werden soll

• Abschnitt 1
Der erste Teil des Rundkurses, der aktuell realisiert wird, verläuft über Flächen der Stadt. Komplizierter wird es im weiteren Verlauf. Laut Scheidemann soll ein „Planfeststellungsverfahren zur Festlegung der Wegeführung des Rundweges“ eingeleitet werden. Grund: Mehrere Grundstücke befinden sich nicht im Eigentum der Stadt. In dem Verfahren müssen nach einer Anhörung und Bürgerbeteiligung alle öffentlichen und privaten Belange abgewogen werden.
Die Kommune möchte in Verhandlungen mit den Eigentümern die Nutzungserlaubnis für den Bau des vier Meter breiten Weges erreichen, gegebenfalls auch Land erwerben. Für beide Varianten stünden finanzielle Mittel des Förderprogramms zur Verfügung.
Bisher gibt es für den weiteren Trassenverlauf die folgenden, noch nicht endgültigen Pläne
(Quelle Informationsvorlage I0011/10):

• Abschnitt 2
beginnt am östlichen Kassenhäuschen des Strandbades und führt dann über Flächen des Strandbades und hinter dem Zaun des Strandbades in der Gehölzfläche entlang des dortigen Erdwalles. Anschließend verläuft der Weg in der gleichen Trasse wie der bereits vorhandene Weg des Strandbades. In Anbindung an die Straße „Am Schöppensteg“ führt der Weg über die vorhandene asphaltierte Zufahrt des FKK-Bereiches.

• Abschnitt 3
beginnt an der Einbindung in die Straße „Am Schöppensteg“ und führt bis zum nördlichen Ufer des Neustädter Sees. Von Süden kommend verläuft der Weg zuerst entlang der Straße „Am Schöppensteg“. Anschließend durchstößt die Wegeführung den Erdwall schräg zu diesem. Für den Durchbruch wurde ein schräger Verlauf gewählt, um die Lärmbeeinflussung des Neustädter Sees durch den Verkehr auf der Straße „Am Schöppensteg“ so gering wie möglich zu halten. In der Folge verläuft der Weg nahe der Uferlinie des Sees. Hier wird den vorhandenen Trampelpfaden gefolgt, um den Eingriff in die Landschaft zu minimieren. Dieser Bereich ist es auch, an welchem die Wegeführung dem Seeufer am nächsten kommt und die Erlebbarkeit des Gewässers am höchsten ist. Der Weg wird am nordöstlichen Seeufer an die Straße „Am Schöppensteg“ angebunden und schließt dann an einen die Straße begleitenden Geh- und Radweg an. Die Wegeführung des eigentlichen Rundweges schwenkt bereits vorher nach Westen in den Bauabschnitt 4 ab.

• Abschnitt 4
verläuft am Nord- und Westufer. Nach Norden erfolgt eine Anbindung an die Oebisfelder Brücke und damit den Stadtteil Rothensee über einen Stichweg. Die Verbindung der Geh- und Rad wege „Neustädter See“ und „Großer Sülzeradweg“ soll mit einer Brücke über die Schrote erfolgen, um so auch eine bessere Anbindung des Stadtteils Kannenstieg zu gewährleisten.

• Abschnitt 5
folgt der gegebene Wegeführung entlang des Westufers (die, wie auch weite Teile des Abschnitts 4, noch von den Kieswerken angelegt wurde). Zur weiteren Entwicklung eines vorhandenen Feuchtbiotops wurden Ausweichrouten untersucht. Jedoch hätte entweder der Biotop an anderer, bisher unberührter Stelle gequert werden oder eine sehr viel längere Wegeführung gefunden werden müssen, was die Gefahr einer nutzungsbedingten doppelten Wegeführung birgt, argumentieren die Planer der Stadt. An der Anbindung an die Barleber Straße soll in Zusammenhang mit einer Neugestaltung des Einganges zum Parkplatz der Wasserskianlage ein „Knotenpunkt“ angelegt werden.

• Abschnitt 6
beinhaltet ein bereits als Geh- und Radweg fertig gestelltes Teilstück zwischen Barleber Straße und Salvador-Allende-Straße. Hier sind keine weiteren Maßnahmen geplant.

• Abschnitt 7
(Salvador-Allende-Straße – Seeblick/ Strandbad) ist ebenfalls bereits ausgebaut worden, jedoch mit einer Schotterdecke. Diese soll durch eine Asphaltdecke ersetzt werden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 17.03.2010)

27.05.2010
Erster Abschnitt für Rundweg und neuer Strandeingang fertiggestellt
Bauarbeiten am Neustädter See pünktlich zum Beginn der Badesaison beendet
Pünktlich zum Beginn der Badesaison sind die Bauarbeiten am Strandbad Neustädter See beendet worden. Damit wurde der offiziell erste, 660 Meter lange Abschnitt des künftigen insgesamt rund 5,5 Kilometer langen Rundweges um den See fertiggestellt.
Ein Ziel der rund 283 000 Euro teuren Baumaßnahme war die Trennung des Rundweges vom Strandbadbetrieb, um eine ganzjährige, uneingeschränkte Nutzung für Spaziergänger, Radfahrer und Skater auf der asphaltierten Trasse zu ermöglichen. Bisher verlief ein Plattenweg durch das städtische Strandbad, für dessen Besuch während des Freibadbetriebes Eintritt erhoben wird.
Das Strandbad erhielt einen eigenen Gehweg, während der offizielle Rundweg nun durch einen 1,60 Meter hohen Zaun abgetrennt ist. Um den hatte es zwischen Stadt und Anwohnern während der Planungsphase Streit gegeben. See-Anlieger kritisierten, die Sicht zum See werde für Fußgänger und Radler auf dem Rundweg durch den Zaun und die dahinter neu gepflanzte Hecke verstellt. Dabei sei es gerade Anliegen des Rundweges, den See für die Magdeburger und Gäste besser erlebbar zu machen.
Die Stadtverwaltung hatte daraufhin zugesagt, zumindest die Hecke künftig so trimmen zu lassen, dass der Blick zum See gewährleistet bleibe. Eine geringere Zaunhöhe wurde aus Sicherheitsgründen abgelehnt, jedoch mit Hinweis, dass der Zaun selbst ja freie Sicht zum See ermögliche.
Der nun fertiggestellte erste Abschnitt des Rundwegs zwischen „Seeblick“ und Schöppensteg werde für die Pächter der angrenzenden Laubengemeinschaft Homanns Garten mit Autos befahrbar sein, sagte Frank Sonntag vom Tiefbauamt gestern bei einer Besichtigung der neuen Trasse im Beisein von Stadtteilmanagerin Jessica Zedler und Elvira Ferchland, Sprecherin der AG Gemeinwesen Neustädter See. Die Pächter könnten daher die Poller zur Sperrung des Weges für Kraftfahrzeuge als Anlieger mit einem entsprechenden Schlüssel umklappen.
Die Stadt sei auch in puncto Wasserleitung auf die Anliegen der Laubenpächter eingegangen, sagte Sonntag. Grund: Eine Reihe von Pächtern verfügen für ihre Laubengrundstücke bisher über keine eigenen Wasseranschlüsse. Sie können nun zunächst weiterhin Wasser über die Leitung des Strandbades beziehen. Im Zuge der geplanten Erneuerung der Anlagen des Strandbades sei auch die Verlegung getrennter Wasserleitungen für Strandbad und Laubensiedlung vorgesehen. Bis dahin bleibe es bei dieser Übergangslösung.
Wie berichtet, soll voraussichtlich im Herbst dieses Jahres mit der Neugestaltung des Strandbades im Bereich des FKK-Strandes begonnen werden. Schrittweise sollen nach und nach auch die weiteren Strandabschnitte modernisiert werden.
Derweil laufen bereits die Planungen für den Ausbau der weiteren Abschnitte des Rundkurses. Das Gesamtprojekt, für das rund zwei Millionen Euro veranschlagt sind, wird laut Stadtverwaltung aber noch Jahre in Anspruch nehmen. Der Rundweg ist in sieben Bauabschnitte unterteilt.
Der fertige erste Abschnitt verläuft über Flächen, die bereits der Stadt gehörten. Komplizierter wird es im weiteren Verlauf, wo andere Eigentümer betroffen sind. Deshalb wurde ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet. In dem Verfahren müssen nach einer Anhörung und Bürgerbeteiligung alle öffentlichen und privaten Belange abgewogen werden. Die Kommune möchte in Verhandlungen mit den Eigentümern die Nutzungserlaubnis für den Bau des Geh- und Radweges erreichen, gegebenfalls auch Land erwerben. Dafür stünden finanzielle Mittel aus Fördertöpfen zur Verfügung.
Die Baumaßnahmen am Neustädter werden über das Programm „Soziale Stadt“ finanziert, für das Bund, Land und Stadt jeweils zu einem Drittel aufkommen. Der Eingang zum Strandbad am „Seeblick“ wurde neu gestaltet. Ein Gehweg verläuft nun durch das Freibad, rechts davon verläuft der neue Geh- und Radweg. Zur neuen Badesaison fehlen nun nur noch die passenden Außentemperaturen.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 27.05.2010)



Den fertiggestellten ersten Abschnitt des neuen Rundweges für Spaziergänger, Radler und Skater um den Neustädter See inspizieren hier Elvira Ferchland, Sprecherin der AG Gemeinwesen Neustädter See, und Frank Sonntag vom Tiefbauamt. Foto: R. Richter

30.04.2010
Schwarzdecke für den Geh- und Radweg am Strandbad
Für den neuen Geh- und Radweg am Strandbad Neustädter See ist in den vergangenen Tagen die Asphaltdecke aufgetragen worden. Gestern arbeitete die Baufirma in der Nähe des „Seeblicks“. Bis zum Start der neuen Badesaison im Mai sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Der Weg ist Teil des künftigen Rundwanderweges um den Neustädter See und wird vom Freibadbetrieb abgekoppelt. So soll er ganzjährig ohne Eintritt für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Foto: Richter
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 30.04.2010)

18.03.2010
Wie der „Rundweg“ um den Neustädter See in den nächsten Jahren eine runde Sache werden soll

Während der Ausbau eines erstes Teilstücks für einen Rundwanderweg um den Neustädter See begonnen hat (Volksstimme berichtete), laufen die Planungen für die weiteren Abschnitte des künftigen 5,4 Kilometer langen Rundkurses. Das Gesamtprojekt, für das rund zwei Millionen Euro veranschlagt sind, wird laut Stadtverwaltung aber noch Jahre in Anspruch nehmen.
Derzeit wird zwischen Seeblick und Bahntrasse (Am Schöppenweg) der Weg im Bereich des Strandbads gebaut. Statt des bisherigen Plattenweges soll eine glatte Asphaltstraße ab Sommer 2010 neben Spaziergängern auch Radler und Skater locken.
„Wann soll es mit den nächsten Abschnitten weiter gehen, wo sollen sie verlaufen und wann kann endgültig von einem ,Rundweg‘ gesprochen werden?“, fragte etwa Volksstimme-Leserin Christiane Mandel. Schließlich sei mit dem jetzigen Abschnitt „noch nichts Wesentliches passiert“. Das Teilstück werde sicher noch nicht viele Radfahrer und Skater ziehen.
Wie aus einer aktuellen Information des Baubeigeordneten Dieter Scheidemann an den Umwelt- sowie den Bauausschuss des Stadtrates hervorgeht, ist der Rundweg in sieben Bauabschnitte unterteilt. Für das Gesamtvorhaben mit einer Länge von 5,4 Kilometern inklusive einer Brücke über die Schrote sind demnach im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ zwei Millionen Euro eingeplant. Die Stadt trägt davon ein Drittel, Bund und Land sind ebenfalls mit je einem Drittel beteiligt.
Ziel ist laut Scheidemann „eine Aufwertung des Wohngebietes durch die bessere Erschließung des Naherholungsbereiches sowie die bessere fußläufige und fahrradtechnische Anbindung des Stadtteils Rothensee an den Neustädter See“. Der Neustädter See soll „ganzjährig erlebbar und somit die touristische Attraktivität dieses Areals insgesamt stark verbessert“ werden.

• Abschnitt 1
Der erste Teil des Rundkurses, der aktuell realisiert wird, verläuft über Flächen der Stadt. Komplizierter wird es im weiteren Verlauf. Laut Scheidemann soll ein „Planfeststellungsverfahren zur Festlegung der Wegeführung des Rundweges“ eingeleitet werden. Grund: Mehrere Grundstücke befinden sich nicht im Eigentum der Stadt. In dem Verfahren müssen nach einer Anhörung und Bürgerbeteiligung alle öffentlichen und privaten Belange abgewogen werden.
Die Kommune möchte in Verhandlungen mit den Eigentümern die Nutzungserlaubnis für den Bau des vier Meter breiten Weges erreichen, gegebenfalls auch Land erwerben. Für beide Varianten stünden finanzielle Mittel des Förderprogramms zur Verfügung.
Bisher gibt es für den weiteren Trassenverlauf die folgenden, noch nicht endgültigen Pläne
(Quelle Informationsvorlage I0011/10):

• Abschnitt 2
beginnt am östlichen Kassenhäuschen des Strandbades und führt dann über Flächen des Strandbades und hinter dem Zaun des Strandbades in der Gehölzfläche entlang des dortigen Erdwalles. Anschließend verläuft der Weg in der gleichen Trasse wie der bereits vorhandene Weg des Strandbades. In Anbindung an die Straße „Am Schöppensteg“ führt der Weg über die vorhandene asphaltierte Zufahrt des FKK-Bereiches.

• Abschnitt 3
beginnt an der Einbindung in die Straße „Am Schöppensteg“ und führt bis zum nördlichen Ufer des Neustädter Sees. Von Süden kommend verläuft der Weg zuerst entlang der Straße „Am Schöppensteg“. Anschließend durchstößt die Wegeführung den Erdwall schräg zu diesem. Für den Durchbruch wurde ein schräger Verlauf gewählt, um die Lärmbeeinflussung des Neustädter Sees durch den Verkehr auf der Straße „Am Schöppensteg“ so gering wie möglich zu halten. In der Folge verläuft der Weg nahe der Uferlinie des Sees. Hier wird den vorhandenen Trampelpfaden gefolgt, um den Eingriff in die Landschaft zu minimieren. Dieser Bereich ist es auch, an welchem die Wegeführung dem Seeufer am nächsten kommt und die Erlebbarkeit des Gewässers am höchsten ist. Der Weg wird am nordöstlichen Seeufer an die Straße „Am Schöppensteg“ angebunden und schließt dann an einen die Straße begleitenden Geh- und Radweg an. Die Wegeführung des eigentlichen Rundweges schwenkt bereits vorher nach Westen in den Bauabschnitt 4 ab.

• Abschnitt 4
verläuft am Nord- und Westufer. Nach Norden erfolgt eine Anbindung an die Oebisfelder Brücke und damit den Stadtteil Rothensee über einen Stichweg. Die Verbindung der Geh- und Rad wege „Neustädter See“ und „Großer Sülzeradweg“ soll mit einer Brücke über die Schrote erfolgen, um so auch eine bessere Anbindung des Stadtteils Kannenstieg zu gewährleisten.

• Abschnitt 5
folgt der gegebene Wegeführung entlang des Westufers (die, wie auch weite Teile des Abschnitts 4, noch von den Kieswerken angelegt wurde). Zur weiteren Entwicklung eines vorhandenen Feuchtbiotops wurden Ausweichrouten untersucht. Jedoch hätte entweder der Biotop an anderer, bisher unberührter Stelle gequert werden oder eine sehr viel längere Wegeführung gefunden werden müssen, was die Gefahr einer nutzungsbedingten doppelten Wegeführung birgt, argumentieren die Planer der Stadt. An der Anbindung an die Barleber Straße soll in Zusammenhang mit einer Neugestaltung des Einganges zum Parkplatz der Wasserskianlage ein „Knotenpunkt“ angelegt werden.

• Abschnitt 6
beinhaltet ein bereits als Geh- und Radweg fertig gestelltes Teilstück zwischen Barleber Straße und Salvador-Allende-Straße. Hier sind keine weiteren Maßnahmen geplant.

• Abschnitt 7
(Salvador-Allende-Straße – Seeblick/ Strandbad) ist ebenfalls bereits ausgebaut worden, jedoch mit einer Schotterdecke. Diese soll durch eine Asphaltdecke ersetzt werden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 17.03.2010)



Gebaggert wird zurzeit zwischen Strandbad und Homanns Laubengemeinschaft. Hier wird der erste Abschnitt für den Rundweg um den Neustädter See ausgebaut. Foto: R. Richter

10.03.2010
Bau des Rundwegs um den Neustädter See läuft am Strandbad an

Trotz widriger Witterungsverhältnisse sind am Strandbad Neustädter See die Bauarbeiten für den ersten Abschnitt des künftigen Rundweges um den See angelaufen. Das Tiefbauamt verfolgt das Ziel, bis zum Start der Badesaison im Mai die Arbeiten abschließen zu können. Ob das gelingt, hängt natürlich vom Wetter ab.
Gestern schien zumindest die Sonne auf die schlammige Baustelle. „Eitel Sonnenschein“ soll bald auch wieder im Verhältnis zwischen der Stadt und der Laubengemeinschaft Homanns Nord herrschen.
Vertreter der Laubenpächter trafen sich nach Volksstimme-Informationen gestern vor Ort erneut mit Ämtervertretern, um u. a. über Veränderungen an Strom- und Wasseranschlüssen zu sprechen, die durch den Bau des neuen Gehund Radweges notwendig werden.
Die Laubenpächter hatten noch Ende 2009 Alarm geschlagen, weil sie ihre Interessen bei den Ausbauplänen nicht genügend berücksichtigt sahen. Der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann hatte daraufhin in der Volksstimme die enge Beteiligung der Anlieger versprochen. Die Pächter hatten zu DDRZeiten Versorgungsleitungen in Eigenarbeit verlegt und nutzten bisher auch Zuleitungen vom städtischen Strandbad.
Bauleiter Andreas Peters und Polier Mirko Carkan von der Horst Grüning GmbH waren indes gestern mit Messgeräten angerückt: „Wir untersuchen die Tragfähigkeit des Untergrunds“, erklärte der Bauleiter. Zwischen Seeblick und Bahntrasse wird der Weg auf einer Länge von 640 Metern und mit einer Breite von drei Metern als erstes Teilstück des künftigen Rundwanderweges um den Neustädter See ausgebaut.
Der neue, teils etwas in südliche Richtung verlegte Weg kann künftig unabhängig vom Strandbad genutzt werden, so dass für Spaziergänger und Radler kein Eintritt ins Freibad gezahlt werden muss. Weg und Strandbad sollen durch Zaun und Hecke abgetrennt werden. Allerdings nur in einer Höhe von 1,20 Meter statt ursprünglich geplanten 1,60 Meter. Die Stadt hatte damit auf Beschwerden von Magdeburgern reagiert, die die Sicht auf den See gefährdet sahen.
Immerhin soll der Rundweg die Attraktivität des Freizeit und Erholungszentrums weiter steigern und den See für Spaziergänger, Radler und Skater erlebbar machen. Der seit Jahren angedachte und von Stadtteilbewohnern geforderte Ausbau eines Rundweges ist eines der baulichen Hauptvorhaben aus dem 2009 vom Stadtrat verabschiedeten neuen Stadtteilentwicklungskonzept für Magdeburg-Nord (Neustädter See und Kannenstieg). Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 10.03.2010)

Weitere ältere Meldungen finden Sie in der Rubrik Aktuelles / Nachrichtenarchive


Schwimmhallensanierung

11.12.2010
Energetische Teilsanierung der Schwimmhalle Nord beschlossen

Der Rat hat einstimmig eine Vorlage über die energetische Teilsanierung der Schwimmhalle Nord, Albert-Schweitzer-Straße, beschlossen. Der Förderbescheid liegt bereits vor. Für den 1. und 2. Bauabschnitt sind insgesamt 1,9 Millionen Euro vorgesehen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 11.12.2010)

26.04.2010
Einstimmig: Stadt saniert Schwimmhalle Nord
Magdeburg (ka). Die Sanierung der Schwimmhalle Nord wird nach Abschluss der Bauarbeiten der Schwimmhalle Große Diesdorfer Straße gestartet. Das Geld dafür resultiert aus der Umwidmung von Geldern für Sanierungsmaßnahmen am Gröninger Bad und der Volkshochschule.
Die Förderbescheide für insgesamt 1,3 Mio. Euro liegen vor, werden an der Stelle aber nicht mehr benötigt. Außerdem verwendet die Stadt 517 000 Euro aus dem Investitionspaket 2009 für die energetische Sanierung der Schwimmhalle. Auch für diese Summe ist der Bescheid eingetroffen. Die Stadt will die Gunst der Stunde nutzen, die Halle zu erhalten. Damit würde Magdeburgs Schwimmhallenlandschaft trotz kritischer Finanzlage weiter insgesamt 4 Objekte aufweisen. Sowohl Lutz Trümper als auch Beigeordneter Rüdiger Koch bezeichneten das als beachtlich.
Über lange Zeit hatte die Debatte eine andere Richtung eingeschlagen. Vor allem die Grünen (Alfred Westphal, Jürgen Canehl) bemängelten, dass in der Beschlussvorlage die Gesamtkosten für die Erhaltung der Halle nicht genannt waren. Rüdiger Koch gab mündliche Informationen. Olaf Czogalla, Vorsitzender des Bauausschusses, akzeptierte auch namens des Ausschusses. Dieser hatte gefordert, vor dem Ratsbeschluss die Gesamtkosten zu beziffern.
Canehl kritisierte: Man könne doch nicht beschließen, wenn man die Gesamtkosten nicht kenne. Das wies OB Trümper zurück. Das werde vielfach praktiziert, so bei ähnlichen Beschlüssen zur Schulsanierung. Er mahnte Flexibilität im Interesse der Stadtentwicklung an. Wähnelt schlug daraufhin einen Kompromiss vor: Statt Sanierung sollte es in der Drucksache Teilsanierung heißen. Der OB reagierte sofort. Der Stadtrat votierte dann sogar einstimmig für die Pläne.
Die Schwimmhalle Nord (78 000 Besucher im Vorjahr) soll bis 2012 teilsaniert werden. Vor allem sollen die Wasseraufbereitung, die Lüftungstechnik, die Heizungs- und Sanitärtechnik in Ordnung gebracht werden. Später sollen auch die Fassade, das Dach und Umkleideräume saniert werden.
(Quelle: Volksstimme vom 26.04.2010)

17.03.2010
Badeparadies Nord: Dritte Halle im Quartett soll saniert werden
siehe auch: DS 0600/09 Beschlussvorlage der Stadt zur Sanierung der Schwimmhalle Nord

Nach dem Sanierungsstart an der Schwimmhalle Diesdorf lässt die Stadtverwaltung keine Zeit verstreichen: Schon am 22. April will der Rat darüber entscheiden, ob für die Schwimmhalle Nord bis 2012/13 ca. 1,9 Millionen Euro ausgegeben werden. Die einst verfolgte Schließung wäre damit endgültig vom Tisch. Die Stadt Magdeburg behält somit ihre vier kommunalen Hallen.
Die Stadt am Fluss ist viel mehr mit dem Wasser verbunden als sich kühle Rechner im Jahr 2006 gedacht hatten. Als seinerzeit nämlich erwogen wurde, Becken und Sauna zu schließen, erhob sich ein Proteststurm. Die Rotstiftentscheidung fiel dann nicht.
Jetzt hat die Verwaltung Pläne zur Sanierung der aus Geldmangel in den letzten 25 Jahren mehr oder weniger auf Verschleiß gefahrenen Halle in Nord vorgelegt. Sie soll für rund 1,9 Millionen Euro bis 2013 auf Vordermann gebracht werden. Lüftung, Wasseraufbereitung, Sanitär-, Heizungsund E-Technik, Kassenraum, Umkleide- und Garderobenbereiche sowie Sauna sollen abschnittsweise modernisiert werden, später auch die Gebäudehülle.
Voraussetzungen dafür sind, dass der Rat am 22. April in einem Grundsatzbeschluss das Projekt und danach die noch auszuarbeitende Entwurfsplanung Bau bestätigt.
Noch 2010 sollen rund 80 000 Euro für Planungskosten bereitgestellt werden, um die Arbeiten im Oktober 2011 starten zu können. „Wir warten also ab, bis die Sanierung der Schwimmhalle in Diesdorf abgeschlossen ist“, sagte gestern Jens Krüger, Chef des Schul-, Sport und Bäderamtes.
Nachdem die Elbeschwimmhalle mit Millionen-Aufwand in Bestzustand versetzt wurde und die Halle Große Diesdorfer Straße dank Konjunkturpaket II jetzt vor der Schließung gerettet werden kann, bestehen damit gute Aussichten auch für die dritte öffentliche Schwimmhalle.
Waren die Badeparadiese 2006 noch höchst vakante Posten, konnte die Erich-Rademacher-Stadt dann doch noch eine Wende in ihren Schwimmhallen herbeiführen – allerdings mit großem finanziellen Kraftaufwand. Um die Hallen trotz Haushaltsloch von fast 200 Millionen Euro damals offen zu halten, musste gespart werden, was das Zeug hielt: Schließung während der Freibadsaison, Verkürzung von Öffnungszeiten am Abend und an den Wochenenden. Trotzdem ist es jetzt längst nicht so, dass die Hallen sich von den Besuchereinnahmen selbst tragen. Allein bei der Halle Große Diesdorfer Straße hat die Stadt im Vorjahr 564 000 Euro „drauflegen“ müssen. Selbst die große Elbe schwimmhalle kommt nicht ohne städtische „Subventionen“ aus – 2009 rund 349 000 Euro. Um Kostendeckung zu erzielen, müssten die derzeit erschwinglichen Preise enorm erhöht werden. Die Stadt wirbt deshalb für jeden zahlenden Badegast – zumal ein erheblicher Teil der Besucher kostenlos die Bäder nutzt (Schulen, Vereine etc.). In der Elbeschwimmhalle waren das laut Verwaltungsangaben 2009 über 65 000 Personen, in Diesdorf 126 000 Personen, in Olvenstedt 27 334 und in Nord 27 355 Badegäste. Alle gehen übrigens in die Gesamtbesucherzahlen ein.
Die Schwimmhalle Nord hat mit 78 210 Besuchern den geringsten Zustrom. Nur teilweise ist das der Tatsache geschuldet, dass an den Wochenenden aus Kostengründen dicht ist. Derzeit ist wieder geöffnet, um das Defizit der geschlossenen Stadtfelder Halle auszugleichen. Die Stabilisierung der Besucherzahlen in den zurückliegenden sechs Jahren rechtfertige aber hier wie anderswo den finanziellen Aufwand, sagte Jens Krüger. Mit den vier öffentlichen und einer privaten Halle (Nautica) sei Magdeburg auch dann gut bedient, sagte Krüger. Wann die vierte Halle im Quartett, also die in Olvenstedt, auf Vordermann gebracht werden kann, ist derzeit aber kein Thema. Von Karl-Heinz Kaiser (Quelle: Volksstimme vom 13.03.2010)

Weitere ältere Meldungen finden Sie in der Rubrik Aktuelles / Nachrichtenarchive


Seeblicke an der Salvador-Allende-Straße
- Abgeschlossene Baumaßnahme

23.03.2010
Stadt sorgt für Seeblicke an der Salvador-Allende-Straße

Die Anwohner der Salvador-Allende-Straße sollen näher an den Neustädter See „heranrücken“. Die Stadt lässt, für viele Stadtteilbewohner überraschend, sogenannte Sichtachsen bauen. Außerdem soll in einem weiteren Bauvorhaben der Schroteradweg, der hinter dem Schulkomplex verläuft und über die Allendestraße führt, besser an die Uferpromenade angebunden werden.
Gebaggert, und gerodet wurde bereits vor den Hauseingängen Salvador-Allende-Straße 16 und 18 an der Nordseite der Fahrbahn. Hier werden zwei jeweils drei Meter breite asphaltierte Fußwege als „Sichtachsen“ angelegt. Sie führen zum See – durch das Dickicht, das bisher zwischen Parkstreifen und Ufer eine undurchschaubare Barriere bildete. Anwohner und Passanten auf der Allendstraße sollen fortan freie Sicht und Bahn zum Wasser haben.
„Ziel der Maßnahme“, so die Erklärung der Stadtverwaltung, „ist die Verbesserung der Erlebbarkeit des Neustädter Sees“. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“. Die rund 52 000 Euro tragen damit je zu einem Drittel Bund, Land und Stadt.
Ronald Redeker vom Stadtplanungsamt und der von der Stadt beauftragte Planer Thilo Lerch (Büro Legroplan) stellten das Projekt jetzt in der Gemeinwesenarbeitsgruppe
(GWA) am Neustädter See vor.
„Schön, dass wir das auch schon erfahren“, sagte eine verärgerte GWA-Sprecherin Elvira Ferchland. „Die GWA wusste nichts davon. Viele Bürger, die sich gewundert haben, was da gebaut wird, haben mich angesprochen, doch ich konnte keine Auskunft geben.“ An die Adresse des Stadtplanungsamts gerichtet äußerte sie den Wunsch, künftig über Bauvorhaben im Vorfeld informiert zu werden. „Beim Bau der Zentrumsachse haben wir da zum Teil gute Erfahrungen gemacht“, sagte Ferchland.
Wie Redeker nun sagte, wurde zusätzlich zum Bau der Sichtach sen auch die nicht mehr genutzte Pumpstation der früheren Fontäne des Neustädter Sees in Höhe der Hausnummer 19 abgebrochen. Planer Lerch erklärte zudem, durch die Neugestaltung gingen zahlenmäßig keine Stellplätze für Autos verloren.
Ein weiteres Bauvorhaben betrifft die Querung über die Salvador-Allende-Straße für Fußgänger und Radfahrer in Höhe der IGS „Regine Hildebrandt“. Damit soll der 2008 an der östlichen Seite des Schulgeländes ausgebaute Teilabschnitt des Schroteradweges besser an die Seepromenade angebunden werden. Dazu wird laut Stadtverwaltung der Weg auf der Nordseite der Allendestraße bis zur Anbindung an die Uferpromenade ausgebaut.
Die Querung der Salvador-Allende-Straße werde zur besseren Absetzung von der Fahrbahn mit Rechteckpflaster gestaltet. Weitergeführt werden soll der Geh- und Radweg dann mit Asphaltbelag. Die Kosten hierfür liegen nach Angaben der Stadt bei rund 47 000 Euro, die ebenfalls Bund, Land und Kommune zu je einem Drittel tragen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 23.03.2010)



Diese neuen Wege sollen von der Allende-Straße zum Seeufer führen. Für die bessere Sicht wurden die Sträucher hier gerodet.



Blick vom Seeufer an der Salvador-Allende-Straße auf den Neustädter See. Dieser soll durch neue Sichtachsen für Anwohner und Passanten besser erlebbar werden, so die Erklärung der Stadtverwaltung zu aktuell laufenden Bauarbeiten. Fotos (2): Robert Richter

Weitere ältere Meldungen finden Sie in der Rubrik Aktuelles / Nachrichtenarchive


Strandbad Neustädter See

27.05.2010
Erster Abschnitt für Rundweg und neuer Strandeingang fertiggestellt
Bauarbeiten am Neustädter See pünktlich zum Beginn der Badesaison beendet
Pünktlich zum Beginn der Badesaison sind die Bauarbeiten am Strandbad Neustädter See beendet worden. Damit wurde der offiziell erste, 660 Meter lange Abschnitt des künftigen insgesamt rund 5,5 Kilometer langen Rundweges um den See fertiggestellt.
Ein Ziel der rund 283 000 Euro teuren Baumaßnahme war die Trennung des Rundweges vom Strandbadbetrieb, um eine ganzjährige, uneingeschränkte Nutzung für Spaziergänger, Radfahrer und Skater auf der asphaltierten Trasse zu ermöglichen. Bisher verlief ein Plattenweg durch das städtische Strandbad, für dessen Besuch während des Freibadbetriebes Eintritt erhoben wird.
Das Strandbad erhielt einen eigenen Gehweg, während der offizielle Rundweg nun durch einen 1,60 Meter hohen Zaun abgetrennt ist. Um den hatte es zwischen Stadt und Anwohnern während der Planungsphase Streit gegeben. See-Anlieger kritisierten, die Sicht zum See werde für Fußgänger und Radler auf dem Rundweg durch den Zaun und die dahinter neu gepflanzte Hecke verstellt. Dabei sei es gerade Anliegen des Rundweges, den See für die Magdeburger und Gäste besser erlebbar zu machen.
Die Stadtverwaltung hatte daraufhin zugesagt, zumindest die Hecke künftig so trimmen zu lassen, dass der Blick zum See gewährleistet bleibe. Eine geringere Zaunhöhe wurde aus Sicherheitsgründen abgelehnt, jedoch mit Hinweis, dass der Zaun selbst ja freie Sicht zum See ermögliche.
Der nun fertiggestellte erste Abschnitt des Rundwegs zwischen „Seeblick“ und Schöppensteg werde für die Pächter der angrenzenden Laubengemeinschaft Homanns Garten mit Autos befahrbar sein, sagte Frank Sonntag vom Tiefbauamt gestern bei einer Besichtigung der neuen Trasse im Beisein von Stadtteilmanagerin Jessica Zedler und Elvira Ferchland, Sprecherin der AG Gemeinwesen Neustädter See. Die Pächter könnten daher die Poller zur Sperrung des Weges für Kraftfahrzeuge als Anlieger mit einem entsprechenden Schlüssel umklappen.
Die Stadt sei auch in puncto Wasserleitung auf die Anliegen der Laubenpächter eingegangen, sagte Sonntag. Grund: Eine Reihe von Pächtern verfügen für ihre Laubengrundstücke bisher über keine eigenen Wasseranschlüsse. Sie können nun zunächst weiterhin Wasser über die Leitung des Strandbades beziehen. Im Zuge der geplanten Erneuerung der Anlagen des Strandbades sei auch die Verlegung getrennter Wasserleitungen für Strandbad und Laubensiedlung vorgesehen. Bis dahin bleibe es bei dieser Übergangslösung.
Wie berichtet, soll voraussichtlich im Herbst dieses Jahres mit der Neugestaltung des Strandbades im Bereich des FKK-Strandes begonnen werden. Schrittweise sollen nach und nach auch die weiteren Strandabschnitte modernisiert werden.
Derweil laufen bereits die Planungen für den Ausbau der weiteren Abschnitte des Rundkurses. Das Gesamtprojekt, für das rund zwei Millionen Euro veranschlagt sind, wird laut Stadtverwaltung aber noch Jahre in Anspruch nehmen. Der Rundweg ist in sieben Bauabschnitte unterteilt.
Der fertige erste Abschnitt verläuft über Flächen, die bereits der Stadt gehörten. Komplizierter wird es im weiteren Verlauf, wo andere Eigentümer betroffen sind. Deshalb wurde ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet. In dem Verfahren müssen nach einer Anhörung und Bürgerbeteiligung alle öffentlichen und privaten Belange abgewogen werden. Die Kommune möchte in Verhandlungen mit den Eigentümern die Nutzungserlaubnis für den Bau des Geh- und Radweges erreichen, gegebenfalls auch Land erwerben. Dafür stünden finanzielle Mittel aus Fördertöpfen zur Verfügung.
Die Baumaßnahmen am Neustädter werden über das Programm „Soziale Stadt“ finanziert, für das Bund, Land und Stadt jeweils zu einem Drittel aufkommen. Der Eingang zum Strandbad am „Seeblick“ wurde neu gestaltet. Ein Gehweg verläuft nun durch das Freibad, rechts davon verläuft der neue Geh- und Radweg. Zur neuen Badesaison fehlen nun nur noch die passenden Außentemperaturen.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 27.05.2010)



Den fertiggestellten ersten Abschnitt des neuen Rundweges für Spaziergänger, Radler und Skater um den Neustädter See inspizieren hier Elvira Ferchland, Sprecherin der AG Gemeinwesen Neustädter See, und Frank Sonntag vom Tiefbauamt. Foto: R. Richter

18.05.2010
Stadt will Strandbad Neustädter See schrittweise modernisieren
Zum Ende der Badesaison wird FKK-Strand zur Baustelle

Voraussichtlich von Ende August bis Ende November dieses Jahres soll der FKKBereich des Strandbads Neustädter See saniert werden. Die Stadt will rund 326 000 Euro investieren. Gefördert werden zwei Drittel der Summe über das Programm „Soziale Stadt“ und damit von Bund und Land.
Die Attraktivität des Naherholungsgebietes rund um den Neustädter See zu steigern ist eines der Kernpunkte des 2009 vorgelegten Stadtteilentwicklungskonzeptes für Magdeburg-Nord bis zum Jahr 2020.
Während aktuell der Ausbau eines erstes Abschnitts für den Rundwanderweg um den See kurz vor dem Abschluss steht, hat die Beigeordnetenrunde von Oberbürgermeister Lutz Trümper in der Vorwoche eine erste Beschlussvorlage für die schrittweise Modernisierung des Strandbads auf den Weg gebracht. Ein geplanter erster Bauabschnitt soll demnach in diesem Jahr für rund 326 000 Euro im Bereich des FKKStrandes realisiert werden.
Im Anschluss ist in weiteren Bauabschnitten auch die Sanierung des Kinder- und Hauptstrandes angedacht. Auch dafür sollen noch in diesem Jahr entsprechende Beschlussvorlagen in den Stadtrat bzw. den Finanzausschuss eingebracht werden.
Über die Erneuerung des FKK-Strandes, die planmäßig von Ende August bis Ende November dieses Jahres realisiert werden soll, entscheidet abschließend der Finanzausschuss auf seiner Sitzung am 1. Juni. Das Stadtteilentwicklungskonzept und der Vorhaben- und Finanzierungsplan für die Fördermaßnahmen des Programms „Soziale Stadt“ in Nord hatten bereits im Vorjahr komplett den Stadtrat passiert.
Im FKK-Bereich steht die Sanierung und Neugestaltung des Gebäudes mit Toiletten, Umkleide-, Schwimmmeisterund Kassenräumen sowie Behinderten-WC an.
In den Außenanlagen sollen die Wege neu gestaltet und der Strand- und Spielbereich aufgearbeitet, die Zaunanlage erneuert und Stellflächen für Fahrräder geschaffen werden. Die derzeitige Abwasseranlage muss laut Stadtverwaltung ebenfalls erneuert werden. Das alte Holz-Kassengebäude werde im Zuge der Neugestaltung abgerissen.
Der FKK-Stand zählt nach Angaben der Stadt durchschnittlich rund 20 000 Badegäste pro Jahr. Das seien etwa 50 Prozent der Gesamtbesucher des Strandbades Neustädter See. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 18.05.2010)



Baustelle Strandbad: In den vergangenen Wochen wurde am Neustädter See ein Geh- und Radweg gebaut. Foto: Richter


Zooausbau

http://www.zoo-magdeburg.de

Gemeinsamer Aufruf zur Unterschriftensammlung!
Wir Bürger schließen uns den GWA´s Kannenstieg und Neustädter See sowie dem Bürgerverein „Nord e.V.“ an und fordern die ganzjährige Öffnung des Nordeingangs unseres Zoos mit der Möglichkeit des Kartenerwerbs. Wenn auch Sie sich an unserer Unterschriftenaktion aktiv beteiligen möchten, können Sie die Unterschriftenliste hier herunterladen. Ausgefüllte Unterschriftenlisten bitte bei uns vorbeibringen oder zuschicken.

Zoo: Projekte, Pläne und Probleme
Zoo-GmbH will bis 2013 für 20 Millionen Euro den Zoo attraktiver gestalten

Einzelne Projekte:

Neuer Eingang Zoowelle im Vogelgesangpark, September 2009 eröffnet, rund 2,4 Millionen Euro Investition.

Tropenhaus Amazonien: Gleichfalls 2009 eröffnet, 1,1 Millionen Euro Kosten, u. a. für Faultiere, Tapire, Nasenbären

„Africambo I“: zwischen Zooeingang und Elefantenanlage. Eröffnung Juni 2010. U. a. Nashörner, Antilopen, Zebras, Mantelaffen. 25.06.2010 - Neue Anlage im Zoo wird eröffnet

Ab 2011: Bau von Africambo II für Elefantenhaltung. Erweiterung vom heutigen Wirtschaftshof nach Osten ist laut Experten fürs Freigehege nötig.

Weitere Vorhaben: Planungen für Menschenaffenhaus, neue Gastronomie

Parkplatzneubau: ab Sommer 2010 , nahe Am Vogelgesang, 400 Plätze.

2
0.01.2012
Zoff um Zoohaltestelle bremst barrierefreien Ausbau
Anwohner des Schöppenstegs protestieren gegen geplante Verlegung eines Haltepunktes für die Straßenbahn
Für das Umbauvorhaben hatte die Planungsbüro Magdeburg Ingenieurgesellschaft mbH vier Varianten erarbeitet. „Diese wurden uns von den Magdeburger Verkehrsbetrieben auch vorgestellt“, sagt Lars Dunkhorst, Besitzer des Mehrfamilienhauses Schöppensteg 13: „Es gab am 21. Juli 2011 einen Ortstermin, bei dem wir große Bedenken angemeldet haben, doch anschließend haben wir nichts wieder davon gehört. Plötzlich hieß es, MVB, Stadtverwaltung und Stadtrat hätten Variante 1 beschlossen. Damit sind alle fünf Mietparteien im Haus aber nicht einverstanden. Ich habe deshalb Einspruch gegen das Vorhaben eingelegt.“
Und nicht nur er, betont Dunkhorst und widerspricht damit der Darstellung der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB). Die hatten in der Volksstimme von „einem einzigen Einspruch“ gesprochen. Auch aus dem Nachbarhaus kommt Protest: „Das Vorhaben, die Haltestelle behindertengerecht umzugestalten, findet meine volle Zustimmung. Allerdings nicht die geplante Ver legung der Haltestelle“, heißt es in einem Schreiben eines zweiten Anliegers, das der Volksstimme vorliegt. Die Entscheidung sei für ihn „inakzeptabel“.
Das sieht auch Lars Dunkhorst so, der für seine Mieter bereits durch „Mautflüchtlinge“ auf dem Schöppensteg als Ausweichroute zur Autobahn eine „bestehende Belastung“ ins Feld führt. Zudem habe bei dem Ortstermin auch der Zoo in Sachen Haltestelle für eine andere Variante plädiert. Bei der kritisierten Variante 1 wurden beide Haltestellen gegenüberlie gend geplant. Knackpunkt: Stadtauswärts würde der Bahnhaltepunkt, anders als bisher, direkt vor dem Haus Schöppensteg 13 eingerichtet werden.
„Das sehen wir Hausbewohner sehr kritisch. Die Bahnen würden dann lärmintensiv direkt vor unseren Schlafzimmerfenstern bremsen und anfahren“, sagt Mieterin Melanie Ebel. „Da es kein Haltestellenhäuschen gibt, werden die wartenden Fahrgäste dann sicher unsere Hausdurchfahrt zum Hof als Wartezone nutzen. So befürchten wir auch ungewollten Besucherverkehr, Lärm und Schmutz in der Durchfahrt und auf dem Hof.“
Vermieter Lars Dunkhorst hatte als mögliche Gegenmaßnahme bereits den Einbau eines elektronischen Rolltores prüfen lassen, um die Durchfahrt geschlossen zu halten. „Der mir vorliegende Kostenvorschlag beläuft sich auf rund 26.000 Euro. Dies hatte ich bei dem Treffen mit den MVB-Vertretern auch angesprochen. Daraufhin hieß es, man werde unsere Position berücksichtigen, doch anschließend herrschte Funkstille.“
Dunkhorst und seine Mieter hörten nach eigener Aussage erst wieder von den Verkehrsbetrieben, als diese die Zustimmung des Hauseigentümers zum Verzicht auf ein Planfeststellungsverfah ren und zum Bau der Variante 1 einholen wollten. Diese verweigerte Dunkhorst wie auch das Nachbarhaus.
Nun muss es doch ein Planfeststellungsverfahren mit entsprechender Beteilung der Anlieger geben. Das brachte den Zeitplan der MVB gehörig durcheinander. Nachdem bereits im April 2011 öffentlichkeitswirksam der Förderscheck vom damaligen Bauminister Karl-Heinz Daehre überreicht worden war, sollten eigentlich im Herbst vergangenen Jahres die Arbeiten beginnen. MVB-Sprecherin Birgit Müster-Rendel teilte inzwischen bereits auf Volksstimme-Anfrage mit: „Wir können den Ausbau voraussichtlich erst im ersten Quartal 2013 realisieren.“ Das wiederum sorgt für Kritik von Magdeburgern, die auf eine barrierefreie Haltestelle angewiesen sind.
Die Bewohner des Schöppenstegs 13 machen sich unterdessen für die Planungsvariante 4 stark. Diese sieht vor, die Haltestellen versetzt anzuordnen. Beide Haltstellen würden demnach an ihren jetzigen Standorten ausgebaut. Stadtauswärts würden die Bahnen also auch künftig etwas weiter östlich des Schöppenstegs 13 in Höhe eines Parkplatzes halten. „Dort würde der Haltepunkt niemanden stören“, sagt Lars Dunkhorst.
Auch das beauftragte Planungsbüro empfahl diese Variante, da diese auch die Belange von Fußgängern und Radfahrern am besten berücksichtigen könne. Stadtverwaltung und Stadtrat entschieden sich aus Kostengründen dennoch für Variante 1.
Für den barrierefreien Ausbau der Zoohaltestellen sind rund 410.000 Euro eingeplant, davon die Hälfte Fördermittel der EU. Damit sollen Haltestelleninseln und sichere Überwege gebaut werden.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 20.01.2012)



Blick auf den Schöppensteg. Rechts im Bild die Haltestelle Zoo stadteinwärts. In der Gegenrichtung soll der Haltepunkt nach Plänen der Stadt und der MVB direkt gegenüber eingerichtet werden, statt bisher versetzt weiter westlich. Das kritisieren Anwohner. Foto: R. Richter

24.11.2011
Schade, dass der Zoo nicht reagiert - Zur Debatte um den Zoo-Eingang in Nord:

Der zweite Zooeingang ist dringend nötig. Das sehen aber leider nur die Bürger und Zoonutzer so. Der Zoo selber leider nicht. Es ist schon schade, dass auf Vorschläge nicht eingegangen wird. Die Aktion im letzten Jahr mit dem Versuch, wie viele Bürger diesen Eingang nutzen, musste ja scheitern, denn ich kaufe doch im Haupteingang keine Karte und gehe dann wieder zurück. Und eine Jahreskarte kaufe ich mir auch nicht, nur weil der Eingang ein paar Wochen geöffnet wurde. Es ist schon schade, wir haben viele Jahre eine solche Jahreskarte gehabt, waren jede Woche mit unseren Kindern im Zoo. Ja, wegen des Zoos sind wir nach Nord gezogen. Aber diesen großen Bogen wollen wir einfach nicht laufen. Was ist überhaupt, wenn die Straße am Vogelgesang zu ist? Dann muss ich, obwohl ich den Zoo aus meinem Fenster sehen kann, mit dem Auto fahren? Auch unsere Uroma schafft es wie so viele andere Menschen nun nicht mehr. Eine Bitte an den Zoo: Es wurden doch Möglichkeiten aufgezeigt, nehmt diese Möglichkeiten an und es werden auch mehr Jahreskarten gekauft - dann auch wieder von uns! Sandra Kollwitz, 39126 Magdeburg (Quelle: Volksstimme vom 24.11.2011)

17.11.2011
Ausbau der Zoo-Haltestellen verschiebt sich auf 2013

Es war eine der letzten Amtshandlungen des langjährigen Verkehrsministers Karl-Heinz Daehre (CDU). Kurz vor seinem Abschied in den Ruhestand präsentierte er im vergangenen April die Lösung für ein jahrelanges Ärgerthema. Und das in Form eines Fördermittelbescheides für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen am Zoo.
Der sollte in diesem Herbst beginnen und bis Ende des Jahres erledigt sein. Kosten: rund 410.000 Euro, davon die Hälfte von der EU. Getan hat sich bis heute nichts, und die Zoobesucher sind verärgert. Der prominente Haltepunkt am einzigen Zooeingang ist nach wie vor für ältere Fahrgäste, Besucher mit Rollstühlen oder Eltern mit Kinderwagen schwerlich nutzbar. Bei einem Bürgerforum in Nord schlug dem Oberbürgermeister jüngst der Protest von Zoofreunden entgegen.
Lutz Trümper beteuerte, weder die Stadt noch die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) könnten etwas dafür: „Das Geld ist da, und die Haltestellen wären schon längst wie versprochen im Bau, wenn nicht ein Bürger Einspruch dagegen eingelegt hätte.“
Sein Beigeordneter für Bauen und Verkehr und Baurechtsexperte Dieter Scheidemann (Chef des MVB-Aufsichtsrates) erläuterte die Hintergründe auf Volksstimme-Nachfrage. Demnach wollten die Verkehrsbetriebe auf ein langwieriges Planfeststellungsverfahren verzichten. Das Schnellverfahren funktioniert aber nur, wenn alle von dem Vorhaben tangierten Anlieger, Verbände und Behörden dafür ihre Zustimmung geben. Gegenwind erwarteten die MVB hier nicht. Den gab es dann aber doch. „Es gab einen einzigen Einspruch gegen den angestrebten Planverzicht“, sagte MVB-Sprecherin Birgit Münster-Rendel der Volksstimme. Stadtrat Oliver Müller (Die Linke), Aufsichtsratsmitglied der MVB, ärgert sich: „Ein Eigentümer will die Haltestellen nicht vor seiner Haustür haben und bringt das Vorhaben in Verzug. Zum Glück verfallen die Fördermittel nicht, so wurde es uns zugesagt.“ Denn nun muss das Planfeststellungsverfahren doch eingeleitet werden. Birgit Münster-Rendel, MVB, nennt die Konsequenz: „Wir können den Ausbau voraussichtlich erst im ersten Quartal 2013 realisieren.“
Für beide Haltestellen am Zoo sollen auf dem Schöppensteg Warteinseln (ein Meter breit, 50 Meter lang) sowie Wartehäuser gebaut werden. Die Anhebung der Fahrbahn soll den barrierefreien Ein- und Ausstieg für die Fahrgäste ermöglichen. Und auch eine Ampel und ein Überweg zum sicheren Überqueren des Schöppenstegs sind geplant. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 17.11.2011)



Da waren sie noch guter Dinge: Michael Jahn vom Planungsbüro, der Baubeigeordnete und MVB-Aufsichtsratschef Dieter Scheidemann, der damalige Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre, MVB-Geschäftsführer Klaus Regener und Zoodirektor Kai Perret (v. l.) im April 2011 bei der Übergabe des Fördermittelbescheids an der Haltestelle Zoo. Foto: MVB

16.11.2011
Pro und Kontra zum Nordeingang - Zur Debatte um einen Nordeingang für den Zoo:
„Diese Debatte werde ich nicht mehr mit Ihnen führen! Ihre Argumente sind unehrlich.“ Mit diesen Worten startete der OB in die GWA-Sitzung am 2. November im Kranichhaus. Nur eine Lösung, welche dem Zoo keine Kosten verursacht, sei akzeptabel und umsetzbar. Im Laufe der Sitzung kam ein Vorschlag: mit einem Unternehmer die Öffnung zu gewährleisten. Keine Kosten für den Zoo, in seiner Formulierung so dargelegt, dass es nach den anfänglichen Aussagen des OB alle Bedingungen erfüllen würde (Anmerkung: Die neue Gaststätte an der Elefantenanlage soll genau zu den Bedingungen umgesetzt werden). Dieser Vorschlag wurde vom OB in der Sitzung permanent ignoriert.
Die anwesenden Teilnehmer haben in der GWA-Sitzung nicht über den Vorschlag von Herrn Salzborn abgestimmt. Diese Abstimmung sollte dringend nachgeholt werden, denn laut Presse steht dieser Unternehmer in den Startlöchern. Nach monatelangen Diskussionen scheint diese Variante, die, für beide Seiten, einzige akzeptable Lösung darzustellen. Der Zoo hat keine Kosten und die Befürworter und Unterstützer des 2. Eingangs hätte die Bedingungen einer kostenneutralen Öffnung erfüllt. Marcel Härtel, Magdeburg

Mit dem Rollstuhl in den Zoo
Nach dem Erscheinen des Artikels entschloss ich mich mit dem Rollstuhlbike zusammen mit meinem Lebensgefährten per Fahrrad den ca. 5,6 Kilometer entfernten Magdeburger Zoo aufzusuchen. Es war ein wunderschöner Herbsttag, und wir hatten jede Menge Freude auf unserer autofreien Tour. Im Artikel wird berichtet, dass den Anwohnern der Zoo-Nordseite nicht zugemutet werden kann, den Umweg über den Eingang Zoowelle zu nutzen. Sie fordern deshalb einen weiteren Eingang an der Nordseite. Dies halte ich angesichts der hohen Umbaukosten und der klammen Kassen der Stadt für nicht vertretbar. Den relativ kleinen Umweg über den Eingang Zoowelle halte ich auch für Behinderte zumutbar. Nach meinen Recherchen beschränken sich andere Städte wie Leipzig, Hannover, Berlin auf einen Zoo-Eingang. Ich plädiere allerdings dafür, dass der Eingang Zoowelle entsprechend der UN-Behindertenkonvention barrierefrei - das heißt für alle, Menschen mit Behinderungen, mit Mobilitätseinschränkungen, ältere Menschen, Menschen mit Rollatoren und Familien mit Kindern, uneingeschränkt nutzbar – gestaltet wird. Der Eingang Zoowelle erfüllt schon jetzt einige dieser Kriterien wie Behinderten-WC, Bistro, Shop. Allerdings müssen noch normgerechte Behindertenparkplätze und unverzichtbar eine barrierefreie Straßenbahnhaltestelle Zoo errichtet werden.
Ich appelliere an diejenigen, die den Ausbau der barrierefreien Straßenbahnhaltestelle Zoo ablehnen, ihre Bedenken zugunsten eines Verkehrssystems für alle zurückzustellen. Denn vielleicht schon morgen könnten sie selbst wegen einer Mobilitätseinschränkung (Unfall, gebrochenes Bein usw.) auf eine barrierefreie Haltestelle angewiesen sein. Dies würde den Zoo für alle Bürger nicht nur der Stadt, sondern auch für die umliegenden Städte und Gemeinden attraktiver machen. Der Zoo Magdeburg könnte dies auch werbewirksam vermarkten und dadurch höhere Einnahmen erzielen. Irmgard Wandt, Hans-Peter Stavenhagen, 39108 Magdeburg
(Quelle: Volksstimme vom 16.11.2011)

11.11.2011
Zoo-Nordeingang: Ehrliche Debatte gefragt
Zur Debatte um die Öffnung eines Nordeingangs des Zoos:

Eine ehrliche Debatte, wie vom Oberbürgermeister gefordert, zu der von den Bürgern gewünschten Öffnung eines Zooeinganges im Norden des Zoologischen Gartens ist notwendig. Anders kann man nicht miteinander umgehen. Zu dieser Ehrlichkeit gehört aber auch, dass alle Gesichtspunkte, die mit der Gestaltung des Zoo, seiner Einrichtungen und Anlagen verbunden sind, berücksichtigt werden. Die mit der Zooerweiterung verbundene Schließung des Parkplatzes am Osteingang, der erst in den 90er Jahren mit sehr viel Aufwand völlig neu errichtet worden ist, kann in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Was ist mit den Kosten für diese aufwendige Baumaßnahme? Können wir es uns leisten, dass nach wenigen Jahren eine völlig neu errichtete Anlage so einfach als nutzlos angesehen und geschlossen wird? Was ist mit dem ebenfalls erst vor wenigen Jahren vollständig neu hergerichteten Osteingang? Diese Investition, die nach den Mitteilungen anlässlich der GWASitzung in Zukunft wenigstens noch zeitweilig als Zwischenlösung genutzt werden soll, fällt ebenfalls nach einer nur wenige Jahre dauernden Nutzung alsbald der Spitzhacke zum Opfer. Geht das so einfach? Erwähnt werden muss auch, das die erst in den 90er Jahren hergerichtete Straße „Am Vogelgesang“ ebenfalls der neuen Elefantenanlage zum Opfer fallen soll und alsbald geschlossen wird. Wo bleiben nur die Steuergelder? Maximilian Schmidt, 39128 Magdeburg
(Quelle: Volksstimme vom 11.11.2011)

Warum diese lange Diskussion um den Zooeingang Nord.
Jahre bevor das Wohngebiet Nord erschlossen wurde, gab es nur einen Zooeingang, der von der Kastanienstraße erreichbar war. Danach wurde der Zooeingang-Nord eröffnet. Später kam der modernere Eingang am Vogelgesang hinzu. Nun haben wir einen noch besseren Zooeingang „Die Zoowelle“. Die Stadt und auch der Zoo müssen sparen, dass weiß jeder normale Bürger. Es wäre doch kein Problem, wenn man den Nordeingang nur zum Wochenende öffnen würde. Es gibt viele Bürger, die sich ein paar Euro hinzuverdienen wollen. Da braucht man keine Arbeitsverträge für Festanstellung und die Bürger vom Wohngebiet Nord haben einen kürzeren Weg. Ich wünsche mir, dass sich unserer OB Lutz Trümper dafür einsetzt. Er möchte ja auch, dass Magdeburg weiter zu einem Anziehungspunkt wird und dazu gehört nun mal auch der Zoo.
Bernd-Jürgen Wöhler, 39126 Magdeburg
(Quelle: Volksstimme vom 11.11.2011)

09.11.2011
CDU-Stadtrat: „Nordeingang wäre sofort möglich.
Mein Eindruck ist leider, dass von Seiten der Stadt und des Zoos kein Interesse besteht.“

Hubert Salzborn will mit Unternehmerhilfe Forderung der Zoo-Anwohner aus Nord in die Tat umsetzen. Der verbale Schlagabtausch im Kranichhaus am Neustädter See zwischen den Befürwortern eines Zoo-Nordeingangs und den Gegnern mit Oberbürgermeister Lutz Trümper und Zoochef Kai Perret an der Spitze war in der Vorwoche der vorläufige Höhepunkt der monatelangen Auseinandersetzung (Volksstimme berichtete).
Der CDU-Mann Hubert Salzborn will die keinesfalls enden wollende Debatte nun in eine neue Richtung lenken. Er erklärt gar selbstbewusst, den Streitpunkt rasch aus der Welt schaffen zu können. Und das zum Wohle beider Streitparteien. „Die finanziellen Sorgen des Oberbürgermeisters teile ich, aber ich verstehe auch die Forderung der Menschen aus Nord nach einem Nordeingang“, sagt Salzborn. „Ich bin auch der Ansicht, dass mit einem Nordeingang das Potenzial möglicher Besucher aus Nord erschlossen werden kann, die es derzeit schlicht lassen, den Umweg durch den Vogelgesangpark zur Zoowelle zu gehen.“
Dabei wäre aus Salzborns Sicht eine „dauerhafte, kostenneutrale Lösung im Sinne beider Seiten sofort möglich – wenn man es ernst meinte“. Im Volksstimme- Gespräch erklärt der Stadtrat aus Neustadt seinen Plan: „Ich habe einen Unternehmer gefunden, der ist bereit in dem Gebäude des alten Nordeingangs einen Eisladen bzw. eine Verkaufsstelle zu eröffnen, wie es sie viele Jahre an der Stelle schon gab. Das Häuschen dafür ist da und könnte ohne großen Umbau genutzt werden, der Unternehmer würde sofort loslegen. Das Wichtigste:
Er wäre auch bereit, Verkauf und Kontrolle von Karten für den Zoo zu übernehmen und so ohne Personalkosten den Nordeingang zu ermöglichen“, sagt Salzborn, der den Namen des Unternehmers bislang für sich behalten will. Salzborn: „Mein Eindruck ist leider, dass von Seiten der Stadt und des Zoos, warum auch immer, kein Interesse an dieser Lösung besteht.“
In der Tat hatte Salzborn die Idee auch schon auf dem Bürgerforum in der vergangenen Woche angerissen, ohne dass der OB oder der Zoochef darauf öffentlich eingegangen wären. Stattdessen hob Trümper als Chef des Zoo-Aufsichtsrates hervor, dass die Stadt sich, bestätigt mehrheitlich vom Stadtrat, mit dem
Zooentwicklungskonzept aus wirtschaftlichen Gründen klar zu nur einem Eingang bekannt habe. Der von städtischen Zuschüssen abhängige Zoobetrieb sei auf Einnahmen aus Verkäufen im Zooshop und Gebühren aus dem geplanten neuen Parkplatz am Vogelgesang angewiesen.
Zoodirektor Kai Perret hatte während der Veranstaltung indes angekündigt, im Zuge eines Gastronomieneubaus in den nächsten Jahren am alten Nord-Osteingang mit einem möglichen privaten Investor über ein ähnliches Modell verhandeln zu wollen, wie Salzborn es nun vorschlägt. Mit dem künftigen Gastronomiebetreiber könne der Zoo auch über einen Eingang sowie die Übernahme von Kartenverkauf und -kontrolle verhandeln. Die Planungen für den Neubau sollen laut Perret 2012 beginnen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 09.11.2011)

04.11.2011
Streit um Zooeingang mit ausgefahrenen Krallen

siehe auch: GWA-Protokoll vom 02.11.2011

Oberbürgermeister Lutz Trümper: „Ich habe keinen Grund und keinen Spaß daran, Geld zu verteilen, das wir nicht haben.“ „4200 Unterschriften sprechen eine deutliche Sprache. Oder ist Ihnen egal, wie Familien in der Stadt denken?“ Karl-Heinz Huth, Sprecher Gemeinwesenarbeitsgruppe Kannenstieg.
Die Debatte um den zweiten Zooeingang ist seit Monaten nicht totzukriegen. Oberbürgermeister Lutz Trümper sah sich veranlasst, persönlich in Nord Stellung zu beziehen, aber dennoch keinen großen Diskussionsbedarf. Rund 50 Besucher eines Forums der Arbeitsgruppen für Gemeinwesenarbeit (GWA) Kannenstieg und Neustädter See dafür umso mehr.
Lutz Trümper und Zoo-Direktor Kai Perret hatten zwar einen Joker parat, um erhitzte Gemüter zu besänftigen, den sie später auch zogen. Der OB wählte jedoch den harten Einstieg und polterte im Kranichhaus der Volkssolidarität am Schrotebogen zunächst drauflos: „Die ganze Debatte ist unehrlich. Wer einen Nordeingang will, muss auch sagen, wo her das Geld dafür kommen soll, und das können Sie nicht. Deshalb werde ich diese Diskussion auch nicht mehr mit Ihnen führen.“
Der Zooeingang im Norden ist aus Trümpers Sicht eigentlich Geschichte, seit der Stadtrat im Jahr 2010 mehrheitlich Perrets 20 Millionen Euro teurem Zooentwicklungskonzept mit der „Zoowelle“ im Vogelgesangpark als einzigem Einlass zustimmte. Der Zoo sei auf Einnahmen wie Parkgebühren oder Verkaufserlöse aus dem Shop in der „Zoowelle“ angewiesen. Damit müssten nicht zuletzt die Kredite getilgt werden, die für die Investitionen wie die „Africambo“-Anlagen und andere Attraktionen aufgenommen werden.
Bereits für den laufenden Betrieb erhalte die kommunale Zoo gGmbH aus der Stadtkasse jährlich Zuschüsse in Höhe von 3,2 Millionen Euro sowie 300.000 Euro von der Gemeinde Barleben. Ein zusätzlicher Eingang bedeute zusätzliche Investitions- und Personalkosten. Trümper: „Das muss alles refinanziert werden. Und ich habe keinen Grund und keinen Spaß daran, Geld zu verteilen, das wir nicht haben.“
Die Kritik aus Nord am fehlenden Nordeingang sei nachvollziehbar, „der Rest der Stadt sieht es aber nicht so“, sagte Trümper. Am Nordausgang werde hingegen nicht gerüttelt. Dieser sei für die Zukunft sicher.
Die Pro-Nordeingang-Fraktion, die nach eigenen Angaben 4200 Unterschriften für den zweiten Einlass sammelte, ließ sich davon nicht beeindrucken. Vertreter wie Siegfried Kratz vom Bürgerverein Nord argumentierten zum Beispiel mit den gesunkenen Besucherzahlen.
Diese waren 2010 im Vergleich zum Vorjahr um rund 10.000 zurückgegangen. Schuld daran sei der fehlende Nordeingang. Ein Anwohner schimpfte: „Ich fahre doch nicht mit der Straßenbahn oder dem Auto zum Zoo, wenn ich direkt am Zoo wohne!“ Ein Mieter aus der Salvador-Allende-Straße: „Sie verschenken ein Besucherpotenzial, das über die ,Zoowelle‘ nicht erschlossen wird.“
Karl-Heinz Huth, GWA-Sprecher vom Kannenstieg, sagte: „Die Schließung des Nordeingangs trifft auf breites Unverständnis bei den Magdeburgern, insbesondere in Nord. Die gesammelten Unterschriften sprechen eine deutliche Sprache. Oder ist Ihnen egal, wie Familien in der Stadt denken?“
Hauptargument für den zweiten Eingang sei, „dass der Fußweg zur ,Zoowelle‘ für Familien mit Kindern, ältere Bewohner und Menschen mit Behinderungen unzumutbar ist“, erklärte Huth.
Für Kritik sorgt nach wie vor die erfolgte Testöffnung des Nordeingangs im Mai und Juni 2010. Damit hatte der Aufsichtsrat der Zoo gGmbH auf die Proteste im Norden reagiert. „Eine Öffnung über sechs oder sieben Monate wäre repräsentativer gewesen, und wir sind uns sicher, sie hätte auch ein anderes Ergebnis gezeigt“, sagte Huth. Der Zoo hatte den Versuch wegen zu geringer Nutzung als gescheitert betrachtet.
Auch der Verkauf von Jahreskarten zog nicht spürbar an. Dies hatten der Zoobetrieb und die Stadt aber zur Bedingung gemacht, um alternativ einen Nordeingang mit Chipkartensystem zu installieren. Die Vorgaben waren „niemals realisierbar“, kritisierte Huth und fragte: „War das Ergebnis so gewollt?“ Trümper ging darauf ein: „Ich stehe nach wie vor dazu: Wenn 1800 Jahreskarten im Bereich Nord verkauft werden, bauen wir den Eingang für Chipkartennutzer. Es hat sich doch aber gezeigt, dass die Jahreskarten nicht in dieser Dimension gekauft werden.“
Auch zu den gesunkenen Besucherzahlen äußerte sich Trümper: „Der Grund ist, dass wir insgesamt in der Stadt weniger Familien mit Kindern haben.“ Dies sind aus Trümpers Sicht die wahren Hauptnutzer des Zoos. Und: „Dazu kamen in den vergangenen Jahren die vielen Baustellen im Zoo, da waren doch kaum Tiere zu sehen.“ Mit der Eröffnung von „Besuchermagneten“ wie der neuen Elefantenanlage werde das Publikumsinteresse wieder steigen.
Zoodirektor Kai Perret durfte an diesem Abend die guten Nachrichten verbreiten:
„Der barrierefreie Ausbau des Ausgangs an der Nordseite wird über den Winter realisiert. Anfang 2012 beginnen die Planungen für einen Gastronomie-Neubau in Höhe des alten Osteingangs (befindet sich im Nordosten, die Redaktion). Diesen soll ein privater Investor bauen. Dort wird mit dem Neubau auch eine Eingangssituation in den Zoo geschaffen. Wir können mit dem Investor verhandeln, ob und zu welchen Bedingungen er vielleicht Kartenverkauf und -kontrolle übernehmen kann.“
Im Aufsichtsrat der Zoo gGmbH treffe dieser Vorschlag auf Wohlwollen, bestätigte Klaus Kutschmann (Fraktion CDU/BfM), eines der anwesenden Aufsichtsratsmitglieder.
OB Lutz Trümper griff schließlich den Vorschlag von Bürgervereins-Vertreterin Sandra Täntzler auf, im kommenden Jahr einen neuen, mindestens halbjährigen Testlauf für den Nordeingang zu starten. Täntzler hatte erklärt, Vereinsmitglieder stünden ehrenamtlich bereit, um die Aktion ohne zusätzlichen Personalaufwand für den Zoo zu ermöglichen. „Wenn Sie das ehrenamtlich übernehmen, können wir das machen“, sagte Trümper.
Fazit: Die für einen Nordeingang engagierten „Nordlichter“ können erneut einen Teilerfolg verbuchen. Das Thema bleibt weiter aktuell. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 04.11.2011)



Im vergangenen Jahr war der Nordeingang zwei Monate lang testweise geöffnet worden. Archivfoto: Uli Lücke



Siegfried Kratz, einer der Köpfe der Initiative für die Wiederöffnung eines Nordeingangs für den Zoo, spricht am vergangenen Mittwoch im Kranichhaus. Am Tisch hinter ihm (v. r.) Zoochef Kai Perret und OB Lutz Trümper sowie Mitglieder des Zoo-Aufsichtsrates. Foto: R. Richter

03.11.2011
Zoo-Nordeingang: „Die Debatte ist unehrlich“ - OB Trümper kritisiert Forderungen aus Nord
Mehr zur Zoodebatte in Nord lesen Sie morgen in der Volksstimme.
Mit scharfen Worten hat Oberbürgermeister Lutz Trümper die Diskussion um den geforderten Zoonordeingang kritisiert: „Die ganze Diskussion ist unehrlich. Wer einen Nordeingang will, muss auch sagen, woher das Geld dafür kommen soll, und das können Sie nicht. Deshalb werde ich diese Diskussion so auch nicht mit Ihnen führen“, sagte Trümper gestern Abend. In einer gut 90-minütigen Diskussion nahm der OB gemeinsam mit Zoodirektor Kai Perret vor Stadtteilbewohnern vom Neustädter See und aus dem Kannenstieg dann doch ausführlich Stellung.
Trümper verwies darauf, dass vor Jahren mit dem 20 Millionen Euro schweren Zooentwicklungskonzept „2000plus“ im Stadtrat auch die Entscheidung für nur einen Zooeingang über die bereits neu gebaute „Zoowelle“ gefallen sei. Trümper: „Ein zweiter Zooein gang müsste zusätzlich finanziert werden, und das lohnt sich nicht.“ Die tief verschuldetet Kommune habe angesichts drohender weiterer Kürzungen bei den Landeszuweisungen kein Geld dafür, der Umweg für die Bewohner aus dem Norden zur Zoowelle sei zwar sicher ungewohnt, aber vertretbar.
Vertreter der Gemeinwesengruppen und vom Bürgerverein Nord forderten, dass der Testlauf für einen Eingang im Norden über einen Zeitraum von sechs Monaten wiederholt wird. Im Vorjahr hatte es eine zweimonatige Testphase gegeben. Anschließend hatten die kommunale Zoo gGmbH und deren Aufsichtsrat das Experiment als gescheitert bezeichnet. In Nord sammelten Bewohner 4200 Unterschriften für einen zweiten Eingang. Sie halten an ihrer Forderung fest. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 03.11.2011)



Voller Saal im Kranichhaus gestern bei der GWA-Sitzung mit dem OB.



Oberbürgermeister Lutz Trümper: „Wer einen zweiten Zooeingang will, muss auch sagen, woher das Geld kommt.“ Fotos (2): Richter

27.08.2011
Verspäteter Baustart am nördlichen Ausgang - Zooausgang barrierefrei?

Der nördliche Zooausgang sollte eigentlich durch ein Drehkreuz bereits behindertengerecht sein. Ein Leserbrief machte darauf aufmerksam, dass dies nicht der Fall ist. Deshalb hat Madlen Schäfer bei Regina Jembere, Pressesprecherin des Zoos, nachgefragt.
Volksstimme: Warum wurde der nördliche Zooausgang noch nicht behindertengerecht gestaltet?
Regina Jembere: Der komplette Bereich des nördlichen Ausgangs soll saniert werden. Davon wird auch der Ausgang direkt betroffen sein.
So soll neben dem Drehkreuz ein neuer Boden verlegt werden und eine Vogelanlage entstehen. Insgesamt soll dieser Bereich da durch für die Besucher attraktiver werden. Dafür ist jedoch eine Baugenehmigung notwendig, die wir bisher noch nicht haben.
Volksstimme: Bis wann ist mit der Umgestaltung zu rechnen?
Regina Jembere: Das können wir jetzt noch nicht sagen. Wir warten nur auf die Baugenehmigung, dann legen wir sofort mit den Baumaßnahmen los und dementsprechend auch mit der Errichtung des behindertengerechten Drehkreuzes. (Quelle: Volksstimme vom 27.08.2011)

21.07.2011
Freiwillige vor! Neues im Streit um den Zoo-Eingang in Nord

„Ich hatte heute in meiner Bürgersprechstunde ein Gespräch mit Frau Zimpel, die sich für die Öffnung eines zweiten Zooeingangs einsetzt“, so Jessica Zedler, Stadtteilmanagerin für Kannenstieg und Neustädter See gestern. „Frau Zimpel schlug erneut vor, dass der Eingang des Zoos ehrenamtlich geöffnet werden könnte. Auch Mitstreiter der Gemeinwesenarbeitsgruppen und des Bürgervereins hatten diese Idee bereits geäußert“, so Jessica Zedler. Nun müsse aber ein Konzept her. „Deshalb nun meine Bitte: Wer bereit ist, sich ehrenamtlich in das Kartenverkaufshäuschen zu setzen, um den Eingang wieder zu öffnen, sollte mir bitte bis zum 5. August eine Mail senden. Das Konzept wird auf einer Öffnung in den Sommermonaten basieren. Alle weiteren Details werden in einem separaten Termin mit allen Freiwilligen besprochen“, so die Managerin.
Ihre Mail-Adresse: Jessica.Zedler@internationalerbund.de
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 22.07.2011)

09.07.2011
Aktionstag für Zoo-Nordeingang

Neustädter See (rri). Die Initiative für einen Zoo-Nordeingang hat eine Bilanz zum Zootag am 3. Juli gezogen. „Der Eingang in der Straße Am Vogelgesang wurde extra dafür geöffnet. Im Vorfeld wurden Flyer mit Coupons verteilt. Selbstverständlich nutzten wir Ehrenamtlichen von den Gemeinwesenarbeitsgruppen Neustädter See und Kannenstieg sowie dem Bürgerverein Nord von 12 bis 17 Uhr die Möglichkeit, Bürger auf unser Anliegen aufmerksam zu machen“, so Siegfried Kratz vom Bürgerverein.
„Trotz des sehr regnerischen Wetters war eine signifikante Besucherfrequentierung am Nordeingang zu erkennen. Sehr viele Menschen bekundeten ihre Solidarität mit teilweise sehr persönlichem Meinungsbild zur dauerhaften Schließung unseres Nordeinganges. In nur fünf Stunden bekundeten 265 Bürger ihre Zustimmung mit Unterschrift für unsere allseits bekannte Forderung nach einer Öffnung des Nordeinganges“, so Kratz weiter. „Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen für ihre auch moralische Unterstützung. Dafür standen wir
gerne im Regen.“ Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 09.07.2011)

20.06.2011
Nach der Bürgersprechstunde beim OB zum Thema Zoo
Drehkreuz am Nordeingang wird tauglich für Kinderwagen

Neue Neustadt (ka). Reaktion nach dem Protestgang einer Bürgerabordnung in die OB-Sprechstunde am 25. Mai: Am ehemaligen Nordeingang des Zoos (Im Steingewände) wird in Kürze ein neues Drehkreuz installiert. Es soll künftig auch Müttern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrern hier das Verlassen des Zoogeländes ermöglichen.
Die Baufirmen stünden in den Startlöchern, sagte Zoopressesprecherin Regina Jembere. Sobald die beantragte Baugenehmigung vorliege, werde mit der Installation begonnen, erklärte sie weiter. Das Drehkreuz habe im Vergleich zum bisherigen größere Ausmaße, der Ausgang werde barrierefrei. Diesen Wunsch hatten Bewohner mehrerer Stadtteile im Norden gegenüber OB Lutz Trümper in der Bürgersprechstunde geäußert. Mit dabei waren Mütter mit Kindern, die Trümper auch in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender um Hilfe baten. In dem Punkt hatte das Stadtoberhaupt versprochen, die Angelegenheit schnell zu prüfen.
Eine generelle Wiedereröffnung des mit dem neuen Haupteingang Zoowelle (2,4 Millionen Euro Investitionskosten) geschlossenen Nordeingangs hatte er aus wirtschaftlichen und konzeptionellen Gründen abgelehnt (Volksstimme berichtete). Allerdings hatte Trümper auch die Einrichtung eines zweiten Eingangs mit Eröffnung der geplanten großen Zoogaststätte im Bereich Africambo II in Aussicht gestellt. Mit dem Ausbau der Elefantenanlage wird voraussichtlich im nächsten Jahr begonnen. Das neue Drehkreuz wird weiterhin lediglich eine Ausgangsfunktion erfüllen.
Der Vorstoß von Zookunden hat Erfolg gebracht. Bei so viel Engagement im Dauerstreit um einen zweiten Ein-/Ausgang sollte das ein erster Schritt sein. Ein elektronisch gesteuerter Eingang für Jahreskarteninhaber oder Besitzer von im Vorverkauf (vielleicht in kleinen Geschäften) erworbene Eintrittskarten könnte eine Variante sein. Im Elbauenpark sind solche Kreuze installiert. Geld und Entgegenkommen sind dafür vom Zoo erforderlich. Fakt ist – ein Sesam-öffne-Dich für den Nordbereich des Zoos bleibt an der Tagesordnung. K.-H. Kaiser
(Quelle: Volksstimme vom 20.06.2011)

27.05.2011
Zoo - Fata Morgana schwebt über dem Nordeingang
Zum Beitrag: „Aufsichtsrat ignoriert 3221 Bürger: Zoo-Nordeingang bleibt geschlossen“ vom 26. Mai:
In der Entwicklungskonzeption des Zoos wurde gemäß der These. „Ein Zoo – Ein Eingang“ festgelegt, dass es nur noch den neu zu bauenden Eingang am Rondell geben soll, nachdem der Zoo in südlicher Richtung erweitert wurde. Bei der Vorstellung der Erweiterungspläne wurde die Diskussion einseitig auf die Straße „AmVogelgesang“ fokussiert. Die kritischen Stimmen zu nur einem Eingang gingen in der Diskussion unter bzw. wurden ausgeklammert bis das Thema Schließung der Straße „Am Vogelgesang“ erledigt ist. Zunächst hieß es, aus wirtschaftlichen Gründen rechnet sich ein zweiter Eingang nicht.
Dann kam überraschend die Testphase, aber nur für Dauerkarteninhaber! Diese Phase wurde und wird kritisiert, weil zu kurz und nur für den kleinsten Teil der Besucher – den Dauerkarteninhaber – gedacht.
Schließlich gab es eine neue Variante. Ein Junktim: mehr Dauerkarten gleich Öffnung des Nordeinganges (aber wieder nur für die Dauerkarteninhaber). Damit wurden die GWA, der Bürgerverein und letztlich alle Bürger/innen quasi erpresst. Wenn es nicht genügend neue Dauerkarteninhaber gibt, dann bleibt der Nordeingang zu. Basta! Wie die Öffnung des Nordeinganges ohne Personal gehen soll, wurde nicht mitgeteilt. Und wenn dann doch eine Eingangskontrolle stattfindet, warum kann man dann nicht auch Karten verkaufen. Beim Südeingang wird das täglich praktiziert! Der Hinweis, das ganze Kartensystem auf einen Automaten umzustellen, wurde – wenn überhaupt – mit erheblichen Kosten ablehnend verworfen. Spätestens seit der Bundesgartenschau im Herrenkrug sind die Bürger mit dem Automatikbetrieb vertraut. Dabei wurde
gleichzeitig viel weniger Personal in den Kassen und am Einlass benötigt …
Jetzt schwebt als neue Variante über den Forderungen der Bürger eine Fata Morgana: „Später, wenn die Gastronomie der neuen Elefantenanlage ausgebaut sei, wolle man überlegen, ihn wieder als Eingang zu benutzen.“ Soll das alles gewesen sein zum Thema Wiedereröffnung des Nordeinganges??
Hans-Dieter Karg, Magdeburg

26.05.2011
Aufsichtsrat ignoriert 3221 Bürger: Zoo-Nordeingang bleibt geschlossen

Gestern übergaben Bewohner von Nord Unterschriftensammlung für Öffnung eines 2. Zooeingangs an OB Lutz Trümper. Der Aufsichtsrat der Zoo GmbH hat die Wiedereröffnung des Nordeingangs abgelehnt. Es soll aus wirtschaftlichen Gründen bei dem einen Eingang an der Zoowelle bleiben. Gestern machte sich erneut eine Bürgerinitiative beim OB stark.
Initiator Siegfried Kratz hatte sich am Mittwoch gegen 16 Uhr mit 3221 gesammelten Unterschriften in die OB-Sprechstunde begeben. In seiner Begleitung eine starke Streitmacht: Sandra Tänzer, Ramona Pinkow, Wiebke Girth-Hoffmann von den GWA Neustädter See und Kannenstieg bzw. der Bürgerinitiative Nord. Im Gefolge waren die Kinder Kevin und Gina sowie Baby Abbey-Josephine. Eckhardt Bobkowski als Nutzer der Freizeitoase war als sachkundige Verstärkung aus der älteren Generation dabei.
Die Tausenden Unterschriften seien ein Ausdruck dafür, dass sich viele Magdeburger wieder einen Eingang im Norden des Zoos wünschen, kommentierten sie bei der Übergabe an Oberbürgermeister Lutz Trümper.
Allerdings war eine für sie bittere Entscheidung bereits gefallen. Der Aufsichtsrat der Zoo GmbH nämlich hatte dieser Tage aus wirtschaftlichen Aspekten heraus beschlossen: Die Zoowelle bleibe vorerst der einzige Eingang. 100.000 Euro müssten für die Öffnung der alten Nordpforte gegenüber der Allendestraße aufgebracht werden. Diese Summe werde an dem Eingang nicht erwirtschaftet, sagte der OB, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Zoo GmbH. Dazu müssten zum Beispiel mindestens 1700 Jahreskarten mehr erworben werden, wozu potenzielle Besucher aufgerufen worden waren. Die Rechnung ging nicht auf: Es seien bis 30. März insgesamt nur 800 Jahreskarten verkauft worden, hieß es.
Lediglich das Drehkreuz soll am Nordeingang als Ausgang in Funktion bleiben, um den Bewohnern der angrenzenden Wohngebiete wenigstens den Rückweg zu verkürzen. Das Kreuz sei für Mütter mit Kinderwagen absolut nicht passierbar, hielt Ramona Pinkow dagegen. Auch Rollstuhlfahrer kämen nicht durch, sagte die Mutter von vier Kindern. Mit zahlreichen anderen Argumenten beschworen die Vertreter der Bürgerschaft den OB, wieder einen zweiten Eingang zu öffnen. Es gehe um ca. 25.000 Bürger im nördlichen Einzugsgebiet, sagte Siegfried Kratz. Schulen und Kindergärten werde der Zoobesuch erschwert oder gar verwehrt, bedauerten Sandra Tänzer und Wiebke Girth-Hoffmann.Ältere Bürger hätten durch weite Umwege das Nachsehen, wusste Eckhardt Bobkowski.
Lutz Trümper zeigteVerständnis, verwies aber darauf, dass die Entscheidung aus dem gesamtstädtischen Blickwinkel gefallen sei. Wenn aber entgegen dem vom Stadtrat beschlossenen Entwicklungskonzept mit einem repräsentativen Eingang (2,4 Millionen Euro Kosten für die Zoowelle) anderes gewünscht werde, dann müsse zwangsläufig eine erneute Entscheidung im Rat fallen. Die 100.000 Euro für den Nordeingang müssten im Stadthaushalt eingestellt werden. Der Aufsichtsrat hält Kompromisse bereit. Bei Großveranstaltungen werde der geschlossene Eingang Am Vogelgesang geöffnet, erklärte Trümper. Später, wenn die Gastronomie in der neuen Elefantenanlage ausgebaut sei, wolle man überlegen, ihn wieder als Eingang zu nutzen. Was das Drehkreuz betreffe, da werde er mit der Zoo GmbH über mögliche Lösungen reden, sagte er.
Die gestrige Abordnung will nicht aufgeben. „Wir kämpfen weiter, suchen erneut Verbündete bei den Stadträten. Die Öffnung des Eingangs Am Vogelgesang wäre eine mögliche Alternative, Investitionen auch nicht erforderlich“, hieß es zum Schluss. Und: Bis September wollen sie 5000 Unterschriften gesammelt haben, kündigten sie an. Von Karl-Heinz Kaiser



Vor ihrem Gang in die OB-Sprechstunde: Ramona Pinkow, Wiebke Girth-Hoffmann, Sandra Tänzer, Siegfried Kratz, Eckhardt Bobkowski präsentieren sich vor dem Rathaus. Mit dabei Gina, Kevin, Abbey Josephine. Foto: Karl-Heinz Kaiser (Quelle: Volksstimme vom 26.05.2011)

11.05.2011
Nordeingang Zoo - Testmonate ergeben kein reales Bild

Die Schließung hat für viele Einwohner in Nord fatale Folgen. Vielen Kindern, Armen, Alten und Behinderten werden dadurch erhebliche oder totale Hindernisse aufgebaut. Für nicht wenige Einwohner war der tägliche oder häufige Zoobesuch zur alltäglichen Routine geworden. Die Besuche gehörten zum Tagesablauf. Auch die Bürgervereine und Gemeindewesenarbeitsgruppen in Nord bemühen sich weiterhin um den Nordeingang und sammeln noch immer Unterschriften, so dass sich die Zahl der Unterschriften bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung Mitte Mai noch erhöhen wird. Die zwei Testmonate im Vorjahr gaben überhaupt kein reales Bild über die Nutzung des Nordeingangs, denn es gibt Einwohner, die sich erst eine Dauerkarte nach Daueröffnung kaufen würden und solche, die von der Testöffnung gar nichts wussten.
Es verwundert uns schon sehr, dass Vertreter der größten Parteien unserer Stadt einen Nordeingang fordern, während ihre Vertreter im Zooaufsichtsrat für die dauerhafte Schließung stimmen. Man darf auch gespannt sein, wie sich die Mitglieder des neuen Seniorenbeirates der Stadt bezüglich Nordeingang für die Senioren in Nord einsetzen werden.
Also, Herr Oberbürgermeister und Aufsichtsratsmitglieder, wir fordern die Öffnung des Nordeingangs unter allen Umständen, damit der Zoo in unserem hochgradig überalterten Stadtteil für alle Bürger erreichbar wird. Nach unserer Meinung sind wir auch nicht für den Zoo da, sondern der Zoo für die Bewohner Magdeburgs und Umgebung. Wir denken auch, dass bei 20 Millionen Baukosten mindestens eine automatische Einrichtung den Eingang ermöglichen könnte und fordern den Aufsichtsrat auf, mit der Diskriminierung unserer Einwohner so schnell wir möglich Schluss zu machen. Karl-Heinz Rasche, 39126 Magdeburg
(Quelle: Volksstimme vom 11.05.2011)

16.04.2011
Verkehrsminister Daehre übergibt Förderbescheid für Haltestellen am Zoo
Barrierefreier Ausbau ab September

Neue Neustadt (rri). Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre hat gestern einen Förderbescheid für den Ausbau der Haltestellen am Zoo (Schöppensteg) an die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) übergeben. Die Straßenbahnstationen sollen noch in diesem Jahr barrierefrei und behindertengerecht umgestaltet werden (Volksstimme berichtete bereits). Baubeginn soll im September sein. „Zu einem attraktiven öffentlichen Nahverkehr gehört, dass alle Menschen das Angebot ohne Einschränkungen nutzen können“, sagte Daehre. Gerade ältere und in ihrer Mobilität beeinträchtigte Menschen benutzten häufig öffentliche Verkehrsmittel für ihre Besorgungen.
Die Gesamtkosten für den Umbau liegen bei rund 410.000 Euro. Rund 208.000 Euro davon steuert die EU aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bei. Im Rahmen der Bauarbeiten werden beide Haltestellen (Richtung Rothensee und Richtung Zentrum) mit jeweils einer sogenannten Zeitinsel (ein Meter breit, 50 Meter lang) sowie Wartehäusern, Haltestellenkennzeichnung, Papierkörben und einer zusätzlichen Ampel ausgestattet.
Durch die Anhebung der Fahrbahn und den Einsatz von Tief- und Rundborden (Wartebereiche befinden sich auf den Gehwegen) soll barrierefreies Ein- und Aussteigen möglich werden. Der Einbau von Aufmerksamkeitsfeldern und Blindenleitstreifen in den Gehwegen dient der Wahrnehmbarkeit der Haltestellen für Blinde und Sehschwache. Hinter der Haltestelle in Richtung Rothensee soll außerdem ein Fußgängerüberweg gebaut werden, der eine sichere Überquerung des „Schöppenstegs“ ermöglicht. Planmäßig sollen vor dem Wintereinbruch alle Arbeiten erledigt sein. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 16.04.2011)

12.04.2011
Echo: CDU-Fraktionschef Schwenke: „Barrierefreie Haltestellen am Zoo längst überfällig“

Neue Neustadt/Neustädter See (rri). Die CDU-Stadtratsfraktion hat den für das zweite Halbjahr 2011 angekündigten barrierefreien Ausbau der Straßenbahnhaltestellen am Zoo (Schöppensteg) begrüßt. Damit werde ein Antrag der Fraktion aus dem Jahr 2008 durch die Magdeburger Verkehrsbetriebe nun umgesetzt. „Aus unserer Sicht war dies nach der Schließung des Nordeingangs des Zoos ein längst überfälliger Schritt. Als Fraktion hätten wir uns gewünscht, dass parallel zur Eröffnung des neuen Zooeingangs diese Maßnahme realisiert worden wäre, um auch behinderten Menschen schon ab diesem Zeitpunkt den problemlosen Zugang zu dieser Freizeit- und Bildungseinrichtung zu ermöglichen.
Dies hätte bei den damaligen Planungen mit berücksichtigt werden müssen“, sagte CDU-Fraktionschef Wigbert Schwenke. „Was den Ausbau weiterer barrierefreier Haltestellen angeht, sehen wir insbesondere im Bereich Kroatenweg dringenden Handlungsbedarf. Denn das in der Nähe befindliche Sozialdezernat ist der Anlaufpunkt für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, darunter auch viele mit körperlichen Einschränkungen.“
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 12.04.2011)

08.04.2011
Magdeburger Verkehrsbetriebe: Barrierefreier Ausbau der Zoo-Haltestelle in diesem Jahr

Der barrierefreie Ausbau der Straßenbahnhaltestellen am Zoo (Schöppensteg) soll im zweiten Halbjahr 2011 beginnen. Das teilten die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) auf Volksstimme-Nachfrage mit. Letzte Hürde ist nach Aussage von MVB-Sprecherin Birgit Münster-Rendel die Baugenehmigung. Die Haltestellen am einzigen Zoo-Eingang stehen seit Jahren in der Kritik u. a. der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Neustädter See, der kommunalen Arbeitsgruppe „Menschen mit Behinderungen“ und das städtischen Behindertenbeauftragten. Der Stadtrat hatte bereits 2008 beschlossen, dass ein Kon zept zum barrierefreien Umbau der Haltestellen am Schöppensteg erarbeitet werden soll. Mit der Beschlussfassung zum Neubau des Eingangsgebäudes „Zoowelle“ waren die entsprechenden Forderungen noch lauter geworden. Zwar legte die Stadtverwaltung auch eine Planung vor, teilte jedoch 2009 mit, für den Umbau fehle das Geld. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 08.04.2011)



Die Straßenbahnhaltestellen am Zoo auf dem Schöppensteg sollen barrierefrei werden. Laut MVB ist der Bau für das zweite Halbjahr geplant. Foto: R. Richter

02.04.2011
Forderungen und Fragen bei Bürgersprechstunde
Drei Bürger zur zweiten Zoopforte: Wird Test wiederholt?
OB: „Leipziger Zoo (1,7 Millionen Besucher) hat auch nur einen Eingang“
Wird es eine neue Testphase am geschlossenen Nordeingang des Zoos geben? Siegfried Kratz aus dem Wohngebiet Neustädter See hatte in der Bürgerfragestunde vehement eine Lanze für einen zweiten Zooeingang gebrochen. Den im Vorjahr gestarteten Test wollte er nicht anerkennen. Wenn, dann müsste nicht nur den Jahreskarteninhabern, sondern allen die Gelegenheit geboten werden, sagte er in Richtung Oberbürgermeister.
Mit ihm waren zwei weitere Fürsprecher für die Wiedereröffnung des Zooeingangs in den Ratsaal gekommen. Sie stellten in ihren Wortmeldungen klar, dass die Wiederholung des ihrer Meinung nach nicht objektiven Versuchs nur eine Minimalforderung sei. Ein Zoo wie Magdeburg brauche einen zweiten Eingang, betonte Frau Zimpel. Hierbei zum Kauf von Jahreskarten zu animieren, sei für sie so etwas wie Erpressung. Sie hinterfragte die Kosten und die Möglichkeit einer Spendenaktion. Sie selbst würde sich auch ehrenamtlich an die Kasse setzen. Ein Bewohner der Allendestraße erklärte, im Rheinland sechs Zoos besucht zu haben. Drei davon hätten zwei Eingänge angeboten.
Oberbürgermeister Lutz Trümper erklärte auf die Bürgerfrage, ob er das Ansinnen unterstütze: Das habe der Aufsichtsrat zu entscheiden. Als Aufsichtsratsvorsitzender der GmbH machte er allerdings deutlich: Der Stadtrat habe mehrheitlich ein Zookonzept beschlossen. Nach diesem soll in Magdeburg ein Zoo mit einem, aber repräsentativen Eingang entwickelt werden. Jetzt habe man für gut zwei Millionen Euro den Eingang errichtet, der soll jetzt auch qualifiziert werden. Er berichtete, dass er dieser Tage mit einer Delegation zu einem Informationsbesuch im Zoo Leipzig gewesen sei. Dieser Zoo habe jährlich 1,7 Millionen Besucher. Er hat wie Magdeburg (ca. 250.000 Besucher, d. R.) nur einen einzigen Eingang.
Siegfried Kratz und der Bürger aus dem Wohngebiet sahen das trotzdem anders. Die Lage des Zoos, der in ein Wohngebiet rage, rechtfertige einen zweiten Eingang, sagten beide. Wenn die Zahlen des Tests komplett ausgewertet sind, will der Aufsichtsrat allerdings über ein Drehkreuz entscheiden. Das hatte der Zoo angekündigt. Von Karl-Heinz Kaiser Quelle: Volksstimme vom 02.04.2011)

14.03.2011
Zoo-Direktor Kai Perret: „Bereits 573 Jahreskarten verkauft“

Zum Leserbrief: „Nordeingang Zoo – Shop erneut geschlossen“ von Karl-Heinz Rasche am 8. März 2011:
Die Darstellung von Herrn Rasche entspricht nicht den Tatsachen. Richtig ist, dass der Zoologische Garten Magdeburg täglich ab 9 Uhr öffnet, der Zoo-Shop um 10 Uhr. Nach Rücksprache mit den Mitarbeiterinnen des Kassenbereiches können wir festhalten, dass Herr Rasche zwischen 9.30 Uhr bzw. 9.45 Uhr sich im Kassenbereich aufhielt. Der Zoo-Shop wurde pünktlich um 10 Uhr geöffnet, wie an jedem Tag. Die Aussage von Herrn Rasche: „Das ist ein Hohn, wie die Einwohner in Nord diskriminiert werden“, weisen wir befremdlich zurück.
Wie bereits mehrfach in der Volksstimme publiziert, verweisen wir hinsichtlich des Themas „Nordeingang“ auf nachfolgenden Sachstand: Um dem Wunsch der Bewohner des nördlichen Stadtteils entgegenzukommen, beschloss der Aufsichtsrat des Zoologischen Gartens Magdeburg in seiner Sitzung am 2. Dezember 2010, den Bau eines entsprechenden Zugangs Nord für Jahreskarteninhaber durchzuführen, sollte die dafür notwendige Summe durch den Verkauf zusätzlicher Jahreskarten (1800 Stück) bis zum 31. März 2011 generiert werden. Bis einschließlich 8. März wurden 573 Jahreskarten verkauft.
Ebenso hatte sich der Aufsichtsrat klar zum Konzept „Ein Zoo mit einem Eingang“ bekannt und einstimmig den Beschluss gefasst, gemäß den bisherigen Planungen zur Entwicklung des Zoologischen Gartens Magdeburg keinen zweiten Eingang Nord einzurichten, weder als vollwertigen zweiten Eingang, noch als saisonalen Nebeneingang. Dr. Kai Perret, Zoodirektor (Quelle: Volksstimme vom 14.03.2011)

Leserbrief vom 08.03.2011
Nordeingang ‍Zoo - Shop erneut geschlossen
In der Volksstimme war zu lesen, dass Zoochef Dr. Perret weiter an der dauerhaften Schließung des Nordeingangs festhält. Grund: Alle Besucher sollen den Eingang Zoowelle nutzen, um im Zooladen das Merchandising-Geschäft anzukurbeln. Ich stand am Sonntag (6. März) um 10 Uhr vor verschlos senem Shop, obwohl schon viele Besucher den Zooeingang passiert hatten. Das ist mir schon zum zweiten Male passiert. Wie vereinbart sich das nur mit dem Merchandising-Geschäft? Das ist ein Hohn, wie die Einwohner in Nord diskriminiert werden. Karl-Heinz Rasche, 39126 Magdeburg (Quelle: Volksstimme vom 08.03.2011)

24.02.2011
Aus für Zoo-Nordeingang - Wer ist betroffen? Kinder, Alte, Arme, Behinderte

Zum umstrittenen Nordeingang des Zoos:
Ich werde den Eindruck nicht los, dass sich jeder neue Zoodirektor unbedingt einen neuen Zooeingang bauen muss, und alles, was für die Zoobesucher mal vorteilhaft war, schafft man ab.
Die Einwohner der Stadtgebiete Kannenstieg und Neustädter See müssen jetzt entschieden weitere Wege zurücklegen, um den Zoo zu besuchen. Für viele ältere Leute ist der Zoo nicht mehr erreichbar, denn die Straßenbahnhaltestelle ist nicht behindertengerecht, und die Preise der öffentlichen Verkehrsmittel sind ja auch wieder teurer geworden.
Für die Kinder in diesen Stadtgebieten, besonders für die Schulen und Kindergärten, ist der Zoobesuch durch die Schließung des Nordeinganges viel schwieriger geworden. Der Weg ist jetzt doppelt so weit, oder man muss mit der Straßenbahn fahren, was sicher vielen Kindern nicht möglich ist.
Wen betrifft also die Schließung des Nordeinganges?
Es sind die Kinder, die Armen, die Alten und die Behinderten, also die schwächste Gruppe der Einwohner im Wohngebiet Kannenstieg und Neustädter See. Zu dieser Gruppe zählt unser Oberbürgermeister sicher nicht. Dann lassen sich Entscheidungen ja auch einfacher fällen. Als Aufsichtsratsvorsitzender hat man bestimmt die Möglichkeit, sich für diese große Gruppe einzusetzen, auch wenn es Herrn Perret nicht passt.
Ich nehme an, der gesamte Aufsichtsrat besucht den Zoo nicht oder lässt sich vor die Zoowelle fahren. Ich werde mir für den Zoo eine Jahreskarte kaufen, wenn der Nordeingang offen ist und nicht auf Verdacht, dass vielleicht mal ein Drehkreuz installiert wird. So denken viele Bewohner dieser Stadtgebiete. Aber auch Besucher aus Braunschweig, Wolfsburg oder Helmstedt fahren zum Parkplatz Nordeingang, weil man da auch einen Parkplatz findet. Viele irren jetzt umher, suchen den Nordeingang und fahren dann ohne den Zoo zu besuchen, wieder nach Hause. Das macht keinen guten Eindruck von der Stadt Magdeburg.
Petra Zimpel, Magdeburg (Quelle: Volksstimme vom 24.02.2011)

18.02.2011
Nur ein Zooeingang – Aufsichtsrat fasst einstimmige Beschlüsse
Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsprüfung / Drehkreuz am Nordeingang: Entscheidung Ende März

Der Aufsichtsrat des Magdeburger Zoos hat sich klar zum Konzept „Ein Zoo mit einem Eingang“ positioniert. Der Beschluss ist nach den der Volksstimme vorliegenden Informationen am 2. Dezember 2010 gefasst worden.
Einstimmig wurde vom Aufsichtsrat festgelegt, den Eingang Nord nicht wieder einzurichten, das weder als vollwertigen zweiten noch als saisonalen Nebeneingang. Der Aufsichtsrat habe sich damit auch in diesem Punkt zu den bisherigen Planungen zur Entwicklung des Zoologischen Gartens bekannt, sagte Zoo-Direktor Kai Perret gestern der Volksstimme.
Grundlage des Nordeingang-Beschlusses waren die vorliegenden Ergebnisse eines Tests Mitte vorigen Jahres. Der Zoo hatte nach Bürgerforderungen von Mai bis Juni befristet die Nordpforte geöffnet, um die Wirtschaftlichkeit eines zweiten Eingangs zu prüfen. Der Versuch habe die Frage negativ beantwortet, hieß es in einer der OB-Beigeordnetenrunde vorgelegten Stellungnahme, dass etwa ein Drittel der Jahreskarteninhaber den Nordeingang nutzten, reichte nicht aus. Gezählt wurden seinerzeit Jahreskarteninhaber und potenzielle Nutzer.
Allerdings hat sich der Aufsichtsrat, Vorsitzender ist Oberbürgermeister Lutz Trümper, doch noch auf einen Kompromiss hinsichtlich der Installation eines automatischen Drehkreuzes als Zugang für Jahreskarteninhaber verständigt. Das nämlich könnte dann geschehen, wenn die dafür notwendige Summe durch den Verkauf zusätzlicher Jahreskarten bis zum 31. März dieses Jahres erwirtschaftet werden würde.
Dafür allerdings müsste die Zahl der Jahreskarteninhaber um ca. 75 Prozent (ca. 1800 Karten) erhöht werden. Die Masse nutzt den Haupteingang „Zoowelle“. Im Dezember hatte die Zoo GmbH öffentlich aufgefordert, die günstigen Jahreskarten verstärkt zu erwerben. Laut Zooangaben hat sich zwar eine leichte Steigerung des Verkaufs eingestellt. Allerdings reiche sie bei weitem nicht an die Vorgabe für die Wirtschaftlichkeit heran, sagte der Zoo-Chef. Der Schlusspunkt jedoch werde tatsächlich erst am 31. März gesetzt, versicherte er. Dann soll in einer Sitzung des Aufsichtsrates entschieden werden. Dieser soll ebenfalls festlegen, ob der Nordeingang/Drehkreuz dann ein für alle mal ad acta gelegt wird, oder ob bei einer sich später einstellenden Steigerung des Jahreskartenumsatzes das Thema doch noch mal zur Debatte steht. Der Nordeingang war nach seiner Schließung wiederholt in der Diskussion von Zoobesuchern und Gegenstand von Anfragen im Stadtrat.
Der Aufsichtsrat selbst als Entscheidungsträger (auch für den Nordeingang) setzt sich aus Stadträten aus fast allen Ratsfraktionen zusammen. So ist stellvertretender Vorsitzender Dr. Klaus Kutschmann (CDU/ BfM), Mitglieder sind Bernd Krause und Mario Grünewald (Die Linke), Lothar Tietge (SPD/Tierschutz/future!), Alfred Westphal (Bündnis 90/ Grüne), Gunter Schindehütte (CDU/BfM) und Beate Wübbenhorst (SPD/Tierschutz/future!). Nicht vertreten ist lediglich die FDP-Fraktion. Von Karl-Heinz Kaiser
(Quelle: Volksstimme vom 18.02.2011)

10.12.2010
Auch die nächste Preiserhöhung steht schon fest
Diskussion zwischen Aufsichtsrat und Zoo-Geschäftsführung

Magdeburg (pl). Die geplante Erhöhung der Zoo-Eintrittspreise hat für Gesprächsstoff im Aufsichtsrat des stadteigenen Unternehmens gesorgt. Nach dem Volksstimme-Artikel vom Mittwoch (8. Dezember) meldeten sich die Stadträte Klaus Kutschmann und Gunter Schindehütte, beide Mitglieder des Zoo-Aufsichtsrates, zu Wort. Der Aufsichtrat habe während seiner jüngsten Sitzung am 2. Dezember nur eine Information zu den geplanten Preiserhöhungen bekommen, diskutiert oder gar beschlossen worden sei darüber nicht. Kutschmann und Schindehütte stehen aber auf dem Standpunkt, dass der Aufsichtsrat das hätte tun sollen. „Hier haben wir leider nicht reagiert und darum eine Möglichkeit ausgelassen“, so Kutschmann gestern im Volksstimme-Gespräch.
Zoo-Chef Kai Perret geht davon aus, dass eine Diskussion über die Eintrittspreise im Aufsichtsrat insofern nicht nötig war, da bereits im Beschluss des Stadrates von 2006, den Zoo in eine GmbH umzuwandeln, eine Preisstrategie bis 2013 festgelegt worden sei. Demnach sollen die Eintrittspreise bis dahin stufenweise auf 9,50 Euro (Erwachsene) erhöht werden. Dies habe auch im neuesten Wirtschaftsplan des Zoos, der Mitte dieses Jahres dem Aufsichtsrat vorgelegt worden sei, gestanden. „Darum haben wir für den Aufsichtsrat jetzt nicht noch einmal eine Beschlussvorlage vorbereitet“, sagte Kai Perret gestern.
Aufsichtsratsvorsitzender OB Lutz Trümper sieht das ähnlich. Wenn einmal ein Wirtschaftsplan, der auch die Eintrittspreise festlege, beschlossen worden sei, sollte man sich möglichst daran halten.
Allerdings sei es natürlich die wichtigste Aufgabe eines Aufsichtsrates, Schaden vom Unternehmen abzuwenden. „Wenn man merkt, dass zum Beispiel die Preispolitik nicht mehr funktioniert, muss man als Aufsichtsrat sofort eingreifen und kann das dann auch“, sagte Trümper gestern. Bei der Zoo GmbH sehe er dies zurzeit aber nicht gegeben. (Quelle: Volksstimme vom 10.12.2010)

08./09.12.2010
Aufsichtsrat beschließt Anhebung um 33 Prozent
Zoo erhöht die Preise und reagiert auf Protest gegen Schließung Nordeingang

Der Zoo wird im kommenden Januar seine Eintrittpreise um rund 33 Prozent erhöhen. Darauf hat sich der Aufsichtsrat des städtischen Unternehmens während seiner jüngsten Sitzung geeinigt. Und auch, dass der Nordeingang noch eine Chance bekommen soll.
So wie im „normalen Leben“, so werde auch für den Zoo vieles teurer, sagte Zoo-Pressesprecherin Regina Jembere gestern im Volksstimme-Gespräch. Allerdings sei das natürlich nicht der einzige Grund für die Preiserhöhung, die im Januar kommen solle. Der Zoo steckt in der größten Modernisierungsphase seiner Geschichte, dafür werde das zu erwartende Plus an Eintrittseinnahmen dringend benötigt.
20 Millionen Euro will der Zoo bis Ende 2015 in seine Modernisierung investiert haben. Amazonien, Africambo I (bereits fertig), Africambo II, Eingang Zoo-Welle und Sanierung und Umbau des Menschenaffenhauses sind die Etappen auf dem Weg zum modernen Event-Tierpark. So, wie die Bauabschnitte nacheinander in Angriff genommen werden, so werden auch die Eintrittspreise angehoben. 2003 von 4 auf 5 Euro für Erwachsene, 2008 von 5 auf 6 Euro und 2011 dann von 6 auf 8 Euro. Und es werde bis zum Ende der Modernisierung noch weitere Preisanpassungen geben, so Regina Jembere.
Um 33 Prozent werden 2011 die Preise angehoben. Erwachsene bezahlen statt 6 dann 8 Euro, Kinder statt 3 dann 4 Euro. Die Jahreskarte für Erwachsene wird 30 statt 26 Euro kosten. Nur Rentner bleiben von der Preiserhöhung verschont. Der Grund sei, dass es früher keine Ermäßigung für Rentner gab, diese also den vollen Preis bezahlen mussten. Jetzt bekommen sie eine Ermäßigung von 2 Euro, der Preis bleibt folglich gleich. Ein Sonderangebot hat der Zoo ebenfalls in seine Preisliste aufgenommen. Wer in den Sommermonaten am Abend durch die Anlage spazieren möchte, kann dies von 17 bis 19 Uhr zum halben Preis tun.
Ein zweites wichtiges Thema der Aufsichtsratssitzung war der Nordeingang des Zoos an der Straße Im Steingewände. Der Zoo und so auch der Aufsichtsrat setzen dabei auf die Devise „Ein Zoo mit einem Eingang“. Allerdings liegen sie damit über Kreuz mit vielen Anwohnern im Norden der Stadt. In der GWA wurde die geplante Schließung besprochen und kritisiert und es gab sogar eine Unterschriftensammlung, an der sich rund 1900 Bürger für den Erhalt des Nordeingangs zumindest für Jahreskartenbesitzer ausgesprochen hatten. Der Zoo steht auf dem Standpunkt, dass so ein zusätzlicher Nordeingang nicht finanzierbar sei und darum eigentlich wegfallen müsse. Allerdings gibt man sich kompromissbereit. Wenn es gelingen sollte, bis Ende März 2011 den Jahreskartenverkauf von zurzeit 2400 pro Jahr auf 4200 zu stei gern, könnte der Nordeingang für Dauerkartenbesitzer bestehen bleiben. Das wäre eine Steigerung um 75 Prozent.
Ob das gelinge, „steht noch in den Sternen“, sagte Regina Jembere. Allerdings habe der Zoo bereits damit begonnen, die Jahreskarte verstärkt zu bewerben. So konnte die Festung Mark als ein Kooperationspartner gewonnen werden und man habe zahlreiche Unternehmen angeschrieben, ob sie die Zoo-Jahreskarte nicht in ihre Werbekonzepte mit einbeziehen und entsprechende Kontingente ordern könnten. Ob diese Werbemaßnahmen aber ausreichen würden, um den Verkauf deutlich zu steigern, sei fraglich, so Jembere.
Übrigens: Eine Jahreskarte gilt immer vom Tag des Kaufs für ein Jahr. Wer jetzt noch Jahreskarten kauft, bekommt sie zum alten Preis. Von Peter Ließmann (Quelle: Volksstimme vom 08.12.2010)

09.12.2010
Preiserhöhung im Zoo - Aufsichtsrat nur darüber informiert

Zu den geplanten Preiserhöhungen beim Zoologischen Garten Magdeburg (Volksstimme vom 8. Dezember 2010) äußern sich in nachfolgender Stellungnahme die Stadträte Klaus Kutschmann und Gunter Schindehütte, die auch Mitglieder des Zoo-Aufsichtsrates sind: „Die Anhebung der Eintrittspreise für den Zoologischen Garten Magdeburg ist, wie jede Erhöhung von Gebühren oder Preisen, problematisch. Die steigenden Kosten in vielen Bereichen mögen häufig Preiserhöhungen rechtfertigen. Bei weitgehend kommunalfinanzierten Einrichtungen, mit erheblicher Bedeutung für die Freizeitgestaltung, Erholung und Bildung für die Besucher aus der Stadt sowie der näheren und weiteren Umgebung, muss jede dieser Veränderungen gut bedacht und, nicht nur mit den Entscheidungsträgern, diskutiert werden.
Wir legen deshalb Wert auf die Feststellung, dass auf der letzten Aufsichtsratssitzung des Zoologischen Gartens am 2. Dezember 2010 über die Anhebung der Eintrittspreise nicht abgestimmt worden ist. Der Aufsichtsrat wurde lediglich über Preise und Eintrittskarten 2011 informiert. Wir sind der Auffassung, dass dieses wichtige Thema, das viele Besucher der am meisten frequentierten kulturellen Einrichtung der Stadt betrifft, der Zustimmung des Aufsichtsrates bedarf.“ (Quelle: Volksstimme vom 09.12.2010)

26.11.2010
Zwischenstand einer Unterschriftenaktion - Bisher 1700 Stimmen für Zoo-Nordeingang

Der Bürgerverein Nord hat mit Helfern nach eigenen Angaben bis gestern rund 1700 Unterschriften für die Wiederöffnung des Zoo-Nordeingangs gesammelt. Die Aktion wird fortgesetzt. Parteipolitisch bekommen die Initiatoren weitere Rückendeckung. Für den gestrigen Donnerstag hatten die Initiatoren der Unterschriftenkampagne einen Stichtag gesetzt. Die Aktion, hinter der neben dem Bürgerverein Nord auch die Gemeinwesenarbeitsgruppen Neustädter See und Kannenstieg stehen, soll aber bis ins neue Jahr hinein
weitergehen, teilte der Bürgerverein gestern auf Volksstimme-Anfrage mit. Nach Vereinsangaben sind bisher, Stand gestern Nachmittag, Listen mit rund 1700 Unterschriften eingegangen. Die Akteure rechnen damit, dass weitere Listen, die Stadtteilbewohner in Eigenregie erstellt haben, noch nach und nach „eintrudeln“. Derweil bekommt die Initiative, die für die ständige Wiedereröffnung des zweiten Zooeingangs im Norden kämpft, weiteren Rückenwind.
„Der SPD-Ortsverein Magdeburg-Nord unterstützt die Forderung der Bürgerinnen nach einer ganzjährigen Öffnung des Nordeingangs unseres Zoos mit der Möglichkeit des Kartenerwerbs“, teilte Ortsvereinschef Marko Ehlebe mit. „Die Mitglieder des Ortsvereins bitten die Stadträte und die Aufsichtsratsmitglieder der Zoo gGmbH, darauf hinzuwirken.“ Nach Ansicht der Ortsvereinsmitglieder muss ein Kartenerwerb vor Ort nicht zwangsläufig mit höheren Personalkosten verbunden sein. Kassenautomaten könnten den Eintritt in den Zoo auch ohne Personal möglich machen, so die Überlegung der Genossen aus Nord.
„Für das Image der Zoo gGmbH ist es nach Auffassung des Ortsvereins nicht zuträglich, wenn die berechtigten Interessen der Bürgerinnen und Bürger aus dem Kannenstieg und Neustädter See nicht berücksichtigt werden“, erklärte Ehlebe. „Dabei sollte auch nicht vergessen werden, dass die Schließung der Straße Am Vogelgesang mit Einschränkungen für die Bürger des Stadtteils Neustädter See verbunden sein wird.“
Weiter argumentiert der Ortsvereinschef: „Die Stadtteile Kannenstieg und Neustädter See weisen einen über dem Durchschnitt der Stadt liegenden Anteil älterer Bewohner auf. Die Absicht der Zoo gGmbH, den Zugang zum Zoo nur über die ,Zoowelle‘ im Süden zu ermöglichen, baut für diesen Personenkreis unüberwindbare Hürden auf. Mit der jetzigen Variante würde sich der Fußweg aus dem Norden Magdeburgs für viele Bürger um das Zwei- bis Dreifache verlängern. Die Zoo gGmbH sollte überdenken, ob sie auf diese Besucher
verzichten kann.“
Die achtwöchige Probeöffnung des Nordeingangs im Mai und Juni habe gezeigt, „dass der Bedarf für einen zweiten Zooeingang vorhanden ist, da ein Drittel aller Besucher mit Jahreskarten während der Probeöffnung diesen Eingang nutzten“, so Ehlebe. Wie berichtet, hatten sich Politiker von CDU und Linkspartei bereits mit ähnlichen Argumenten für einen Nordeingang ausgesprochen. Der Bürgerverein will am 2. Dezember zur Aufsichtsratssitzung des Zoos mit Unterschriftenlisten seiner Forderung Nachdruck verleihen,  kündigten Vereinsmitglieder an. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 26.11.2010)

Gemeinsamer Aufruf zur Unterschriftensammlung!!!!
Wir Bürger schließen uns den GWA´s Kannenstieg und Neustädter See, sowie dem Bürgerverein „Nord e.V.“ an und fordern die ganz jährige Öffnung des Nordeingangs unseres Zoos mit der Möglichkeit des Kartenerwerbs.

Download der Unterschriftenliste

Liebe Unterstützer,
bitte übergeben Sie uns die ausgefüllte Unterschriftenliste persönlich im Stadtteilbüro (Im Brunnenhof 9, 39126 Magdeburg) oder senden Sie uns die Liste postalisch an folgende Adresse:

Bürgerverein „Nord e.V.“
Im Brunnenhof 9
39126 Magdeburg

Mit freundlichen Grüßen i.A. Karina Ferchland
1. Vereinsvorsitzende des Bürgervereins „Nord e.V.“

13.11.2010
Streit um Zoo lässt auf Forum erneut die Emotionen hochkochen
Siegfried Kratz vom Bürgerverein: „Nord fordert den Nordeingang!“

Zoff um den geschlossenen Zooeingang in Nord und (bisher) kein Ende in Sicht. In dieser Woche kochten auf einem Stadtteilforum der AG Gemeinwesen Neustädter See im Freizeitzentrum „Oase“ die Emotionen hoch. Und eine Unterschriftenaktion läuft seit einigen Tagen auf Hochtouren. Am 2. Dezember soll dazu der Zoo-Aufsichtsrat tagen.
„Siggi, lass‘ die Emotionen weg“, flüstert ihm Vereinsfreundin Sandra Täntzler noch zu. Dann springt Siegfried Kratz vom Bürgerverein Nord am vergangenen Mittwochabend regelrecht von seinem Sitz auf und stellt sich in die Mitte des Versammlungssaals der „Oase“. Ein roter Kopf im gelb-grünen Neonlicht. Hektisch legt Siggi los, verhaspelt sich. „Ihr merkt, es fällt mir sehr schwer, ruhig zu bleiben“, sagt er.
Es geht um den Zoo und den Nordeingang, etwa viereinhalb Minuten lang im Siggi-Stakkato: „Es kann doch nicht sein ...“, „Es muss doch möglich sein, dass ...“, „Ein Umweg von zweieinhalb Kilometern“, „Fast 20 000 Menschen in Kannenstieg und Neustädter See ...“, „Nord fordert den Nordeingang!“, „... Unterschriften vorlegen ...“, „Danke für eure Aufmerksamkeit.“ Siegfried Kratz nimmt wieder Platz.
Wie berichtet, haben der Bürgerverein und die Gemeinwesenarbeitsgruppen Kannenstieg und Neustädter See eine Unterschriftenkampagne für den Erhalt des Zoo-Nordeingangs gestartet. Innerhalb weniger Tage sind nach Angaben der Initiatoren 600 Unterschriften zusammengekommen. „1000 sind sicher kein Problem“, so Siegfried Kratz.
„Ihr müsstet schon wieder so 3000 Unterschriften zusammenbekommen, wie damals gegen die Schließung der Straße Am Vogelgesang“, sagt nun CDU-Stadtrat Bernd Heynemann, der sich in seltener Eintracht mit Hans-Joachim Mewes ebenfalls für den Nordeingang ausspricht. Die Öffnung sei „notwendig, denn wenn die Straße Am Vogelgesang erst einmal geschlossen ist, verlängern sich die Wege für den Besucher aus den nördlichen Stadtteilen um das Dreifache.“ Der Bürgerverein will bis zum 25. November „mindestens 1000 Unterschriften“ zusammenhaben. Diese sollen am 2. Dezember zur nächsten Aufsichtsratssitzung der Zoo GmbH vorgelegt werden. An diesem Tag soll Zoochef Kai Perret eine „betriebswirtschaftliche Betrachtung zur Öffnung des Nordeingangs“ vorlegen. Dazu hatte es im Mai und Juni eine achtwöchige Probeöffnung gegeben.
In der Zeit nutzten nach Angaben des Zoos insgesamt 1229 Besucher den Nordeingang, 944 davon mit Jahreskarte. Das entspricht einem Drittel aller Besucher mit Jahreskarten in diesem Zeitraum. Kritiker bemängeln, nur Inhabern von Dauer- und Vorverkaufskarten sowie Mitgliedern des Zoofördervereins sei in Nord Einlass gewährt worden.
Mehr als 2000 spontane Besucher ohne Karten wurden stattdessen auch im Testzeitraum zum Haupteingang geschickt, erklärte denn auch Oberbürgermeister Lutz Trümper jüngst in einer Stellungnahme auf Anfrage der Linken. Zum Vergleich: Durch die Zoowelle kamen den Angaben zufolge im selben Zeitraum fast 47 800 Besucher in den Zoo. Dessen Chef Perret hatte erklärt, ein zweiter Eingang sei für den Zoo unwirtschaftlich.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 13.11.2010)

27.10.2010
Reaktionen auf Volksstimme-Bericht zum nördlichen Zoozugang
Unterschriftenaktion, damit Zoo auch in Nord offen bleibt
Das Thema Nordeingang Zoo beschäftigt weiterhin die Gemüter unserer Leser, wie zahlreiche Reaktionen auf den Volksstimme-Artikel vom 23. Oktober beweisen. Der Beitrag hatte die Ergebnisse einer probeweisen Wieder(Öffnung) des Nordeingangs öffentlich gemacht. Ergebnis: An 57 Tagen von Anfang Mai bis Ende Juni hatten 1229 Besucher den Nordeingang, davon 944 mit Jahreskarte, genutzt. Zoochef Perret aber hält weiter an der dauerhaften Schließung des Nordeingangs fest. Grund: Alle Besucher sollen den Eingang Zoowelle nutzen, um im Zooladen das Merchandising-Geschäft anzukurbeln. Ein weiteres Argument: Der Personalaufwand ist zu hoch.
Die Arbeitsgruppen Gemeinwesenarbeit (GWA) Neustädter See und Kannenstieg starteten jetzt gemeinsam mit dem Bürgerverein Nord e.V. eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des nördlichen Zoozugangs.
Schon einmal hatten die Schließungs-Gegner Erfolg, denn die probeweise Öffnung für Jahreskarteninhaber im Mai und Juni dieses Jahres kam nur aufgrund ihrer Proteste zustande. Die Ergebnisse, so die Gegner, bewiesen, dass der nördliche Zoozugang durchaus regelmäßig benutzt wird. Immerhin schritt ein Drittel der Dauerkartennutzer im Testzeitraum durch diesen Eingang. Perret muss nun im Dezember dem Zooaufsichtsrat ein neues Konzept vorlegen, in dem auch diese Ergebnisse Berücksichtigung finden.
Die beiden GWA-Gruppen und der Bürgerverein wollen aber nicht so lange warten und machen mobil. Ihre Unterschriftenaktion soll beweisen, dass der Nordeingang für viele Menschen ein wichtiges Thema ist.
So seien insbesondere behinderte und ältere Menschen mit Rollstuhl oder Rollator benachteiligt, da „ihnen der Zugang zum Zoo gänzlich verwehrtbleibenwird“.Argument: Die Haltestelle am Haupteingang ist nicht behindertengerecht.
Zwar gab es bereits 2008 einen Antrag und im Vorjahr auch einen Stadtratsbeschluss zum behindertengerechten Ausbau, nur getan hat sich bisher nichts. Grund: Selbst die Mittel (300 000 Euro) für die günstigste und von den Stadtplanern favorisierte Variante fehlen.
Auch Stadtrat Bernd Heynemann (CDU/BfM) meldete sich nach dem Volksstimme-Bericht zu Wort. Für ihn ist „eine Öffnung notwendig, denn wenn die Straße Am Vogelgesang erst einmal geschlossen ist, erweitern sich die Wege für den Besucher aus den nördlichen Stadtteilen um das Dreifache.“ Daher sollte vor der Aufsichtsratssitzung geprüft werden, ob es den Anwohnern zuzumuten sei, einen funktionierenden Eingang nicht nutzen zu dürfen. Neben der mit Personalkosten verbundenden Variante, das Kassenhäuschen wieder zu besetzen, gibt es weitere Alternativvorschläge, z. B. die Aufstellung eines Ticketautomaten und/oder eines Drehkreuzes. Von Stefan Harter (Quelle: Volksstimme vom 27.10.2010)

23.10.2010
Stellungnahme des Zoodirektors zum Probebetrieb des Zoo-Nordeingangs

Seit Zoochef Perret vor zwei Jahren erstmals eine dauerhafte Schließung des nördlichen Zooeingangs in Aussicht stellte, laufen die Anwohner des Stadtteils Neustädter See Sturm gegen seinen Plan. Teilweise mit Erfolg, denn im Mai und Juni dieses Jahres gab es eine Art Probe-Wiederöffnung. Jetzt wurden die Ergebnisse dem Oberbürgermeister vorgelegt.
Wirtschaftliche Abwägungen sind nach Zooangaben ausschlaggebend für die vorläufige Schließung des nördlichen Zooeingangs an der Straße „Im Steingewände“. Zum einen wäre die Besetzung der Kasse mit einer Arbeitskraft finanziell unattraktiv. Zum anderen gab Zoodirektor Dr. Kai Perret schon bei der Vorstellung seiner Pläne 2008 unumwunden zu, dass alle Besucher durch den Zooladen in der 2009 eröffneten „Zoowelle“ gehen sollten, um dessen Umsätze anzukurbeln.
Aber: Knapp 17 000 potenzielle Besucher aus den Stadtteilen Neustädter See und Kannenstieg sind von der Schließung betroffen. Um festzustellen, wie die nördliche Zoopforte tatsächlich genutzt wird, lenkte der Aufsichtsrat des Zoos nach heftigen Protesten im April dieses Jahres ein und ordnete eine achtwöchige (Wieder)Öffnung auf Probe an. Von Anfang Mai bis Ende Juni war das Kassenhäuschen bei den drei Pferdeskulpturen an insgesamt 57 Tagen besetzt.
Haken an der Sache aber war dabei, dass nur Inhabern von Dauer- und Vorverkaufskarten sowie Mitgliedern des Zoofördervereins Einlass gewährt wurde. Familien, die spontan eine Stippvisite im Zoo machen wollten, mussten einen Riesenumweg zum Haupteingang in Kauf nehmen.
Frank Theile von der Linkspartei stellte bereits im August eine Anfrage an den OB mit der Bitte, die Ergebnisse der Testphase zu erfahren. Bei der Gelegenheit kritisierte Theile, dass ein weiterer Antrag seiner Partei (Prüfung eines saisonalen Betriebs oder Aufstellung eines Ticketautomaten bzw. Drehkreuzes) bisher unbeantwortet blieb. Daraufhin legte nun Zoochef Perret dem OB die Testergebnisse zur Kenntnisnahme vor.
Demnach nutzten insgesamt 1229 Besucher den Nordeingang während der Testphase, 944 da von mit Jahreskarte. Das entspricht einem Drittel aller Besucher mit Jahreskarten im fraglichen Zeitraum. Der Bericht merkt an, dass „insbesondere Mütter mit Kleinkindern unter vier Jahren“ diesen Zugang nutzen. Im Durchschnitt mussten täglich 36 Besucher an den Eingang Zoowelle verwiesen werden, insgesamt 2062. Zum Vergleich: durch die Zoowelle kamen rund 47 800 Zoofans.
Zoochef Perret muss nun zur Aufsichtsratssitzung am 2. Dezember eine „betriebswirtschaftliche Betrachtung zur Öffnung des Nordeingangs“ vorlegen. Unter dem Strich steht: Ein Drittel der Jahreskarteninhaber nutzen den Nord-Zugang regelmäßig oder sogar täglich. Von Stefan Harter (Quelle: Volksstimme vom 23.10.2010)



Verriegelt: Der verwaiste Nordeingang des Zoos am Neustädter See. Im Hintergrund sind die bei Kindern beliebten Pferdeskulpturen zu sehen, auf denen aber wohl kein Kind mehr reiten wird. Foto: Harter

21.08.2010
Zoo - Bebauungsplan wird ausgelegt

Magdeburg (pl). Der Bebauungsplan für den Zoo soll demnächst erneut öffentlich ausgelegt werden. Das hat der Stadtrat am Donnerstag beschlossen. Grund ist, dass der Bebauungsplan, der bereits 2008 ausgelegt war, überarbeitet wurde. In den neuen Plan wurden verschiedene Veränderungen, etwa im Bereich der Straße Am Vogelgesang, aufgenommen. Wann der Plan öffentlich einzusehen ist, werde noch bekannt gegeben, so die Stadtverwaltung. (Quelle: Volksstimme vom 21.08.2010)

12.08.2010
Nachbarn vom Schöppensteg von Plänen betroffen
Neuer Ärger um Zooausbau: Anwohner gegen Südparkplatz

Vor der heutigen Sitzung des Bauausschusses gibt es neuen Ärger rund um die Straße Am Vogelgesang und den Zooausbau. „Über Monate hinweg haben die Diskussionen über die Schließung der Straße Am Vogelgesang den Blick auf andere Probleme mit dem Bebauungsplan verstellt“, sagt Anwohner Octavia Erhardt vom Schöppensteg. Er erklärt: „Als Grundstückseigentümer im südöstlichen Grenzbereich des Bebauungsgebiets wehren wir uns gegen die Planungen für den Bau einer neuen Stellplatzanlage für Autos und Busse im südlichen Bereich der Grundschule Am Vogelgesang.“ Laut der aktuellen zweiten Fassung des Bebauungsplans „Am Vogelgesang/Zoo“ ist der Bau des neuen Parkplatzes für Zoobesucher auf Flächen einer bereits aufgelösten Kleingartenanlage vorgesehen. Außerdem soll Land von einem Bauerngrundstück neben der Schule von der Stadt bzw. vom Zoo gekauft und in die Parkplatzplanung einbezogen werden.
Die Parkfläche würde das Schulgelände südlich und östlich umgeben und bis direkt an die Grundstücke der „Schöppenstegsiedlung“ reichen. An der Südseite ist ein Rasenwall eingeplant, um die Wohngebäude vom Parkplatz abzuschirmen. An der Ostseite ist dies bisher nicht eingeplant und räumlich schwierig zu realisieren. Die Anwohner dort sehen eine Wertminderung für ihr Land und die Lärmbelästigungen durch die vom Zoo angestrebten steigenden Besucherzahlen auf sich zukommen, schildert Erhardt. Sie wollen sich damit nicht abfinden.
Stattdessen schlagen sie vor „den Bebauungsplan dahingehend zu ändern, dass der geplante Zooparkplatz nicht südlich, sondern unmittelbar nördlich an die Grundschule Am Vogelgesang angrenzend errichtet wird, wo zurzeit schon ein behelfsmäßiger Parkplatz von den Besuchern des Zoos genutzt wird“, so Erhardt.
Er räumt ein, dass auch dort Beeinträchtigungen für „wenige Anlieger“ die Folge wären. So wären Bewohner von Gartenlauben und Wochenendgrundstücken betroffen, die die Gebäude seit vielen Jahren teils auch als festen Wohnsitz nutzten.
Außerdem will die Stadt laut B-Plan die Flächen des „wilden“ Parkplatzes und einer angrenzenden alten Sportanlage in Bauland für Wohngebäude umwandeln und den Privateigentümern der Grundstücke Neubauten bzw. eine entsprechende Vermarktung gestatten. Auch hier sind bei Planänderungen Reibereien zu erwarten. Zumal für den Bau eines Parkplatzes nördlich der Schule ebenfalls Privatland von der Stadt gekauft oder eingetauscht werden müsste.
Ausreichend Platz für die Errichtung des Parkplatzes auf der Nordseite jedenfalls wäre aus Sicht der Schöppensteganwohner dort vorhanden. „Wenn man – wie derzeit geplant – auch Teilbereiche des Parkplatzes in östlicher Richtung hinter der Grundschule errichtet, dürfte der Platz vergleichbar groß sein, wie der im südlichen Bereich der Grundschule“, sagt Octavia Erhardt. Und: „Der Fußweg von einem „Nordparkplatz“ zum Zoo wäre nicht weiter als von einem „Südparkplatz“. Vielmehr wäre der Nordparkplatz an der Straßenseite sogar breiter als bei einem Südparkplatz.“
Der Bauausschuss befasst sich heute mit dem B-Plan „Am Vogelgesang/Zoo“. Der Stadtrat muss am 19. August darüber abschließend entscheiden. Im Anschluss wird der Bebauungsplan erneut öffentlich ausgelegt. Das heißt, Betroffene können in die Unterlagen Einsicht nehmen und Einsprüche im Baudezernat einreichen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 12.08.2010)

07.07.2010
Acht Wochen lang war Pforte am Steingewände für Jahreskarteninhaber offen
Zoo-Eingang: Test beendet, aber es bleibt spannend - Aufsichtsrat entscheidet im September

Neue Neustadt. Der gut achtwöchige Test am alten nördlichen Zooeingang ist zwar abgeschlossen, spannend aber bleibt es weiter: Nun doch erst im September wird der Aufsichtsrat des Zoos entscheiden, ob der Eingang wenigstens für Jahreskartenbesitzer wiedereröffnet wird. Ursprünglich war für die Entscheidung schon der Monat August verkündet worden. Offenbar aber sorgte die Urlaubszeit für eine Verschiebung des Termins. Zwei Monate lang hatte die Zooleitung eine Mitarbeiterin an die ehemalige Nordkasse delegiert. Diese registrierte genau die Besucherzahl und die Motive zur Nutzung des Eingangs.
Die Auswertungen seien auch noch nicht abgeschlossen, abschließende Zahlen stünden derzeit noch nicht zur Verfügung, sagte gestern Pressesprecherin Regina Jembere auf Nachfrage der Volksstimme. Einem ersten Überblick zufolge wird die Statistik sehr unterschiedlich ausfallen. An manchen Tagen hätten den Zooeingang vielleicht 3 bis 5 Besucher, an anderen 10 und mehr genutzt, hieß es. Trotz Informationen in der Presse und Hinweisschildern zur Wiedereröffnung, so Regina Jembere, sei die Zahl der Eingangsnutzer weitgehend „überschaubar geblieben“. Allerdings hatte die Zooleitung den Eingang lediglich für Jahreskartenbesitzer geöffnet. Jahreskarten sind zwar umgerechnet günstig, aber die Masse kauft sich Einzeltickets.
Wer ein solches am bewussten nördlichen Zooeingang erwerben wollte, obwohl das im Vorfeld als nicht machbar angekündigt worden war, musste doch zur „Zoowelle“ gehen. Über ihren Irrtum berichteten zwei Magdeburger der Redaktion. Zoochef Kai Perret hatte am 4. Mai in der Volksstimme auf die zeitweilige Wiedereröffnung hingewiesen.
Potenzielle Nutzer sollten acht Wochen lang praktisch mit ihrer Eintrittskarte über die Perspektive des zweiten Eingangs abstimmen. Hintergrund waren öffentliche Forderungen, nachdem mit Eröffnung der Zoowelle zwar ein attraktiver, aber nur eben ein einziger Zooeingang zur Verfügung stand. Das geschah nach Angaben der Zoo GmbH aus wirtschaftlichen Gründen. Der Test wird auch als Reaktion auf die Sitzung des Stadtrats am 22. April gewertet, wo durch öffentliche Anfragen Druck gemacht worden war.
Die Zoopforte Im Steingewände war 2007 aus Kostengründen dichtgemacht worden. Lediglich ein mechanisches Drehkreuz gestattet dort einzig das Verlassen des Zoos. Wenn sämtliche Zahlen vorliegen, wird im Aufsichtsrat im September entschieden, ob für Jahreskartenbesitzer geöffnet bleibt, ein Drehkreuz mit Entwerter (und vielleicht ein Eintrittskartenautomat) installiert wird, oder der Eingang geschlossen wird.
Der Zoo hatte 2009 übrigens genau 231661 zahlende Besucher. Nach der Erweiterung und 20-Millionen-Euro-Investition (2007 - 2013) zur Attraktivitätssteigerung erhoffen sich Perret und sein Team bis zu 500 000 Besucher im Jahr. Von Karl-Heinz Kaiser (Quelle: Volksstimme vom 07.07.2010)

25.06.2010
Neue Anlage im Zoo wird heute um 15 Uhr eröffnet
Africambo I – ein bisschen wie ein Spaziergang durch die Savanne
Nach etwas mehr als einjähriger Bauzeit wird heute die neue Zoo-Attraktion „Africambo I“ feierlich um 15 Uhr eröffnet. 3,2 Millionen Euro hat der Zoo in die rund 20 000 Quadratmeter große Anlage, die auch ein Schauhaus besitzt, investiert.
Neue Neustadt. Pläne auf dem Reißbrett oder Computer-Animationen sind das eine, die Wirklichkeit das andere. Das trifft auf die neue Mitte von Magdeburgs Zoo mehr als zu: Man muss sie leibhaftig gesehen haben! Und dazu haben die Magdeburger heute die Gelegenheit. Um 15 Uhr werden Zoo-Chef Kai Perret und OB Lutz Trümper Africambo I eröffnen. Gestern hat Perret die neue Anlage Presse, Funk und Fernsehen vorab präsentiert, denn die sollen natürlich Land und Leute auf die neue Anlage aufmerksam machen und dafür die Werbetrommel rühren. Denn immerhin, das Projekt hat rund 3,2 Millionen Euro gekostet. Und, hat sich diese Investition gelohnt?

Die Tiere:
Für sie auf jeden Fall. Käfige und enge Gatter sind verschwunden, Nashorn, Giraffen, Antilopen, Zebras, Wasseböcke, sie können sich (fast) frei bewegen. Sogar miteinander, denn bis auf die Nashörner werden die Tiere „vergesellschaftet“. Zebra trifft auf Giraffe, Giraffe auf Wasserbock, Wasserbock auf Springbock und alle aufeinander. Und wenn sie zwischendurch die Nase voll voneinander haben, stehen für jede Gattung Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung. „Die Vergesellschaftung wird eine gewisse Zeit brauchen, und wir müssen dabei sehr behutsam vorgehen“, sagt der Zoo-Chef. Die Marabus haben ein großzügiges Gehege, die Zwergmangusten gleich zwei Felslandschaften, eine drinnen für kalte Tage, eine draußen, beide mit einem Tunnel verbunden. Neue Tierarten gibt es auch zu sehen, Reptilien zum Beispiel.

Die Mitarbeiter:
Sie arbeiten jetzt unter modernen Bedingungen mit kurzen Wegen, einer eigenen Futterküche, eigenen Sanitärräumen und zeitgemäßer Technik. Und eine Herausforderung ist Africambo für die dort beschäftigten Tierpfleger auch, denn sie mussten sich mit neuen Tierarten vertraut machen, was immer auch ein Reiz für Tierpfleger sei, sagt Kai Perret.

Die Besucher:
Die bekommen auf der rund 20 000 Quadratmeter großen Anlage interessante Tiere in natürlichen Bewegungsabläufen zu sehen. Keine Gitter, wo es nur ging wurden Naturmaterialien verwendet, sogar einen Wasserfall hat der Zoo jetzt. Dazu hat der Zoo sich noch um „Illusionen“ bemüht, das heißt, Absperrungen, Einfriedungen und notwendige Trennbarrieren wurden so gestaltet, dass man sie als solche kaum wahrnimmt. Wie etwa den Graben am Außengehege der Nashörner. Auf Tarnung ausgerichtet sind er und seine Umgebung. Nur die Nashörner sehen sofort, dass sie da nicht durch können. Der Besucher bekommt so den Eindruck, als spaziere er selbst im sicheren Abstand durch die Tierlandschaft. Der „Witz“ dabei sind drei Monameerkatzen, denn die dürfen sich in einem größeren Gehegebereich frei bewegen und das auch genau dort, wo die Besucher langgehen. Affe trifft auf Mensch, „tierisch nach“, ganz nah dem Motto des Zoos.

Damit sie nicht stiften gehen, wurde das Gehege mit einem Wassergraben von den normalen Zoowegen abgetrennt. Der Besucher gelangt über zwei Brücken in das Gehege, den drei Meerkatzen wird antrainiert, dass sie diese Brücken unbedingt meiden müssen. „Wir werden die Stahlbrücken in der Trainingsphase für die Affen unter leichten Strom setzen, etwa in der Stärke wie elektrische Weidezäune. Sie lernen dann, dass die Brücken etwas unangenehm sind und meiden diese.“ Der Besucher bekomme von diesem Training aber nichts mit.
Im Zoo ist man froh, dass die lange Bauzeit jetzt vorbei ist. „Wir haben unseren Mitarbeitern und unseren Besuchern durch die Bauarbeiten, die im laufenden Betrieb abgewickelt wurden, einiges zugemutet“, sagt Kai Perret. Jetzt werde erst einmal etwas Ruhe eintreten, und der Zoo-Chef hofft auf viele Besucher, die sich die neue Attraktion ansehen werden. Als Resümee aus der gestrigen Präsentation von Africambo I kann man nur sagen: hingehen und selbst anschauen, es lohnt sich auf jeden Fall. Von Peter Ließmann
(Quelle: Volksstimme vom 25.06.2010)

18.05.2010
20 Millionen Euro für die Zukunft von Nashorn, Elefant, Giraffe & Co
Bis 2013 größter Entwicklungssprung in der Geschichte des Zoologischen Gartens

Der Streit um die Schließung der Straße am Vogelgesang hat den eigentlichen Anlass dafür in den Hintergrund gerückt: Für 20 Millionen Euro soll der Magdeburger Zoo bis 2013 den größten Entwicklungsschub seit seiner Gründung 1950 bekommen. 6,7 Millionen Euro sind inzwischen ausgegeben, Africambo 1 eingerechnet. Es wird in wenigen Wochen eröffnet. Von Karl-Heinz Kaiser
Nun ist doch erst Ende Juni Eröffnung bei Nashorn & Co. Regina Jembere, Zoo-Pressesprecherin, hatte am 3. Mai noch den 1. Juni genannt. Sie korrigierte gestern: Die Baufirmen haben die winterbedingten Rückstände doch nicht im gewünschten Maße aufholen können. Der genaue Termin werde rechtzeitig bekannt gegeben. Nichtsdestotrotz herrscht bereits dieser Tage Umzugsatmosphäre. Die Nashörner Malaika, Mana und Madiba werden schon mal zur Gewöhnung in die Transport-Boxen gelockt, die Wasser- und Spießböcke im alten Freigehege aneinander gewöhnt. Im Zoo Leipzig sind zwei Zebras geordert worden. Allesamt werden sie in der Freianlage von Africambo 1 vergesellschaftet. Hinzu kommen Giraffen, Monameerkatzen, Antilopen, Zwergmangusten, nennt Regina Jembere weitere Tierarten in der Afrikaanlage.
Mit 3,2 Millionen Euro verwirklicht der Magdeburger Zoo mit Africambo 1 das bislang größte Projekt innerhalb der 2007 beschlossenen Zooentwicklungsplanung. Laut dieser will die Zoo GmbH bis 2013 ehrgeizige Pläne verwirklichen.
20 Millionen Euro werden in neue Anlagen investiert. Vorwiegend komme das Geld aus Bankkrediten, hatte Zoo-Chef Kai Perret bereits im Vorjahr erklärt. Gebaut wurde bereits der dem Zoo der Landeshauptstadt angemessene Eingang „Zoowelle“ (2,4 Mio. Kosten). Er ist höchst beliebt bei vielen Magdeburgern. Die Zoowelle beherbergt Gastronomie, Räume können für private Veranstaltungen gemietet werden. Im gleichfalls bereits neugeschaffenen Bereich „Amazonien“ (1,1 Mio. Euro, Eröffnung September 2009) wird Interessantes aus der südamerikanischen Tierwelt präsentiert.
Bis 2013 schließlich wird mit der Elefantenanlage Africambo 2 das teuerste aller Projekte ver wirklicht. Es geht einher mit der Zooerweiterung nach Osten und der Einbeziehung der Straße Am Vogelgesang.
Außerdem steht im Zoo-Entwicklungsprogramm noch die Sanierung des Menschenaffenhauses für 3 Millionen Euro, der Parkplatzbau für eine Million Euro (beides ab dem Jahr 2011) sowie der Bau der „Lodge“.
Letztere ist eine auf erhöhtem Punkt entstehende Gaststätte für 300 Personen. Hier sind beim Nachmittagskaffee optische Begegnungen mit Elefanten möglich, berichtet Regina Jembere. Das außergewöhnliche Gasthaus soll in etwa 3 Jahren eröffnen.
Die Investitionen bis 2013 werden dem Zoologischen Garten zu höherer Attraktivität in der Region verhelfen, hoffen die Verantwortlichen. Das soll sich in höheren Besucherzahlen und damit auch in Einnahmesteigerung ummünzen.
Angestrebt werden in Perspektive 500 000 Besucher pro Jahr, ließ Kai Perret kürzlich bei einer Bürgerversammlung wissen. Derzeit werden jährlich erst um die 200 000 zahlende Gäste gezählt – nicht genug.
Auch in dem Punkt steht die Zoo GmbH, an der Magdeburg und Barleben beteiligt sind, in der Pflicht: Immerhin bekommt sie Millionen-Zuschüsse aus dem Stadthaushalt, um die Freizeiteinrichtung auf hohem Niveau betreiben zu können. Das bei einigermaßen erschwinglichen Eintrittspreisen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 18.05.2010)

04.05.2010
Test bis Ende Juni: Zoo öffnet wieder Nordeingang
Kassenhäuschen besetzt / Zahl der Nutzer entscheidet über weitere Perspektive

Neue Neustadt. Zoodirektor Kai Perret hat den Nordeingang Im Steingewände wiedereröffnet. Seit gestern können Jahreskarten-Inhaber, Mitglieder des Zoo-Fördervereins, Besitzer von Freikarten oder bereits erworbener Eintrittskarten den Zugang nutzen. Ein Mitarbeiter kontrolliert, notiert die Besucherzahlen und deren Angaben zu einer freiwilligen Befragung nach dem Wohnort. Die Regelung soll aber zunächst nur bis Ende Juni gelten.
„In der Zeit wollen wir testen, wie hoch der Bedarf an dieser Stelle ist“, sagte der Zoochef. Eintrittskarten könnten jedoch nur im neuen Zooeingang erworben werden. Am zu Testzwecken eröffneten Nordeingang hätten dafür aufwendige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen, wirbt der Zoo um Verständnis.
Kai Perret hatte bereits auf der Sitzung des Stadtrats am 22. April angedeutet, dass der Aufsichtsrat sich des Themas Nordeingang noch mals annehmen werde.
Die Zoopforte Im Steingewände war 2007 aus Kostengründen dicht gemacht worden. Lediglich ein mechanisches Drehkreuz gestattet dort noch das Verlassen des Zoos. Das Kassenhäuschen entspreche nicht mehr den Anforderungen einer dauernden Nutzung, die Personalkosten seien hoch, begründete damals Zoodirektor Perret. Eine Investition wollte die ZooGmbH ver meiden, da der neue Eingang im Vogelgesangpark seinerzeit bereits in Aussicht stand.
Die „Zoowelle“ ist seit 2009 der einzige Eingang, da die Pforte an der Straße Am Vogelgesang im Vorjahr gleichfalls geschlossen wurde. Immer wieder hatte es öffentlichen Druck gegeben, einen zweiten Eingang zu öffnen. Im Gespräch waren dazu auch automatische Drehkreuze wie im Elbauenpark.
Kai Perret zu der jetzigen Entscheidung: Der Aufsichtsrat sei in der Vorwoche der Meinung gewesen, es so zu praktizieren. Wie es nach Ende des Tests weitergeht, hängt von der tatsächlichen Inanspruchnahme des Nordeingangs ab. Im August werde, so der GmbH-Chef, im Aufsichtsrat entschieden, ob es so belassen, in ein Drehkreuz mit Entwerter investiert oder der Eingang geschlossen wird, weil ihn kaum jemand nutzt.
Von Karl-Heinz Kaiser (Quelle: Volksstimme vom 04.05.2010)



Wachdienstmitarbeiter Nico Kühnhold kontrolliert von Hans Lonski, Ruth Villaret und Kerstin Reimann die Eintrittskarten. Foto: Uli Lücke

26.04.2010
Die Straße Am Vogelgesang wird geschlossen
Klare Ratsmehrheit gegen Zoo-Brücke Neue Chance für den Nordeingang
Keine Umgehungsstraße für Autos, aber neuer Geh- und Radweg als Ersatz
Die Straße Am Vogelgesang wird geschlossen. Gegen 21 Uhr hatte Stadtratsvorsitzende Beate Wübbenhorst am Donnerstag das Abstimmungsergebnis bekannt gegeben: 38 Räte sind für, 12 gegen eine Schließung der Straße. Letztere plädierten für eine Brücke. Zuvor hatte es eine emotionsgeladene Debatte gegeben. Deren weiteres Ergebnis: Der Nordeingang des Zoos soll für Dauerkartenbesitzer geöffnet werden.
Altstadt. Das sind die Fakten nach dem Zoo-Beschluss im Stadtrat: Die Straße Am Vogelgesang wird es in der bisherigen Form als Durchgangsstraße nicht mehr geben. Eine Alternativstraße durch angrenzende Wohngebiete wird nicht gebaut. Die Zoo GmbH wird unverzüglich die Planungen für das Elefantengehege Africambo II östlich der Straße Am Vogelgesang auslösen und diese dabei einbeziehen. Die Anlage soll die Elefantenhaltung nicht nur räumlich revolutionieren. Auf 17 000 Quadratmetern sind mit Fertigstellung 2013 voraussichtlich sechs Dickhäuter in einem dem afrikanischen Busch nachgestalteten Freigelände zu beobachten. Allein diese Anlage wird 8 Millionen Euro kosten.
Insgesamt investiert die Zoo-GmbH aus eigenen Mitteln seit 2007 bis 2013 insgesamt 20,5 Millionen Euro für die Entwicklung eines modernen Zoos mit überregionaler Ausstrahlung und internationaler wissenschaftlicher Reputation.
Vor diesem Hintergrund hat sich am Donnerstagabend die große Mehrheit des Stadtrates für die Zooentwicklung unter Einbeziehung der Straße entschieden. Die fast anderthalbstündige Debatte spiegelte nahezu vollständig die Diskussionen im Vorfeld wider. Er wisse zwar, dass sich viele Bürger betroffen fühlen, bekundet Martin Rohrßen (SPD-Tierschutz-future) eine gewisse Solidarität. Aber: Er entscheide sich für die Zooentwicklung und die über 200000 Besucher aus Magdeburg und der Region. Die 2800 von der Straßenschließung betroffenen Autofahrer hätten einen 1600 Meter Umweg zu absolvieren. Sowohl für Rohrßen als auch für Frank Theile zumutbar im Gesamtinteresse.
Der Fraktionschef der Linken hatte einen 6-Punkte-Antrag eingebracht. Darin wird unter anderem die Schließung der Straße von der Fertigstellung der alternativen Fuß- und Radwegtrasse abhängig gemacht. Die Räte stimmten später nahezu allen anderen Forderungen zu – mit einer Ausnahme. Darin wurde die Wiedereröffnung des Nordeinganges gefordert. OB Lutz Trümper hatte interveniert: Man sollte einer GmbH das so nicht vorschreiben, da es um wirtschaftliche Belange gehe, sagte er. Das müsse der Aufsichtsrat entscheiden.
Allerdings nahm die (hartnäckig geführte) Diskussion darüber später einen unerwarteten Verlauf. Der Oberbürgermeister nämlich ließ am Schluss durchblicken, dass angestrebt werde, den Nordeingang wieder zu öffnen. Das soll für Dauerkarteninhaber geschehen, die mit Hilfe von noch zu installierender Technik dort Einlassmöglichkeit finden könnten. Aber das müsse der Aufsichtsrat in der nächsten Woche entscheiden. Man könne übrigens Vieles vom Zoo verlangen, sagte Alfred Westphal, Bündnis 90/Grüne, in dem Zusammenhang. Das würde jedoch voraussetzen, dass der Rat zugleich die Zuwendungen für den Zoo erhöhen müsste, warf er in die Debatte. SPD-Rat Burkhard Lischka sprach sich klar für die Straßenschließung aus, gleichfalls Carola Schumann, FDP. Letztere regte eine Info-Stelle in der „Zoowelle“.
Inzwischen hatten Mitglieder der CDU-Fraktion vehement Front gegen die Straßenschließungspläne gemacht. Für Daniel Kraatz ist „die Zooerweiterung ohnehin wirtschaftlich nicht tragbar.“ Der Stadtteil verliere außerdem seine 2-Wege-Anbin dung.
Viele Bürger hätten bei der Versammlung in der Zoowelle am 14. April ein klares Votum gegen die Straßenschließung abgegeben, sagte Klaus Kutschmann. Gegen die Bürgermehrheit zu entscheiden – nicht mit mir, stellte er klar.
Dazu sein Fraktionschef, Wigbert Schwenke (CDU): „Das alles hier macht doch deutlich, dass die Zooentwicklung im Elbauenpark richtig gewesen wäre, aber hier an seine Grenzen stößt. Er befürchte, dass durch Bürgerklagen das Projekt gestoppt werde. Ähnlich sah es sein Kollege Reinhard Stern. Der forderte nament liche Abstimmung – hier gehe es für die Stadtentwicklung um einschneidende Dinge.
Stadtratsvorsitzende Beate Wübbenhorst rief gegen 20.50 Uhr jeden anwesenden Stadtrat einzeln zur offenen Abstimmung auf. Gegen 20.05 Uhr präsentierte sie das Ergebnis. 38 Stimmen pro Straßenschließung, 12 dagegen. Die Beschlusslage lautet: Erst wenn der Rad- und Gehweg als Ersatz fertigt ist, wird die Straße Am Vogelgesang geschlossen. „Das akzeptieren wir. Unsere Planungen wird das aber nicht zurückwerfen,“ ließ Zoo-Chef Kai Perret gestern auf Nachfrage wissen. Von Karl-Heinz Kaiser Alle Infos zum Thema
(Quelle: Volksstimme vom 24.04.2010)

26.04.2010
FDP-Stadtrat - Position zur Zooentwicklung
Altstadt (ka). Er befürworte die Schließung der Straße Am Vogelgesang. Seine Fraktion sei in Gänze für die angestrebte Zooentwicklung. Das sagte FDP-Rat Hans-Jörg Schuster u. a. in der Diskussion um die Erweiterung des Zoos. Durch ein technisches Versehen fiel die Textpassage aus dem Sonnabend-Beitrag heraus, das Bild aber blieb. Wir bitten um Entschuldigung. (Quelle: Volksstimme vom 26.04.2010)

17.04.2010
Bauausschuss: Mehrheit ist gegen eine Brückenlösung
Stadtrat tagt am 22. April / Brücke oder Sperrung der Straße Am Vogelgesang



Einen Tag nach der vom Oberbürgermeister anberaumten Bürgerversammlung in der „Zooowelle“ zur Zooerweiterung hat sich der einflussreiche Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr positioniert. Die große Mehrheit stimmte der vom Zoo angestrebten Schließung der Straße Am Vogelgesang zu.
Neue Neustadt/Altstadt. Wir hatten vorgeschlagen, den Zoo im Elbauenpark zu entwickeln. Das aber wurde abgelehnt, sagte Reinhard Stern. Leider, denn die jetzigen Bürgerprobleme wären erspart geblieben. In der jetzigen Situation lehne er, so der CDUStadtrat weiter, die Straßenschließung ab. Eine Brücke wäre ausreichend. Stern blieb mit seiner Auffassung nahezu allein.
Er setze jetzt ca. 2000 Betroffene gegen die jährlich 200 000 Besucher des Zoos, hielt SPD-Stadtrat Martin Rohrßen dagegen. Für ihn kommt da nur eines in Frage: Die Straße am Vogelgesang sollte im Interesse der Allgemeinheit geschlossen werden. Für die Anwohner direkt entstünden geringste Belastungen. Rohrßen war einer der sieben von neun Abgeordneten des Stadtentwicklungsausschusses, die sich am Donnerstagabend für die Schließung der Straße Am Vogelgesang entschieden haben.
Der Ausschuss hatte nur einen Tag nach der emotionsgeladenen Debatte in der „Zoowelle“ und eine Woche vor der entscheidenden Stadtratssitzung am 22. April das Thema behandelt. Dort hatte sich eine Mehrheit gegen die geplante Straßenschließung artikuliert.
Frank Theile von den Linken indes wollte sich auch von den an den OB übergebenen 1900 Unterschriften gegen die Straßenschließung von seiner Ansicht nicht abbringen lassen, dass diese geschlossen werden müsse. Die geplante Zooentwicklung rechtfertige das, sagte auch sein Fraktionskollege Bernd Krause. Eine Brücke (Kosten: 200 000 Euro) sei nur Stückwerk. Die Einschränkungen seien nicht existenziell. Jürgen Canehl von den Grünen: Die Straße sollte seiner Meinung nach geschlossen werden. Er glaube ohnehin, dass viele nur dagegen seien, weil sie befürchten, dass der Verkehr dann durch andere Siedlungsstraßen geführt werde.
Oberbürgermeister Lutz Trümper hatte bereits in der „Zoowelle“ klargestellt, dass wegen der Biotope und angedrohter Klagen keine Alternativstraße durch den östlichen Siedlungsrand gebaut werde. Dafür aber werde eine Rad- und Fußgängertrasse angelegt, die eine zumutbare Passage darstelle.
Gunter Schindehütte, CDU, sprang Reinhard Stern bei: Eine Vor-Ort-Besichtigung habe zu dem Schluss geführt, dass eine Brücke die künftige Elefantenhaltung nicht behindere, sagte er. Sowohl Stadtrat Stage von der Jugendpartei als auch SPD-Rat Olaf Czogalla und Hans-Jörg Schuster, FDP-Fraktion, sprachen sich für eine Schließung der Straße aus. Fazit: Im Ausschuss gab es eine große Mehrheit gegen die Brückenlösung und für die Straßenschließung. Alle Fraktion waren vertreten. Ob sich am 22. April die Ratmehrheit auch so entscheidet, bleibt abzuwarten. Von Karl-Heinz Kaiser
(Quelle: Volksstimme vom 17.04.2010)

16.04.2010
Stadtverwaltung informiert Bürger am Mittwochabend über Zoopläne / Buhrufe, Pfiffe, Beifall
Straße dicht oder Brücke: Trümper probt nach Redeschlacht die „Abstimmung“

Mehr als zwei Stunden lang machte Mittwochabend die „Zoowelle“ ihrem Namen alle Ehre: In der von OB Trümper anberaumten Bürgerdiskussion zur Zooerweiterung schlugen die Wogen meterhoch. Im Brennpunkt standen das Für und Wider zur beabsichtigten Schließung der Straße Am Vogelgesang. Damit soll ein Übergang zur geplanten neuen Elefantenanlage östlich der Straße geschaffen werden. Entschieden wird am 22. April im Stadtrat.
Gegen 19.45 Uhr griff Oberbürgermeister Lutz Trümper in die Moderatoren-Trickkiste. Er forderte zu Veranstaltungsschluss die Anwesenden zur Test-Abstimmung in Form von Lautäußerungen auf. Vorschlag Nummer 1: Schließung der Straße Am Vogelgesang, Anlegen eines alternativen Fuß- und Radwegs. Das Echo: Sehr viele Teilnehmer klatschten Beifall, der längere Zeit anhielt.
Nachdem Trümper These 2 aufgerufen hatte, stand der Saal Kopf. Die Variante zielt auf die Beibehaltung der Anliegerstraße und den Bau einer behindertengerechten Fußgängerbrücke in die künftige Elefantenanlage ab. Mit lautstarken Ovationen und kräftigem Trampeln signalisierten über hundert Bürger ihre Zustimmung. Die Variante 3, zuvor eingebracht von Teilnehmer Torsten Schaffranke, wurde nur minimal wahrgenommen. Eine Schließung der Straße und der Ausbau einer Umgehungstrasse an der östlichen Peripherie des am Zoo angrenzenden Wohngebietes wollten wenige Anwesende in Betracht ziehen.
Als eine definitive Vorentscheidung für die Stadtratsdebatte am 22. April wollte Moderator Trümper die Abstimmung allerdings nicht verstanden wissen. Die Volksvertreter würden bei ihrer Abwägung auch die Bedeutung des Zoos für die gesamte Stadt ins Kalkül ziehen.
Fast zweieinhalb Stunden lang hatten sich sowohl Bürger und anwesende Verwaltungsspitzen als auch Anwohner untereinander, die unterschiedlicher Meinung waren, heftige Redeschlachten geliefert.
Begonnen hatte es mit einem Eklat. Es waren weit über 200 Interessenten gekommen, gut ein Drittel (!) davon musste draußen stehen. Als Anwohner Johannes Rink der Verwaltung Absicht vorwarf, konterte der OB: Er sei bereit, eine weitere Veranstaltung dieser Art durchzuführen (Bedarf wurde dann aber nicht geäußert). Die Dispute über die Straßenschließung und die Alternative Fußgängerbrücke über die Straße wurden schließlich per Lautsprecher nach draußen übertragen. Siegfried Kratz und Elvira Ferchland von der zuständigen GWA indes übergaben eine Liste mit 1900 Unterschriften gegen die Straßenschließung und forderten die Stadt auf, Basisdemokratie zu praktizieren.
Das veranlasste Lutz Trümper zu der Feststellung, dass dies genau im Augenblick geschehe. Das Gewicht der Anwohner habe besondere Bedeutung bei der Entscheidung. Aber es gebe auch noch weiterreichende Aspekte. Während eine Anwohnerin die Schließung der Straße befürwortete und deshalb von Gegnern laustark ausbuht wurde, setzte Prof. Scheich zum verbalen Frontalangriff an. Er warf den Anwohnern u. a. kleinliche Argumentation vor. Sie wollten nur bestimmte Gewohnheiten nicht aufgeben. Der Zoo habe auch wissenschaftliche Bedeutung, sei regionaler Anziehungspunkt. Scheich erntete gleichfalls Pfiffe.
Zootierpfleger Thomas Rolle beschwor die Anwesenden: Es gehe um die Elefantenhaltung im Zoo. Die Tiere brauchten Platz. tragen. Als vertretbare Lösungen hatten sich unter insgesamt 9 Varianten erstens die Schließung der Straße ohne Auto-Ersatztrasse oder zweitens der Bau eine Fußgängerbrücke zur Elefantenanlage herauskristallisiert. Ersteres käme dem Zoo und dessen Attraktivitätsentwicklung entgegen, die andere Variante hauptsächlich Anwohnern.
Ein Großteil der Anwesenden argumentierten hartnäckig dafür. Helga Scheide aus Eichenweiler hatte den Reigen eröffnet. Eine gute Variante, die im Sinne der Anwohner gewählt werden sollte, sagte sie. Sie forderte die Stadt auf, die Straße offen zu lassen. Michael Schaper dagegen sieht keine Alternative zur Straßenschließung. Nur so könne der Zoo wirklich attraktiver werden und sich entwickeln.
Die Straße müsse geschlossen werden, und die Belastungen wären erträglich. Seine Argumente wurden vom „harten Kern“ der Schließungsgegner nicht akzeptiert. Christa Naumann ist sich sicher, dass Am Vogelgesang als Durchgangsstraße wichtig sei. Hole sie die Enkelin vom Kindergarten ab, müsste sie Umwege fahren. Sie wohnt in der Allendestraße. Annett Gemsjäger und andere orientierten auf die Nutzung des Vogelgesangparks. Sie seien nicht gegen Elefanten. Aber das sollte auf anwohnerverträgliche Weise geschehen.
Zoo-Chef Kai Perret zeigte sich nach der Bürgerabstimmung zwar nicht erfreut. Er gebe die Hoffnung für seine Elefantenpläne trotzdem nicht auf, sagte er in Hinblick auf die Ratssitzung am 22. April. „Wir wollen einen modernen Zoo entwickeln, der in die Region ausstrahlt und irgendwann einmal 500 000 Besucher im Jahr zählt. Die Elefantenhaltung sei dafür wichtiger Posten.
Letzte Meldung: Der Bauausschuss hat sich gestern Abend mehrheitlich für die Schließung der Straße Am Vogelgesang im Interesse der Zooentwicklung entschieden. Mehr darüber in der morgigen Ausgabe. Von Karl-Heinz Kaiser (Quelle: Volksstimme vom 16.04.2010)


Eine randvolle „Zoowelle“. Zahlreiche Besucher mussten vor der Tür stehen bleiben, andere hatten nur Stehplätze erwischt. Foto: Uli Lücke



Die künftige Elefantenhaltung unter Einbeziehung der Straße am Vogelgesang spaltet die Bewohner. Foto: Archiv

12.04.2010
Mittwoch in der Zoowelle - Bürgerversammlung zur Erweiterung des Zoos

Oberbürgermeister Lutz Trümper lädt am 14. April ab 17.30 Uhr im Eingangsgebäude „Zoowelle“ des Zoologischen Gartens zu einer Informationsveranstaltung zur geplanten Zooerweiterung und der künftigen Verkehrsorganisation in diesem Bereich ein.
Im Rahmen dieser Informationsveranstaltung will der Oberbürgermeister die überarbeitete Beschlussvorlage für den Stadtrat vorstellen, der die endgültige Entscheidung über die mit der zukünftigen Entwicklung des Zoos verbundenen verkehrstechnischen Lösungen treffen wird.
Für Fragen und Anliegen stehen neben dem OB auch der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Dr. Dieter Scheide mann und der Direktor des Magdeburger Zoos Kai Perret zur Verfügung. Um die langfristig erfolgreiche Entwicklung des Zoologischen Gartens gemäß dem von Stadtrat beschlossenen Konzept zu sichern, ist die bessere Anbindung des Wirtschaftshofes an das Zoogelände unabdingbar. Die Verwaltung hat deshalb in einem Bebauungsplanentwurf vorgeschlagen, die Straße Am Vogelgesang zu schließen und den Zoo in Richtung Wirtschafshof zu erweitern. Nach der Bürgerversammlung am Mittwoch, 14. April, und dem noch ausstehenden Stadtratsbeschluss zur Zukunft der Straße Am Vogelgesang wird der Entwurf des Bebauungsplanes überarbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 12.04.2010)

03.04.2010
Ortsvereinschef Kraatz zur Straße Am Vogelgesang: „Fraktion CDU/BfM wird für Brückenvariante stimmen“

Zum Beitrag „Streit um Zooausbau und die Straße am Vogelgesang / SPD-Ortsverein für Schließung, GWA und Bürgerverein dagegen“, Volksstimme vom 31. März, und zu weiteren Veröffentlichungen zu diesem Thema erhielt die Redaktion ein „Echo“ von Daniel Kraatz, Stadtrat und Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Nord. Seine Stellungnahme in Auszügen:
„Zum einen wird der GWA Neustädter See vorgeworfen, Einzelinteressen zu vertreten. Die Aussage muss man entschieden zurückweisen. Sowohl bei den damaligen Einwohnerversammlungen als auch bei der GWA war eindeutig eine ablehnende Haltung zur geplanten Straßenschließung festzustellen. Es widerspricht dem basisdemokratischen Prinzip, dass ein mehrheitlich getroffener Beschluss in der GWA von nicht teilnehmenden Parteien in Zweifel gezogen wird. Aus der Bevölkerung, der GWA, dem Bürgerverein, von örtlichen Unternehmen und von Wohnungsvermietern hört man überwiegend eine deutlich ablehnende Haltung (...)
Zum anderen widerspricht die SPD der Stellungnahme der Verwaltung S0020/10 (Anlage 2). Darin werden Kosten für den Fuß- und Radweg von 492 000 Euro (Variante 1) und für die von den Bürgern und der Fraktion CDU/BfM favorisierte Lösung der Brücke mit einem behindertengerechten Personenaufzug von 281 000 Euro (Variante 9) angegeben. Sicherlich werden zusätzliche Kosten durch die anstehende Sanierung für das dem Zoo zugedachten Teilstücks der Straße Am Vogelgesang auftreten. Es ist aber notwendig darauf hinzuweisen, dass der Bau eines Rad- und Fußwegs Enteignungen bei privaten Grundstückseigentümern nach sich ziehen würde. Hier wurden bereits aus dem Kreise der Betroffenen rechtliche Gegenmaßnahmen angekündigt.
Daher ist sowohl die Kosten- und Zeitersparnis bei der Variante 1 mehr als zweifelhaft. Auch die Argumentation der gering befahrenen Straße Am Vogelgesang ist merkwürdig. Bei der Verkehrszählung im Oktober 2008 wurden 2260 Fahrzeuge pro Tag gezählt, das entspricht im Jahr über 800 000 Fahrzeugen. 2008 hatte der Zoo 218 830 Besucher. Der Ortsverband CDU-Nord und auch die Fraktion CDU/BfM werden gegen die Straßenschließung Am Vorgelgesang stimmen und für die Brückenvariante votieren. Um es klarzustellen, wir stehen uneingeschränkt für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Zoos. Dazu sind aber andere Maßnahmen notwendig als die angedachte Straßenschließung.“ Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 03.04.2010)

31.03.2010
Streit um Zooausbau und die Straße am Vogelgesang
SPD-Ortsverein für Schließung, GWA und Bürgerverein dagegen
Der SPD-Ortsverein Magdeburg-Nord hat sich in der Debatte um die Zooerweiterung für die Schließung der Straße Am Vogelgesang ausgesprochen. Gleichzeitig müsse die Stadt aber durch den Bau eines neuen Fuß- und Radweges am östlichen Rand des Zoogebietes eine Verbindung zwischen der östlichen Neuen Neustadt und dem Neustädter See ermöglichen, fordern die Genossen aus dem Norden.
Ortsvereinschef Marko Ehlebe sagte: „Eine Erweiterung des Zoogeländes und die damit einhergehende tiergerechtere Unterbringung der Dickhäuter ist längst überfällig. Eine dauerhafte Teilung durch eine gering befahrene Straße würde einer nachhaltigen Entwicklung des Zoos entgegenstehen.“
Aus diesem Grund sei auch die Variante einer Fußgängerbrücke „keine Lösung“, weil dadurch „die Trennung der Zooteile manifestiert“ würde. „Es ist offensichtlich, dass auf dem ohnehin knapp bemessenen Gelände eine barrierefreie Brücke nur mit erheblichen Mehrkosten für die Stadt und die Zoologischer Garten Magdeburg gGmbH realisierbar wäre“, sagte Ehlebe.
Eine Umgehungsstraße in Form eines Fuß- und Radweges zu realisieren, der auch für Rettungsfahrzeuge genutzt werden könnte, sei für die Mehrheit der Ortsvereinsmitglieder „ein guter Kompromiss zwischen den Interessen der Anwohner und der Zoobesucher“. Um den Zoo nicht vom Wohngebiet Neustädter See zu trennen, müsse bei einer Schließung der Straße Am Vogelgesang allerdings „die Öffnung eines nördlichen Zoo-Eingangs in Betracht gezogen werden“, sagte Ehlebe.
Die AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Neustädter See und der Bürgerverein Nord hatten in der Vorwoche eine Unterschriftenaktion gegen die Schließung der Straße gestartet (Volksstimme berichtete). Neben Zustimmung zu dieser Initiative äußerten Volksstimme-Leser aus Nord auch Kritik an dem GWA-Engagement.
GWA-Sprecherin Elvira Ferchland steht zu der Aktion. Die GWA bilde seit Jahren als „loser Zusammenschluss von Bürgern“ ein basisdemokratisches Stadtteilgremium, in dem jede Art von sachlicher Meinungsäußerung „ausdrücklich erwünscht“ sei. Von „eskalierendem Verhalten und Interessenvertretung Einzelner“, wie in einem Leserbrief vorgeworfen, könne „nicht die Rede sein“.
Elvira Ferchland stellte klar: „Wir erwarten natürlich nicht nur Gegner, sondern auch Befürworter der Straßenschließung am 14. April auf der Einwohnerversammlung mit dem Oberbürgermeister.“ OB Lutz Trümper will sich an diesem Tag um 17.30 Uhr in der „Zoowelle“ den Bürgerfragen und -meinungen zum Vo gelgesang stellen, bevor der Stadtrat eine Entscheidung fällen muss.
Rückendeckung bekommt die GWA-Sprecherin von Stadtteilmanagerin Jessica Zedler. Sie begleite in neutraler Funktion die GWA. „Seit einer Einwohnerversammlung Ende 2008 und mit zunehmendem Besuch von Bürgern in den Gemeinwesenarbeitssitzungen, die ihr Interesse an der Zukunft der Straße Am Vogelgesang bekundeten, haben alle Teilnehmer der GWA Neustädter See unterschiedliche Möglichkeiten aufgegriffen, um sich dem Thema inhaltlich zu nähern“, so Zedler. „Sowohl schriftlich als auch mündlich gab es einen Austausch mit Stadträten, Ämtern, Bürgern und dem Zoodirektor Dr. Kai Perret.“
Gesamtstädtische Belange würden zwar einbezogen, entscheidend für die GWA seien jedoch „speziell die Auswirkungen für den Stadtteil Neu städter See“: „Dieser stadtteilbezogene Egoismus zur Steigerung der Lebensqualität ist für die Arbeitsgruppe notwendig“, erklärt die Stadtteilmanagerin.
Die Unterschriftensammlung gegen die Schließung der Straße Am Vogelgesang sei ein Ergebnis der GWA mit allen Sitzungsanwesenden am 17. März. „Es konnten in der Sitzung jedoch nur jene Meinungen Be rücksichtigung finden, die bereit waren, ihre Stimme für ihren Stadtteil einzusetzen – unabhängig von der eigenen Auffassung zum Thema“, so Zedler. Auf der Sitzung habe sich „kein Anwesender für die Schließung der Straße Am Vogelgesang und gegen die Unterschriftenaktion ausgesprochen“.
Bei mehrheitlicher Anwesenheit von Befürwortern der Schließung wäre eine Unterschriftensammlung auch nicht zustande gekommen, argumentiert Jessica Zedler. Dass die GWA die getroffene Entscheidung nun offensiv vertrete, könne man der Gruppe nicht zum Vorwurf machen.
„Ich kann in meiner Funktion als Stadtteilmanagerin die beschriebene ,schweigende Mehrheit‘, die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils nur ermutigen, zukünftig den Weg zur GWA zu suchen, damit auch ihre Stimmen bei stadtteilrelevanten Themen Berücksichtigung finden können.“ Als Stadtteilmanagerin freue sie sich „völlig themenlosgelöst über Bürgerengagement und den ehrenamtlichen Einsatz für den Stadtteil“.
Auch der Bürgerverein Nord, der die Unterschriftenkampagne unterstützt, äußerte sich zu dem Thema. Die Aktion gegen die Straßenschließung sei auf der GWA-Sitzung mit den anwesenden Bürgern abgestimmt worden. „Daraus ziehen wir die Schlussfolgerung: Wir handeln nicht im Interesse Einzelner, sondern im Interesse vieler Bürger, Wohnungsunternehmen und Gewerbetreibenden“, sagte die Vereinsvorsitzende Karina Ferchland. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 31.03.2010)

26.03.2010
Aktion der GWA stößt in Nord auch auf Kritik
Protest gegen Schließung der Straße Am Vogelgesang für die Zooerweiterung

Die Unterschriftenkampagne gegen die Schließung der Straße Am Vogelgesang für den Zooausbau im Namen der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Neustädter See (Volksstimme berichtete gestern) sorgt nun auch für Kritik. Mit Entsetzen habe er den Aufruf der GWASprecherin Elvira Ferchland gelesen, schreibt Hans-Dieter Karg aus Nord, der sich selbst in der GWA engagiert. Die Sprecherin werbe mit Aushängen im Stadtteil auch dafür, an der Einwohnerversammlung mit OB Lutz Trümper (14. April, 17.30 Uhr, Zoowelle), teilzunehmen, um gegen die Schließung der Straße zu protestieren. „Bisher war es der Standpunkt der GWA, dass es bei einer zweiseitigen Anbindung bleiben soll. Warum diese einseitige und eskalierte Haltung?“, fragt Karg. Die Zoo-Erweiterung sei im Gesamtinteresse der Stadt. Mit der Straßenschließung erhalte der Zoo ein einheitliches Areal.
„Bei den Gegnern der Schließung der Straße wird immer wieder eine Tunnel- oder Brückenlösung angemahnt und dabei geflissentlich verschwiegen, dass diese Lösungen die unweigerliche Sanierung dieser Straße nach sich ziehen. Dabei ist es völlig zweitrangig, ob die Straße im Zuge der Baumaßnahme Zoo oder später gebaut wird. Es sind so oder so Kosten, die die Stadt schultern muss“, so Karg.
Der Magdeburger aus Nord erklärte weiter: „Wenn sich die GWA zum Befürworter Einzelner berufen fühlt, muss sie sich die Frage stellen, wo bleibt das Gemeinwohl? Außerdem begibt sie sich damit auf ein höchst unsicheres Terrain, weil sich die schweigende Mehrheit immer weniger von der GWA bzw. vom Bürgerverein vertreten fühlt. Und wer am lautesten schreit, hat nicht automatisch Recht, sondern er missachtet die Interessen der anderen. Und dies nennt man dann egoistisch“, so Karg weiter.
Auch Volksstimme-Leserin S. Kupsch übte Kritik. Die Protestler seien „gegen die Erhöhung der Attraktivität des Zoos und damit der Landeshauptstadt“. Die Leserin weiter: „Tatsache ist, dass es immer Bürger gibt, die aufgrund von Einzelinteressen gegen jede Veränderung oder Neuerung sind.“ Sie selbst wohne seit 30 Jahren in unmittelbarer Zoonähe. Sie sei zuversichtlich „dass die Stadt eine gute Lösung für die Zooerweiterung finden wird. Das wünschen sich viele Bürger.“ Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 26.03.2010)

24.03.2010
GWA startet Aktion gegen die Schließung der Straße Am Vogelgesang

Gegen die Schließung der Straße Am Vogelgesang gibt es erneut eine Unterschriftensammlung. Nachdem bereits vor Monaten von Schließungsgegnern nach eigenen Angaben rund 500 Unterschriften gesammelt wurden, ruft nun die AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Neustädter See zu der neuerlichen Kampagne auf. „Die AG Gemeinwesenarbeit im Stadtteil Neustädter See hat sich gegen die Schließung der Straße Am Vogelgesang ausgesprochen“, sagte GWA-Sprecherin Elvira Ferchland am Montag im Volksstimme-Gespräch. Die Unterschriften sollen an Oberbürgermeister Lutz Trümper übergeben werden. Der OB hat für den 14. April, 17.30 Uhr, zur Einwohnerversammlung in das Eingangsgebäude „Zoowelle“ eingeladen hat. Die Listen seien in Einrichtungen und Geschäften in Nord ausgelegt worden, sagte Ferch land. Die Stadtverwaltung will die Straße Am Vogelgesang schließen, damit der Zoo die Fläche für seine Erweiterung nutzen kann. Die Entscheidung liegt beim Stadtrat. Stimmt er für den Erhalt der Straße, so soll nach dem Willen des Oberbürgermeisters eine Brücke das östliche und westliche Zoogelände verbinden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 24.03.2010)

20.03.2010
Diskussion um Zoo-Nordeingang wird in AG Gemeinwesen wieder laut
Anwohner aus Nord erwarten mit Spannung Versammlung mit OB Trümper zum Zooausbau
Die AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Neustädter See hat am Mittwochabend im Stadtteilzentrum „Oase“ erneut über den Zoo diskutiert. Während mit Spannung die angekündigte Einwohnerversammlung mit OB Lutz Trümper zur Straße Am Vogelgesang am 14. April erwartet wird, beherrschte vor Ort bei den Anwohnern erneut auch der Nordeingang die Debatte.
Andreas Poppe vom SPD-Ortsverein sagte nach einer Beratung zum Zoo-Nordeingang: „Es ist aus Kostengründen nicht geplant, eine Kasse zu errichten. Das Drehkreuz an der Nordseite kann von Dauerkarteninhabern aber genutzt werden.“ Stadtteilbewohner Siegfried Kratz schüttelte den Kopf: „Das kann nicht die Lösung sein.“ Der Eingang über das Drehkreuz sei auch nicht behindertengerecht.
Doch auch Sandra Täntzler vom neuen Bürgerverein Nord hält das Drehkreuz für unzureichend, da auch Familien mit Kinderwagen ausgeschlossen würden: „Es gibt viele junge Familien hier in Nord, es kann nicht sein, dass die an der Nordseite nicht rein- und rauskommen.“
Laut Bürgerverein ist auch das Kinder- und Familienhaus „Oase“ in Nord betroffen, da für Veranstaltungen wie Ferienspiele die bisher genutzte schnelle Anbindung an den Zoo mit der Eröffnung des Eingangs über die „Zoowelle“ im Vogelgesangpark in Neue Neu stadt nicht mehr gegeben sei. Thomas Fischbeck, Vorstandssprecher der MWG-Wohnungsgenossenschaft, sagte: „Der Zoo will sich erweitern und öffnen, da sollte er auch für die Menschen in Nord offen sein. Es kann nicht einerseits um die Erweiterung gehen, andererseits um eine Schließung des Nordeingangs.“
Im Stadtrat hatte die Fraktion Die Linke die Meinung von Anwohnern zum Nordeingang mit einem Antrag unlängst aufgegriffen, der auch mehrheitlich angenommen wurde. Der Oberbürgermeister wurde damit beauftragt zu prüfen, „ob und unter welchen Bedin gungen die Einrichtung eines nördlichen Zoo-Ein-/Ausganges wieder möglich wird und dem Stadtrat die entsprechenden Ergebnisse zeitnah vorzulegen“.
Die Anwohner aus Nord erhoffen sich auch dazu Aussagen auf der angekündigten Einwohnerversammlung mit Oberbürgermeister Lutz Trümper und Zoochef Kai Perret zur Zooerweiterung am 14. April ab 17.30 Uhr in der Zoowelle. Hauptthema soll dabei die Zukunft der Straße Am Vogelgesang sein, die der Zoo schließen will, um die Fläche mit für den Bau einer neuen Elefantenanlage zu nutzen. Auch die Stadtverwaltung favorisiert nach wie vor die Schließung. Anwohner in Nord kämpfen seit Monaten dagegen, auch die GWA positio nierte sich gegen die Schließung. Ein weiterer Aspekt, der auf der jüngsten GWA-Sitzung diskutiert wurde, ist die Straßenbahnhaltestelle am Schöppensteg in Höhe des neuen Zooeingangs. Diese ist nicht barrierefrei gestaltet.
Der Umbau lässt ebenfalls aus Kostengründen auf sich warten. Das sorgte nun erneut für Kritik in der GWA. Denn bereits im Juni 2008 hatte der Stadtrat den barrierefreien Umbau dieser Haltestelle beschlossen.
Mit dem Neubau des Eingangsgebäudes im Vogelgesangpark sei klar gewesen, dass hier dringender Handlungsbedarf bestehe, erinnerte nun Ex-Stadtrat Johannes Rink, der sich damals mit dafür stark gemacht hatte. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 19.03.2010)

10.03.2010
Gestern wurde Kompromissvorschlag für kommunalpolitischen Dauerbrenner vorgelegt / Trümper lädt Bürger ein - Straßensperrung oder Brücke – OB Trümper will Entscheidung zum Zoo

Oberbürgermeister Lutz Trümper will jetzt einen Beschluss zur Straße Am Vogelgesang herbeiführen. Am 22. April soll der Stadtrat über einen Kompromissvorschlag entscheiden. Inzwischen ist auch eine Fußgängerbrücke im Gespräch.
Sperren oder Nicht-Sperren – das ist jetzt nicht mehr die Frage – zumindest nicht in dieser kompromisslosen Form. In dem von Oberbürgermeister Lutz Trümper vorgelegten Vorschlag zum kommunalpolitischen Dauerbrenner und um die Zooerweiterung steht zwar die Sperrung weiter als Punkt Nr. 1 in der Reihenfolge. Im unmittelbaren Anschluss aber heißt es: „Sollte dieser Vorschlag (im Rat) keine Mehrheit finden, wird eine Ersatzvariante vorgeschlagen.“ Die lautet: Werde die jetzige Straßenführung beibehalten, wird zur Verbindung der Zooflächen eine Fußgängerbrücke gebaut.
Hintergrund: Für eine große Elefantenanlage soll der Zoo zum Osten hin erweitert werden. Die vor über einem Jahr vorgeschlagene Aufhebung der trennenden Straße Am Vogelgesang ließ in der Diskussion darüber die Wogen hochschlagen. Die Zoogeschäftsführung hat ihre Argumente dafür. Eines ist der aus europäischen Normen resultierende erhöhte Flächenbedarf für die Elefantenhaltung. Dazu müsse, um ein homogenes Gelände zu gestalten, ein Teilstück dieser Straße integriert werden.
Zoodirektor Kai Perret hält das für die beste Lösung. Das bestätigte er gestern. Ein Plan für den Bau einer Brücke existiere nicht. Wo sie genau hinkönnte, wisse er deshalb nicht, sagte er. Es müsste erst alles wieder umgeplant werden, was Zeit- und Geldverluste bringen würde. Perret hofft, dass die bislang anvisierte Lösung praktiziert wird.
In dem Fall würde „Am Vogelgesang“ von beiden Seiten aus Sackgasse werden. Was die einen freuen würde – weniger Verkehrslärm – wäre für andere ein erheblicher Mangel: Die Straße nämlich hat eine Verbindungsfunktion zwischen dem Wohngebiet Neustädter See und Teilen Eichenweilers sowie der östlichen Neuen Neustadt und Rothensee. Diese Funktion würde wegfallen.
Eine Ersatztrasse ist nach wie vor vakant. Aber: Die Erreichbarkeit des Schulstandortes bleibe im Wesentlichen erhalten, Parkplätze auch. Und: Eine Fußund Radwegverbindung an der erweiterten östlichen Zoogrenze wäre möglich. Um diese komplexen Probleme rankten sich lange Diskussionen in der Bürgerschaft.
OB Trümper stellte im Sommer 2009 eine Entscheidung noch zurück. Vor gut zwei Wochen hatte er im Stadtrat einen Kompromiss angekündigt. Gestern nun lag das Papier in der OBBeigeordnetenrunde vor.
Zurückgegriffen hat die Verwaltung dabei auf den in der Diskussion unterbreiteten Vorschlag, eine Brücke für Fußgänger über die Straße zu spannen, anstatt sie zu sperren. Das wäre (gemessen an einem gleichfalls diskutierten Tunnel) noch die wirtschaftlichste Variante.
Die Stadt aber favorisiert die Straßensperrung. Das ließ Oberbürgermeister Lutz Trümper gestern in einer Pressemitteilung wissen. Darin kündigt er auch an, gemeinsam mit Kai Perret eine Info-Veranstaltung am 14. April um 17.30 Uhr im Eingangsgebäude „Zoowelle“ zu den Problemen zu bestreiten. Alle Magdeburger sind eingeladen.
Am 22. April schließlich soll der Stadtrat entscheiden. Zuvor (am 15. April) wird der Bauausschuss darüber gleichfalls öffentlich beraten. Trümpers taktische Linie: Das Votum im Rat soll endgültig sein. Von Karl-Heinz Kaiser (Quelle: Volksstimme vom 10.03.2010



In dem schwarzen Abschnitt soll die Straße Am Vogelgesang im Zoo aufgehen. Alternative: eine Fußgängerbrücke. Sie ist in der Grafik willkürlich eingesetzt – es gibt dazu keine Pläne.
Grafik: Cicero Fotosatz GmbH

Weitere ältere Meldungen finden Sie in der Rubrik Aktuelles / Nachrichtenarchive